Wenn der Vasaloppet eines versprechen kann, dann dass es immer spektakuläre Rennen und unerwartete Ereignisse gibt. So auch heute bei der 102. Ausgabe, die unter anderem von reichlich Neuschnee geprägt war. Das Lager 157 Skiteam ließ sich davon nicht beeindrucken und führte bei einem unvergleichlichen fünffach Erfolg Oskar Kardin zum Sieg, während Emilie Fleten (Team Ramudden) im Solo zum Tagessieg bei den Damen lief.
Schneechaos und großer Sturz
Starker Schneefall in der Nacht und am Morgen brachte die Service-Teams sowie die Läuferinnen und Läufer bereits vor dem Start des Rennens ins Schwitzen. Mehrere Zentimeter Neuschnee sorgten aber auch dafür, dass das Rennen nicht besonders schnell gelaufen wurde, da die Führenden teilweise als Schneepflug arbeiten mussten. Von dem reduzierten Tempo und der damit einhergehend großen Spitzengruppe profitierten unter anderem auch die schnellsten Damen, welche nach etwa 24 Kilometern zum Hauptfeld der Herren aufschließen konnten. Zuvor gewannen jedoch zunächst Einar Kalland-Olsen (Lager 157 Skiteam) sowie Silje Øyre Slind (Team Aker Daehlie) die Bergwertung nach 2,9 Kilometern und Gabriel Strid (Team GS8) sowie Julie Kvale Støstad (Team Ramudden) den ersten Zwischensprint nach 11,1 Kilometern. Nach dem Sprint gelang es der Spitzengruppe der Damen, bestehend aus Støstad, Emilie Fleten, Anikken Gjerde Alnaes (Team Engcon), Silje Øyre Slind und Hanna Lodin (Team Engcon). Im weiteren Verlauf des Rennens gab es immer wieder Attacken und Tempoverschärfungen, die jedoch alle schnell wieder neutralisiert werden konnten. Zudem prägte ein großer Sturz mit vielen Athleten das Geschehen, ebenso wie ein fliegender Skiwechsel von Oskar Kardin (Lager 157 Skiteam) infolge einer Beschädigung an seinem linken Ski.
Meisterleistung von Lager 157 Skiteam
An der zweiten Sprintwertung des Tages in Evertsberg nach 47,6km sicherte sich Vebjørn Moen (Team Engcon) im Grünen Trikot die volle Punktzahl, gefolgt von Gabriel Strid und Torleif Syrstad (Team Engcon). Rund 30 Kilometer vor dem Ziel erhöhten Magnus Vesterheim (Team Ramudden), Thomas Ødegaarden (Team Eksjöhus) und Nils Dahlsten (Lager 157 Ski Team) das Tempo, konnten sogar eine kleine Lücke zum Hauptfeld herauslaufen, wurden jedoch wenig später wieder eingefangen. Nach etwas mehr als 70 Kilometern, kurz hinter Hökberg bekann die entscheidende Phase des Rennens mit zahlreichen aufeinander folgenden Attacken. Neun Kilometer vor dem Ziel konnte sich schließlich Oskar Kardin, der im Januar Vater geworden war, entscheidend absetzen. Den Verfolgern gelang es nicht mehr, den Schweden einzuholen, sodass er zu seinem ersten Sieg beim Vasaloppet lief. Seine Teamkollegen vom Lager 157 Skiteam perfektionierten auf der Zielgeraden die Leistung des schwedischen Pro Teams und belegten auch die Plätze Zwei bis Vier. Alvar Myhlback sprintete nach seinem Sieg im Vorjahr und Platz Drei im Jahr 2024 nun auf Rang Zwei. Nils Dahlsten komplettierte das Podium und Runar Skaug Mathisen kam vor Einar Kalland-Olsen auf den vierten Rang. Havard Solas Taugbol (Team Ragde Charge) wurde als Sechster „best of the rest“. Thomas Bing (eD system RSJ Team) kam rund fünfeinhalb Minuten hinter dem Tagessieger auf Platz 47 ins Ziel.
Fleten läuft als Solistin zum dritten Vasa-Sieg
Nachdem die fünf führenden Damen in Mångsbodarna zum Hauptfeld der Herren aufgeschlossen hatten, musste Silje Øyre Slind auf den folgenden Kilometern abreißen lassen. Die Norwegerin bildete daraufhin zusammen mit Vorjahressiegerin Stina Nilsson (Team Ragde Charge), die am heutigen Tag keine Rolle im Kampf um den Sieg oder das Podium spielte, die erste Verfolgerinnengruppe. Die zweite Sprintwertung des Tages ging an Emilie Fleten, welche zu großen Teilen das Renngeschehen bestimmte, und dort bereits wenige Sekunden Vorsprung auf Støstad, Lodin und Alnaes hatte. Bis zur nächsten Zeitnahme nach 62 Kilometern konnte die Norwegerin ihren Vorsprung nur leicht auf etwa 22 Sekunden ausbauen, während Lodin leichte Probleme hatte. Rund 20 Kilometer vor dem Ziel betrug der Vorsprung aber schließlich bereits eine knappe Minute auf Julie Kvale Støstad, die auch Anikken Gjerde Alnaes um wenige Sekunden distanzieren konnte. 8,6 Kilometer vor dem Ziel fand sich das Trio jedoch wieder zusammen, nun aber bereits mehr als zwei Minuten hinter einer souveränen Emilie Fleten. Die Norwegerin lief ungefährdet ihrem dritten Sieg beim Vasaloppet entgegen. Dahinter zeigte Hanna Lodin eine starke Schlussphase, die Schwedin setzte sich noch einmal deutlich von ihren Mitstreiterinnen um die weiteren Podiumsplätze ab und belegte einen starken zweiten Platz. Ihre Teamkollegin Anikken Gjerde Alnaes komplettierte das Podium, während die ehemalige Fußballerin Julie Kvale Støstad leer ausging. Stina Nilsson wurde mit fünf Minuten Rückstand Fünfte, Magni Smedås (Team Eksjöhus) konnte noch Silje Øyre Slind einholen und vom sechsen Rang verdrängen. Beste Läuferin aus den deutschsprachigen Ländern wurde Nicole Tröger (Cibes Lift Ski-Willy Marathon Team) auf Platz 58.
