Nordenskiöldsloppet: Siege im 220 Kilometer Rennen bleiben in Schweden - xc-ski.de Langlauf

Nordenskiöldsloppet: Siege im 220 Kilometer Rennen bleiben in Schweden

Frida Hallquist © Adam Klingeteg

Mit einem schwedischen Doppelsieg ist das längste Skilanglaufrennen der Welt im schwedischen Jokkmokk zu Ende gegangen. Klas Nilsson gewann bei den Männern, während Frida Hallquist in ihrem Premierenrennen souverän den Sieg bei den Frauen im 220 Kilometer langen Red Bull Nordenskiöldsloppet nach Hause lief.

Erster schwedischer Sieger

Klas Nilsson © Adam Klingeteg

„Es war furchtbar anstrengend. Ich bin das Rennen vor vier Jahren gelaufen, konnte mich aber nicht daran erinnern, dass es so hart war“, sagte ein glücklicher, aber völlig ausgepumpter Klas Nilsson. Das Extremrennen, das auf das Jahr 1884 zurückgeht, hat in der Neuzeit nur norwegische Sieger in der Männerklasse gesehen. Mit drei Titeln in Folge hat Andreas Nygaard in den letzten Jahren bewiesen, dass er sowohl im Umgang mit der Distanz als auch im Widerstand gegen Wind und Wetter unschlagbar ist. In der fünften Auflage seit der Rückkehr des Wettbewerbs aus den Geschichtsbüchern im Jahr 2016 war es nun endlich ein Lokalmatador, der ganz oben auf dem Podium stehen durfte, nachdem Nilsson den Tschechen Jiri Pliska auf den allerletzten Metern des Rennens niedergesprintet hatte. „Auf den letzten sieben Kilometern war ich ständig vorne und habe mir immer wieder gesagt, dass ich den Sieg holen werde“, sagte Nilsson, der auch als Erster ins Skistadion kam. Er fährt fort: „Ich wollte als Erster da sein, um antworten zu können, wenn er von hinten kommt. Er hat versucht, herumzugehen, aber ich konnte sofort zurückgeben.“ Klas Nilsson gehört seit vielen Jahren zur Langstrecken-Elite in Schweden. Doch erst in den letzten Jahren ist der 35-Jährige aus Skellefteå so richtig in Fahrt gekommen: „Ich habe Teile meiner Firma verkauft und mit Wolfgang Pichler einen neuen Trainer bekommen. Da kamen die Dinge endlich zusammen“, erklärt er. Pichler ist der ehemalige schwedische Nationaltrainer im Biathlon und nicht gerade für seinen sanften Trainingsansatz bekannt: „Unter seinem Regime muss man furchtbar harte Einheiten durchstehen“, so Nilsson.

„Das fühlt sich so gut an“

Klas Nilsson stand schon im Vorfeld ganz oben auf der Liste der Favoriten. Im ersten Teil des Rennens noch etwas hinter der Spitze positioniert, löste er sich erst nach dem Wendepunkt bei Kilometer 110 zusammen mit sechs anderen Läufern: „Nach 120 Kilometern habe ich beschlossen, dass ich versuchen werde, noch mehr zu pushen. Wir bekamen aber keine Lücke, so dass ich nach 130 Kilometern völlig erschöpft war, es aber irgendwie schaffte, mich wieder zusammenzureißen.“ Vier der Führenden ließen bald abreißen und nach 160 Kilometern lagen Nilsson und Ji?í Pliska vier Minuten vor dem Dritten, Daniel Strand aus Norwegen, in Führung. „Ich hatte schon vor dem Rennen einen Sieg im Kopf. Das fühlt sich so gut an“, sagte Klas Nilsson, als er die Siegertrophäe und einen Preisscheck von 50.000 schwedischen Kronen entgegennahm. Bester Deutscher war Felix Kappelsberger auf Rang 30.

„Es hat viel Spaß gemacht“

Start zum Nordenskiöldsloppet © Richard Stro?m

Frida Hallqvist sorgte dafür, dass es auch in der Damenklasse einen schwedischen Sieg gab: „Es ist toll, hier zu gewinnen. Das ist etwas ganz anderes als die traditionellen Skiwettbewerbe. Es ist so cool, so weit zu kommen und so lange durchzuhalten“, erklärte sie unmittelbar nach dem Zieleinlauf. Hallqvist schloss schon früh im Rennen zu einer kleinen Herrengruppe auf und konnte sich von den anderen Damen im Feld absetzen. Bereits nach der Hälfte des Rennens war der Abstand zur Zweitplatzierten Nina Lintzen so groß, dass die meisten mit einem Sieg der 30-Jährigen rechneten. „Ich habe mir sicherlich viel vorgenommen, aber erst auf den letzten zehn Kilometern habe ich angefangen zu denken, dass das vielleicht bis zum Sieg reichen könnte. Ich hatte viel Respekt vor der Strecke und hatte das Gefühl, dass ich mich nicht zu früh freuen durfte, auch wenn ich einen Vorsprung hatte.“ Für Frida war es die Premiere bei einem Ultrarennen. Und wie war es? „Es hat viel Spaß gemacht, war aber anstrengend. Am Anfang war es schnell, aber bei 70 Kilometer vor dem Ziel wurden die Strecken weicher. Und als noch 50 Kilometer übrig waren, begann es richtig nass und schwer zu werden. Deshalb bin ich sehr froh, dass ich fast das ganze Rennen an der Seite dieser Gruppe von Jungs laufen konnte.“ Aber wie kommt man überhaupt auf die Idee, ein Rennen über 220 Kilometer zu laufen? „Ich weiß es nicht. Meine Schwester nennt es eine 30-Jahre-Krise, aber ich mag Herausforderungen und solche Dinge ziehen mich an.“ Olivia Hansson belegte den dritten Platz bei den Damen. Insgesamt waren 135 Elite-Skifahrer am Start, von denen 131 das Rennen beendeten.

Alle Ergebnislisten findet ihr hier: Ergebnisse Nordenskiöldsloppet Jokkmokk (Schweden)

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