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Langlauf Kurznews: Diabetes-Diagnose, Schweden bleibt hart, gesundheitliche Probleme bei Sundling und Northug und Sponsorensuche

Finnlands Arsi Ruuskanen hat eine schwere Diagnose bekommen. Schweden bleibt bei seiner harten Linie und riskiert für den Ausschluss russischer Athleten aktiv die Austragung der Ski-WM 2027 in Falun. Even Northug kämpft sich nach gesundheitlichen Problemen zurück wie auch Jonna Sundling und der Langlauf Weltcup sucht noch einen Sponsor.

Ruuskanen ist nun Diabetiker

Arsi Ruuskanen muss sich bis auf Weiteres aus den Aktivitäten des finnischen Teams zurückziehen – was sowohl die Saisonvorbereitung als auch die Weltcuprennen betrifft. Der 27-Jährige hat vorerst einen anderen Kampf zu kämpfen und muss sich in seinem neuen Leben zurecht finden. Arsi Ruuskanen, der 2022 U23-Weltmeister wurde, wurde im Spätsommer ein Diabetes mellitus Typ I diagnostiziert, was all seine gesundheitlichen Schwierigkeiten zu der Zeit plötzlich erklärte. „Im August hatte ich plötzlich einen mysteriösen Energiemangel. Mein Körper fühlte sich nicht gut an. Bluttests zeigten einen hohen Blutzuckerspiegel. Weitere Tests an der Uniklinik Kuopio zeigten, dass ich ganz plötzlich einen Typ-I-Diabetes entwickelt hatte“, erzählte er im YLE Interview. Typ-I-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem die insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse zerstört. Ohne Medikamente führt dies zu einem vollständigen oder fast vollständigen Insulinmangel. Typ-I-Diabetes ist keineswegs eine Erkrankung, an der man im Kindesalter erkrankt, wie man immer wieder hört. Das weltweit durchschnittliche Diagnosealter liegt bei 24 Jahren, aber etwa ein Drittel der Betroffenen erhält die Diagnose auch erst nach dem 30. Geburtstag, stellte die Apotheken Umschau fest. „Es war eine sehr große Umstellung und bedeutet, viel Neues zu lernen. Eben die ganz normalen Behandlungsmethoden bei Diabetes. Natürlich muss man da erst einmal hineinfinden und an vieles denken, aber man muss einfach damit umgehen. Ich glaube, dass es mit der Zeit zur Routine wird und man es gar nicht mehr bemerkt“, so Ruuskanen. „Das Training lief im letzten Monat natürlich ziemlich schlecht. Es gibt verständlicherweise noch Dinge, die ich im Umgang mit der neuen Erkrankung erst lernen muss. Zum Beispiel, wie der Körper bei härteren Belastungen reagiert. Ich werde erst dann auf die Loipe zurückkehren, wenn ich in einer Verfassung bin, in der sich Wettkämpfe auch lohnen. Das Ziel ist es natürlich, so schnell wie möglich zurückzukommen und mindestens wieder das gleiche hohe Niveau wie zuvor zu erreichen.“ Um an Wettkämpfen teilnehmen zu können, muss er nun eine Ausnahmegenehmigung erwirken, denn Insulin steht in der Klasse S4 als „Hormone und metabolische Modulatoren“ auf der WADA Anti-Doping-Liste, es wird im Bodybuilding und Kraftsport aufgrund seiner starken anabolen (aufbauenden) Eigenschaften zum Muskelaufbau missbraucht. Zum Erfahrungsaustausch und als Mutmacher für Arsi Ruuskanen wurde sich der Amerikaner Kris Freeman anbieten, der mit 19 Jahren an Typ-I-Diabetes erkrankte und dennoch 15 Jahre im Weltcup und bei vier Olympischen Spielen lief. Zu seiner Zeit hatte er noch mit ganz anderen Herausforderungen wie in der Kälte nicht funktionierenden Blutzucker-Messgeräten zu kämpfen als heute im modernen Diabetes-Management, wo man die Blutzuckerwerte ohne Fingerstechen kontinuierlich auf seiner Sportuhr angezeigt bekommt.

Schwedische Athleten befürworten Vorgehen….

Wie aus den Berichten von Expressen hervorgeht, hat die schwedische Regierung einen formellen Protestbrief an die EU-Kommission geschickt, um die Visaregeln für russische und belarussische Staatsbürger zu verschärfen. Hintergrund ist, dass der Internationale Skiverband (FIS) zuvor 45 russischen Sportlern die Starterlaubnis als neutrale Athleten erteilt hatte. Schwedens Migrationsminister Johan Forssell betonte, dass Russland den Sport gezielt als Propagandawerkzeug nutze. Sollte Schweden wie schon erwähnt den FIS-zugelassenen Athleten die Einreise verweigern, droht die FIS mit dem Entzug der WM. Der italienische Olympiaort Val di Fiemme hatte sich laut schwedischen Medien bereits offiziell als Ersatzgastgeber ins Gespräch gebracht. Die schwedischen Athleten scheinen größtenteils hinter den Entscheidungen des Verbandes und den Plänen der Regierung zu stehen. So befürwortete Linn Svahn das Vorgehen der Regierung ausdrücklich. Ihrer Meinung nach ist das Thema „so groß und wichtig, dass es verdient, auf höchster Ebene diskutiert zu werden“, sagte sie dem Expressen. William Poromaa hält den harten Kurs ebenfalls für gerechtfertigt. Er betonte: „Solange dieser Krieg andauert, ist es vernünftig, so zu handeln – wenn es das ist, was nötig ist“. Gleichzeitig nennt er es tragisch, dass es überhaupt so weit kommen musste. Maja Dahlqvist zeigte sich von den Gerüchten über eine WM-Verlegung überrascht, bleibt aber gelassen. Sie glaubt kaum, dass ein anderer Ort so kurzfristig einspringen kann. Sollte es dennoch passieren, fände sie es „extrem schade und sehr traurig“. Kajsa Sjösvärd, Geschäftsführerin der WM in Falun, versucht, die Wogen zu glätten und bezeichnet die Verlegungsgerüchte als „reine Spekulation“. Das Organisationskomitee habe keinerlei Signale von der FIS erhalten und bereite sich strikt nach dem bestehenden Ausrichtervertrag vor, der eine Gleichbehandlung aller Teams vorsieht. Pernilla Bonde (Generalsekretärin des schwedischen Skiverbands) stellte unmissverständlich klar, dass der Verband (gemeinsam mit den anderen nordischen Ländern) absolut keine russischen oder belarussischen Athleten am Start sehen will und deshalb die Politik um Hilfe angerufen hat.

… und Val di Fiemme sagt als Ersatz ab

Val di Fiemme hatte laut Interview bei Fondo Italia sein Interesse bekundet und zitierte Pietro De Godenz, den Organisationschef im Val di Fiemme. Internationalen Medien zufolge bezeichnete er es als „Ehre“, dass die Region international als Retter in der Not ins Spiel gebracht wird. Die Infrastruktur durch die Olympischen Spiele 2026 sei vorhanden und man sei bereit, wenn der Verband grünes Licht gibt. Dennoch stände die FIS vor einem großen Problem, selbst wenn Val di Fiemme nach den kürzlich ausgerichteten Olympischen Spielen vermutlich einer der wenigen Gastgeber wäre, die innerhalb weniger Wochen eine Nordische Ski WM auf die Beine stellen könnten – wo sollen die Athleten und die Teams wohnen? Die Unterkünfte im Val di Fiemme und den umliegenden Tälern sind im Februar und März mit Skitouristen völlig ausgebucht, eine spontan übernommene WM passt da absolut nicht in den Plan. Über eine Pressemeldung gab Val di Fiemme nun am Abend bekannt, dass es sich dabei um ein Missverständnis gehandelt habe. De Godenz sagte wörtlich: „Es ist definitiv eine Ehre für uns, diese internationale Anerkennung zu erhalten.“ Die skandinavischen Agenturen übersetzten das am nächsten Tag verkürzt als: „Val di Fiemme ist bereit, die WM 2027 sofort zu übernehmen“. Es ging in dem Interview aber lediglich darum, dass Val di Fiemme in naher Zukunft wieder Weltmeisterschaften ausrichten will. „Auch wenn wir uns über diese internationale Anerkennung geehrt fühlen, gibt es vonseiten des Fleimstals keinerlei Absicht, die Nordische Ski-WM 2027 als Ersatz für Falun zu übernehmen. Das ist für uns derzeit weder wirtschaftlich noch logistisch ein gangbarer Weg. Unser Ziel ist eine eigene Bewerbung, aber nicht vor 2033“, stellte Val di Fiemme nun klar. Damit ist nun immer mehr klar, dass man Schweden kaum die WM entziehen kann, wenn kein Ersatz parat steht und die Zeit extrem knapp ist.

Sundlings Verletzung seit Sommer 2025

Jonna Sundling hat seit längerem mit Verletzungsproblemen zu tun. Wie sie erst im Oktober zugab, ist das schon seit dem Sommer 2025 der Fall. Seitdem trainiert sie durchgehend mit einer schmerzhaften Fersenverletzung bestritt dennoch Rennen und sammelte drei olympische Medaillen. Sie leidet an chronisch gereizten und entzündeten Schleimbeuteln in der Ferse. Das Problem zog sich durch ihre gesamte Sommervorbereitung 2026. Sie musste das Training stark anpassen und oft auf schmerzfreies Alternativtraining ausweichen, da die Ferse die Belastung beim Laufen und Skirollern einschränkte. Sicher auch deswegen hatte Sundling sich im Frühjahr von der Nationalmannschaft getrennt, um sich allein auf die WM-Saison vorzubereiten. Trotz der anhaltenden Reizung im Fuß zieht sie ihr individuelles, modifiziertes Trainingsprogramm außerhalb des schwedischen Nationalkaders eisern durch. Ihr gesamter Fokus liegt darauf, die Belastung so zu steuern, dass sie bei der Heim-WM 2027 in Falun in Topform an den Start gehen kann.

Herzrhythmusstörungen bei Northug

Auch Even Northug hat eine wechselhafte Saison hinter sich. Die Gründe dafür machte er erst vor wenigen Tagen öffentlich. Im Interview mit der VG enthüllte er, dass Herzrhythmusstörungen seine gesamte Olympia-Saison ruiniert haben. Der jüngere Bruder von Skilegende Petter Northug stand zwar vier mal im Halbfinale und lief einmal aufs Podium, konnte aber nicht an seine Vorleistungen anknüpfen und erhielt keinen Sprintplatz bei den Olympischen Spielen. Die Ursache dafür lag im Sommer 2025, als während des Trainings sein Puls bei einer Belastung plötzlich von normalen 160 Schlägen auf 220 Schläge pro Minute in die Höhe schoss – weit über seinen eigentlichen Maximalausschlag von 190 hinaus. Northug schilderte die Situation im Nachgang extrem drastisch: „Ich dachte mir: Was passiert hier gerade? Und fing an mich zu fragen: Muss ich hier gerade meinem eigenen Tod zusehen?“ Die Herzprobleme zogen eine lange Kette von Untersuchungen nach sich, da er die Ursache medizinisch absolut lückenlos abklären lassen wollte. Das kostete ihn wertvolle Monate. Er verpasste dadurch die entscheidenden Grundlagen und erreichte wegen des Trainingsrückstandes nie die konstanten Topleistungen der Vergangenheit. Aktuell geht es für Even Northug gesundheitlich wie sportlich wieder steil bergauf. Erst im Spätsommer erhielt er endlich die finale Freigabe der Mediziner und kann seit September wieder vollkommen normal und ohne Einschränkungen trainieren. Er betont, dass er nach den gründlichen Checks keine Angst oder Bedenken mehr auf der Loipe hat. Im Höhentrainingslager der norwegischen Nationalmannschaft im französischen Font-Romeu präsentierte er sich jüngst in starker Verfassung. Er spürt die gewohnte Stabilität und Sicherheit in seinem Körper wieder. Sein Blick ist voll auf die Weltmeisterschaft 2027 in Falun gerichtet. Um dem brutalen norwegischen Selektionsdruck kurz vor dem Großereignis zu entgehen, will er sich über die ersten Weltcups vor Weihnachten direkt qualifizieren. Sein Bruder Petter ist jedenfalls überzeugt, dass Even die Form besitzt, um im Sprint direkt wieder ganz vorne anzugreifen.

FIS weiter auf Sponsorensuche

Vier Wochen vor Beginn der Weltcupsaison steht der Langlauf Weltcup immer noch ohne Titelsponsor da. Der norwegische Lebensmittel-Riese Coop, der den Weltcup seit 2018 finanzierte, hatte die Zusammenarbeit überraschend beendet. Der Vertrag spülte der FIS schätzungsweise 1,3 bis 1,8 Millionen Euro pro Jahr in die Kassen. Laut Silje Verlo Alisøy, Sprecherin des norwegischen Lebensmittel-Riesen, möchte sich der Konzern künftig vermehrt auf andere Sportarten konzentrieren – namentlich wurden dabei Fußball und Leichtathletik genannt. Mit der Nordischen Ski-WM 2025 in Trondheim, bei der Coop als gigantischer Hauptsponsor fungierte und allein dafür rund vier Millionen Euro beisteuerte, erreichte das Sponsoring-Engagement seinen absoluten, logischen Höhepunkt im eigenen Heimatland. Ein Jahr später endete dann der bestehende Vertrag und Coop entschied sich gegen eine Verlängerung. Im offiziellen FIS Marketing Guide für die Saison 2026/2027 heißt es trocken: „Derzeit gibt es keinen neuen Titelsponsor für den FIS Cross-Country Weltcup. Die FIS wird unverzüglich informieren, sobald ein Partner bestätigt ist“. Die Rechte liegen bei der FIS zur Eigenvermarktung, doch die Verhandlungen laufen zäh und streng hinter verschlossenen Türen ab. Funktionäre wie Terje Lund (Vorsitzender des FIS-Werbeausschusses) kritisieren, dass der Verband seine Karten viel zu verdeckt hält. Zusätzlich kämpft der Langlaufsport im Vergleich zum alpinen Skisport oder Biathlon mit sinkenden TV-Quoten außerhalb Skandinaviens, was es für internationale Großkonzerne unattraktiver macht, Millionensummen als Titelsponsor zu investieren. Komplett ohne Geld steht der Weltcup zum Glück nicht da, da andere namhafte Sponsoren der FIS die Treue halten: Le Gruyère AOP bleibt weiterhin der offizielle Presenting Sponsor. Der Schweizer Käsehersteller hält dem Weltcup bereits seit der Saison 2015/16 die Treue. Certina sichert als offizieller Partner das Data & Timing Sponsoring (Zeitmessung) ab. Das finanzielle Loch, das der Abgang von Coop reißt, ist für das Prestige und das Budget des Langlaufsports dennoch ein herber Schlag. Die FIS versucht derzeit, das finanzielle Defizit im Etat durch eine Mischung aus strikten Sparmaßnahmen und einer Internationalisierung neuer Einnahmequellen zu stopfen, während auf regionaler Ebene lokale Sponsoren die Durchführung der einzelnen Weltcups absichern.