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Langlauf: Schweden und Norwegen werden Olympiasieger – Medaillen für Schweiz und Deutschland im Teamsprint

Im Teamsprint in der freien Technik setzte sich wie erwartet jeweils die Topfavoriten aus Schweden und Norwegen durch. Silber holten sich Nadja Kälin und Nadine Fähndrich, über Bronze jubelten Laura Gimmler und Coletta Rydzek.

Topfavoriten setzen sich durch

Die Schwedinnen Maja Dahlqvist und Jonna Sundling waren als klare Favoritinnen in den Teamsprint gestartet und wurden dieser Rolle auch voll gerecht. Diesmal ging aber Sundling als Startläuferin ins Rennen und Dahlqvist vollendete, nachdem Linn Svahn leicht erkältet ausgefallen war. Silber ging an die Schweizerinnen Nadja Kälin und Nadine Fähndrich, dank einer bockstarken Schlussrunde von Fähndrich. Dahinter lieferten sich Norwegen (Astrid Oeyre Slind und Julie Bjervig Drivenes) und das deutsche Duo mit Laura Gimmler und Coletta Rydzek ein Duell um die Bronzemedaille, die sich schließlich Rydzek mit dem besseren Zielsprint gegen Drivenes sicherte. Die Österreicherinnen Heidi Bucher und Magdalena Scherz wurden Zehnte. Bei den Herren war klar, dass natürlich alles über Johannes Høsflot Klæbo gehen würde. Er bekam Einar Hedegart an die Seite gestellt, der damit nach starken Leistungen den Vorzug vor Amundsen und Valnes erhielt. Der Vorsprung fiel diesmal aber nicht so groß aus, dennoch holte Klaebo seine fünfte Goldene bei diesen Spielen und für Einar Hedegart ist es der zweite Olympiasieg zusätzlich zu seiner Bronzenen im Einzel. Silber holten sich wie im Einzelsprint die Amerikaner Ben Ogden und Gus Schumacher vor den ebenso laut jubelnden Italienern Elia Barp und Federico Pellegrino, die sich ihre zweite Medaille nach der Staffel sicherten. Janik Riebli und Valerio Grond verpassten das erhoffte Edelmetall als Vierte. Ganz stark präsentierten sich die Österreicher Michael Föttinger und Benjamin Moser als Siebte, das deutsche Duo mit Jakob Moch und Jan Stölben sprintete auf Platz neun. 

Hund läuft Qualifikation mit

Für Belustigung und etwas Chaos sorgte ein entlaufener Hund, der gegen Ende der ersten Qualifying-Runde der Damen die Zielgerade entlangrannte und die Zeit auslöste. Das Zielfoto zeigte einen perfekten Ausfallschritt. Überraschend wurde die Brasilianerin Eduarda Ribera nach den ersten Läuferinnen als Zwölfte mit knapp 20 Sekunden Rückstand gelistet, aber schnell war klar, dass das der Hund gewesen ist, weil die Brasilianerin noch gar nicht im Ziel war. Ihre Zeit wurde auf +45 Sekunden korrigiert. Später stellte sich heraus, dass der Hund nicht zu Zuschauern gehört, sondern aus seinem Zwinger an einem nahegelegenen Haus in Lago ausgebrochen war. Blicken wir noch einmal genauer auf den Prolog zurück: Bei den Damen gab es bis auf den zwischenzeitlichen zwölften Platz der Brasilianerin keine Überraschungen. 14 Teams waren als Finalisten zu erwarten, Platz 15 war relativ offen und den hätte sich möglicherweise Australien geholt, wenn Phoebe Cridland nicht auf der Zielgeraden gestürzt wäre. So fehlten dann fünf Sekunden zum Weiterkommen und China bekam die letzten Finalplatz mit 43 Sekunden Rückstand – aber die Prologsiegerinnen aus Schweden lagen schon allein 15 Sekunden vor allen anderen. Bei den Herren ging es enger zu und es gab einige Überraschungen wie die Prologbestzeit von Jaume Pueyo bei den ersten Läufern und Platz vier für den Halb-Australier Lars Young Vik, dem Neffen von Bjarte Engen Vik, einem Olympiasieger in der Nordischen Kombination. Klaebo sorgte dann später bei den Schlussläufern für geordnete Verhältnisse und holte sich die Bestzeit. Insgesamt reichte es aber nur zur zweiten Qualifikationszeit hinter den USA – hoffentlich ohne unerlaubte Flüssigwachse. Finnlands OC denkt noch über weitere rechtliche Schritte wegen des Ergebnisses des Einzelsprints nach. Australien konnte sich erstmals für ein Finale qualifizieren, was das große Ziel für die Spiele gewesen war, nachdem die Saison bisher enttäuschend verlief, wie Schlussläufer Hugo Hinckfuß sagte. Schweden, die auf den isolierten Johan Häggström als Startläufer zusammen mit Edvin Anger setzten, belegten nur den zwölften Platz. Häggström ist der Freund und Zimmerpartner von Linn Svahn, die den Teamsprint wegen eines Erkältungsinfekts absagen musste. Polen sicherte sich den wichtigen 15. Platz mit fast vier Sekunden Vorsprung auf das erste ausgeschiedene Team aus Slowenien. 

Sundling sorgt für frühe Vorentscheidung

Schon vor dem Prolog war klar, was Schweden mit der offensiven Aufstellung bezweckt. Jonna Sundling wollte das Feld schon vor der Schlussrunde auseinander reißen und tat genau das in der dritten von sechs Runden, nachdem vorher Jessie Diggins dieselbe Taktik angeschlagen hatte. In der dritten Runde konnte die Amerikanerin Sundlings Attacke nicht folgen, so dass Schweden ab diesem Zeitpunkt allein vor dem Feld unterwegs war. „Wir wussten, dass wir auf dem Papier die Favoriten sind. Aber es muss alles perfekt laufen, um eine olympische Goldmedaille zu gewinnen. Ich bin super glücklich, dass alles so gut gelaufen ist. Jonna war ein Biest auf ihren Runden, so dass ich nie wirklich besorgt war“, sagte Maja Dahlqvist im Eurosport-Interview und Jonna Sundling erzählte: „Die Taktik für mich war, Maja möglichst viel Vorsprung mitzugeben. Das war mein Hauptziel: gut laufen und es Maja leichter machen.“ Maja Dahlqvist sah den Sieg nie in Gefahr: „Als ich Jonna im Prolog im ersten Anstieg sah, war mir klar: Jonna ist stark heute. Es ist sehr sicher, mit Jonna anzutreten, wenn sie in so einer Form ist.“ Aber auch Sundling war beim Zuschauen siegessicher: „Ich habe mir im Zielsprint keine Sorgen gemacht. Ich weiß, dass Maja eine sehr gute Sprinterin ist. Der letzte Anstieg ist sehr lang und hart, aber danach musst du einfach nur laufen und ich war sicher, dass Maja das nach Hause bringt. Wir sind beide sehr sehr glücklich mit dem Ergebnis.“ Dahlqvist sagte über die letzte Runde: „Oben am Anstieg waren vier oder fünf Sekunden, dass das kein Problem mehr sein sollte. Ich bin ich froh, dass ich Teil dieses Teams sein durfte. Wir haben vier oder fünf Mädels, die heute den Teamsprint hätten laufen können. Wir haben ein sehr starkes Team, so dass ich froh bin, heute die Goldene mit nach Hause zu bringen.“ In der vorletzten Runde konnte Jasmi Joensuu im Kampf um Silber eine kleine Lücke am Zorzi-Anstieg reißen und Schlussläuferin Jasmin Kähärä drei Sekunden Vorsprung mitgeben. Aber auf der Schlussrunde änderte sich noch einmal alles – zumindest hinter Schweden. Grund dafür war eine bockstarke Nadine Fähndrich, die schon früh in der Runde attackierte in der Gruppe und im Zorzi-Anstieg sogar noch recht nah an Maja Dahlqvist herankam. Auch in der Anfahrt gab die Innerschweizerin alles, kam aber nicht mehr ganz an die Schwedin heran. Dennoch ist Silber ein großer Erfolg für die Schweiz. Als Dritte bezwang Finnlands Jasmin Kähärä den letzten Anstieg. Die Finnen hatten wie Schweden und die USA die eigentlich stärkere Läuferin auf die Startposition gesetzt und mussten dann das Rennen ins Ziel bringen. Das klappte nur bei Schweden nach Wunsch. Kähärä wurden vor der Abfahrt von Drivenes und Rydzek eingeholt und hätte im Sprint vermutlich gegen beide das Nachsehen gehabt. Dazu kam es aber gar nicht, denn die Finnin kam in der Abfahrt ins Stadion zu Fall und vergab ihre kleine Medaillenchance aus dem Windschatten heraus. So wurde es zum Duell zwischen Julie Bjervig Drivenes und Coletta Rydzek, bei dem die Oberstdorferin erwartungsgemäß vorne lag und die erste Langlauf-Medaille für das deutsche Team sicherte. Norwegens Astrid Øyre Slind und Julie Bjervig Drivenes gingen leer aus. Jessie Diggins und Julia Kern mussten sich mit dem fünften Platz begnügen vor den überraschend starken Kanadierinnen Alison Mackie und Liliane Gagnon. Leonie Perry und Melissa Gal belegten für Frankreich den siebten Platz vor den Italienerinnen Caterina Ganz und Iris De Martin Pinter und den gestürzten Finninnen.

Klæbo diesmal nur mit kleinem Vorsprung

Im Finale der Herren konnte Einar Hedegart keine Akzente setzen, das war aber vielleicht auch nicht seine Aufgabe. Der Biathlet lief einfach mit dem Feld mit, teilweise auch an erster Position, versuchte aber keine Attacken. Das war später Klæbos Aufgabe, der sich nach einem schnellen Antritt beim letzten Wechsel, aber bis zum Zorzi-Anstieg Zeit ließ. Dort konnte er sich nicht so deutlich wie sonst absetzen und ging mit nur geringem Vorsprung auf Gus Schumacher in die Abfahrt und brachte den Vorsprung ins Ziel. „Es fühlt sich toll an und der Druck war groß. Definitiv hoch für jemanden, der zusammen mit Johannes antreten soll, weil jeder weiß, dass es für uns nur um Gold geht. Jetzt fühle ich mich aber gut und zufrieden“, meinte Einar Hedegart und Klæbo meinte dazu: „Druck gehört dazu, wenn man im norwegischen Team ist. Es spielt keine Rolle, ob ich dabei bin oder nicht. Wenn man für ein norwegisches Team startet, muss man auch um den Sieg kämpfen. Dazu gehören eine Menge Erwartungen. Ich mag diesen großen Druck und die Erwartungen. Einar hatte im Prolog noch Schwierigkeiten, aber danach hat er einen großartigen Job gemacht.“ Hedegart stimmte ihm zu: „Mein Körper hat sich immer besser angefühlt. Johannes und der Rest des Teams haben mich sehr unterstützt und es wurde nie etwas Negatives gesagt und das hat sehr geholfen.“ Der nun zehnfache Goldmedaillen-Gewinner fügte hinzu: „Einar hat alles nach Plan gemacht. Er ist vorne mitgelaufen und hat alle Probleme vermieden, die im Feld passieren können. Er hat einen großartigen Job gemacht und es ist sehr verdient, dass wir nun ganz oben stehen. Er hat tolle Olympische Spiele gemacht, das ist beeindruckend bei seinen ersten Spielen. Ich werde mich nun zwei Tage erholen und Samstag stehe ich dann hoffentlich wieder mit viel Energie am Start, wo ich dann auch um den Sieg kämpfen will.“ Auch die US-Herren hatten anders aufgestellt als erwartet und nicht wie im Einzelsprint Ogden gegen Klæbo laufen lassen sondern Schumacher als Schlussläufer aufgestellt. Der schlug sich beachtlich, was ihm nach dem lauten Silber-Jubel ein lobendes „You’re a beast, baby“ einbrachte. „Das ist unglaublich. Das war ein Tag, auf den wir jahrelang gewartet haben. Wir wollten nie aufgeben. Es war ein enges Rennen mit vielen Positionswechseln. Ich habe weiter dran geglaubt. Ich wusste, dass Gus Gas geben wird bis zum Schluss und das hat er getan“, sagte Ben Ogden und Gus Schumacher, der bergauf fast an Klæbo dran blieb, erklärte: „Ich bin nicht sicher, ob ich wirklich an ihm dran war, aber ich habe mein Bestes gegeben. Ich bin derjenige, den er geschlagen hat. Aber ich bin so froh, dass ich so einer Position in die Abfahrt gegangen bin. Ich habe alles gegeben gegen Klæbo und bin sehr stolz.“ Ebenso groß war die Freude bei Federico Pellegrino, der mit Elia Barp die zweite italienische Bronzemedaille gewann. Der 35-Jährige verlor zwar den Zielsprint gegen Schumacher, ließ aber Valerio Grond hinter sich. Die Schweizer hatten direkt nach dem Start einen Stockbruch von Janik Riebli zu verkraften, der den ersten Ersatzstock auch noch verfehlte. Das wirkte sich aber wohl nicht auf ihr Rennen aus, denn das Tempo war in den ersten fünf Runden so langsam, dass alle 15 Teams beim letzten Wechsel noch zusammen waren. Andrew Musgrave und James Clugnet ersprinteten sich einen starken fünften Platz für die britische Team vor den Kanadiern Antoine Cyr und Xavier McKeever. „Wenn ich etwas besser in der Gruppe platziert gewesen wäre, wäre Jimmy im Kampf um die Medaillen gewesen“, sagte Andrew Musgrave, der weiter sagte, ihr kleines Wachsteam hätte unglaublich gute Ski produziert, obwohl das Team unter sehr schlechten Bedingungen leben und arbeiten würde: Unterkunft abseits der Athleten und mit Problemen, Verpflegung im olympischen Dorf zu bekommen. Dahinter fanden sich schon die überraschend starken Österreicher Michael Föttinger und Benjamin Moser wieder, für die der siebte Platz wirklich beachtlich ist. Hinter den Tschechen Jiri Tuz und Michal Novak belegte das deutsche Sprint-Duo mit Jakob Moch und Jan Stölben den neunten Rang noch vor Schweden, Finnland und Frankreich, die erneut als Medaillenkandidaten gestartet waren, aber nach zwei Stockbrüchen von Mathis Desloges in Runde drei und fünf trotz des geringen Tempos nicht mehr nach vorne kamen, um im Finale für den Sprint in einer guten Position zu sein.

Schweizerinnen belohnen sich mit Silber

Auch für das Schweizer Team waren die letzten Tage nicht leicht. Im Sprint blieb die erhoffte Medaille aus und der Sprint von Nadine Fähndrich endete schon im Viertelfinale. Danach brachte sie lange, um sich davon zu erholen. „Nach dem Sprint habe ich die Enttäuschung wie immer auf die Seite geschoben, weil ich gewusst habe, zwei Tage später ist 10km, zwei Tage später ist Staffel und dann nach der Staffel war ich wirklich am Boden, da habe ich gesagt, dass ich nicht weiß, ob ich den Teamsprint laufen kann. Dann habe ich mir einen Tag Zeit gegeben für Selbstmitleid, da habe ich viel mit meinem Freund und meinen Eltern gesprochen und mit meinem Bruder telefoniert. Sie haben mich immer aufgebaut und auch mein Mentaltrainer und Freunde, die hier sind. Dafür bin ich sehr dankbar, dass ich diese Leute um mich habe und so bin ich zurückgekommen und denke, ich bin eine der Stärksten im Teamsprint und zusammen mit Nadja wird das ein cooler Tag heute und ab Sonntag ging es dann wieder aufwärts.“ Nadja Kälin war nach starken Leistungen für Anja Weber ins Team gerutscht, obwohl Weber noch einmal eine olympische Medaille gewinnen wollte, bevor ihre Langlauf-Karriere dann möglicherweise zu Gunsten des Triathlons und der Teilnahme an den Olympischen Spielen 2028 enden wird, wie sie nach der WM in Trondheim sagte. Auch heute konnte Nadja Kälin wieder überzeugen und wurde zusammen die Nadine Fähndrich mit der Medaille belohnt, die sie im Skiathlon als Vierte noch verpasste. „Ich denke, das war der Wunschrennablauf. Nadja hat mir immer in guter Position übergeben und ich konnte die ersten zwei Runden Energie sparen und die letzte Runde bin ich dann so schnell gelaufen wie ich kann. Ich hatte keine Angst, dass ich mich übernehme und hatte das schon ein paar Mal gemacht und wusste, wie ich mir das einteilen muss. Ich bin bewusst nicht All-Out gegangen von Anfang an, damit ich am Schluss noch angreifen kann. Mein Blick ging immer nach vorne und nicht nach hinten, um den aktuellen Platz zu sichern, sondern immer weiter nach vorne zu laufen“, sagte Nadine Fähndrich und Nadja Kälin sagte zu ihrer neuen Rolle als Teamsprinterin: „Es war sicher ein gewisser Druck da, aber mehr auch von mir, dass ich meine Performance so zeigen kann. Ich weiß, dass ich es kann und natürlich auch weil ich weiß, dass Teamsprint Nadines beste Disziplin ist und dadurch weiß man, was möglich ist. Dadurch wollte ich meine bestmögliches Rennen zeigen und ich denke, das ist mir gut gelungen. Ich war auf das hohe Tempo vorbereitet, weil ich wusste, welche Leute auf der 1 laufen und ich denke, es kommt mir eher entgegen. Mir ist schon in der ersten Kurve jemand auf dem Ski gestanden und je höher das Tempo ist, desto weniger kommt es zu Konfrontationen und es hat geholfen, das Feld auseinanderzuziehen.“

Gimmler/Rydzek holen ersehnte Medaille

Bei -1,6°C und +1,4°C im Finale sprachen schon die kälteren Bedingungen für das deutsche Team, das in den bisherigen Rennen bei nassen Bedingungen immer wieder mit dem Material haderte. Obwohl nie wirklich außer Frage stand, dass die beiden engen Freundinnen Laura Gimmler und Coletta Rydzek zusammen den Teamsprint bestreiten, „um Spaß zu haben“, hatten einige Fans im Internet nach dem Einbruch von Gimmler in der Staffel die Nominierung von Pia Fink gefordert. Laura Gimmler sagte aber vor dem Renntag: „Ich bin wieder selbstbewusst, ich weiß, was ich kann. Mir ist ganz wichtig zu sagen, dass das Versagen letztes Mal nicht unbedingt mein Fehler nur war, sondern ich hatte auch sehr glatte Ski. Vom demher hatte ich da sehr schlechte Grundvoraussetzungen und es hat mir sehr gut getan, das zu analysieren und das mehrfach gesagt zu bekommen. Ich glaube jetzt wieder an mich und ich freue mich, da rauszugehen mit meiner Freundin und Zimmerkameradin Coletta.“ Das deutsche Team sollte recht bekommen für die Aufstellung, obwohl das DSV-Duo in den ersten Runden sehr weit hinten in der Gruppe zu finden war und nach einem schlechten Wechsel auch eine Lücke wieder zulaufen musste. Am Ende machte Gimmler aber in ihrem letzten Anstieg wichtige Positionen gut und brachte die Freundin in eine gute Position für die Schlussrunde, so dass sie später die Medaille feiern konnten. „Unglaublich. Ich wusste, dass ich im Zielsprint alles reinbrettern muss, damit unser Traum wahr wird. Ich bin einfach happy dass es so funktioniert hat für das ganze Team, für die Serviceleute, die die ganze letzte Woche alles gegeben haben. Das ist nicht nur eine Medaille für uns, sondern für alle“, sagte Coletta Rydzek im ZDF und Laura Gimmler erzählte: „Es war nicht leicht zuzuschauen. Ich konnte kaum hinschauen, aber man kann Coletta auf der Zielgeraden voll vertrauen, aber es war mega spannend. Wir standen seit gestern Abend so krass unter Druck, weil wir wussten, das es möglich ist. Das hat die Situation nicht gerade leichter gemacht. Wir haben beide nicht geschlafen, schlecht gegessen, Coletta hat sich ein paar Mal übergeben, ich hatte auch meine Probleme….“ „Egal – Bronze!“, rief Rydzek dazwischen, die im Ziel von ihrem weinenden Bruder Johannes erwartet wurde und von ihrem überraschend angereisten Freund Simon Jocher. „Olympische Spiele sind immer harte Tage, aber wir haben bis zum Schluss gekämpft. Heute haben sie eine tolle Leistung gezeigt und ich bin so stolz auf die Mädels, die haben es heute wie geplant ausgeführt. Sie haben ein perfektes Rennen gemacht, das war eine tolle Leistung heute. An Coletta muss man immer glauben, das haben wir schon so oft gesehen. Wir wussten, dass wir es können, aber es war eine harte Strecke, so dass einfach alles passen musste. Sie hatten das Vertrauen in sich und das war der Hauptgrund, warum sie es zusammen tun mussten“, sagte Damen-Trainer Per Nilsson. „Man hat heute gesehen, was Langlauf bieten kann an Spannung, Druck, nicht mehr schlafen vor dem Start, sich übergeben müssen, weil man so nervös ist und die ersehnte Leistung abrufen will. Laura ist mit jeder Runde besser geworden, ebenso Coletta, die aber am langen Anstieg jedes Mal jenseits von Gut und Böse war. Da dachte ich immer, hoffentlich fällt sie nicht um, dann bleibt sie liegen. Und dann so einen Zielsprint hinlegen, das ist aller Ehren wert. Das zeigt das Kämpferblut, dass die beiden in sich haben und das sie heute ausgepackt haben. Da kann man nur höchsten Respekt zollen. Wenn man Laura und Coletta 2018 sieht und wo sie jetzt stehen, wie die Entwicklung war, dann ist das ein Traum, die die Leistung vom ganzen Trainerteam“, sagte Peter Schlickenrieder, der kündigte, heute vielleicht mit Team nach Cortina fahren zu wollen, um dort „das Deutsche Haus abzureißen“. 

Moch/Stölben schlagen sich wacker

Nachdem sich der 19-jährige Jakob Moch im Prolog gegen die Uhr noch etwas schwer getan hatte, schwammen beide DSV-Sprinter gut im Feld mit und sicherten sich einen guten siebten Platz. Wenn der letzte Wechsel besser gelungen wäre, wäre wohl sogar noch etwas mehr möglich gewesen. „Ich bin ziemlich zufrieden mit meinem Rennen. Es war gefühlsmäßig auch viel besser als im Prolog und ich konnte ziemlich gut mitlaufen. Im letzten Wechsel kam leider ein Kanadier oder Pole und hat mich etwas abgedrängt, dann bin ich nicht zu Jan gekommen. Das ist ein bisschen schade, sonst wäre es vielleicht noch ein bisschen mehr nach vorne gegangen“, sagte Jakob Moch. Der kleine Bruder von Friedrich war die ganze Woche krank und hat erst die letzten zwei Tage wieder mehr trainiert, so dass das Ergebnis umso bemerkenswerter ist. Im Vorfeld des Teamsprints erklärte er: „Ich war direkt nach dem Skiathlon ein bisschen raus mit Schnupfen und Halsweh. Das ist jetzt aber seit zwei Tagen weg. Es war von Anfang an so vorgesehen, dass ich eine Option für den Teamsprint bin. ich bin schon ziemlich heiß, nachdem ich so lange zuschauen musste.“ Sein Teampartner Jan Stölben hatte schon eine beeindruckende Leistung als Schlussläufer der Staffel gezeigt und auch heute bot er auf dieser Position wieder eine überzeugende Leistung. „Insgesamt können wir schon zufrieden sein, vor allem weil wir in der Konstellation noch nie einen Teamsprint zusammen gelaufen sind. Es ist doch eine harte Nummer, das bei Olympia das erste Mal auszuprobieren. Mit meiner persönlichen Leistung, gerade im Prolog bin ich schon sehr happy. In der Vorbereitung ist sehr sehr viel gut gelaufen, so das ich mit der richtigen Form hier stehe. Der ganze Sprint ist entgegen meiner Erwartungen trotz dieser harten Strecke viel enger gewesen wie ich dachte. Sechs Runden war es mehr oder weniger eine Schlägerei um Positionen, da war es für uns leider ein bisschen ungünstig, dass der Jakob etwas abgedrängt wurde und Probleme hatte, zu mir zu kommen. Da haben wir ein zwei Plätze verloren, die gar nicht leistungsbedingt sind sondern zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. Das sind Dinge, die passieren und im Großen und Ganzen können wir ganz zufrieden sein.“ Der Meinung war auch Schlickenrieder: „Die Jungs haben sich wacker geschlagen. Ein super junger Jakob Moch macht hier ganz viele neue Dinge, die er vorher noch nicht gemacht hat. Teamsprint ist er auch noch nicht oft gelaufen. Jan wird mittlerweile zu unserer festen Sprintergröße und etabliert sich in der Weltspitze und mit dem Platz können sie absolut zufrieden sein und mit noch mehr Erfahrung sind sie unter den ersten Sechs und dann kämpfen sie um die Medaillen mit.“

Österreichs Duos überraschend stark

Von den österreichischen Duos war eigentlich gar nicht so viel erwartet worden, dafür schlugen sich aber sowohl Heidi Bucher und Magdalena Scherz als Zehnte und Michael Föttinger und Benjamin Moser, die sogar Siebte wurden, aber beachtlich. „Es war ein hartes, aber cooles Rennen. Dass am Ende der zehnte Platz herausgeschaut hat, ist mega“, freut sich Bucher, die mit ihren 19 Jahren die Jüngste im Feld war. Auch die 24-jährige Scherz freute sich über den versöhnlichen Abschluss: „Zum Glück konnte ich im letzten Rennen eine coole Leistung zeigen. Davor ist es nicht so gelaufen. Jetzt bin ich glücklich, dass ich mit einem guten Gefühl nach Hause fahren kann.“ Den Herren fehlten am Ende sogar nur 7,1 Sekunden auf Bronze: „Wir hatten heute nochmal einen guten Abschluss und ein versöhnliches Ende. Schade, dass es heute nicht für noch weiter vorne gereicht hat. Wir waren in der letzten Runde nicht ganz so gut platziert, da ist es dann schwierig“, erklärte Moser.

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