Stimmen zum Skiathlon: „Was passiert hier gerade???“

Sturz kurz nach dem Start: Denis Spitsov (RUS), Andrey Larkov (RUS), Simen Hegstad Krueger (NOR), (l-r) © Modica/NordicFocus

Erst Sturz, dann Gold: Simen Hegstad Krüger war völlig fassungslos nach seinem Olympiasieg vor zwei Teamkollegen. Doch auch die Deutschen konnten sehr zufrieden sein…

SIMEN HEGSTAD KRUEGER (NOR) – Gold

… über den Gewinn der Goldmedaille:
Das ist ein unbeschreibliches Gefühl. Es ist ein großartiger Tag, aber er begann auf die schlimmstmögliche Art mit einem Sturz auf den ersten hundert Metern und einem gebrochenen Stock. Ich war ganz am Ende des Feldes. Ich musste das Rennen ganz neu beginnen und mich darauf konzentrieren, zusammen mit den anderen Jungs wieder heranzulaufen. Als ich das geschafft hatte, sagte ich zu mir selbst: ‚OK, nimm dir nun ein, zwei oder drei Runden zum Erholen und dann gib Gas und versuch, auf der letzten Runde den Sieg zu holen.‘
Ich wusste, dass es meine Chance ist, früh zu attackieren und die Gruppe zu überraschen. Ich habe gestern im Rennen der Damen gesehen, dass es möglich ist, vor dem Ziel auszureißen.
Als ich ein paar Meter herausgelaufen hatte, habe ich alles gegeben, was ich hatte. Ich konnte es nicht glauben, als ich mich umdrehte und niemanden hinter mir sah. Ich dachte: ‚Was passiert hier gerade??‘ und ‚Sieh dich nicht um!‘ Ich habe einfach nur Gas gegeben bis auf die Zielgerade.

… über seinen frühen Sturz:
Ich dachte, das war es jetzt. Vor allem, als sie nach dem Start ein hohes Tempo angeschlagen haben, habe ich gehofft, dass niemand bei dem starken Wind die Führungsarbeit machen will. Ich musste einfach das Tempo hochhalten und hoffen, dass es vorne ruhiger wird und plötzlich waren wir wieder dran.

MARTIN JOHNSRUD SUNDBY (NOR) – Silber

… über seinen zweiten Platz:
Das Team hat die ganze Saison hart gearbeitet, was sich bisher aber nicht richtig in Topresultaten ausgezahlt hat. Wir haben nur auf die Olympischen Spiele hintrainiert und haben das nun mit einem Dreifachsieg gekrönt.
Ich kann das noch nicht glauben, dass wir das heute geschafft haben. Ich bin stolz auf mein Team und auf mich selbst, aber heute war das ein Teamerfolg. Wir haben heute 100% unserer Taktik abrufen können.

… über drei Norweger auf dem Podium:
Es ist großarig mit diesen Jungs. Wir leben alle in Oslo und trainieren zusammen den ganzen Sommer. Wir haben so viele gemeinsam Trainingsstunden abgespult diese Saison. Wir drei aus Oslo kamen und holten den Dreifachsieg bei den Olympischen Spielen. Das ist unglaublich.

… darüber, was die Norweger zu den drei Medaillen sagen werden:
Wir erwarten Goldmedaillen im Skilanglauf und wenn wir in der Lage sind, das abzuliefern, ist das großartig. Auch die norwegischen Zuschauer erwarten das.

HANS CHRISTER HOLUND (NOR) – Bronze

… über seine Bronzemedaille:
Das ist einfach unglaublich. Ich bin nicht so oft auf dem Podium und in der letzten Runde bin ich recht langsam, so war ich etwas überrascht, dass wir uns in der letzten Runde absetzen konnten.

… über das Überqueren der Linie:
ich konnte es kaum glauben. Ich war zusammen mit zwölf anderen auf der letzten Runde und normalerweise bin ich gegen die meisten nicht stark genug, aber heute waren die anderen wohl sehr müde. Das bedeutet mir sehr viel. Dafür habe ich hart gearbeitet über viele, viele Jahre und nun stehe ich hier mit einer olympischen Medaille.

THOMAS BING (GER)

Ich hatte anders als andere damit gerechnet, dass es gleich richtig zur Sache geht. Da musste man alles investieren, um dran zu bleiben und kleinere Lücken zuzulaufen. Das zieht ganz schön rein. Der Wind kam immer von schräg vorn, genau von dort, wo er Einfluss nehmen konnte. Der wehte den feinen, gefrorenen Schnee und auch Sand in die Spur, so dass die im klassischen Part nicht wirklich vorhanden war.

ANDREAS SCHLÜTTER, Sportlicher Leiter (GER)

Wenn mir vorher einer gesagt hätte, dass Bingo mit Klæbo um die Wette ins Ziel läuft, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Die Jungs haben ein starkes Rennen gemacht.

 

Jonas Dobler (GER)

Solider 22. Platz in meinem ersten Rennen bei den Olympischen Spielen. Ein tolles Gefühl, das erste Mal für Team Deutschland anzutreten. Ich bin nun total erschöpft, freue mich aber auf die nächsten Rennen.

Lucas Bögl (GER)

Mein erstes olympisches Rennen war in harter Kampf. Aber ich bin 16. geworden.

Max Hauke (AUT)

27. Platz beim Skiathlon bei den Olympischen Spielen! Bei diesen harten Bedingungen blieb mir nur Eines übrig – Alles geben, nur nicht auf! Heute musste ich sowohl über meine physischen als auch psychischen Grenzen hinaus wachsen, um Österreich bestens zu vertreten.

 

DSV-Statements vor dem Rennen

Jonas Dobler (GER)

Es ist das Ziel der letzten Jahre gewesen, hier dabeizusein und ich bin jetzt erstmal froh, das erreicht zu haben. Jetzt setzen wir alles daran, die Haut möglichst teuer zu verkaufen.

Andreas Katz (GER)

Ziemlich geil. Darauf arbeitet man 25 Jahre hin und es ist geil, endlich bei Olympia dabei zu sein.

Lucas Bögl (GER)

Das ist definitiv der Karrierehöhepunkt bisher, weil ich noch nie dabei war. Olympia ist das, wovon man als Sportler träumt, wo man immer hin will.

Thomas Bing (GER)

Der Teamsprint liegt mir sehr am Herzen, das ist ganz klar. Ansonsten…. um die 15er Platzierung wäre schon toll.