Biathlon Weltcup Hochfilzen: Norwegische Damenstaffel gewinnt

Marte Olsbu Roeiseland (NOR), Tiril Eckhoff (NOR), Ingrid Landmark Tandrevold (NOR), Karoline Offigstad Knotten (NOR), (l-r) © Manzoni/NordicFocus

Nach dem verpatzten Einstand von Kontiolahti gewinnen die Norwegerinnen die Staffel beim Biathlon Weltcup in Hochfilzen vor Frankreich und Schweden. Die deutschen Damen müssen sich im Zielsprint knapp geschlagen geben und belegen Rang vier. 

Team aus Norwegen behauptet sich

Karoline Offigstadt Knotten, Ingrid Landmark Tandrevold, Tiril Eckhoff und Marte Olsbu Roeiseland heißen die Siegerinnen der Damenstaffel von Hochfilzen. Nach einer Strafrunde von Tandrevold gerieten die Norwegerinnen zwar etwas ins Hintertreffen aber durch hervorragende Schieß- und Laufleistung holte sich Tiril Eckhoff die Führung zurück und schickte Marte Olsbu Roeiseland mit einem Vorsprung von 27 Sek. in die Runde. Souverän beim liegenden Anschlag und mit nur einem Nachlader beim entscheidenden Schießen war sie bereits auf dem Weg Richtung Ziel als hinter ihr Frankreich, Deutschland, Schweden und Italien um die beiden übrigen Podestplätze kämpften. Nach einer Strafrunde und mit insgesamt sechs Nachladern gewinnen die Weltmeisterinnen von Antholz mit einem Vorsprung von 24,5 Sek. 

Frankreich kämpft sich zurück

Anais Chevalier-Bouchet (FRA), Justine Braisaz-Bouchet (FRA), Julia Simon (FRA), Anais Bescond (FRA), (l-r) © Manzoni/NordicFocus

Die Französinnen sparten nicht mit Nachladern, konnten aber stets die Strafrunde vermeiden und kämpften sich nach einem anfänglichen 15. Rang von Anais Bescond über Julia Simon, die als Sechste übergab wieder an die Spitze heran. Justine Braisaz-Bouchet war es schließlich die gleichzeitig mit Deutschland 27 Sek. hinter den Norwegerinnen die französische Schlussläuferin Anais Chevalier-Bouchet ins Rennen schickte. Nervenstark war sie es, die, nachdem Norwegen weg war, als nächste die fünf Scheiben abräumte und sich auf dem Silberrang mit gehörigem Speed  Richtung Ziel aufmachte. 

Schweden werden Dritte vor Deutschland

Elvira Oeberg (SWE), Hanna Oeberg (SWE), Linn Persson (SWE), Johanna Skottheim (SWE), (l-r) © Manzoni/NordicFocus

Die Schwedinnen als Sieger der ersten Damenstaffel von Kontiolahti gingen als Favoriten ins Rennen und hielten sich zu jeder Zeit an der Spitze auf. Lediglich Hanna Oeberg hat heute etwas Federn gelassen, musste sogar eine Strafrunde in Kauf nehmen, konnte den aufgelaufenen Rückstand auf ihrer Schlussrunde nicht mehr verringern und übergab mit über einer Minute Rückstand an ihre jüngere Schwester Elvira, die sich zurzeit in besserer Verfassung befindet als Hanna. Elvira saugte sich bereits durch eine fehlerfreie Serie im Liegen wieder deutlich an die Spitze heran. Obwohl die Italienerin Federica Sanfilippo als Dritte auf die letzte Runde ging, waren es Elvira Oeberg und Denise Herrmann, die schnell an der Italienerin vorbei gingen und um den letzten Podestplatz kämpften. Mit 0,2 Sek. Vorsprung sicherte Elvira Oeberg ihrem Team im Zielsprint gegen Denise Herrmann Rang drei. 

Denise Herrmann verliert Zielsprint gegen Elvira Oeberg

Denise Herrmann (GER) © Manzoni/NordicFocus

Von Beginn an lag die deutsche Damenstaffel in hervorragender Position, sowohl Maren Hammerschmidt, die nach zwei sauberen und sicheren Serien ganz vorne mit dabei war und mit Flügeln ausgestattet Franziska Preuß als Führende ins Rennen schickte. Im Leg von Franziska Preuß wurde das Tempo allgemein sehr hoch gehalten und nach einer schnellen Serie im liegenden Anschlag wollte im Stehen die letzte Scheibe bei besten Windbedingungen auch nach drei Nachladern nicht fallen und Franziska Preuß musste in die Strafrunde. Dennoch lief Preuß eine sehr gute Schlussrunde und schickte Janina Hettich bei ihrem zweiten Einsatz mit der Damenstaffel auf Position drei mit nur 5 Sek. Rückstand auf die Führende ins Rennen. Die Schwarzwälderin machte ein gutes Rennen, räumte liegend alle Scheiben ab, benötigte stehend einen Nachlader während Hanna Oeberg neben ihr in die Strafrunde musste. Hettich übergab an dritter Position an Denise Herrmann und zu diesem Zeitpunkt zweifelte keiner, dass dem deutschen Damenteam heute ein Podestplatz winkt. Beim entscheidenden Schießen konnte Herrmann mit ihren drei Nachladern die Strafrunde vermeiden und legte sich einen Plan für Elvira Oeberg zurecht, der schlussendlich nicht aufging. Oeberg wehrte sich gegen die Angriffe von Denise Hermann, die es auf einen Zielsprint ankommen ließ und schließlich mit 0,2 Sek. von der Schwedin geschlagen wurde. Das deutsche Team wurde Vierte vor Italien, die mit nur drei Nachladern auskamen, und dem Heimteam aus Österreich. Die Damen aus der Schweiz belegten Rang neun. „Ich habe mich die ersten drei Schuss sehr sicher gefühlt, aber dann klar, dann ist der Fehler passiert und dann gleich noch einen drauf geschossen, das ist natürlich immer nicht gut, und dann den Nachlader auch nicht gleich getroffen, da habe ich natürlich etwas Zeit verschenkt, da sind wir dann in der Gruppe zusammen rausgegangen. Ich habe dann versucht, mich hinter der Schwedin aufzuhalten, weil ich mir schon gedacht habe, dass es sich dann im Duell zwischen uns beiden ausgeht auf den letzten Metern, mich dann für die Zielsprintvariante entschieden. Unterwegs habe ich mir gedacht, dass sie schon etwas mehr angeknockt ist. Ich konnte in der letzten Abfahrt nicht so aerodynamisch runter fahren und den Windschatten nicht so ausnutzen wie ich dachte, dann hat es leider gefehlt auf der Zielgeraden,“ analysierte Denise Herrmann nach dem Rennen.   

Zufrieden mit der Leistung

„Es ist immer ärgerlich, wenn man nicht auf dem Podium steht, wenn man die Ausgangsposition hat. Mit der Maren haben wir einen Super-Einstand gefunden, auch mit der Franzi, die Tuchfühlung nach vorne hatte. Gut, stehend, das Problem hat sie schon öfter gehabt, dass sie eine Nähmaschine bekommt, aber die anderen haben auch daneben geschossen, wir waren immer noch auf Tuchführung an Position zwei oder drei. Janina mit einer super-hervorragenden Staffel und Denise am Ende, ja gut, das ist ärgerlich mit den zwei Zehntel. Aber im Weltcup zählen halt nur die ersten drei Plätze aber trotzdem sind wir insgesamt schon zufrieden mit der Leistung“, so resümierte Kristian Mehringer nach dem Wettkampf. 

Ergebnis Staffel Damen

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