Biathlon Weltcup News

Biathlon Weltcup Oberhof: Giacomel feiert furiosen Verfolgungssieg und übernimmt gelbes Trikot

Tommaso Giacomel gewinnt in beeindruckender Weise die Verfolgung beim Biathlon Weltcup in Oberhof und schlüpft damit auch in das gelbe Trikot des Gesamtweltcupführenden. Martin Uldal und Sebastian Samuelsson komplettieren das Podest. Philipp Nawrath lag bis zum Stehendanschlag in Führung und belegte am Ende als bester Deutscher Rang 14.  

Das gelbe Trikot fehlt in Oberhof

Tommaso Giacomel, der seinen Sprintsieg in Oberhof seinem verstorbenen Freund Sivert Guttorm Bakken (NOR) widmete, ging mit einem Vorsprung von 13,2 Sekunden vor dem Deutschen Philipp Nawrath als der Gejagte in die Spur. Bisher gab es drei Verfolgungsrennen im Wettkampfkalender der Saison 2025/26. Das erste in Östersund entschied der Franzose Quentin Fillon Maillet für sich, in Hochfilzen gewann Eric Perrot (FRA) und in Annecy Le Grand Bornand der bis Oberhof noch in der Gesamtweltcupwertung führende Johan-Olav Botn. Er fehlt krankheitsbedingt in Oberhof und damit gibt es auch kein gelb-rotes Trikot in der Verfolgung.

  

Nawrath geht in Führung

Richtung erstes Schießen ist Philipp Nawrath etwas an Tommaso Giacomel herangelaufen und es war wichtig sich von Anfang an das Rennen gut einzuteilen, denn die 2,5 km-Strecke war fünf Mal zu absolvieren. Giacomel verfehlte zwei Scheiben, Nawrath nur eine und übernahm nach dem ersten Schießen die Führung, Giacomel folgte 14 Sekunden danach und der Norweger Martin Uldal bog nach fünf Treffern zeitgleich mit dem Italiener in die nächste Runde ein. Johannes Kühn, der als Sechzigster sich als Letzter für die Verfolgung qualifizierte machte mit einer Null einen großen Satz nach vorne und war als 34. in der Loipe, nachdem vor ihm Hochbetrieb in der Strafrunde herrschte.

Dale-Skjevdal läuft an Nawrath heran

Philipp Nawrath lief in der zweiten Runde hohes Tempo und konnte den Abstand zu seinen beiden Verfolgern dadurch leicht vergrößern. Auf Schießbahn eins verfehlte er eine Scheibe, war bereits in die Strafrunde eingebogen, bevor die Verfolger im Anschlag waren. Nawrath behauptete unter großem Jubel vor heimischer Kulisse und ausverkauftem Haus dennoch die Führung, da erneut viele Fehler geschossen worden. Hinter ihm hat sich nach einem fehlerfreien Schießen der laufstarke Norweger Johannes Dale-Skjevdal eingereiht. Zehn Sekunden nach ihm bog Martin Uldal in die Loipe ein. Dale-Skjevdal investierte viel und kam in der Spur zum nächsten Schießen deutlich an Nawrath heran, Uldal gelang dies nicht. Giacomel war bis dahin bereits mit vier Strafrunden belastet, war schnell in der Spur und hatte sich bis zur vierten Position nach vorne gekämpft.

Drei Strafrunden für Nawrath – Uldal geht in Führung

Im ersten Stehendanschlag stand Dale-Skjevdal bereits neben Nawrath, als dieser den ersten Treffer verzeichnete. Nawrath ließ drei Scheiben schwarz, sein Verfolger Dale-Skjevdal zwei und währenddessen blieb Martin Uldal fehlerfrei und bog als Erster mit großem Vorsprung in die nächste Runde ein. Isak Frey folgte 33,5 Sekunden als Zweiter, dann Dale-Skjevdal und Philipp Nawrath hatte auf der vierten Position hinter drei Norwegern 39,9 Sekunden Rückstand auf den führenden Uldal, der seinen Vorsprung Richtung entscheidendem Schießen noch ausbaute. 

Tommaso Giacomel trifft die letzten fünf Scheiben als Erster

Mit Vorsprung von nahezu zwei Strafrunden machte sich Martin Uldal zum entscheidenden Schießen bereit. Drei Scheiben blieben schwarz und für die Verfolger war nun alles möglich. Tommaso Giacomel, der bis dahin sechs Strafrunden gelaufen war, brachte in nur 19,4 Sekunden als Erster die Null und setzte sich damit an die Spitze, nachdem auch Dale-Skjevdal, Isak Frey und Philipp Nawrath kreiselten. Mit 8,9 Sekunden Rückstand nahm Martin Uldal aus der Strafrunde kommend als Erster die Verfolgung von Giacomel auf, dann folgten Quentin Fillon Maillet und Isak Frey. Philipp Nawrath verließ die Strafrunde als 13. mit einem Rückstand von 43 Sekunden auf die Spitze. 

Giacomel siegt und übernimmt damit gelbes Trikot

In einer spannenden Schlussrunde schob sich Martin Uldal weiter an Giacomel heran und von hinten stürmte der Schwede Sebastian Samuelsson von der sechsten auf die dritte Position, ging an dem schnellen Läufer Dale-Skjevdal vorbei und erarbeitete sich auch gleich einen guten Abstand zu dem Norweger. Trotz sechs Strafrunden gewinnt Tommaso Giacomel sensationell mit 4,5 Sekunden Vorsprung die Verfolgung von Oberhof vor Martin Uldal (4 Fehler). Der Schwede Sebastian Samuelsson (6 Fehler) komplettiert das Podest. Johannes Dale-Skjevdal überquert die Ziellinie als Vierter vor dem weiteren Schweden Martin Ponsiluoma auf Platz fünf. Das Feld der sechs Besten komplettierte Quentin Fillon Maillet. Tommaso Giacomel hat damit nicht nur das gelbe Trikot des Gesamtweltcupführenden erobert, er hat auch in der Verfolgungswertung die Führung vor Eric Perrot übernommen und Johan-Olav Botn ist auf Platz drei abgerutscht.  

Nawrath bester Deutscher auf Platz 14

Bis zum Stehendanschlag lag der Deutsche Philipp Nawrath noch in Führung. Dann unterliefen ihm erst drei und dann zwei weitere Schießfehler und am Ende musste er sich nach insgesamt sieben Strafrunden mit dem 14. Platz begnügen. Im ARD-Interview nach dem Rennen erklärte er, dass er nicht die nötige Ruhe beim Stehendanschlag gefunden habe, der seiner Meinung eigentlich beherrschbar war. „Es war nicht so windig wie am ersten Trainingstag, aber leider habe ich nicht den nötigen Fokus gefunden.“ Wie Nawrath selbst resümierte, hat er in den zwei, drei Runden zuvor ziemlich viel investiert. „Heute hat es stehend einfach nicht funktioniert, da ist sehr viel Kopfarbeit dabei, es hat leider nicht sein sollen.“
David Zobel ist nach insgesamt sechs Strafrunden vom zwölften auf den 22. Platz abgerutscht. Lucas Fratzscher, der mit vier Strafrunden durch das Rennen kam, fiel zurück von Platz 16 auf den 27. Rang. Leicht verbessern konnte sich Justus Strelow (3 Fehler) vom 46. auf den 35. Platz und Johannes Kühn hat nach insgesamt vier Schießfehlern die Ziellinie als 37. überquert. 
Philipp Horn, der Siebter im Sprint war, musste in der Verfolgung krankheitsbedingt passen. „Aufgrund seit gestern bestehender Symptome ist er aktuell nicht wettkampffähig. Der Fokus liegt nun auf einer schnellen und vollständigen Regeneration, um zeitnah die volle Trainings- und Wettkampffähigkeit wiederherzustellen, insbesondere mit Blick auf Olympia,“ so eine Meldung des Deutschen Skiverbands.
Bester Schweizer wurde Niklas Hartweg, der nach drei Schießfehlern auf Platz 19 landete. Erstmals gab es nach den desolaten Sprintergebnissen eine Verfolgung ohne österreichische Beteiligung.  

Ergebnis

Weltcupstand nach Verfolgung Herren Oberhof

Der weitere Wettkampfplan in Oberhof 

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