Skilanglauf

IOC hebt Suspendierung russischer Sportler auf

In einer Pressemeldung hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) bekanntgegeben, dass das Russische Olympische Komitee (ROC) ab sofort keiner Suspendierung mehr unterliegt. Damit sind russische Sportler wieder bei Olympischen Spielen startberechtigt.

Gründliche Analyse der Rechtskommission

In der Pressemeldung heißt es: „Das Exekutivkomitee (EK) des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hat die seit dem 12. Oktober 2023 geltende Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees (ROC) vorläufig aufgehoben. Die Entscheidung wurde nach einer gründlichen Analyse durch die Rechtskommission des IOC getroffen, da das ROC keine regionalen Sportorganisationen mehr in seinen Reihen hat, die in Gebieten ansässig sind, die unter die Zuständigkeit des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) der Ukraine fallen. Darüber hinaus bestätigte das ROC, dass es in diesen Gebieten keine Aktivitäten durchführt und auch in Zukunft keine durchführen wird. Das IOC-Exekutivkomitee wird die Situation hinsichtlich etwaiger Aktivitäten des ROC in diesen Gebieten weiterhin genau beobachten und behält sich das Recht vor, weitere Maßnahmen zu ergreifen, falls dies als notwendig erachtet wird.“

Vorbilder für friedliche Gesellschaft

Weiter steht in der Pressemeldung zu lesen: „Gemäß der Olympischen Charta und wie dies generell für alle NOKs bei der Auswahl der an den Olympischen Spielen teilnehmenden Athleten gilt, muss das ROC sicherstellen, dass die Auswahl  russischer Athleten (für die Olympischen Spiele) nicht nur auf deren sportlichen Leistungen beruht, sondern auch auf ihrer Fähigkeit, als Vorbilder zu fungieren, die eine friedliche Gesellschaft durch den Sport respektieren, wahren und fördern, wie es in der Olympischen Charta festgelegt ist.“ (Absatz 2.1 zu den Regeln 27 und 28). Dieser Hinweis auf das Regelwerk dürfte als Warnung an Athleten zu interpretieren sein, den Krieg Russlands gegen die Ukraine nicht zu verherrlichen oder in anderer Art und Weise politische Statements abzugeben. 

Anti-Doping-Anforderungen müssen erfüllt werden

In Bezug auf Anti-Doping-Tests und -Verfahren verwies das IOC in der Pressemeldung auf folgendes Prozedere: „Um dem mangelnden Vertrauen der internationalen Sportgemeinschaft hinsichtlich der Rückkehr russischer Athleten zu internationalen Wettkämpfen entgegenzuwirken und angesichts der jüngsten Vorwürfe bezüglich der Führung der Russischen Anti-Doping-Agentur (RUSADA) sowie bis zur Bestätigung, dass die Bedingungen für die Wiederaufnahme gemäß dem Welt-Anti-Doping-Kodex erfüllt sind, müssen alle russischen Athleten, die in den internationalen Wettkampf zurückkehren, die einschlägigen Anti-Doping-Anforderungen erfüllen, insbesondere diejenigen, die in den Anti-Doping-Regeln des IOC und der internationalen Sportverbände (IFs) festgelegt sind, sowie die von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) festgelegten bewährten Verfahren.“

Entscheidung über Flagge, Farben … bei Sportverbänden

Was die Präsentation nationaler Symbole betrifft, gibt das IOC die Verantwortung zunächst an die Sportfachverbände ab: „Die Entscheidung darüber, ob Veranstaltungen und Sportwettkämpfe in Russland ausgerichtet werden, ob russische Regierungs- oder Staatsvertreter zu Wettkämpfen eingeladen werden oder ob das Zeigen der russischen Flagge, der Hymne, der Farben oder sonstiger Erkennungszeichen gestattet wird, liegt im Ermessen der jeweiligen internationalen Sportverbände (IF) und der Organisatoren internationaler Sportveranstaltungen und sollte widerspiegeln, ob ihre nationalen Verbände in gutem Ansehen stehen. In diesem Zusammenhang wird das IOC keine IOC-Veranstaltungen in Russland organisieren oder russische Regierungs- oder Staatsvertreter zu seinen Veranstaltungen einladen. Das IOC wird zu gegebener Zeit eine Entscheidung hinsichtlich der Zurschaustellung der russischen Flagge, der Hymne, der Farben oder sonstiger Erkennungszeichen bei den Olympischen Spielen treffen.“