1,7 Sekunden trennen Janina Hettich-Walz vom Sprintpodest beim Biathlon Weltcup in Oetpää - xc-ski.de Langlauf

1,7 Sekunden trennen Janina Hettich-Walz vom Sprintpodest beim Biathlon Weltcup in Oetpää

Julia Simon gewinnt den Sprint der Damen beim Biathlon Weltcup in Otepää. Lisa Vittozzi wird Zweite vor der Französin Lou Jeanmonnot, die sich damit auch die Sprintkugel vorzeitig sicherte. Janina Hettich-Walz wird auf dem vierten Rang beste Deutsche und auch in der Nationenwertung konnten die DSV-Damen entscheidend punkten.   

Spannung pur im Kampf um das Podest

Janina Hettich-Walz (GER) © Thibaut/NordicFocus

104 Starterinnen gingen bei frühlingshaften Temperaturen an den Start des Sprints der Damen über 7,5 km beim Biathlon Weltcup in Otepää, dem vorletzten in dieser Saison. Wenn auch die Sonne lachte, am Schießstand herrschten schwierige Windbedingungen und die Athletinnen mussten hellwach bei den Schießeinlagen sein, die Situation richtig einschätzen und gegebenenfalls rechtzeitig am Diopter reagieren. Janina Hettich-Walz war als 28. vor den besten Athletinnen der roten Gruppe gestartet, blieb liegend fehlerfrei und übernahm nach fünf Treffern im Stehendanschlag erst einmal nach einer guten Schlussrunde im Ziel die Führung. Sie musste nach ihrem starken Rennen warten, was die hinter ihr gestarteten Athletinnen imstande waren zu leisten und ob sie eventuell ihre erste Podestplatzierung in einem Einzelrennen in diesem Winter erreicht. Elvira Oeberg kam vor der Zeit von Hettich-Walz zum Stehendanschlag, verfehlte zwei Scheiben und war damit zurückgefallen. Nun kamen die Französin Oceane Michelon und Lisa Vittozzi mit Vorsprung zum Stehendanschlag. Die Italienerin ließ liegend ihre fünf Scheiben gewohnt schnell weiß werden. Oceane Michelon hatte nach einer Strafrunde Rückstand auf Hettich-Walz und Lisa Vittozzi lag eingangs der Schlussrunde mit 14,4 Sekunden Vorsprung vor Hettich-Walz. Die nächste, die einer Podestplatzierung der Deutschen gefährlich werden konnte, war Julia Simon. Sie kam nach der Null im Liegendanschlag mit der besten Laufzeit zum Stehendanschlag, schoss schnell und bog nochmals um 10,3 Sekunden vor Vittozzi in die Schlussrunde. Oceane Michelon kam auf der letzten Runde nicht an die Zeit von Hettich-Walz heran und überquerte die Ziellinie vorerst hinter ihr, die aber schnell erst von Lisa Vittozzi auf den zweiten und dann von Julia Simon auf den dritten Rang verdrängt wurde. Nun geriet der erste Podestplatz der Deutschen noch durch Lou Jeanmonnot in Gefahr. Die Französin war nur 2,2 Sekunden hinter der Zeit von Hettich-Walz in die Schlussrunde gelaufen. Jeanmonnot kam erst nicht ganz an die Deutsche heran, hatte den Vorteil, dass sie über die Zeiten informiert war und gab im Zielsprint alles. Mit 1,7 Sekunden Vorsprung schob Lou Jeanmonnot schließlich die Deutsche Janina Hettich-Walz vom Podest auf den vierten Platz.

Julia Simon gewinnt zweiten Weltcupsprint in Otepää

Julia Simon (FRA) © Manzoni/NordicFocus

Schon beim ersten Weltcupsprint, der 2022 in Otepää gelaufen wurde, gewann die Französin Julia Simon. Nun hat sie ihren Sieg wiederholt und damit den ersten Sprintsieg in dieser Saison eingefahren. Mit 2,9 Sekunden Vorsprung verdrängte sie Lisa Vittozzi auf den zweiten Platz. Die Französin hatte eine makellose Bilanz am Schießstand und vor allem traf sie ihre fünf Scheiben jeweils entscheidend schneller als die Italienerin, die ihrerseits in der Spur, gerade in der letzten Runde, Laufbestzeit hatte. „Es war schwer den Fokus zu halten nach den Olympischen Spielen. Ich musste heute kämpfen bis zur letzten Minute. Ich war wirklich fokussiert aufs Schießen,“ so Simon nach dem Rennen in der ARD. Ihren Fokus spiegeln die Schießzeiten wider. Liegend in 23,2 Sekunden und stehend in 20,6 Sekunden ist absolute Weltspitze und kaum zu toppen, vor allem wenn die Schüsse ihr Ziel finden. „Beim Anschießen war es anders, aber wenn man gut aufpasst im Rennen, dann klappts,“ bestätigte Simon, das deutlich erkennbare Problem einiger Athletinnen den veränderten Wind richtig einzuschätzen. Sie gab auch an, dass sie ständig das schnelle Schießen trainiert und sagte, dass man selbstbewusst schießen muss und schnell schießen für sie leichter wäre als langsamer. Wie Vittozzi setzte auch Lou Jeanmonnot zehn Treffer und erreichte das Ziel mit einem Rückstand von 20 Sekunden auf Vittozzi. Jeanmonnot hatte wertvolle Sekunden mehr am Schießstand benötigt, um ihre zehn Treffer zu setzen.     

Bestes Saisonergebnis für Janina Hettich-Walz

Janina Hettich-Walz (GER) © Thibaut/NordicFocus

Nach dem sechsten Platz im Sprint von Oberhof hat Janina Hettich-Walz als Vierte mit zehn Treffern und nur einem minimalen Rückstand von 1,7 Sekunden auf das Podest ihr bestes Saisonergebnis erzielt. In der Spur lag die Deutsche insbesondere in der Schlussrunde nur 7,3 Sekunden hinter der Schnellsten, hinter Lisa Vittozzi. In der Gesamtlaufzeit über die drei Runden fehlten ihr 23,5 Sekunden. Aber Janina Hettich-Walz freute sich insbesondere, dass ihr zehn Treffer gelungen waren. „Ja, es ist schon ein bißchen ärgerlich,“ so die Deutsche nach dem Rennen in der ARD, und weiter: „Ich habe alles gegeben, ich kann mir nichts vorwerfen. Vor allem bin ich glücklich, dass ich wieder mal Null Null geschossen habe.“ Janina Hettich-Walz bestätigte auch, dass die Saison bisher lang und kräftezehrend war. „Das merke ich auch, aber wenn man doch noch so gute Ergebnisse liefert, dann hat man schon noch Motivation. Ich habe dieses Jahr oft ins Klo gegriffen, was Schießen betrifft und heute habe ich es mal hingekriegt und das freut mich.“ Hinter Janina Hettich-Walz platzierte sich die Französin Oceane Michelon (0:1) auf dem fünften Platz vor Karoline Offigstad Knotten aus Norwegen (1:0) auf Rang sechs. 

Sechs Deutsche in der Verfolgung

Marlene Fichtner (GER) © Thibaut/NordicFocus

Für die Verfolgung haben sich alle sechs deutschen Starterinnen qualifiziert, aber nicht jede kann von einer guten Ausgangsposition in das Jagdrennen gehen. Hinter Janina Hettich-Walz platzierte sich nach zehn Treffern Marlene Fichtner als zweitbeste Deutsche auf dem 23. Platz mit einem Rückstand von 1:33 Minuten. Insbesondere auf der Schlussrunde hat Fichtner Zeit eingebüßt. „Die letzte Runde war wirklich sehr, sehr hart. Ich habe alles gegeben, aber habe schon gemerkt, dass es heute richtig hart ist auf der letzten Runde. Ich bin trotzdem froh, dass ich es so ins Ziel gebracht habe und mit 100 % am Schießstand bin ich sehr zufrieden. Ich wusste, dass ich die Null bringen muss um eine solide Komplexeistung zu liefern.“ Vanessa Voigt traf ihre zehn Schüsse, hatte aber gerade stehend zu kämpfen. „Ich habe gemerkt, dass ich mich träge und müde fühle und die Bedingungen machen es nicht leichter. Es schlaucht total auf der Strecke, ich habe gekämpft, ja, ich hätte auch riskieren können, aber ja, es ist wie es ist,“ sagte Vanessa Voigt, und weiter: Ich habe gestern im Training probiert mich von den Böen nicht ablenken zu lassen, da muss man schnell reagieren, aber die Reaktionszeit hatte ich heute nicht.“ Julia Tannheimer hatte im liegenden Anschlag eine Rechtsverlagerung und kassierte drei Extrarunden. Stehend blieb sie fehlerfrei und mit einem Rückstand von 1:40 Minuten wurde sie hinter Vanessa Voigt 29. Läuferisch bot Tannheimer wieder die beste Leistung der DSV-Läuferinnen. Julia Kink (0:3) wurde 46. und Selina Grotian verfehlte stehend ebenfalls, wie Kink, drei Scheiben. Grotian überquerte die Ziellinie als 53. In der Nationenwertung haben die DSV-Damen gut gepunktet und den Vorsprung von 91 Punkten auf Finnland auf nunmehr 139 Punkte ausgebaut.  

Lou Jeanmonnot steht als Gewinnerin der Sprintkugel fest 

Lou Jeanmonnot (FRA) © Thibaut/NordicFocus

Obwohl die Französin Lou Jeanmonnot bisher in der Saison nur einen Sprint für sich entscheiden konnte, waren ihre Sprintleistungen in den weiteren Sprints so konstant, dass sie schon in den vorletzten Sprint in Otepää als Führende in dieser Disziplin startete. Mit dem dritten Rang hat sie nun bereits mit einem Vorsprung von 91 Punkten vor der Finnin Suvi Minkkinen die kleine Kristallkugel sicher. Die Olympiasiegerin im Sprint, Maren Kirkeeide, schaffte es heute nach drei Strafrunden nur als 48. ins Ziel und hat sich damit zwar für die Verfolgung qualifiziert, wird aber mit einem Rückstand von 2:14 Minuten eher nicht in den Medaillenkampf eingreifen können. Eine Top-Platzierung gelang der 20jährigen, und damit noch Juniorin, Estere Volfa, aus Lettland. Zuletzt erfolgreich mit zwei Goldmedaillen und einer Silbermedaille bei der Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaft 2026 am Arber hat sie die Anreise direkt aus dem Bayer. Wald nach Otepää gut verkraftet und am Schießstand zehn Treffer gesetzt. Ihr Rennen hat sie sich offensichtlich gut eingeteilt und lief die Schlussrunde nur 11,2 Sekunden langsamer als Vittozzi, allerdings am Schießstand und in der Gesamtlaufzeit liegt sie noch zurück.   

Trainer Sverre Olsbu Roeiseland zurück

Sverre Olsbu Roeiseland (NOR); coach Team Germany © Vanzetta/NordicFocus

Der norwegische Trainer der DSV-Damen ist zurück. Nur wenige Tage nachdem er seine Krebsdiagnose in den sozialen Medien öffentlich machte, stand Sverre Olsbu Roeiseland in Otepää wieder am Fernglas, nachdem er in Kontiolahti fehlte. Während der olympischen Winterspielen 2026 in Mailand/Cortina, die Biathlon-Wettkämpfe fanden in Antholz statt, verspürte der Norweger bereits Symptome. Sofort danach unterzog er sich ärztlichen Untersuchungen und bekam die Diagnose Hodenkrebs. Eine offensichtlich erfolgreiche Operation folgte schnell und wie Roeiseland selbst erklärte, hatte der Krebs noch nicht gestreut. In Otepää stand er zur Unterstützung des Betreuer- und Trainerteams bereits wieder am Fernglas.    

Ergebnis

Das weitere Wettkampfprogramm von Otepää 

Bildergalerie

Die mobile Version verlassen
Die mobile Version verlassen