Biathlon Weltcup: Benedikt Doll gewinnt Sprint in der Lenzerheide

Philipp Nawrath (GER), Benedikt Doll (GER), Philipp Horn (GER), Johannes Kuehn (GER), (l-r) © Manzoni/NordicFocus

Benedikt Doll gewinnt den Sprint beim Biathlon Weltcup in der Lenzerheide vor Johannes Thingnes Boe. Philipp Nawrath sorgt auf Rang drei für ein deutsches Doppelpodest. Mit Philipp Horn und Johannes Kühn auf den Plätzen vier und sechs zeigten die deutschen Herren eine geschlossen gute Mannschaftsleistung und haben die Basis für den Erfolg am Schießstand gelegt.

Fünfter Weltcupsieg für Benedikt Doll

Benedikt Doll (GER) © Manzoni/NordicFocus

Einhundert Prozent Trefferleistung waren die Basis für den Sieg von Benedikt Doll beim Sprint der Herren über 10 km in der Lenzerheide. Auf den selektiven Strecken war der nach Doll ins Rennen gegangene Johannes Thingnes Boe zwar in der Gesamtlaufzeit schneller, aber ein Fehler des Norwegers im liegenden Anschlag war zu viel. J. T. Boe lag bei Schießstandausgang nach fünf schnellen Treffern im Stehen 4,5 Sek. hinter Doll, konnte diesen aber im Fernduell auf der Schlussrunde nicht wett machen. Mit 5,4 Sek. Rückstand hinter Benedikt Doll gewann er Silber und verwies damit Philipp Nawrath auf den dritten Rang. Benedikt Doll feiert heute den fünften Weltcupsieg in seiner Karriere und den ersten in diesem Winter und erklärte nach dem Rennen im ZDF, dass er sich beim Schießen sehr sicher fühlte: „Liegend war zwar nicht so einfach, aber stehend habe ich schon beim Schießen gewusst, ich fühle mich so sicher, dass ich treffe.“ Zu dem hervorragenden Schießen kam ausgezeichnetes Material und jeder der deutschen Läufer bedankte sich bei den Skitechnikern. „Auf der Strecke hatten wir richtig, richtig gute Ski. Ich habe so easy auf den Laegreid Zeit herausgeholt. Heute war es sehr, sehr schnell. Man konnte sich die Berge gut einteilen, weil man danach wieder eine Abfahrt zum erholen hatte,“ so Benedikt Doll.

Drei weitere Deutsche in den TOP-6

Philipp Nawrath (GER), Benedikt Doll (GER), Philipp Horn (GER), Johannes Kuehn (GER), (l-r) © Manzoni/NordicFocus

Offensichtlich haben die DSV-Herren die gute Form aus Östersund mit in die Schweiz gebracht, wo 2025 die Biathlon-Weltmeisterschaft stattfinden wird, denn auf dem Siegerpodium und bei der Blumenzeremonie nach dem Sprint der Herren herrschte schwarz-rot-gold in den auffallenden gelben Jacken vor. Philipp Horn und Philipp Nawrath, die noch vor Benedikt Doll ins Rennen gingen, lagen im Ziel vorerst an der Spitze, Horn zeitgleich mit dem Norweger Sturla Holm Laegreid, obwohl von den Deutschen jeder eine Scheibe verfehlte und Laegreid alle Schüsse ins Ziel brachte. „Ich kann es nicht fassen, dass ich hier gerade so eine Leistung im Weltcup abgerufen habe,“ meinte ein freudestrahlender Philipp Horn im ZDF. „Es war so oft, dass ich mich im IBU Cup so gut gefühlt hab und das dann nicht im Weltcup zeigen konnte. Ich bin so glücklich, dass ich so weit vorne bin. Ich hatte eine frühe Startnummer und ich wusste nicht, für was es reicht, aber ich wusste, dass es gut wird und ich bin einfach sprachlos.“ Philipp Horn konnte sich ja in den internen Testrennen nicht durchsetzen und musste sich erst einmal im IBU Cup beweisen. Dort gelangen ihm gute Rennen mit einem Sprintsieg und zwei zweiten Plätzen, worauf er für den erkrankten Roman Rees ins Weltcupteam geholt wurde. Horn hat damit bei seinem ersten Weltcupeinsatz in diesem Winter sein bestes Weltcupergebnis erzielt sowie die verbandsinterne WM-Norm geknackt und meinte dazu: „Darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Ich kann es nicht fassen, es ist unglaublich.“ Am Ende fehlten Philipp Horn nur 2,3 Sek. zu seinem ersten Weltcuppodest in seiner Karriere. Philipp Nawrath verriet nach dem Rennen: „Die besten Drei von heute sind auf einem Zimmer.“ Obwohl er mit einer Strafrunde ins Rennen startete meinte er, dass es wichtig sei, auch wenn man durch einen Fehler etwas zurückliegt, dass man auf der Strecke weiter dran bleibt und sich durchbeißt. „Heute konnten wir den Spieß wieder mal umdrehen,“ freute sich der Nesselwanger, der nach mehreren Medienberichten mit der Norwegerin Karoline Offigstad Knotten leiert sein soll und heute Dritter wurde, vor Philipp Horn und Sturla Holm Laegreid, die sich Platz vier teilten. Johannes Kühn reihte sich dahinter auf Rang sechs ein. Im liegenden Anschlag galt Treffer vor Zeit und in 29,8 Sek. hatte er seine Scheiben abgeräumt, bei einem kleinen Sturz am Schießstandausgang etwas Zeit liegen lassen und auch im stehenden Anschlag alles getroffen. Bei den guten Schießergebnissen seiner Schützlinge war mehrmals ein Lächeln im Gesicht des Trainers Uros Velepec zu beobachten. Justus Strelow reihte sich nach einem Fehler im Liegen und der Null im Stehen mit 1:22,4 Min. Rückstand als Achtzehnter ein und der spät gestartete David Zobel musste sich nach zwei Fehlern im Stehendanschlag mit Platz 39 begnügen. Dennoch haben sich alle sechs Läufer eine hervorragende Ausgangsposition für die Verfolgung erarbeitet.  

Niklas Hartweg bester Schweizer  

Niklas Hartweg (SUI) © Manzoni/NordicFocus

Nach seiner krankheitsbedingten Pause scheint Niklas Hartweg läuferisch noch nicht wieder in Top-Form zu sein. Nach der Null im Liegendanschlag, wo jeder Treffer vom schweizerischen Publikum lautstark unterstützt wurde, folgte ein Fehlschuss im Stehen. Mit 1:12,1 Min. Rückstand sortierte sich Hartweg als bester Schweizer auf Rang elf ein. Joscha Burkhalter (0+1) und auch Sebastian Stalder (0+2) haben sich auf Rang 35. bzw. 42 ebenso für die Verfolgung qualifiziert. Jeremy Finello (2+3, Rang 61), Dajan Danuser (1+3, Rang 85) und Gion Stalder (1+2, Rang 87) gelang dies nicht.

Drei Österreicher für Verfolgung qualifiziert

Felix Leitner (AUT) © Manzoni/NordicFocus

Dem Routinier Simon Eder gelang das beste Ergebnis seines Teams. Mit nur einer Strafrunde belastet sortierte er sich auf Rang 17 mit 1:20,6 Min. Rückstand. David Komatz mit demselben Schießergebnis rangiert auf Platz 26 und Dominic Unterweger wurde nach zehn Treffern Fünfzigster. Felix Leitner ist noch nicht wieder in Top-Form und verpasste nach zwei Strafrunden auf Platz 67 die Verfolgung, ebenso Patrick Jakob (0+3) auf Rang 83.

Der weitere Wettkampfplan in Lenzerheide

Ergebnis Sprint Herren

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