Biathlon Weltcup News

DSV-Trainerteam steht – Neue Biathlon-Trainer, neue Rollen und ein Abschied

Im Biathlon-Trainerteam des Deutschen Skiverbands gab es einige Um- und Neubesetzungen. Nachdem Sandra Flunger als neue Damentrainerin präsentiert wurde und mit ihr Denny Andritzke als Co-Trainer wurden für das Nationalteam der Herren Tobias Reiter als Chef und Jens Filbrich als Co bestätigt. In den Klassen darunter gab es Neuerungen. Kristian Mehringer bekommt eine neue Aufgabe und Johannes Kühn ist vom aktiven Leistungssport zurückgetreten. 

Neues Trainerteam

Im Trainerbereich hat der Deutsche Skiverband im Bereich Biathlon über einige Änderungen informiert. Mit Sandra Flunger wurde eine neue Cheftrainerin bei den Damen der höchsten Leistungsgruppe (LG 1 A) präsentiert (wir berichteten). Sie folgt auf Kristian Mehringer, der nach acht Jahren in eine andere Position beim Deutschen Skiverband wechselt (Näheres dazu unten). Denny Andritzke, der zuvor Stützpunkttrainer in Oberhof war, wird Flungers Assistent. Tobias Reiter folgte im Februar 2025 auf Uros Velepec. Er bleibt Cheftrainer bei den Herren der LG 1 A und mit ihm der ehemalige Langläufer Jens Filbrich (47) als Co-Trainer.

Andreas Stitzl zurück, Kellerer bleibt

Andreas Stitzl (GER) © DSV

Die Leistungsgruppe unter der Nationalmannschaft, die LG 1 B, wird bei den Damen künftig von Andreas Stitzl geleitet. Der Oberbayer war von 2014 bis 2018 bereits als Co-Trainer unter Chefcoach Mark Kirchner beim DSV. 2017 wurde Stitzl wegen eines begründeten Verdachts der Reichsbürgerszene anzugehören sein Waffenerlaubnisschein entzogen, das Biathlongewehr musste er dabei ebenfalls abgeben. Die Klage dagegen blieb erfolglos, ein Berufungsverfahren wurde abgelehnt. Andreas Stitzl hat die Vorwürfe stets bestritten. Er distanzierte sich ausdrücklich von der Reichsbürger-Szene und dem Rechtsradikalismus. Seit 2020 ist Stitzl zurück, erst am Stützpunkt in Ruhpolding und zur Saison 2022/23 beim Deutschen Skiverband, nachdem er zuvor vier Jahre als Lauftrainer im Nachwuchsbereich agierte. Stitzl ist schon aus seiner Biathlon-Weltcup-Zeit bekannt als engagierter Trainer und Motivator an der Strecke. Bei der so genannten IBU-Cup-Mannschaft der Damen folgt er auf Andreas Birnbacher, der innerhalb des Deutschen Skiverbands wechselte. Er übernimmt einen Posten in der Datenanalyse. „Ich werde sämtliche Daten der Sportler auswerten und Profile zum Beispiel in Sachen Gesundheit et cetera erstellen. Es reizt mich sehr, in diesem Bereich steckt sehr viel Potenzial, auch im Hinblick auf KI“. Offensichtlich war der Wechsel Birnbachers eigener Wunsch, der zwischenzeitlich sein Sportstudium zum Diplomtrainer abgeschlossen hat. „Ich habe dem DSV bereits Ende Dezember mitgeteilt, dass ich diesen neuen Posten gerne haben würde,“ so der Schlechinger in der PNP und weiter: „Für mich ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, einen neuen Weg einzuschlagen, um bewusst eine Außenperspektive einzunehmen und Energie für meine Weiterentwicklung zu gewinnen.“ Die Herren der LG 1 B sind weiterhin Niklas Kellerer unterstellt, der in dieser Position in die zweite Saison geht. 

Erik Lesser und Marko Danz betreuen Nachwuchskader 1

Der ehemalige Top-Athlet, Weltmeister und Olympia-Medaillengewinner Erik Lesser (38) hatte zuletzt ein Studium bei der Deutschen Sporthochschule in Köln absolviert. Parallel dazu arbeitete Lesser sowohl als Schießtrainer am Stützpunkt Oberhof als auch als Biathlon-Experte bei der ARD. Er folgt beim DSV auf Alexander Wolf als verantwortlicher Trainer der Juniorinnen. Neben ihm bleibt Marko Danz weiterhin verantwortlich für die Junioren. 

Trainer-Trio für den Nachwuchskader 2

Bernhard Kröll (GER) © Harald Deubert

Für den deutschen Nachwuchskader 2 ist künftig ein Trainer-Trio verantwortlich. Einer von den Dreien ist Bernhard Kröll, der bereits zwei Mal in seiner Laufbahn vom Deutschen Skiverband die Auszeichnung „Trainer des Jahres“ für seine erfolgreiche Arbeit im Nachwuchs- und auch im Spitzenbereich erhielt. Unter seiner Leitung reiften Magdalena Neuner, Miriam Neureuther und auch Laura Dahlmeier zu Spitzen-Biathletinnen. Neben Kröll werden sich zwei „Neue“ um die Nachwuchsathleten und -athletinnen kümmern. Mit Ina Metzner ist eine Frau im Verantwortungsbereich, die bisher vor allem im Nachwuchs- und Landesbereich aktiv war und damit eine wichtige Rolle in der Entwicklung junger Talente im deutschen Biathlon spielte. Die Diplom-Sportlehrerin verfügt über langjährige Erfahrung im Biathlon-Schülerbereich und wurde vom DSV ebenfalls bereits als Trainerin des Jahres ausgezeichnet. Dritter im Team ist der ehemalige Biathlet Dominic Schmuck. Der bald 30jährige Bundespolizist beendete 2024 seine Leistungssportkarriere und schlug eine Trainerlaufbahn ein. Zusammen mit Bernhard Kröll und Ina Metzner wird Schmuck den Nachwuchskader 2 in der Saison 2026/27 geschlechterübergreifend betreuen. 

Ehemaliger Cheftrainer der Damen mit neuer Aufgabe

Kristian Mehringer (44) war acht Jahre für das Deutsche Biathlon Nationalteam der Damen als Chefcoach zuständig. In seinen Wirkungskreis fielen u. a. die großen Erfolge von Laura Dahlmeier, Denise Herrmann-Wick und zuletzt von Franziska Preuß. Im Dezember 2025 wurde er vom Deutschen Olympischen Sportbund zum Trainer des Jahres 2025 ausgezeichnet. Wie der Deutsche Skiverband mitteilte, schlägt Mehringer auf eigenen Wunsch einen neuen Weg ein. Er übernimmt die Rolle als Leiter der Athletenentwicklung/Head of Development. Wie er im Interview mit chiemgau.24 angab, ist er dafür zuständig Profile von Nachwuchs-Biathleten bis zum IBU-Cup zu erstellen um mit ihnen den Anschluss zum Weltcup zu finden. „Gerade in dieser letzten Phase gehen uns viele Talente verloren. Dem will ich mit meiner neuen Tätigkeit entgegensteuern.“ Zur konkreten Tätigkeit gibt er in dem Interview an: „Es wird eine Mischung aus Home-Office und vor Ort sein, das heißt, ich bin flexibler. Vor Ort heißt, ich werde speziell ein Auge auf den Nachwuchs richten. Da war ich ja früher auch Trainer. Ich werde diese jungen Sportler begleiten und fördern. Das ist jetzt die nächsten vier Jahre mein Job und danach sage ich: Schaun ma mal!“ Mehringer hatte gegenüber chiemgau.24  weiter angegeben, dass der Entschluss in ihm gereift sei, er sich weiterentwickeln und mehr Zeit für seine Familie haben möchte. Darüber hinaus ist er der Meinung, dass der Neubeginn der Mannschaft gut tut.    

Johannes Kühn beendet Biathlon-Karriere

Der 34jährige Johannes Kühn gab zum Start in die Vorbereitung auf die Biathlon-Saison 2026/27 auf Instagram bekannt, dass er seine lange Karriere beendet. „Nach 24 Jahren Biathlon ist es Zeit, meine aktive Karriere zu beenden,“ schrieb er. Die Bronzemedaille mit der Herren-Staffel bei der Biathlon Weltmeisterschaft in der Lenzerheide war sein größter Erfolg. Im Jahr darauf konnte er sich keinen Startplatz für die Weltcup-Mannschaft erarbeiten und startete durchwegs im IBU-Cup. Lediglich in Oberhof und Ruhpolding bekam er eine letzte Chance, sich vielleicht sogar noch für die Olympischen Winterspiele in Mailand Cortina zu qualifizieren. Rang 37 in der Verfolgung von Oberhof war dabei sein bestes Resultat, später bei der Europameisterschaft in Sjusjoen wurde er in der Verfolgung Zwölfter. Seinen einzigen Weltcupsieg feierte Kühn am 10. Dezember 2021 im Sprint von Hochfilzen. Kühn galt lange als einer der schnellsten Biathleten in der Loipe, aber am Schießstand trennte sich manches Mal die Spreu vom Weizen. In seinem Abschlussstatement schrieb er launig: „Habe ich viele gute Ergebnisse verschossen, bestimmt. Das ist Biathlon.“ Ob der Vater einer kleinen Tochter dem Biathlon erhalten bleibt oder wo sein Weg jetzt hinführt, ließ er offen.