Biathlon Weltcup News

Johannes Dale-Skjevdal gewinnt Verfolgung beim Biathlon Weltcup Ruhpolding

Johannes Dale-Skjevdal gewinnt, wie vor zwei Jahren schon, die Verfolgung beim Biathlon Weltcup in Ruhpolding. Bester Deutscher wird einmal mehr Philipp Nawrath und es bleibt offen, wer ohne die Norm erfüllt zu haben, als fünfter Mann mit dem DSV-Team für die Olympischen Winterspiele nominiert wird. 

Die Ausgangssituation

Tommaso Giacomel (ITA) © Thibaut/NordicFocus

Der Schwede Sebastian Samuelsson war nach seinem ersten Saisonsieg im Sprint von Ruhpolding der Gejagte in der Verfolgung. Der Gesamtweltcupführende Tommaso Giacomel, sein stärkster Konkurrent, direkt hinter ihm gestartet. Der Italiener führt sowohl in der Gesamtweltcup- als auch in der Verfolgungswertung und war daher gut erkennbar mit dem gelb-roten Trikot im Rennen. In den bisher in dieser Saison vier gelaufenen Verfolgungen gab es mit Quentin Fillon Maillet (Östersund), Eric Perrot (Hochfilzen), Johan-Olav Botn (Annecy Le Grand Bornand) und Tommaso Giacomel (Oberhof) vier verschiedene Sieger. Botn lag bis zur Weihnachtspause im Gesamtweltcup vorne, startete aber krankheitsbedingt weder in Oberhof noch in Ruhpolding und hat demnach in der Wertung einige Plätze eingebüßt.

 

Samuelsson bleibt in Führung

Tommaso Giacomel versuchte gleich in der ersten Runde näher an den führenden Samuelsson heranzulaufen, dahinter schob sich Eric Perrot an dem Norweger Isak Frey vorbei. Der erste Schuss von Samuelsson verfehlte das Ziel, was Giacomel registrierte und nach vier Treffern die letzte Scheibe stehen ließ und dem Schweden in die Strafrunde folgte. Beide kamen in die Spur zurück, allerdings nur noch 6,7 Sekunden voneinander entfernt und die beiden Norweger Sturla Holm Laegreid und Isak Frey folgten nach der Null im ersten Anschlag. Auch David Zobel räumte ab und war auf die fünfte Position vorgerückt, an den Skienden von Frey. 

Giacomel muss kreiseln

Auf der nächsten Runde lief Giacomel an Samuelsson heran, blieb erst im Windschatten von Samuelsson und zog dann vorbei und machte sich zum zweiten Schießen auf der ersten Matte bereit zum gleichen Duell wie zuvor im ersten Anschlag. Und nun verfehlte der Italiener zwei Scheiben, Samuelsson nur eine und ging wieder in Führung. Die Norweger Frey, Laegreid und Dale-Skjevdal rückten nach fehlerfreiem Schießen im Trio an den führenden Schweden heran und erst dahinter mit 19,1 Sekunden Rückstand reihte sich Giacomel aus der Strafrunde kommend wieder ein. Zobel kassierte zwei Extrarunden und fiel zurück. 

Die Norweger kommen

Isak Leknes Frey (NOR) © Thibaut/NordicFocus

Im Gegensatz zum Sprint schienen die Norweger in der Verfolgung mit besserem Material ausgestattet zu sein und Frey schob sich am Schießstandberg an dem Schweden vorbei. Dahinter wurde das Tempo von den Verfolgern sehr hoch gehalten. Eine Vierergruppe mit Frey, Samuelsson, Dale-Skjevdal und Laegreid kam mit kleinem Abstand zum ersten Stehendanschlag. Frey verabschiedete sich mit zwei Strafrunden aus der Spitzengruppe, die nun von Sturla Holm Laegreid angeführt wurde mit Samuelsson und Perrot dicht hinter sich. Diese drei haben sich durch zielsicheres Schießen einen Vorsprung von zehn Sekunden erarbeitet, vor einer Verfolgergruppe, die von Martin Uldal angeführt wurde. Die Abstände bis zur zehnten Position lagen innerhalb einer Strafrunde und insofern bestanden für sie alle beim entscheidenden Schießen Chancen auf eine Podestplatzierung. 

Eric Perrot geht an die Spitze

Auf der Strecke übernahm Eric Perrot die Führungsarbeit Richtung entscheidendes Schießen und beide standen sich zum letzten Anschlag gegenüber. Perrot riskierte viel, hat eine Strafrunde kassiert, Samuelsson zwei und auch Laegreid eine. Die große Chance für die Verfolger, die letztlich nur Dale-Skjevdal mit der Null nutzte. Eric Perrot war durch sein schnelleres Schießen als Erster zurück aus der Strafrunde und hatte eingangs der Schlussrunde 6,8 Sekunden Vorsprung vor Dale-Skjevdal. Nur 3,7 Sekunden später reihte sich der Norweger Vetle Sjaastad Christiansen ein, ihm folgten Laegreid und Giacomel. 

Die Podestplätze entscheiden sich auf der Schlussrunde

In einer spannenden Schlussrunde zog erst Giacomel an Laegreid vorbei und an der Spitze sprang Dale-Skjevdal den nächsten Berg an und konnte ein Loch zu Perrot reißen, der den Windschatten im Norweger nicht halten konnte. Giacomel hat sich dahinter dann auch noch den Norweger Christiansen geschnappt, aber es drohte ihm Gefahr von hinten. Im Zielkorridor kam es zu einem Dreikampf, wo schließlich Giacomel sowohl Martin Ponsiluoma und auch den heranstürmenden Fabien Claude vorbeiziehen lassen musste. 

Johannes Dale-Skjevdal holt sich Verfolgungssieg

Eric Perrot (FRA ), Johannes Dale-Skjevdal (NOR), Martin Ponsiluoma (SWE), (l-r) © Thibaut/NordicFocus

Der Norweger Johannes Dale-Skjevdal startete von Position zehn aus und hat mit nur einem Fehlschuss nicht nur am Schießstand geglänzt sondern auch seine Laufstärke bewiesen. Mit 4,9 Sekunden Vorsprung gewinnt er die Verfolgung von Ruhpolding. Sicherlich ging er mit guten Vibes ins Rennen, da er in Begleitung seiner Familie in Ruhpolding ist, aber auch mit guten Erinnerungen. Vor nahezu exakt zwei Jahren feierte er am 14. Januar 2024 seinen bisher letzten Weltcupsieg und der gelang ihm auch im Verfolgungsrennen von Ruhpolding. Für Dale-Skjevdal hat dieser Erfolg sicherlich besondere Bedeutung. Er war einer der Norweger, der die Saison im IBU Cup startete und auch die Saison davor immer wieder von IBU Cup zu Weltcup geschoben wurde. Eric Perrot (3 Fehler) sicherte sich den zweiten Platz vor dem Schweden Martin Ponsiluoma (4 Fehler). Fabien Claude gelang es von Platz 37  mit der schnellsten Gesamtlaufzeit nach zwei Strafrunden auf den vierten Rang vorzulaufen. Im Ziel fehlten ihm nur noch 0.7 Sekunden auf den dritten Platz. Tommaso Giacomel, der fünf Strafrunden kassiert hatte, belegte 0,3 Sekunden hinter ihm den fünften Rang vor dem Sprintsieger, Sebastian Samuelsson (4 Fehler). 

Philipp Nawrath bester Deutscher

Philipp Nawrath (GER) © Vanzetta/NordicFocus

Philipp Nawrath kam mit jeweils einem Fehler in den ersten drei Schießen nicht gut in den Wettkampf, brachte die Null im letzten Anschlag und sortierte sich im Ziel auf Rang zehn ein mit 17,7 Sekunden Rückstand. „Wenn man nicht so gut in das Rennen reinstartet, ist man nicht zufrieden. Man läuft nur hinterher. Aber mit Null abzuschließen ist ein guter Abschluss.“ Philipp Nawrath kam mit der dritten Gesamtlaufzeit ins Ziel und hätte mit lediglich einer Strafrunde weniger das Podest erreichen können. Den Biathlon Weltcup in Nove Mesto wird er nicht laufen, nach einer kurzen Pause in die Vorbereitung gehen und dann direkt weiter zu den olympischen Spielen.
David Zobel hat mit zwei Strafrunden im zweiten Anschlag eine bessere Platzierung vergeben. Die anderen drei Schießen blieb er fehlerfrei. Das Ziel erreichte er auf dem 15. Platz. Justus Strelow verbesserte sich nach drei Mal Null und mit einer Strafrunde aus dem letzten Anschlag um zwölf Plätze und kam als 32. ins Ziel.

Wer wird ohne Norm für Olympia nominiert?

Schwieriger wird es bei Lucas Fratzscher und Danilo Riethmüller. Fratzscher (2:1:0:0) verbesserte sich um vier Plätze und wurde 24. und Danilo Riethmüller (1:0:1:0) rückte mit der dritten Netto-Laufzeit und einer starken Schlussrunde dreißig Plätze vor und kam knapp hinter Fratzscher als 25. ins Ziel. Zwischen ihnen beiden wird es sich entscheiden, wer ohne die internen Kriterien für die Olympia-Qualifikation erfüllt zu haben, doch als Fünfter Mann zu den Bewerben nach Antholz mitreisen darf. „Wir werden uns heute bis Abend im Trainerteam zusammensetzen, einen Vorschlag an den Deutschen Skiverband übermitteln und von dort geht es an den Deutschen Olympischen Sportbund. Bis Dienstag wird dann dort entschieden,“ so Felix Bitterling, Sportdirektor Biathlon beim Deutschen Skiverband, zu dieser Situation, wo er zugleich anmerkte, dass der größte Teil der Olympia-Mannschaft nicht am Biathlon-Weltcup in Nove Mesto teilnehmen wird. Bei den Damen wollen Franziska Preuß und Anna Weidel in jedem Fall dort starten und ob Philipp Horn seine Krankheit bis dahin überstanden hat, ist noch offen.  

Ergebnis

Weltcupstand Herren nach Ruhpolding

Bildergalerie