Langlauf Weltcup Gällivare: Schwedens Damen Staffel feiert Favoritensieg vor Deutschland - xc-ski.de Langlauf

Langlauf Weltcup Gällivare: Schwedens Damen Staffel feiert Favoritensieg vor Deutschland

Moa Ilar (SWE), Ebba Andersson (SWE), Moa Lundgren (SWE), Emma Ribom (SWE), (l-r) © Modica/NordicFocus

Erwartungsgemäß heißen die Siegerinnen in der 4×7,5 Kilometer Staffel der Damen beim Langlauf Weltcup in Gällivare Moa Lundgren, Emma Ribom, Ebba Andersson und Moa Ilar. Die USA versuchte, die anderen Teams zu überraschen, zu mehr als Rang drei hinter dem DSV-Team reichte es aber nicht.

USA gibt Vollgas mit Diggins und Brennan

Jessie Diggins (USA), Heidi Weng (NOR), (l-r) © Modica/NordicFocus

Verglichen mit den bisherigen Renntagen in diesem Winter herrschten angenehme -10°C für die neun Staffeln, die das Rennen bei leichtem Schneefall aufnahmen. Erstmals waren für die Damen 4×7,5 Kilometer zu absolvieren und Jessie Diggins, die überraschend als Startläuferin aufgestellt war, gab vom ersten Meter Vollgas. Damit sorgte sie schnell für Lücken im Feld und nach der ersten 3,75 Kilometer-Runde war sie mit Heidi Weng und Moa Lundgren allein unterwegs. Beim ersten Wechsel wiesen die Schwedinnen einen Rückstand von zehn Sekunden auf das Spitzenduo auf, Caterina Ganz und Laura Gimmler folgten gemeinsam mit einem Rückstand von etwa 30 Sekunden. Nach dem Wechsel versuchte Emma Ribom, die Lücke auf Rosie Brennan und Margrethe Bergane zuzulaufen. Stattdessen machte die Amerikanerin aber so viel Tempo, dass die junge Bergane, die Ersatzfrau für Slind, nicht mehr folgen konnte und von Ribom aufgelaufen wurde. Nachdem Ribom zunächst auf Brennan verkürzte, büßte sie auf der zweiten Runde wieder ein, so dass Katharina Hennig erst zu Bergane und dann sogar zu Ribom aufschließen konnte. Beim Wechsel nach der Hälfte des Rennens betrug der Abstand nach vorne noch 19 Sekunden.

Schweden läuft zum Sieg

Moa Ilar (SWE) © Modica/NordicFocus

Nach den beiden stärksten Läuferinnen auf den Klassikstrecken, galt es nun für Sophia Laukli und Julia Kern, die Führung ins Ziel zu bringen – gegen Ebba Andersson und Moa Ilar aber eine nahezu unmögliche Aufgabe. Nach 20 Kilometern hatte Andersson die Lücke auf Laukli zugelaufen, Pia Fink hatte das Tempo nicht mehr mitgehen können. Nach dem Zusammenschluss versuchte Andersson direkt, eine Lücke zu reißen, Sophia Laukli schlug sich aber wacker und hatte beim Wechsel auf Julia Kern nur vier Sekunden Rückstand. Schnell vergrößerte Moa Ilar den Abstand auf die amerikanische Sprintspezialistin mit deutschen Eltern, so dass den Schwedinnen der Sieg nicht mehr zu nehmen war, auch wenn sie ihr Anfangstempo nicht über 7,5 Kilometer durchhalten konnte. Im Kampf um die Podestplätze wurde es noch einmal spannend, denn das deutsche Team lag beim Wechsel nur 15 Sekunden hinter den USA. Schon nach der ersten Runde war Victoria Carl an Julia Kern heranlaufen und machte aus dem Stadion heraus sofort Druck, um die Sprinterin abzuschütteln. Nach mehreren Versuchen war die Thüringerin schließlich erfolgreich und machte Jagd auf die Schwedin. Ilar konnte 13 Sekunden ihres Vorsprungs ins Ziel bringen vor einer starken Victoria Carl. Das US Ski Team belegte den letzten Podestplatz. Team Norwegen enttäuschte seine Landsleute erneut – TV-Expertinnen wie Therese Johaug und Maiken Caspersen Falla hatten in diesem Winter schon oft Kritik an den Damen geübt. Mit 1:40 Minuten Rückschlag belegten Heidi Weng, Margrethe Bergane, Anne Kjersti Kalvå und Lotta Udnes Weng weit abgeschlagen den vierten Platz. Schweden II mit Henriksson, Rosenberg, Ingesson und Lindström konnten nur auf den Klassikstrecken halbwegs mit den ersten vier Teams mithalten. Dahinter belegte das FIS Team mit drei Italienerinnen und einer Polin Rang sechs vor Deutschland II und Finnland, die ohne die formschwachen Kerttu Niskanen und Krista Pärmäkoski einen enttäuschenden vorletzten Platz vor Kasachstan belegten.

Gimmler: „Würde mein Rennen nie so einteilen!“

Laura Gimmler (GER) © Modica/NordicFocus

Die unerwartete Taktik der Amerikanerinnen mit Diggins und Brennan auf den Klassikstrecken torpedierte die Taktik des deutschen Teams, mit zwei ausgeruhten Läuferinnen auf der Startposition „dagegenzuhalten und für Furore zu sorgen“. Unter dem Tempodiktat von Diggins verlor auch Laura Gimmler schon nach zwei Kilometern den Anschluss an die Spitze, begrenzte den Rückstand aber bis auf 33 Sekunden beim ersten Wechsel, so dass ihre drei Teamkolleginnen die USA und Schweden nicht völlig aus den Augen verloren. „Das war heute ein sehr sportlicher Start dank der Jessie Diggins. Es ging richtig schnell und knackig los, ich würde mir mein Rennen nie so einteilen! Aber es gibt da leider nur eine Taktik und die lautet: Hinterher! Ich produziere dann auch etwas schneller Laktat als sie und das habe ich dann sehr früh gespürt, gelitten und gekämpft und von demher passt das schon“, meinte Laura Gimmler. Katharina Hennig zeigte eine starke Aufholjagd, die das deutsche Team vorbei an Norwegen und heran an Schweden führte. „Ich persönlich war froh, dass heute wieder eine andere Katharina auf dem Ski stand als in den letzten zwei Rennen. Ich tu mich im klassisch im Moment sehr viel leichter und hoffe, dass sich die Skatingleistung in den nächsten Wochen verbessert. Ich bin aber sehr froh, dass ich das gute Grundniveau heute abrufen konnte.“

Kämpferisches DSV Team stürmt auf Platz zwei

Victoria Carl (GER), Pia Fink (GER), Katharina Hennig (GER), Laura Gimmler (GER), (l-r) © Modica/NordicFocus

Pia Fink hielt dann auf der ersten Freistilstrecke einige Kilometer mit, konnte Ebba Andersson aber erwartungsgemäß nicht auf Dauer halten. Immerhin holte Victoria Carl noch Julia Kern ein und sicherte dem deutschen Team mit geringem Abstand auf Schweden noch den zweiten Rang. „Ich bin heute wieder super zufrieden mit meinem Rennen. Ich merke plötzlich, dass ich in Form bin und dass da echt was geht“, meinte Victoria Carl und fügte hinzu: „Ich bin ein bisschen hektisch in die 7,5 Kilometer gestartet. Da hat mich aber gleich nach dem Start der Axel [Teichmann] ein bisschen rausgeholt und ich konnte mich wieder auf meine Technik und meine Sachen konzentrieren. Das ist bei mir ganz soll wichtig, dass ich dabei ruhig bleibe. Mir war von Anfang an klar, dass ich nicht versuche, auf die Moa [Ilar] Lücken zu schließen, sondern eher in Richtung Julia Kern angreife – aber nicht auf den ersten 1,5 bis 2 Kilometern, sondern Stück für Stück. Natürlich wurde mir zugetragen, dass es in der zweiten Runde der Moa auch nicht mehr so gut ging. Das hieß dann für mich: Vollgas nach vorne. Dementsprechend hatte ich auf dem letzten Kilometer sehr zu kämpfen, aber ich bin super zufrieden mit dem Rennen und auch das ganze Team hat einen super Job gemacht mit den ganzen Technikern zusammen. Ich hoffe und denke, dass wir uns jetzt alle für die kommenden Wochen Motivation geholt haben.“ Auch Katharina Hennig war mit ihrer Leistung und dem ganzen Team zufrieden: „Wir vier Mädels sind super glücklich über unsere Staffel heute. Wir haben alle eine sehr gute Leistung gezeigt. Ich bin sehr stolz darauf, auch darauf, dass die Jungs heute ihre Bronzemedaille von der WM bestätigt haben. Das war heute alles in allem eine sehr gelungene Teamleistung von den Sportlern über Trainer, Betreuer bis hin zu den Technikern. Wir haben alle eine tollen Job gemacht. Wir sind alle sehr stolz und super happy und freuen uns auf die nächste Station in Östersund“, sagte sie.

Deutschland II direkt abgeschlagen

Kseniya Shalygina (KAZ), Coletta Rydzek (GER), (l-r) © Modica/NordicFocus

Schon ausgangs des Stadion war die Geschwindigkeit für Deutschland II mit Sprinterin Coletta Rydzek zu hoch. Zunächst versuchte sie noch, die Lücke wieder zu schließen. Dann merkte sie aber schnell, dass sie bei den Tempo schnell völlig blau sein würde und reduzierte das Tempo, so dass statt ihr Schweden II kurzzeitig wieder den Anschluss herstellte. Als Achte lag sie beim Wechsel auf Helen Hoffmann schon 1:41 Minuten zurück und die 21-jährige Debütantin vergrößerte den Abstand auf die Spitze in ihrer schwächeren Technik um eine weitere Minute wie auch Lisa Lohmann als dritte Läuferin. Nachdem Lohmann die gesamten 7,5 Kilometer gemeinsam mit der 45-jährigen Riitta-Liisa Roponen absolviert hatte, gelang es Schlussläuferin Katherine Sauerbrey, Vilma Ryytty im Kampf um Platz sieben auf dem Weg ins Stadion hinter sich zu lassen. Peter Schlickenrieders Fazit fällt trotz Platz sieben überaus positiv aus: „Für Coletta Rydzek war das Tempo heute natürlich brutal hart. Sie hat versucht mitzugehen, hat aber früh gemerkt, dass es zu schnell ist, hat aber ihr Rennen wacker zu Ende gebracht. Diese zweite Staffel hat auf jeder Position gekämpft, haben ihre individuellen Herausforderungen angenommen. Ob es eine Helen Hoffmann im Klassischen war, was nicht ihre Paradestrecke ist. Oder Lisa Lohmann im Skating und eine Katherine Sauerbrey, die sich hier wacker geschlagen und ihren Zielsprint gegen Finnland für sich entschieden hat.“

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