Langlauf Weltcup Lake Placid: Federico Pellegrino verabschiedet sich mit Sprintsieg aus seiner Weltcupkarriere - xc-ski.de Langlauf

Langlauf Weltcup Lake Placid: Federico Pellegrino verabschiedet sich mit Sprintsieg aus seiner Weltcupkarriere

Linn Svahn und Federico Pellegrino heißen die Sieger des Freistilsprints beim Weltcupfinale in Lake Placid. Der hart umkämpfte Sprintweltcup ging bei den Damen an Maja Dahlqvist.

Hoffmann und Moch knapp raus im Prolog

Die Bedingungen am zweiten Wettkampftag waren bei weiterhin -2°C nur geringfügig besser als gestern bei Schneefall. Immer noch lag eine Menge Neuschnee auf der Strecke, was die kurvige Abfahrt sehr weich und tief machte und große Abstände im Prolog entstanden. Helen Hoffmann gehörte zu denen, die die Qualifikation nicht überstanden – ganz knapp als 31. Mit Kristin Austgulen Fosnæs, Nadja Kälin, Iris De Martin Pinter und Gina Del Rio war sie aber in guter Gesellschaft. Katharina Hennig Dotzler hatte trotz der Skatingtechnik und des schlechten Gefühls gestern unbedingt starten wollen und schied wenig überraschend klar aus wie auch Teresa Stadlober. Bei den Herren scheiterte Jakob Moch als einziger Deutscher mit der 35. Zeit sowie viele startende Distanzläufer wie Mika Vermeulen.

Fähndrich zittert nach Viertelfinal-Sturz

Nadine Faehndrich (SUI) © Thibaut/NordicFocus

Nach der viertschnellsten Zeit im Prolog rückte Nadine Fähndrich um vier Punkte näher an die Führende im Sprintweltcup, an Maja Dahlqvist, heran. „Es war sehr hart, aber schön bei diesen vielen Zuschauern. Ich habe es genossen“, sagte sie nach dem Prolog und fügte hinzu:“Ich werde jeden Moment genießen, jedes Gefühl, jeden Moment. Ich heute noch nicht mit den Schwedinnen gesprochen, aber ich denke, wir werden alle unser Bestes geben. Für mich liegt es nicht mehr in meiner Hand, ich versuche mich auf mich zu konzentrieren und mein Bestes zu geben.“ Im Viertelfinale musste sie dann aber um ihr Weiterkommen bangen. Zu den Heats wurde noch einmal an der Strecke gearbeitet, so dass es vor allem in dern Abfahrt nicht mehr ganz so tief war. Aber die Charakteristik der Strecke mit vielen engen Kurven sorgte dafür, dass schnell mal Stürze passierten. So war es auch bei Fähndrich, der Jessie Diggins in einer Spitzkehre von hinten auf den Stock stieg. Trotz Sturz hielt sie den Kontakt zur Gruppe, kam aber zunächst nicht vorbei. Erst auf der kurzen Zielgeraden stürmte sie mit tollem Sprint noch von fünf und auf drei und kam schließlich als Lucky Loser eine Runde weiter.

Sprintweltcup: Drama erster Akt

Maja Dahlqvist (SWE), Nadine Faehndrich (SUI), (l-r) © Thibaut/NordicFocus

Im Halbfinale trafen dann alle drei Kandidatinnen, die noch um den Sprintweltcup kämpften, aufeinander. Nach dem Prolog lag Dahlqvist noch sechs Punkte vor Hagström und zehn Punkte vor Fähndrich. Dass die Nervosität bei einem so engen Kampf groß ist, bewies Maja Dahlqvist, die einen Fehlstart fabrizierte – im Gegensatz zu Hagström war sie aber noch nicht Gelb vorbelastet und zuckte nur die Schultern. Der Lauf selbst war dann so schnell, dass alle drei ins Finale vorrückten wie auch Coletta Rydzek.

Svahn gewinnt Sprint, Dahlqvist die Kugel

Linn Svahn (SWE) © Thibaut/NordicFocus

Im Finale der Damen trafen dann die sechs besten Sprinterinnen der Saison aufeinander, also vier Schwedinnen, Nadine Fähndrich und Coletta Rydzek. Kristine Stavås Skistad hatte freiwillig auf die Reise zum Finale verzichtet und sah keine Chance gegen die Übermacht der ungeliebten Schwedinnen. Von Anfang an bestimmte Linn Svahn das Geschehen, während sich Jonna Sundling und Nadine Fähndrich auf Platz zwei abwechselten. Maja Dahlqvist sah sich zunächst alles von Platz vier an und hielt sich nach ihrem Fehlstart aus allen Problemen heraus. Im schwersten Anstieg griff sie dann an und Fähndrich schien zu spät die Tür zuzumachen. Vorbei kam die Schwedin bis zum höchsten Punkt aber doch nicht und Fähndrich ging als Dritte in die Abfahrt. An die beiden Schwedinnen vorn kam sie aber nicht mehr heran. Nach dem Einzelstart gestern setzte sich Linn Svahn auch im Freistilsprint durch. Jonna Sundling wurde Zweite und Maja Dahlqvist zog auf der kurzen Zielgeraden noch an Fähndrich vorbei und komplettierte damit das Podium. Sie freute sich mehr über den Dreifachsieg als über ihren zweiten Sieg in Lake Placid. „Ja, ich mag es in Lake Placid. Die Zuschauer sind unglaublich. Das sorgt für einen Boost an Motivation an diesem letzten Wochenende. Im Halbfinale lief es für mich nicht so gut, da war ich Letzte vor der Abfahrt ins Stadion. Das war definitiv nicht mein Plan. Aber es war gut, dann im Finale einen guten Sprint zu machen im letzten Saisonsprint. Ich bin sehr zufrieden mit dem weiteren schwedischen Triple“, sagte sie und meinte im Hinblick auf morgen: „Ich werde es auch morgen wieder versuchen, aber die Wettkämpfe sind hart und ich werde langsam müde. Wir werden sehen, ich versuche auch morgen wieder zuzuschlagen.“ Mit ihrem dritten Platz vor Fähndrich und Hagström behauptete Maja Dahlqvist die Führung im Sprintweltcup und setzte sich mit 16 Punkten Vorsprung vor Hagström und 21 Punkte vor Fähndrich durch. die erschöpfte Coletta Rydzek kam abgeschlagen als Sechste ins Ziel.

Pellegrino stürmt früh zum 18. Sieg

Federico Pellegrino (ITA) © Thibaut/NordicFocus

Ansgar Evensen verpasste nach seinem Premieren-Sieg in Drammen einen weiteren Triumph durch einen Sturz im Halbfinale. Zwar wurde Jaume Pueyo für die Behinderung auf den letzten Platz versetzt, das änderte aber nichts an der Besetzung des Finals. Schon am Start beraubte sich Harald Østberg Amundsen um seine Siegchancen, als er am Starttor hängenblieb und stürzte. Zwar konnte er wieder aufschließen, aber nicht mehr um die Podestplätze kämpfen. Zunächst machte Klassiksprinter Anton Grahn das Tempo vor Chanavat, Pellegrino und Heggen, als Heggen und Erik Johansson sich verhakten und stürzten am Fuße des schwersten Anstiegs. Nun suchte Pellegrino sein Heil in der Flucht und riss eine Lücke zu den anderen. Mit einigen Metern Vorsprung ging er in die Abfahrt und war auch von den jagenden Heggen und Grahn nicht mehr einzuholen. Mit seinem 18. Weltcupsieg wurde für ihn ein Traum wahr: „Thank you Lake Placid, that was great! Die Zuschauer haben mich in der Aufwärmwunde motiviert vor dem Prolog. Ich habe im Anstieg angehalten und ich habe die Energie von den Zuschauern aufgesogen. Sie haben gerufen ‚Chicco Pelle, Chicco Pelle'“, erzählte er begeistert. Diese Szene war auch im Fernsehen zu sehen, wie er breitbeinig im Anstieg stand und die Arme ausbreitete. „Dann im Finale konnte ich nicht mehr warten. Ich habe immer davon geträumt als kleiner Junge, auf diese Weise ein Rennen zu gewinnen. Manchmal hätte ich das schon schaffen können, wenn ich in einer super Form war. In manchen Jahre auch nicht. Aber meine Karriere so zu beenden, ist fantastisch. Das bedeutet mir sehr viel, denn der letzte Monat war sehr schwer. Ich konnte es nicht genießen wie ich es wollte. Wie ich es verdient hätte. Heute habe ich das gute Gefühl wiedergefunden, das ich im letzten Monat vermisst habe. Nächste Woche bei mir zu Hause werde ich die letzten Rennen richtig genießen und feiern mit all den Fans und das ist die beste Möglichkeit, eine Karriere zu beenden.“ Wer die weiteren Podestplätze belegt, war lange offen, denn die Jury sah sich noch lange die Bilder der Kollision an. Letztlich gab es aber keine Strafen und Lars Heggen konnte sich über den zweiten Platz vor Anton Grahn freuen, der sein bestes Weltcupresultat in einem Freistilsprint realisierte. Wäre Heggen disqualifiziert worden, wäre Pellegrino sogar noch auf den zweiten Platz im Sprintweltcup vorgerückt. Aber auch ohne diesen Sprung nach vorne bleibt der 35-Jährige mit 18 Weltcupsiegen der erfolgreichste Nicht-Skandinavier aller Zeiten in Sprints. Lucas Chanavat verpasste das Podium als Vierter vor Amundsen und dem gestürzten Erik Johansson, der aber das erste Mal in einem Finale stand. Bei der Siegerehrung erhielten Johannes Høsflot Klæbo, Lars Heggen und Federico Pellegrino Kristallkugel und Medaillen von Kikkan Randall, was besonders der Italiener feierte. 

Vier Deutsche in den Heats

Johanna Hagstroem (SWE), Coletta Rydzek (GER), (l-r) © Thibaut/NordicFocus

Bei Coletta Rydzek war „im Finale der Ofen aus“, wie sie sagte. Unzufrieden war sie aber dennoch nicht. „Ich bin sehr sehr happy, dass ich die Sprintsaison im Finale abschließen konnte. Gerade im Skatingsprint war ich sehr konstant vorne mit dabei und heute waren die besten sechs Mädels von der Sprintwertung im Finale. Da habe ich mich also unter den Besten aufgehalten. Am Schluss im Finale war dann leider der Ofen ein bisschen aus. Am Ende der Saison merkt man körperlich und mental, dass es ein bisschen zäher wird und man sich ganz schön pushen muss, um da ready an der Startlinie zu stehen. Deswegen nehme ich das mit, dass es wieder eine super Sprintsaison war und ich super viel erreicht habe. Ich habe Konstanz gezeigt, mehrere Podien und ich bin super super happy mit allem und dem Tag heute“, so Rydzek. Neben der Oberstdorferin hatten es auch drei weitere Deutsche unter die besten 30 geschafft. Laura Gimmler schied allerdings als Vierte ihres Viertelfinals aus und wurde 19. Bei den Herren hatte Jan Stölben Heat eins gewählt, der diesmal nicht von Klæbo, Chanavat oder Pellegrino besetzt wurde. Stattdessen zog er gegen Grahn und Heggen den Kürzeren und schied als Lauf-Dritter knapp aus, was Rang 16 bedeutete. U23-Vize-Weltmeister Elias Keck war in einem Lauf mit Pellegrino, der von hinten mit großen weit ausladenden Schritten überholte, so dass für Chappaz und Keck daneben nicht viel Platz blieb. Der Franzose stürzte, was aber nicht als Behinderung gewertet wurde. Elias Keck kam in der nächsten Kurve auf den Innenski und kam alleinverschuldet zu Fall, so dass er den Sprint als 24. beendete.

Weber und Alder in den Halbfinals dabei

Roman Alder (SUI) © Thibaut/NordicFocus

Die Schweizer brachten neben Fähndrich noch zwei weitere Athleten ins Halbfinale. Anja Weber lag sogar auf Finalkurs, wurde aber in der langgezogenen letzten Kurve, vor der Kikkan Randall im Vorab-Interview gewarnt hatte, weit nach außen getragen und kam aus dem Gleichgewicht, so dass die Zürcher Oberländerin als Elfte das Finale verpasste. Für Roman Alder war das Erreichen des Halbfinals definitiv ein Erfolg. Der Bündner aus Pontresina schaffte es erstmals ins Halbfinale und wurde ebenfalls Elfter. Insgesamt hatte das Schweizer Team heute aber viel Sturzpech. Neben Nadine Fähndrich im Viertelfinale erwischte es auch Lea Fischer und Valerio Grond, während Janik Riebli am Ende des Viertelfinals die Kraft ausging. Alle drei wie auch Alina Meier und Noe Näff schieden im Viertelfinale aus wie auch die Österreicher Magdalena Scherz und Benjamin Moser. Der Mauracher war zuletzt in beeindruckender Form gewesen, hatte aber im Endspurt nichts mehr zuzusetzen.

=> Ergebnis Sprint Freistil Damen
=> Weltcupstände Damen

=> Ergebnis Sprint Freistil Herren
=> Weltcupstände Herren

 

 

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