Langlauf Weltcup Québec: Saison endet mit Mini-Tour beim Weltcup-Finale - xc-ski.de Langlauf

Langlauf Weltcup Québec: Saison endet mit Mini-Tour beim Weltcup-Finale

Langlauf Weltcup auf den Plains of Abraham in Quebec (CAN) © Modica/NordicFocus

Endspurt im Langlauf Weltcup! Zum Abschluss der Saison wird im kanadischen Québec eine Mini-Tour ausgetragen, die aus einem Sprint und zwei Distanzrennen besteht.

Mini-Tour in Québec City mit 350 Weltcup-Punkten

Weiter rollt der Langlauf-Tross zur letzten Etappe der Weltcup-Saison nach Kanada. Dort im Südosten des Landes am Sankt-Lorenz-Strom nicht weit von den USA liegt Québec. Schon 2012 fand an den historischen Mauern der Altstadt der 500.000 Einwohner-Stadt ein Sprint-Weltcup statt, 2016 machte die Ski Tour Canada mit Etappe drei und vier Station und 2017 wurde hier das Weltcup-Finale ausgetragen. Beim Heim-Weltcup von Alex Harvey, der am Sonntag wie einige andere Athleten seine Karriere beenden wird, stehen mit Freistilsprint, Klassik-Massenstart und Freistil-Verfolgung auf dem Programm – also exakt dieselben Wettkämpfe wie vor zwei Jahren, als Québec das Weltcup-Finale kurzfristig von Tjumen erbte, die die Rennen wegen des McLaren-Reports abgeben mussten. Eine Menge Preisgeld und insgesamt 350 Weltcuppunkte gibt es noch zu gewinnen, so dass in den Weltcup-Wertungen noch fast alles offen ist: 200 Punkte gibt es für den Gesamtsieg, plus jeweils 50 für die beste Zeit bei den Einzeletappen. Vor Ort sind mehr als 150 Athleten aus 20 Nationen.

 

Strecken auf historischer Plains of Abraham

Aufgrund der großen historischen und architektonischen Bedeutung erklärte die UNESCO die Altstadt Québecs 1985 zum Weltkulturerbe – als einzige von Mauern umgebene Siedlung nördlich von Mexiko (auf dem amerikanischen Kontinent). Die Wettkämpfe finden vor den Plains of Abraham (frz. Plaines d’Abraham, dt. Abraham-Ebene) statt, eine der größten historischen Plätze des Landes. Heute ist es eine bedeutende Parkanlage mit im Winter 11 Kilometer Loipennetz, 1759 war sie Schauplatz des ‘Battle of the Plains of Abraham’, einer Schlacht zwischen französischen und britischen Truppen. Québec ist die Heimat von Weltcup-Starter Alex Harvey und seinem Vater Pierre, ebenfalls Olympionike im Langlauf. Die Strecken in Québec City sind aus den letzten Jahren bekannt und nicht allzu schwer. Dennoch gab es vor allem im Sprint viele Stürze bei Positionskämpfen. Die Sprintstrecke beinhaltet zwei größere Anstiege und zwei Wellen sowie eine leicht ansteigende Zielgerade. Die Distanz-Runde für beide Wettkampftage hat mehrere Anstiege mit jeweils bis zu 25 Höhenmetern. Vom höchsten Punkt der Strecke am Cap Diamant hat man einen tollen Blick auf den St-Lorenz-Strom, die Stadtmauern der Altstadt, den Martello-Tower (einen kleinen runden Wehrturm des British Empire aus dem 19. Jahrhundert, heute ein Museum) sowie den Start- und Zielbereich.

 

Spannender Kampf um die Kristallkugeln

Nach den „vielen Silbermedaillen“ bei den Weltmeisterschaften in Seefeld ist Alexander Bolshunov sehr motiviert, endlich einen großen Erfolg einzufahren. Nur 14 Punkte trennen den Russen von Johannes Høsflot Klæbo und das Restprogramm spricht eher für den Russen, wenn er im Sprint nicht allzu früh ausscheidet – den letzten Freistilsprint in Falun hatte er als guter Neunter beendet. Die kleine Kristallkugel für den Sprint hat der Norweger mit 195 Punkten Vorsprung aber schon längst sicher – vielleicht erinnert ihn diesmal jemand daran, das empfindliche Handgepäck nicht wieder im Flugzeug zu vergessen wie bei seinem ersten erfolg vor zwei Jahren. Auch Alexander Bolshunov hat einmal Kristall bereits sicher, seit dem Gewinn am Holmenkollen ist ihm der Distanz-Weltcup nicht mehr zu nehmen. Ähnlich ist es bei Therese Johaug, für die seit Falun ebenfalls die Distanzkugel in trockenen Tüchern ist. Spannend ist es weiterhin im Sprint-Weltcup, wo Stina Nilsson und Maiken Caspersen Falla 33 Punkte trennen. Das hieße zum Beispiel, wenn Falla gewinnt, würden Nilsson 18 Punkte für Platz 14 reichen, um die Führung nicht noch aus der Hand zu geben. Im Gesamt-Weltcup liefern sich Ingvild Flugstad Østberg und Natalia Nepryaeva ein Kopf-an-Kopf-Rennen, aber seit Falun schlägt das Pendel deutlich zu Gunsten der Norwegerin aus, die mit 97 Punkten führt. Die Russin verpasste im Sprint von Falun wegen Magenkrämpfen das Viertelfinale und musste auch einen Start im Distanzrennen absagen. Für Kanada steht sie allerdings wieder im Aufgebot. Für beide wäre es der erste Gewinn des Gesamtweltcups wie auch für Bolshunov. 

 

 

Stars größtenteils am Start

Wie das deutsche Team reisen auch die Russen mit verkleinertem Team von vier Damen und fünf Herren und nur ihren Top-Athleten zum Weltcup-Finale. Sergey Ustiugov musste die Saison nach den Weltmeisterschaften wegen einer Operation an der Gallenblase vorzeitig beenden, nachdem er in Seefeld immer wieder starke Magenschmerzen hatte. Die Norweger sind dagegen in geballter Formation vertreten und nutzen mit zehn Damen und zehn Herren die gesamte Startquote aus. Nicht dabei ist Martin Johnsrud Sundby, der nach seinem zweiten Platz in Falun „die Saison mit einem guten Gefühl beenden“ wollte und deswegen auf einen Start verzichtet. Das schwedische Team wurde wegen der frühzeitigen Abreise am Montag schon vor dem Heim-Weltcup benannt und nach ihrem enttäuschenden Abschneiden in Falun warf Hanna Falk das Handtuch und verzichtete auf Kanada. Nach ihrer Absage traten noch acht Damen und acht Herren die Reise an – etwa zur Hälfte Sprinter und Distanz-Spezialisten, darunter Frida Karlsson, die sich erneut beweisen darf.

 

Größtenteils sehr nass und windig, live in ARD oder Euro

Zum Saisonende wird es noch einmal ungemütlich für die Sportler. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt kommt es in den nächsten Tagen immer wieder zu Schneeregen-Schauern. Freitag beim Sprint wird es sehr stürmisch und  es (schnee-)regnet sehr stark, später am Tag soll der Niederschlag in Schnee oder Graupel übergehen. Da heißt es, gesund zu bleiben, um auch die letzten beiden Etappen noch bestreiten zu können. Für die Massenstarts am Samstag sind kurze Regen- oder Schneeregen-Schauer angesagt mit weiterhin viel Wind. Besser wird es erst am Sonntag bei der Schlussetappe, wo nach aktueller Vorhersage ein Sonne-Wolken-Mix erwartet wird. Alle Rennen gibt es live im Free-TV zu sehen, die Sprints auf Eurosport, alle Distanzrennen in kompletter Länge in der ARD und teilweise auf Eurosport. Als Alternative für unterwegs empfiehlt sich wie immer der Eurosport Player.

 

 

Québec im Überblick (alle Zeiten MEZ)

Freitag, 22. März 2019
15:50 Uhr: Qualifikation Sprint FT
18:20 Uhr: Finalläufe Sprint FT

Samstag, 23. März 2019
14:15 Uhr: 10km KT Massenstart Damen
16:00 Uhr: 15km KT Massenstart Herren

Sonntag, 24. März 2019
14:30 Uhr: 10km FT Handicap Damen
15:45 Uhr: 15km FT Handicap Herren

 

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