Ein Nordischer Kombinierer springt über die Olympischen Ringe.
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Nordische Kombination: Das Warten geht weiter

Noch immer hat die Nordische Kombination keine Klarheit über ihre Zukunft. Die für Ende Juni erwartete Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wurde erneut verschoben. Damit ist weiter unklar, ob die Nordische Kombination zukünftig weiterhin olympisch bleiben wird.

Entscheidung vertagt

Das Symbol der Olympischen Spiele im winterlichen Schneetreiben
Das Symbol der Olympischen Spiele im winterlichen Schneetreiben © Sandra Volk

Eigentlich war die Entscheidung, die bereits zuvor mehrfach verschoben worden war, für Ende Juni erwartet worden. Am 24.-25. Juni 2026 trifft sich das IOC zu einem außerordentlichen Meeting in Lausanne (SUI). In dessen Rahmen war auch die Verkündung über die Zukunft der Nordischen Kombination erwartet worden. Nun veröffentlichte das IOC auf seiner Internetseite einen Artikel, in dem es heißt, eine Entscheidung über die endgültige Festlegung der Disziplin- und Wettkampfprogramme sowie der Athletenquoten werde „voraussichtlich in den nächsten Wochen nach der IOC-Session vom IOC-Exekutivkomitee getroffen“. In dem Artikel, in dem es in erster Linie um eine andere Sportart geht, wird die Nordische Kombination nicht einmal erwähnt. Jedoch heißt es weiter: „Derzeit findet eine vollständige Überprüfung des Disziplinenprogramms statt, um die Disziplinen zu bewerten, die bei den French Alps 2030 basierend auf den Daten von Milano Cortina 2026 aufgenommen werden sollen.“

Es geht um „Attraktivität“

Die Wettkämpfe der Nordischen Kombination bei den Olympischen Spielen von Milano Cortina 2026 waren gut besucht.
Die Wettkämpfe der Nordischen Kombination bei den Olympischen Spielen von Milano Cortina 2026 waren gut besucht. © Sandra Volk

Ursprünglich war die Entscheidung über die Zukunft der Nordischen Kombination bereits für September 2025 geplant gewesen, dann jedoch auf einen Zeitraum nach den Spielen von Milano Cortina 2026 verschoben worden. Dort besuchten mehrere IOC-Vertreter die Wettkämpfe der Kombinierer und zeigten sich beeindruckt. Allerdings geht es wohl nicht nur um den rein sportlichen Wert der Disziplin. „Die Entscheidung wird auf einer systematischen Überprüfung der Milano Cortina 2026-Daten basieren,“ schreibt das IOC in seiner Mitteilung. Und führt weiter aus: „Dazu gehört eine globale Attraktivitätsstudie mit 14 Indikatoren in den Bereichen Fernsehen, Digital, öffentliches Interesse, Zuschauerzahlen und Medienberichterstattung, die die Beliebtheit von Sportarten, Disziplinen und Veranstaltungen bewertet. Die Studie deckt wichtige Märkte auf allen fünf Kontinenten ab und verwendet eine einheitliche Methodik – wie bei den vorherigen Ausgaben der Olympischen Spiele. Alle Daten werden von einer unabhängigen dritten Partei gesammelt und validiert.“

IOC braucht „mehr Zeit“

Eero Hirvonen (FIN) und Ilkka Herola (FIN) werden von den zahlreichen Zuschauern in Milano Cortina 2026 begeistert gefeiert.
Eero Hirvonen (FIN) und Ilkka Herola (FIN) werden von den zahlreichen Zuschauern in Milano Cortina 2026 begeistert gefeiert. © Sandra Volk

Diese Methodik basiere „auf vier Kernprinzipien: Fairness, Belastbarkeit, Gründlichkeit und Konsistenz. Weitere wichtige Kriterien sind Universalität, Teilnahme sowie die Entwicklung der zu bewertenden Sportarten und Disziplinen, im Einklang mit den sechs vom IOC-Exekutivkomitee genehmigten Bewertungsthemen für das Programm der Französischen Alpen 2030.“ Der überarbeitete Zeitplan sorge dafür, „dass das IOC-Exekutivkomitee genügend Zeit hat, alle verfügbaren Daten zu den bestehenden und vorgeschlagenen Disziplinen gründlich zu prüfen.“ Dabei geht es nicht nur um die Nordische Kombination, sondern unter anderem auch um das in Milano Cortina 2026 erstmals eingeführte und vom französischen Olympischen Komitee für 2030 ebenfalls gewünschte Ski Mountaineering.

FIS-Renndirektor optimistisch

Renndirektor Lasse Ottesen (FIS)
Renndirektor Lasse Ottesen (FIS) © Sandra Volk

Kurz vor der geplanten Entscheidung des IOC zeigt sich der FIS-Renndirektor der Nordischen Kombination, Lasse Ottesen (NOR), optimistisch: „Mein aktuelles Gefühl ist gut,“ sagte er kürzlich im Interview auf der FIS-Webseite. „Innerhalb der FIS und in der gesamten Nordischen Kombinations-Community wissen wir, wie stark der Sport gewachsen ist und wie viel getan wurde, um dieses Wachstum nachhaltig zu gestalten. Wir wissen, dass wir unseren Teil dazu beigetragen haben, und deshalb freuen wir uns auf die Entscheidung des IOC.“  – „Die Nordische Kombination repräsentiert den ultimativen Wintersportler. Sie steht im Kern des nordischen Skilaufs und verbindet spannende Wettbewerbe über zwei verschiedene Austragungsorte [Schanze und Loipe, d. Red.] hinweg.“ Dies schienen auch die Verantwortlichen des IOC in Milano Cortina 2026 gesehen zu haben – bleibt zu hoffen, dass sich das auch in den erhobenen Daten widerspiegelt.