Einar Luraas Oftebro (NOR), Jens Luraas Oftebro (NOR), Julian Schmid (GER), (l-r)
Nordische Kombination Weltcup News

Nordische Kombination: Podium für Armbruster und Schmid

Nathalie Armbruster (GER) und Julian Schmid (GER) haben beim Wettkampf der Nordischen Kombination in Oberhof (GER) jeweils den dritten Platz belegt. Bei den Damen siegte Ida Marie Hagen (NOR) vor Minja Korhonen (FIN). Bei den Männern sorgten die Brüder Jens und Einar Luraas Oftebro (NOR) für einen Doppelsieg.

Simon Mach starker Fünfter nach dem Sprung

Simon Mach (GER)
Simon Mach (GER) © Sandra Volk

Der Wettkampf der Männer begann aus deutscher Sicht mit einer kleinen Überraschung. Simon Mach vom TSV Buchenberg platzierte sich mit einem starken Sprung auf 98,5 Meter (133,8 Punkte/ + 0:50 min) auf Rang fünf und damit in der Spitzengruppe des Feldes. Um ihn herum illustre Namen: Wieder einmal waren mehrere Österreicher vorn. Diesmal war es Franz-Josef Rehrl, der sich mit 103 Metern (146,2 Punkte) an die Spitze setzte. Sein Landsmann Thomas Rettenegger, im blauen Trikot des besten Springers, lieferte den weitesten Sprung des Tages mit 104 Metern, bekam allerdings nur 141,6 Punkte dafür und rangierte sich 18 Sekunden hinter dem Spitzenreiter ein. Sein Bruder Stefan wiederum sprang ebenfalls über 100 Meter weit. 101,5 Meter reichten für Platz vier (+ 0:47 min).

Oftebros in Schlagdistanz

Einar Luraas Oftebro (NOR), Jens Luraas Oftebro (NOR), (l-r)
Einar Luraas Oftebro (NOR), Jens Luraas Oftebro (NOR), (l-r) © Sandra Volk

Dazwischen jedoch platzierte sich als Dritter und 40 Sekunden hinter der Spitze Einar Luraas Oftebro. Der Norweger, der am vergangenen Wochenende in Otepää erstmals auf dem Podium stehen konnte und seither an jeder Siegerehrung beteiligt war, schien nahtlos daran anknüpfen zu wollen. Mit 98 Metern brachte sich der 27-Jährige in Schlagdistanz. Dies galt beinahe noch mehr für seinen Bruder Jens, der am Vortag in Oberhof den Compact-Wettbewerb gewinnen konnte. Im Gundersen hatte er als Sechster hinter Mach mit 52 Sekunden Rückstand allerdings deutlich mehr Arbeit vor sich. Mit Paul Walcher, der punktgleich mit Marco Heinis (FRA) auf Rang sieben lag, landete sogar ein vierter Österreicher unter den besten Zehn. Überraschend stark auch Niklas Malacinksi: Der Amerikaner sprang 98 Meter und rangierte auf Platz neun vor Ryota Yamamoto (JPN).

Spitzenreiter im vorderen Mittelfeld

Johannes Rydzek (GER)
Johannes Rydzek (GER) © Sandra Volk

Weltcup-Spitzenreiter Johannes Lamparter (AUT) dagegen war mit seinem Sprung nicht ganz zufrieden. 94,5 Meter reichten diesmal nur für Platz 13, 1:11 Minuten hinter Rehrl. Damit startete er zeitgleich mit Julian Schmid (GER) ins Rennen, der ebenso 95 Meter sprang wie der direkt hinter ihm platzierte Wendelin Thannheimer (GER). Lokalmatador Richard Stenzel und Terence Weber (GER) folgten unmittelbar nach Thannheimer auf den Rängen 16 und 17. Nur für Platz 23 reichte es für Johannes Rydzek (GER). Der Oberstdorfer hatte bereits 1:28 Minuten Startrückstand, war damit aber noch besser platziert als Vinzenz Geiger (GER), der mit 93,5 Metern auf Platz 27 (+ 1:40 min) flog.

Erster Doppelsieg der Oftebros

Einar Luraas Oftebro (NOR), Jens Luraas Oftebro (NOR), (l-r)
Einar Luraas Oftebro (NOR), Jens Luraas Oftebro (NOR), (l-r) © Sandra Volk

Jens Oftebro, der 52 Sekunden hinter Rehrl und zwölf Sekunden hinter seinem Bruder Einar ins Rennen gegangen war, lief bereits in der Anfangsphase zu seinem älteren Bruder auf. Im Verbund mit den beiden Rettenegger-Brüdern machten die beiden Jagd auf Rehrl, der nach vier von zehn Kilometern eingeholt war. Den Oftebros gelang es, sich von den Retteneggers zu lösen und ihren Vorsprung auf bis zu 21 Sekunden aufzubauen, bevor Jens den Turbo zündete. In Runde drei verschärfte er das Tempo und ließ nun auch Bruder Einar zurück. Obwohl er auf der Zielgeraden sogar noch austrudelte, verzeichnete er die schnellste Laufzeit des Rennens mit 27:49,0 Minuten. Bruder Einar, der sichtlich erschöpft ins Ziel fiel, rettete Platz zwei, 27,8 Sekunden hinter seinem jüngeren Bruder. „Er war wirklich stark und hat weitergekämpft, aber die Bedingungen heute waren extrem schwer, und das lag mir wirklich gut – ich habe einfach versucht, von Anfang an ein hartes Tempo zu halten“, sagte Jens nach seinem neunten Sieg im Einzel-Weltcup, der ihn nach elf von insgesamt 17 geplanten Wettbewerben auf den dritten Platz in der Gesamtwertung katapultierte.

Viertes Podium in Folge für Einar Oftebro

Stefan Rettenegger (AUT), Jens Luraas Oftebro (NOR), Thomas Rettenegger (AUT), Einar Luraas Oftebro (NOR), Franz-Josef Rehrl (AUT), (l-r)
Stefan Rettenegger (AUT), Jens Luraas Oftebro (NOR), Thomas Rettenegger (AUT), Einar Luraas Oftebro (NOR), Franz-Josef Rehrl (AUT), (l-r) © Sandra Volk

Nach seinem ersten Podium in Otepää, gefolgt von seinem ersten Sieg, scheint Einar Oftebro Gefallen gefunden zu haben an Top Drei-Ergebnissen. „Ich habe nach der ersten Runde gemerkt, dass Jens einen dieser verrückten Tage erwischt hat, also habe ich einfach versucht, so lange wie möglich mitzuhalten“, sagte er. „Er war ein bisschen nett und hat mich zumindest für zwei Runden mitgetragen, und dann ist er in der vorletzten Runde davongezogen. Zum Glück konnte ich vor der Gruppe dahinter bleiben, aber es war ein wirklich hartes Rennen, ein schwerer Kurs und harte Bedingungen, daher bin ich wirklich glücklich über den zweiten Platz.“

Schmid kämpft sich aufs Podium

Julian Schmid (GER), Johannes Lamparter (AUT), (l-r)
Julian Schmid (GER), Johannes Lamparter (AUT), (l-r) © Sandra Volk

Hinter den beiden Führenden bildete sich im Rennverlauf eine große Verfolgergruppe, in der sich viele starke Läufer befanden. Zuerst wurde Rehrl von der Gruppe geschluckt, kurz darauf auch Thomas Rettenegger. Stefan Rettenegger, der zuvor durch einen Sturz gebremst wurde und dadurch wertvolle Zeit und Kraft verlor, lag bis einen Kilometer vor dem Ziel an der dritten Position. Im letzten Anstieg wurde auch er schlussendlich von Lamparter und Schmid eingeholt. Während sich Schmid im Zielsprint dann den dritten Platz sicherte, landeten Johannes Lamparter und Stefan Rettenegger auf den Plätzen vier und fünf. Thomas Rettenegger schaffte es als Neunter ebenso noch in die Top Ten, Franz-Josef Rehrl wurde 20. Johannes Rydzek lief ebenfalls ein beherztes Rennen und arbeitete sich bis auf den siebten Platz nach vorn, knapp hinter dem Finnen Ilkka Herola und vor Kristjan Ilves. Vinzenz Geiger machte ebenfalls 16 Positionen gut und beendete das Rennen als Elfter hinter Andreas Skoglund (NOR).

Zwischenstand Sprung Herren
Endergebnis Herren
Weltcupstand Herren

Korhonen gewinnt Springen

Minja Korhonen (FIN)
Minja Korhonen (FIN) © Sandra Volk

Minja Korhonen (FIN) etabliert sich immer mehr in der Spitzengruppe der Kombiniererinnen. Im Gundersen konnte sie erstmals in ihrer Karriere den Sprungdurchgang für sich entscheiden. Mit 98,5 Metern setzte sie sich gegen Alexa Brabec (USA) durch – auch, weil ihr Trainer auf eine Anlaufverkürzung entschieden hatte, was ihr Bonuspunkte einbrachte. Außerdem gelang ihr so eine saubere Landung. Brabec sprang mit 101,5 Metern zwar drei Meter weiter als Korhonen, konnte jedoch keinen sauberen Telemark setzen und büßte in den Haltungsnoten gegenüber Korhonen fünf Punkte ein. Ihr Rückstand betrug 14 Sekunden. Spitzenreiterin Ida Marie Hagen (NOR) sprang 98,5 Meter und wurde Dritte, 20 Sekunden hinter der Finnin. Auf Platz vier die beste Deutsche: Nathalie Armbruster sprang ebenfalls starke 97,5 Meter und ging 25 Sekunden nach Korhonen in die Loipe. Hinter Lena Brocard (FRA) als Fünfter folgte ein österreichisches Trio mit Katharina Gruber, Lisa Hirner und Claudia Purker, gefolgt von Yuna Kasai (JPN) und Annika Malacinksi (USA). Jenny Nowak (GER) lag auf Rang 13.

Armbruster erneut auf dem Podium

Nathalie Armb­ruster (GER)
Nathalie Armb­ruster (GER) © Sandra Volk

Hagen, die nur sechs Sekunden hinter Brabec ins Rennen ging, überholte diese bereits nach 800 Metern und machte Boden gut auf Korhonen. Bereits vor dem ersten Stadiondurchlauf hatte sie diese überholt. Korhonen versuchte ihr Bestes, an der Norwegerin dranzubleiben, konnte das Tempo jedoch nicht mitgehen. Hagen setzte sich um bis zu 23 Sekunden von der Finnin ab und lief ungefährdet ihrem siebten Sieg in Serie entgegen. „Ich liebe Oberhof wirklich, es ist so cool, hier anzutreten, auch wenn der Kurs heute schwieriger war,“ sagte die Siegerin. Korhonen lief ihr eigenes Tempo und sicherte sich Platz zwei, für sie ebenfalls bereits die fünfte Podiumsplatzierung in Folge. Hinter ihr hatte Armbruster bereits früh Brabec überholt, doch die Amerikanerin ließ sich nicht abschütteln. Erst in der Schlussphase gelang es Armbruster, sich ein wenig abzusetzen und das Rennen als Dritte zu beenden.

Drei Österreicherinnen in den Top Ten

Ida Marie Hagen (NOR)
Ida Marie Hagen (NOR) © Sandra Volk

Während die ersten vier Plätze unerreichbar für die Österreicherinnen blieben, entfachte sich dahinter ein Kampf um Platz fünf. Gruber und Hirner liefen lange Zeit gemeinsam, bereits kurz nach Start hatten sie die Französin Lena Brocard eingeholt. Dieses Trio lief bis einen Kilometer vor Schluss gemeinsam, ehe sich Gruber und Brocard von Hirner leicht absetzen konnten. Auf den letzten Metern hängte Gruber Brocard ab und durfte im Ziel über Platz 5 jubeln. „Ich bin richtig zufrieden mit meinem Rennen, ich habe unglaubliche Ski gehabt. Auch auf der Schanze ist es mir heute besser geglückt. Ich habe versucht, mit Lisa so gut es geht mitzugehen. Zum Schluss ist es nochmal richtig knapp geworden gegen Lena, ich bin happy, dass ich den fünften Platz nach Hause laufen konnte“, so Katharina Gruber. Hirner wurde Siebte hinter Brocard. Ema Volavsek (SLO) wurde Achte vor Claudia Purker (AUT) und Yuna Kasai (JPN).

Zwischenstand Sprung DamenEndergebnis DamenWeltcupstand Damen

Stimmen zum Wettkampf

Ida Marie Hagen (NOR)„Heute war großartig und ich freue mich sehr auf Seefeld. Dieser Sieg gibt mir Selbstvertrauen, aber ich muss weiterhin hart arbeiten. Das Sprungniveau ist jetzt wirklich gut, also muss ich meine Arbeit richtig machen, und ich hoffe, dass es auch ein schönes Wochenende in Österreich wird. Dieses Wochenende war fantastisch und es war schön, Maria (Gerboth) wieder hier zu sehen, auch wenn sie nicht antritt, ist es schön, sie um sich zu haben.“

Minja Korhonen (FIN)„Es war auf jeden Fall ein erfolgreiches Wochenende hier in Oberhof. Der Kurs ist wirklich anspruchsvoll und wir hatten heute ein paar kleine Änderungen, wodurch es noch schwieriger als gestern wurde. Ich habe heute wirklich alles gegeben. Aber es war schön, dass ich auch in meinem eigenen Tempo laufen konnte und noch einen ziemlich guten Abstand nach hinten hatte.“

Nathalie Armbruster (GER)„Das allererste Mal in Oberhof war einfach unglaublich. Zwei Podestplätze für mich und eine so besondere Atmosphäre, so viele Wintersportfans, so viele Nordische Kombinations-Fans. Ich bin ehrlich beeindruckt und das Publikum war einfach fantastisch.“

Jens Luraas Oftebro (NOR)„Es war ein perfektes Wochenende für mich, besonders im Skispringen. Jeder Sprung war unter die Top Ten, fünf und vier bei den Wettbewerbssprüngen. Ich bin wirklich zufrieden mit meinem Springen und konnte einfach so schnell gehen, wie ich weiß, dass ich kann. Heute waren die Bedingungen super schwierig, und das hat mir wirklich gut gepasst, also war es umso erstaunlicher, den Erfolg mit einem Doppelsieg abzuschließen, wobei mein Bruder auf dem zweiten Platz landete. Einfach wirklich schön! Ich hoffe, dass ich auch in Seefeld und bei den Olympischen Spielen gut auftreten kann, also bin ich ziemlich motiviert und freue mich darauf.“

Einar Luraas Oftebro (NOR)„Ich wusste nach der ersten Runde, dass Jens einen dieser unglaublichen Tage hatte, also habe ich einfach versucht, so lange wie möglich zu folgen, und er war ein bisschen gnädig mit mir, um mich wenigstens zwei Runden lang zu tragen. Dann zog er in der vorletzten Runde davon, sodass ich zumindest in der Gruppe dahinter vorne bleiben konnte, aber es war ein wirklich hartes Rennen mit einer schwierigen Strecke und auch harten Bedingungen, deshalb bin ich wirklich glücklich, Zweiter geworden zu sein.“

Julian Schmid (GER)„Es war heute wirklich hart. Ich wusste schon vor dem Rennen, dass natürlich die beiden Norweger wegziehen werden und es nur um den dritten Platz geht. Am Ende der dritten Runde dachte ich, okay, jetzt ist der Abstand zwischen uns ziemlich gut, also habe ich in der letzten Runde das Tempo erhöht. Es war ein knapper Zieleinlauf mit Johannes Lamparter auf einer heute wirklich harten Strecke und es war gut für mich selbst. Am Ende bin ich wirklich glücklich über den dritten Platz.“

Johannes Lamparter (AUT)„Es war heute ein bärenstarkes Langlaufrennen von mir, wirklich ein cooler Tag auf der Loipe. Leider habe ich auf der Schanze etwas gemurkst, schade dass es noch nicht zusammen gepasst hat. Julian ist im Zielsprint richtig schnell, ich kann mir eigentlich nichts vorwerfen. Mit den Plätzen zwei und vier in Oberhof resümiere ich positiv. Vor allem ist es ein richtig toller Ort mit super Fans, es hat großen Spaß gemacht hier Rennen zu laufen. Jetzt freue ich mich auf eine kurze Pause und dann auf das Triple in Seefeld.“

Stefan Rettenegger (AUT)„Ich bin schon sehr enttäuscht, es hat heute wieder nicht zusammen gepasst. Der Sprung war wirklich gut und dann stürze ich leider im Langlauf. Ich hätte mir heute einiges zugetraut, aber nach dem Sturz schießt so das Laktat ein, da war dann kurz komplett der Schwung draußen. Ich habe dann nur mehr probiert, gut herum zu kommen. Vielleicht spar ich mir den perfekten Wettkampf noch für einen speziellen Tag auf.“

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