Johannes Rydzek (GER), Nathalie Armbruster (GER), (l-r)
Nordische Kombination Weltcup News

Nordische Kombination: Rydzek und Armbruster erkämpfen Podestplatz

Nathalie Armbruster (GER) und Johannes Rydzek (GER) haben im ersten Mixed Team Sprint in der Nordischen Kombination in Lahti den dritten Platz belegt. Der Sieg ging nach Norwegen, gefolgt von Finnland. Die Diagnose für den verletzten Wendelin Thannheimer liegt vor.

Finnland I in Pole Position

Minja Korhonen (FIN), Ilkka Herola (FIN), (l-r)
Minja Korhonen (FIN), Ilkka Herola (FIN), (l-r) © Sandra Volk

Beflügelt von den jüngsten Erfolgen setzten die Finnen ihren Höhenflug fort – im wahrsten Sinne des Wortes. Sowohl Minja Korhonen als auch Ilkka Herola gelang in ihren Gruppen der jeweils zweitbeste Sprung von der Großschanze, kumuliert reichte es dann für Platz eins. Korhonen kam auf 116 Meter, die zweitgrößte Weite in der Gruppe der Frauen. Den weitesten Sprung erzielte Alexa Brabec (USA), sie kam mit einer Luke weniger Anlauf auf starke 123 Meter. Bei den Männern sprangen Ryota Yamamoto (JPN) und Einar Luraas Oftebro (NOR) mit jeweils 130,5 Metern am weitesten, allerdings hatte Oftebro mit Luke 18 noch drei Luken mehr Anlauf als Yamamoto. Herolas Trainer beantragte für seinen Athleten eine weitere Verkürzung auf Luke 14. Dennoch kam der Finne auf 130 Meter. Johannes Lamparter (AUT) als letzter Starter fuhr sogar aus Luke 13 an und erzielte mit 128,5 Metern den drittbesten Sprung in der Gruppe der Männer. Yamamotos Sprung brachte Japan auf den dritten Zwischenrang, trotz eines kürzeren Sprungs von Weltmeisterin Yuna Kasai. Das erste deutsche Team mit Johannes Rydzek und Nathalie Armbruster sprang auf den vierten Zwischenrang, sie lagen 25 Sekunden hinter den Führenden. Auf dem fünften Platz folgte bereits das zweite finnische Team mit Heta Hirvonen und Otto Niittykoski. Sie platzierten sich noch vor den besten Österreichern mit Lisa Hirner und Johannes Lamparter.

Norwegen zu stark

Jens Luraas Oftebro (NOR), Ida Marie Hagen (NOR), (l-r)
Jens Luraas Oftebro (NOR), Ida Marie Hagen (NOR), (l-r) © Sandra Volk

Finnland und die USA konnten ihre Spitzenposition nur während der ersten Runden halten, dann machte Ida Hagen ernst. Nach dem dritten Wechsel erhöhte sie das Tempo, übernahm die Spitze und zog davon. Ihrer schnellsten Laufzeit bei den Frauen (13:33,5 min für 6 km) stand ihr Teamkollege Jens Oftebro nur minimalst nach. Seine 11:18,1 Minuten wurden nur um 0,4 Sekunden getoppt – von seinem eigenen Bruder Einar. Letzterer konnte damit sowohl die größte Weite auf der Schanze als auch die schnellste Laufzeit in einem Wettbewerb verbuchen. Dennoch sollte es für ihn und Teamkollegin Marte Leinan Lund am Ende knapp nicht für das Podium reichen. Dies eroberten Rydzek und Armbruster. Während Hagen den Sieg für Norwegen ungefährdet nach Hause lief, konnte sich das finnische Team mit Platz zwei über ein weiteres hervorragendes Ergebnis freuen. Sie kamen 18,8 Sekunden nach den Siegern ins Ziel. Armbruster dagegen hielt sich Leinan Lund vom Leib und sicherte 25,1 Sekunden hinter Platz eins und knapp vier Sekunden vor den zweiten Norwegern Platz drei. Österreich I wurde Fünfter, Österreich II Zehnter vor dem zweiten deutschen Team mit Vinzenz Geiger und Ronja Loh.

Kindheitsträume gehen in Erfüllung

 

Sowohl für Korhonen als auch Armbruster ging mit dem Podestplatz ein Traum in Erfüllung, konnten doch beide gemeinsam mit ihren einige Jahre älteren früheren Idolen und heutigen Teamkameraden auf dem Podium stehen: „Es war ein wunderbares Wochenende. Zusammen mit Ilkka auf dem Podium zu stehen, war ein Traum von mir, seit ich eine junge Nordische Kombiniererin war. Wir kommen beide aus einem kleinen Dorf neben Kuopio und es ist so schön und lustig, dass wir zusammen an der Spitze sein können, obwohl wir vom gleichen kleinen Ort kommen,“ sagte Korhonen. Dasselbe galt für Armbruster: „Wir sind so unglaublich glücklich und es ist einfach erstaunlich, mit Johannes auf dem Podium zu stehen. Ich wollte heute wirklich, wirklich mit ihm auf dem Podium stehen, aber es war ein so harter Kampf, aber ich denke, es war ein unglaubliches Rennen. Mixed Team Sprint – das können wir definitiv öfter machen.“ Ida Hagen und Jens Oftebro, die beide etwa gleich alt sind, sind dagegen quasi zusammen aufgewachsen: „Damals habe ich mit den Jungs und mit Jens trainiert, vielleicht vor 10 bis 15 Jahren. Dann erzählte er mir, dass er immer mit denselben Leuten aufholen musste, also dachte ich heute, dass ich einfach attackieren muss.“ Jens Oftebro freute sich ebenfalls über seinen zweiten Sieg des Wochenendes: „Es ist immer schön, als Team zu gewinnen, nicht nur individuell. Mit Ida zu laufen, war wirklich schön. Sie war dieses Jahr wirklich gut und sie ist heute auf der Strecke sehr schnell gelaufen. Ich hatte das Glück, dass sie heute meine Teamkollegin war, und wir sind glücklich über den Sieg.“

Schwere Verletzung bei Thannheimer bestätigt

Das sieht nicht gut aus: Wendelin Thannheimer (GER)
Das sieht nicht gut aus: Wendelin Thannheimer (GER) © Sandra Volk

Am Rande des Mixed Team Sprint-Wettkampfes veröffentlichte das deutsche Team ein Update zur Verletzung Wendelin Thannheimers. Der Oberstdorfer war nach einem weiten Sprung am Vortag bei der Landung gestürzt und hatte sich das Knie verdreht. Die schlimmen Befürchtungen haben sich leider bewahrheitet. DSV-Mannschaftsarzt Lukas Pecher bestätigt: „Wendelin hat sich beim Landungssturz am Freitag eine schwere Knieverletzung zugezogen. Das MRT zeigt, dass bei Wendelin im linken Knie ein vollständiger Riss des vorderen Kreuzbandes sowie ein Außenmeniskusriss vorliegen. Wir haben bereits mit abschwellenden Maßnahmen begonnen, voraussichtlich wird Wendelin am Montag am OCM in München operiert.“ Damit steht dem Oberstdorfer eine lange Zwangspause bevor.

Zwischenstand SprungEndergebnis

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