Vinzenz Geiger (GER), Johannes Rydzek (GER), Jens Luraas Oftebro (NOR), Einar Luraas Oftebro (NOR) (l-r)
Nordische Kombination Weltcup

Nordische Kombination: Siege für Lamparter und Hagen, Doppelpodium für Rydzek und Geiger

Johannes Rydzek (GER) hat seinen zweiten Platz vom Vortag wiederholt und im Compact Race der Nordischen Kombination in Otepää (EST) erneut den zweiten Platz belegt. Sein Vereinskamerad Vinzenz Geiger wurde Dritter. Der Sieg ging an Johannes Lamparter (AUT). Bei den Frauen siegte erneut Ida Marie Hagen (NOR) vor Minja Korhonen (FIN) und Alexa Brabec (USA). Nathalie Armbruster (GER) wurde nach dem Springen disqualifiziert.

Yamamoto gewinnt Springen

Ryota Yamamoto (JPN)
Ryota Yamamoto (JPN) © Authamayou/NordicFocus

Nach zwei Tagen starken Windes, der ein Springen unmöglich gemacht hatte, hatten sich die Verhältnisse bis Sonntag Vormittag endlich gebessert, so dass die Sprungdurchläufe wie geplant über die Bühne gehen konnten. Bei den Männern setzte sich der Japaner Ryota Yamamoto an die Spitze. Mit 96 Metern Weite und 121,3 Punkten entschied er das Springen für sich. Bereits auf Rang zwei folgte jedoch Lamparter. Der Österreicher landete zwar bereits bei 92 Metern, bekam aber Pluspunkte aufgrund der schwierigeren Windverhältnisse, so dass sein Rückstand auf Yamamoto sechs Sekunden betrug. Dritter und damit bester Deutscher wurde Wendelin Thannheimer mit einem starken Sprung auf 94,5 Meter. Damit lag er noch vor dem besten Springer des Feldes, Thomas Rettenegger (AUT), der eine Luke tiefer startete als der Rest, jedoch aufgrund günstigen Windes auch zehn Punkte abgezogen bekam. Sein Bruder Stefan landete direkt hinter ihm auf Platz fünf, gefolgt von seinem Landsmann Martin Fritz. Auf den Rängen sieben und acht und damit 30 respektive 33 Sekunden hinter Yamamoto landeten Rydzek und Geiger. Rydzeks 94 Meter toppte sein Vereinskamerad mit dem weitesten Sprung des Tages auf 96,5 Meter. Hinter ihnen lauerte jedoch bereits Vortagessieger Einar Luraas Oftebro (NOR). Julian Schmid (GER), der den Massenstart am Freitag gewonnen hatte, lag dagegen nur auf Zwischenrang 22, 1:05 Minuten zurück.

Lamparter mit viertem Saisonsieg

Johannes Lamparter (AUT)
Johannes Lamparter (AUT) © Authamayou/NordicFocus

Ähnlich wie Hagen, ließ auch Lamparter nichts anbrennen. Yamamoto überholte er bereits in der ersten Runde und baute seinen Vorsprung zwischenzeitlich auf 20 Sekunden aus. Er profitierte damit auch von den taktischen Versuchen der Verfolger, die sich in erster Linie gegenseitig belauerten und Lamparter damit ziehen ließen. Pech hatte Thannheimer, den gleich in der Anfangsphase ein Stockbruch ereilte, wodurch er einige Sekunden verlor. Zu der Verfolgergruppe, bestehend aus den beiden Retteneggers, Rydzek, Geiger, Lokalmatador Kristjan Ilves (EST) und dem überraschend gut mithaltenden Yamamoto sowie Einar Oftebro gesellte sich bald auch dessen Bruder Jens, der einmal mehr die schnellste Laufzeit (19:06.3 min) in den Schnee hämmerte. Geiger und Rydzek führten die Jagd in der letzten Runde an, doch Geigers Tempoverschärfung konnten alle bis auf Thomas Rettenegger folgen.

Enge Schlussphase

Vinzenz Geiger (GER), Johannes Rydzek (GER), Jens Luraas Oftebro (NOR), Einar Luraas Oftebro (NOR) (l-r)
Vinzenz Geiger (GER), Johannes Rydzek (GER), Jens Luraas Oftebro (NOR), Einar Luraas Oftebro (NOR) (l-r) © Authamayou/NordicFocus

Die verbleibenden sieben Athleten lieferten sich einen harten Kampf um die zwei Podestplätze, den die beiden Oberstdorfer taktisch geschickt von vorne liefen. Den Oftebros gelang es nicht, die beiden Deutschen noch von den Podestplätzen zu verdrängen. So schlug Rydzek Geiger um 0,3 Sekunden und beendete das Rennen 20,5 Sekunden hinter Lamparter als Zweiter. Jens Oftebro war seinerseits diesmal der bessere der Brüder; er ließ Einar um 0,3 Sekunden hinter sich und belegte damit den dritten vierten Platz des Wochenendes in Otepää. Hinter Einar Oftebro wurde Ilves Sechster vor Stefan Rettenegger, Yamamoto, Thomas Rettenegger und Thannheimer, der 30,8 Sekunden hinter der Spitze allein ins Ziel kam. Julian Schmid machte zehn Plätze gut und wurde Zwölfter hinter dem Vortagesdritten Andreas Skoglund (NOR).

Zwischenstand Sprung HerrenEndergebnis HerrenWeltcupstand Herren

Armbruster wegen Anzug disqualifiziert

Nathalie Armbruster (GER)
Nathalie Armbruster (GER) © Authamayou/NordicFocus

Kein guter Tag dagegen für Nathalie Armbruster: Nach einer Disqualifikation wegen eines nicht regelkonformen Sprunganzugs war ihr Arbeitstag deutlich früher beendet als geplant. So konnte sie nur zusehen, wie Weltcup-Spitzenreiterin Ida Marie Hagen zu ihrem nächsten Sieg eilte – und ihre Führung weiter ausbaute. Den Sprungsieg holte sich erneut Ingrid Laate. Die 18-jährige Norwegerin hatte am Donnerstag beide PCRs gewonnen und setzte sich im Compact-Wettkampf erneut an die Spitze. 96,5 Meter bedeuteten den weitesten Sprung bei den Frauen. Damit sprang sie drei Meter weiter als die Zweitplatzierte Korhonen. Aufgrund des Compact-Formats betrug Laates Vorsprung jedoch nur sechs Sekunden – zu wenig für Laate, die im Laufen noch nicht mit den starken Damen mithalten kann. Allerdings sprang auch Hagen erneut stark und sicherte sich mit 93 Metern den dritten Platz, mit lediglich zwölf Sekunden Rückstand auf Platz eins. Der Tagessieg war damit im Prinzip bereits gebucht. Beste Deutsche auf der Schanze wurde Jenny Nowak mit einem starken vierten Platz (88 m/+0:17 min) vor Brabec und den beiden Österreicherinnen Claudia Purker und Katharina Gruber. Teja Pavec (SLO) und Yuna Kasai (JPN) sprangen ebenfalls noch in die Top Ten, ebenso wie Annika Malacinski (USA), die mit einem starken Wettkampfsprung gleichauf mit Kasai lag.

Hagen macht kurzen Prozess

Minja Korhonen (FIN)
Minja Korhonen (FIN) © Authamayou/NordicFocus

Hagen überholte bereits im ersten Anstieg beide vor ihr startenden Athletinnen und baute innerhalb des ersten Kilometers eine Führung von 1,8 Sekunden gegenüber Korhonen auf. Zur Halbzeit des 4-Kilometer-Rennens hatte sie ihren Vorsprung auf 11,5 Sekunden ausgebaut, während Brabec auf Jenny Nowak (GER) für den dritten Platz aufschloss. Die Amerikanerin Brabec, die mit dem norwegischen Team trainiert, setzte sich auf dem dritten Kilometer von Novak ab, während Lisa Hirner (AUT), die auf Platz 11 startete, Boden gut machte und sich unter die Top fünf kämpfte, bis sie das Rennen schließlich auf dem vierten Platz beendete. Hagen machte unterdes weiter Druck und gewann komfortabel in 11:19,5 Minuten, 26,1 Sekunden vor Korhonen, die damit ihrerseits ihren dritten Podestplatz des Wochenendes feierte. Brabec setzte ihre konstante Saison fort und erreichte in sieben Rennen bereits zum vierten Mal das Podium, nachdem sie an den ersten beiden Tagen in Otepää jeweils Vierte geworden war.

Nowak Neunte

Jenny Nowak (GER)
Jenny Nowak (GER) © Authamayou/NordicFocus

Hirner musste sich ihren vierten Platz im Zielsprint gegen Marte Leinan Lund (NOR) hart erkämpfen. Sechste wurde Tara Geraghty-Moats aus den USA, die nach dem Springen nur auf dem 20. Platz gelegen hatte und mit der zweitschnellsten Laufzeit (11:15,4 min) mächtig Boden gutmachte. Sie setzte sich im Foto-Finish gegen die Slowenin Ema Volavsek durch. Die Vortages-Zweite Kasai wurde Achte, während Nowak vom vierten auf den neunten Rang zurückfiel. Zehnte wurde Malacinski. Damit landeten alle drei amerikanischen Damen in den Top Ten. Dennoch waren insgesamt sieben Nationen unter den besten zehn vertreten. Gruber, Purker und Laate belegten die folgenden Plätze. Hagen dagegen glich den Rekord für die meisten Einzelsiege im FIS Weltcup Nordische Kombination der Frauen aus und baute ihre Führung in der Gesamtwertung mit ihrem dritten Sieg des Wochenendes in Otepää und ihrem sechsten Sieg in sieben Wettbewerben in dieser Saison weiter aus. Die 25-Jährige, Gewinnerin der Kristallkugel 2023-24, sicherte sich im Compact-Rennen am Sonntag ihren 23. Einzelsieg insgesamt und stellte damit einen Gleichstand mit ihrer Landsfrau Gyda Westvold Hansen (NOR) her, der zweifachen Gesamtsiegerin, die in dieser Saison nur im Skispringen antritt.

Zwischenstand Sprung DamenEndergebnis DamenWeltcupstand Damen

Ida Marie Hagen (NOR)„Ich bin wirklich glücklich über dieses Wochenende und es ist auch cool, eine so gute Teamleistung zu haben. Es macht mich so glücklich, dass die Jungs jetzt richtig in Fahrt kommen und auch die Mädchen, sodass wir uns gegenseitig antreiben, und ich freue mich auf die nächsten Wettkämpfe.“

Minja Korhonen (FIN)„Ein weiteres Podium war etwas, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet habe. Es hat mich völlig überrascht, aber ich freue mich sehr darüber.“

Alexa Barbec (USA)„Ich denke, die Teamatmosphäre war dieses Jahr wirklich gut und die Zusammenarbeit mit den Norwegern ist großartig. Zusammen mit Ida, Marte, Ingrid und all den anderen Norwegern zu sein, ist eine wirklich tolle Gemeinschaft. Wir pushen uns gegenseitig.“

Lisa Hirner (AUT)„Das Rennen war heute richtig cool. das Gute an der Nordischen Kombination ist, dass man den Frust von der Schanze auf der Loipe dann so richtig rauslassen kann, und das war heute definitiv so ein Tag. Auf der Schanze bin ich sehr verkrampft, ich muss da meine Lockerheit wiederfinden. Im Langlauf hatten wir Platz drei in Reichweite, Alexa Brabec ist aber auch eine starke Läuferin und zum Schluss ist es sich knapp nicht ausgegangen. Nichtsdestotrotz ein sehr positiver tag für mich.“

Johannes Lamparter (AUT)„Dieses Wochenende war, muss ich sagen, ein ziemliches Auf und Ab. Ein wirklich guter Freitag, gestern war etwas unglücklich mit einem Sturz auf der Strecke, aber heute war ein unglaublicher Tag. Sehr schöner Sprung und ein einsames, aber perfektes Rennen für mich am letzten Tag, und insgesamt ein wirklich gutes Wochenende.“ – „Die Freude ist riesig. Das Compact-Format hat mir heute ein bisschen in die Karten gespielt, die Abstände waren sogar minimal größer als sonst. Im Rennen habe ich probiert, von Anfang an Tempo zu machen und dranzubleiben.“

Johannes Rydzek (GER)„Auch zum zweiten Mal bin ich wirklich, wirklich glücklich. Fast schon zum dritten Mal, weil der Freitag auch wirklich schön war. Otepää, von den Junioren-Weltmeisterschaften 2011 bis heute, ist ein Ort, an den ich gerne komme. Schöner Winter, tolles Publikum und auch ein wirklich erstaunliches Rennen, um dieses Wochenende abzuschließen. Ich bin super glücklich und auch, das Podium mit Vinzenz und meinem Namensvetter Johannes Lamparter zu teilen.“

Vinzenz Geiger (GER)„Ich bin wirklich glücklich, das Wochenende mit einem Podiumsplatz abzuschließen. Ich war eine Woche nach Weihnachten krank, aber jetzt wird es von Tag zu Tag besser. Ich bin wirklich glücklich mit dem heutigen Tag.“

Deutscher Heimweltcup in Oberhof

Nachdem Schonach zu Jahresbeginn wegen Schneemangels abgesagt worden war, geht es für die deutschen Kombinierer verzögert zum ersten Heimspiel der Saison. Am kommenden Wochenende macht der Weltcup in Oberhof Station. Dort werden Männer und Frauen jeweils einen Compact- und einen Gundersen-Wettkampf bestreiten. Ein ausführlicher Vorbericht folgt.

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