Anna Endreß gewinnt sensationell den Engadin Skimarathon, Hedegart mit Favoritensieg - xc-ski.de Langlauf

Anna Endreß gewinnt sensationell den Engadin Skimarathon, Hedegart mit Favoritensieg

Große Überraschung beim 56. Engadin Skimarathon – die erste 18-Jähige Deutsche Anna Endreß gewinnt sensationell das größte Skating-Rennen der Welt. Bei den Herren kann sich Top-Favorit Einar Hedegart trotz zwischenzeitlicher Probleme durchsetzen.

Hektik im Stazerwald

Engadin Skimarathon 2026 © © KEYSTONE / PETER KLAUNZER

Die ersten Kilometer des Rennens von Maloja nach S-chanf waren bei idealen Loipenbedingungen erwartungsgemäß noch recht kontrolliert und geordnet. Zunächst startete das Elite-Feld der Damen, wo sich mit Giuliana Werro die Favoritin aktiv an der Spitze zeigte. Drei Minuten später fiel der Startschuss für die Elite der Herren, wo es auf der breiten Loipe ebenfalls erstmal keine großen Vorkommnisse gab. Auch hier zeigte sich mit Einar Hedegart der große Favorit von Beginn an aktiv. Nach elf Kilometern, auf Höhe des Schloss Crap da Sass am Ufer des Silvaplanersees, erfolgte schließlich der Zusammenschluss. Für die Damen ging es dort nun darum, eine möglichst gute Position im großen Herrenfeld zu finden, um vom Windschatten profitieren zu können. Wenig später ging es in den Stazerwald und damit die erste größere Steigung des Tages. Einar Hedegart forcierte dort zum ersten Mal entscheidend das Tempo, zog das Feld in die Länge und sorgte für erste kleine Lücken. In der anschließenden Abfahrt nach Pontresina passierte ihm jedoch das Missgeschick. „Es war ein chaotisches Rennen. Für mich war das eine neue Erfahrung mit so vielen Menschen und einem so langen Rennen. Die erste Hälfte war wirklich sehr gut, aber man musste die ganzen Leute managen. Manchmal war man vorne und dann war man plötzlich in der Mitte des Feldes. Nach dem langen Anstieg, ungefähr zur Hälfte des Rennens, bin ich gestürzt und habe einen Stock gebrochen. Und danach musste ich den Stock dreimal wechseln,“ erzählte der Norweger im Ziel. Er profitierte jedoch davon, dass auf den anschließenden Kilometern das Tempo nicht allzu hoch war und er der Spitzengruppe weiter folgen konnte. Währenddessen sorgte die 18-Jährige Allgäuerin Anna Endreß für eine Überraschung, als sie Giuliana Werro au zwischenzeitlich 30 Sekunden distanzieren konnte.

Hedegart von vorne zum Sieg

Sabin Coupat (FRA), Einar Hedegart (NOR), Jason Ruesch (SUI), l-r, Engadin Skimarathon 2026 © © KEYSTONE / PETER KLAUNZER

Fünf Kilometer vor dem Ziel setzte der favorisierte Norweger an der steilen Rampe in Zuoz zur Attacke an. Dem hohen Tempo konnten nur noch drei Läufer folgen, dies aber auch nur im Windschatten von Einar Hedegart. Der Norweger gab die Führungsposition auf den verbleibenden Kilometern nicht mehr ab, sondern bestritt das Rennen von vorne, um den Verfolgern keine Chancen mehr zu bieten. Er ging auch als Erster in die kurvige Abfahrt kurz vor dem Ziel und anschließend auf die Zielgerade, wo er sich aber noch gegen einen sehr starken Jason Rüesch beweisen musste. „Ich wollte wirklich gewinnen, deswegen habe ich Vollgas gegeben, als es nur noch vier Kilometer waren. Aber die Jungs hingen wirklich gut an meinen Fersen die ganze Zeit, deswegen war ich ziemlich gestresst. […] Aber auf den letzten 100 Metern war der eine Schweizer, der wirklich schnell war, deswegen war ich auf den letzten Metern gestresst.“ Dennoch verwies er Jason Rüesch um eine Zehntelsekunde auf den zweiten Rang und zeigte sich damit sehr zufrieden: „Ich bin wirklich, wirklich stolz auf mich selbst. Und was für ein spaßiges Rennen, ich werde definitiv wieder ins Engadin zurück kommen.“ Hinter dem zweitplatzierten Schweizer komplettierte der Franzosen Sabin Coupat das Podium, seinem Landsmann Clement Parisse gingen auf den letzten Metern die Kräfte aus, sodass dieser nicht mehr in den Kampf um die Podiumsplätze eingreifen konnte. Gaspard Rousset kam vor Sindre Bjørnestad Skar als Erster der Verfoglergruppe ins Ziel. Am Ende dieser Gruppe befand sich mit Max Olex auch der beste Deutsche des Tages. Gefolgt vom Österreicher Max Hauke wurde er 18.

Packendes Duell zwischen Giuliana Werro und Anna Endreß

Anna Endress (GER), Engadin Skimarathon 2026 © © KEYSTONE / PETER KLAUNZER

Beim Durchlauf in Pontresina verpasste Anna Endreß den Anschluss an ein Herrengruppe vor ihr ganz knapp. Die Silbermedaillen-Gewinnerin der Junioren-WM von 2025 nahm daraufhin taktisch klug Tempo raus und wartete auf die nächste Gruppe, zu welcher auch Giuliana Werro gehörte. Weder die Schweizerin noch die junge Deutsche konnten sich daraufhin noch aus der Gruppe beziehungsweise von der jeweils anderen absetzen, sodass sie gemeinsam auf die Zielgerade gingen. Mit 0,6 Sekunden Vorsprung gelang Anna Endreß dabei die große Überraschung, nachdem sie sich erst spontan für die Teilnahme am Engadin Skimarathon entschieden hatte. „Es war sehr spontan“, antwortete sie auf die Frage, ob das Rennen geplant war. „Normalerweise wäre ich bei den Junioren-Weltmeisterschaften, aber es gab ein paar Schwierigkeiten, deswegen war es sehr spontan. Aber ich bin froh, dass ich es gemacht habe.“ Nach dem Sieg durch Rita Czech-Blasel bei der Premierenausgabe im Jahr 1969 sowie dem Erfolg von Katrin Zeller im Jahr 2008 war es erst der dritte Sieg einer deutschen Läuferin beim Engadin Skimarathon überhaupt. „Es ist unglaublich. Es ist mein erster Skimarathon und es ist etwas komplett anderes zu den Rennen, die ich normalerweise laufe, wie die zehn oder 20 Kilometer Rennen im Alpencup“, berichtete die Deutsche, die in diesem Winter lange mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Clémence Didierlaurent sorgte mit 1:09 Minuten Rückstand für eine weitere französische Podiumsplatzierung. Camille Coupe, Carla Wohler und Juliette Ducordeau belegten die Plätze neben dem Podium.

Ergebnisse Engadin Skimarathon

Bildergalerie

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