Nordische Ski-WM Lahti: Ustiugov holt Skiathlon-Titel nach Sundby-Sturz - xc-ski.de Langlauf

Nordische Ski-WM Lahti: Ustiugov holt Skiathlon-Titel nach Sundby-Sturz

Martin Johnsrud Sundby (NOR), Sergey Ustiugov (RUS), Finn Haagen Krogh (NOR), (l-r) © NordicFocus

Sergey Ustiugov sicherte sich sein erstes WM-Gold im Skiathlon über 15+15 Kilometer vor Martin Johnsrud Sundby, der Gold im letzten Anstieg bei einem Sturz verlor. Bronze gewann Finn Hågen Krogh.

Erwartetes Duell zwischen Ustiugov und Sundby

Sergey Ustiugov (RUS) © NordicFocus

Vor dem Rennen standen zwei klare Favoriten fest und so entwickelte sich auch der Rennverlauf. Die Norweger hatten im Vorfeld Teamwork gegen Ustiugov beschlossen und der Russe bekam zumindest in der ersten Rennhälfte Unterstützung von seinen Landsleuten. Beim Skiwechsel waren noch 26 Athleten zusammen. Aber ab Kilometer 20 entwickelte sich das Rennen genauso wie zuvor bei den Damen. Nach dem Skiwechsel war die Gruppe nach einer Tempoverschärfung zwischenzeitlich auf etwa zehn Sportler geschrumpft, kurz darauf fand die Gruppe aber mehr oder weniger zusammen. Nach 20 gelaufenen Kilometern konnten sich dann die beiden Favoriten Sergey Ustiugov und Martin Johnsrud Sundby absetzen und einen Vorsprung von mehr als 30 Sekunden herauslaufen. So konnten sich beide um den Zweikampf um Gold konzentrieren und das Tempo wurde immer wieder verlangsamt. Durch die Spurtschnelligkeit des Russen war klar, dass der Norweger attackieren muss, aber er ließ sich sehr lange Zeit, obwohl er im Laufe des Wettkampfes frischer wirkte. Versuchsweise griff der Norweger zwei Kilometer vor dem Ziel an, aber als der Russe sofort reagierte, nahm er das Tempo wieder raus. Im letzten Anstieg, in dem auch Bjørgen attackiert hatte, fiel dann die unglückliche Entscheidung: Sundby griff an, sprang regelrecht bergauf und lag schon zwei Meter vorne, als er auf einen Stock trat und stürzte. Der Stock war gebrochen und bis er in der Abfahrt in der Schlaufe war, verlor er weitere Meter, während der Russe weiter Gas gab. In der Lahti-Kurve lag der Abstand bei etwa fünf Sekunden, der auch bis zum Ziel bestehen blieb. Aus Fairnessgründen verzichtete Ustiugov auf einen großen Jubel, die Genugtuung war ihm aber anzusehen, nachdem er nach seiner Sprintniederlage gegen Pellegrino maßlos enttäuscht war. „Das ist ein toller Erfolg für mich. Ich war enttäuscht nach dem Sprint und nun Gold zu gewinnen ist unglaublich. Aber es ist nicht nur mein Erfolg, das ganze Team hat einen sehr guten Job gemacht“, sagte der glückliche Sieger. Martin Johnsrud Sundby musste sich mit Silber begnügen und wartet weiter auf seinen ersten Einzeltitel. „Es war ein sehr schweres Rennen. Es waren viele Läufer in guter Form. Nach dem Skiwechsel wurde das Tempo höher. Ich glaube, ich bin noch nie so ein schnelles 15 Kilometer Skating Rennen gelaufen. Ich bin mit einem der schnellsten Männer der Welt zusammengelaufen. Ich musste versuchen, einige Sekunden im letzten Anstieg herauszuholen. Leider hat das nicht geklappt und ich habe einen Fehler gemacht“, sagte er. 

Krogh holt Bronze

Finn Haagen Krogh (NOR) © NordicFocus

Finn Hågen Krogh setzte sich im Zielsprint um Bronze durch. Sein Teamkollege Sjur Røthe hatte zwei Kilometer vor dem Ziel das Tempo bei den Verfolgern weiter verschärft. Hinter Krogh kämpften zu Beginn der Zielgeraden drei Herren Seite an Seite um Platz vier, den sich schließlich Sjur Røthe holte gefolgt von Alex Harvey und Didrik Tønseth, der in der Abfahrt vor dem letzten Stadiondurchlauf gestürzt war. Nicht mehr ganz an das Trio heran im Zielsprint kam Marcus Hellner, der Siebter wurde. Auch der Schwede war eines der Sturzopfer des Tages: Er verließ bereits seine Wechselbox, ohne vorher seine Skibindung richtig geschlossen zu haben und landete im Schnee, ohne einen anderen Athleten des Pulks mitzureißen. Andrey Larkov kam als Achter ins Ziel vor dem besten Finnen Lari Lehtonen sowie dem Italiener Giandomenico Salvadori und Andrew Musgrave, der sich in der letzte Runde immer wieder ganz vorn gezeigt hatte.

Florian Notz knapp an Top-15 vorbei

Max Hauke (AUT), Florian Notz (GER) (l-r) © NordicFocus

Im Vorfeld waren die Ziele im Deutschen Skiverband bei Damen und Herren recht hoch gesteckt worden: Top-10 für die Damen, Top-15 für die Herren. Nach Platz elf für Katharina Hennig schrammte auch Florian Notz nach einem sehr guten Rennen hauchdünn an diesem Ziel vorbei. In einem insgesamt starken Wettkampf, in dem er lange mit der Spitzengruppe mithielt, hatte er aber auch immer wieder kleine Schwächen. Er verlor kurz den Anschluss, kämpfte sich dann wieder heran. Groß war sein Ärger, als es kurz nach dem Skiwechsel kein Getränk für ihn gab. Die vorhandene Stärkung war für Jonas Dobler, der zu diesem Zeitpunkt schwer zu kämpfen hatte und wenig später endgültig zurückfiel. Florian Notz erhielt dann bei nächster Gelegenheit sein Getränk, das ihm vorübergehend neue Kräfte gab. Bei der Tempoverschärfung zwei Kilometer vor dem Ziel war es dann aber um ihn geschehen und er konnte mit seiner Gruppe nicht mehr mitgehen. Er kämpfte im Stadion um Platz 15, machte aber die Innenkurve nicht zu, so dass er dem Russen Bolshunov noch versehentlich den Stock zwischen die Beine stellte. Das brachte den Russen glücklicherweise nicht zu Fall, aber den Deutschen etwas aus dem Rhythmus, so dass er sich mit Platz 16 begnügen musste. „Ich bin sehr zufrieden. Ich wollte so lange wie möglich in der Spitzengruppe dabei sein. Die letzte klassische Runde war sehr hart, dann war es schwierig für mich im Skaten in den Rhythmus zu finden. Das hat dann ganz gut geklappt. Die letzte Runde, vor allem die letzten zwei Kilometer, war dann recht zäh. Dann habe ich mir nochmal einen Stock gestellt. Für die Top-15 hat es leider nicht gereicht, aber trotzdem bin ich sehr zufrieden“, sagte er. Sein Teamkollege Lucas Bögl wirkte beim Überqueren der Linie als 19. nicht zufrieden, bot aber auch eine überzeugende Leistung. Schon in der letzten Klassikrunde hatte er schwer zu beißen, hielt sich aber länger in der Gruppe als Jonas Dobler, der schließlich 40 Sekunden hinter ihm 21. wurde. Er konnte nach seinen vielen Krankheiten noch nicht sein volles Leistungspotenzial abrufen. Der Schweizer Jonas Baumann hielt sich nahezu das gesamte Rennen im Bereich von Florian Notz auf, musste ebenfalls zwischenzeitlich eine Lücke zulaufen und wurde am Ende guter 13. Sein Teamkollege Jason Rüesch wurde 25., nachdem er früh zurückfiel wie auch der Österreicher Max Hauke, der mit Krämpfen am Ende 31. wurde.

=> Ergebnis 15+15 Kilometer Skiathlon Herren

=> Reaktionen vom Skiathlon: “Ich hatte nichts zu verlieren!”

 

Bildergalerie

Die mobile Version verlassen
Die mobile Version verlassen