Dopingsperre abgelaufen: Therese Johaug wieder startberechtigt

Therese Johaug (NOR) © Felgenhauer/NordicFocus

Ab dem heutigen Mittwoch ist Therese Johaug wieder bei FIS-Rennen aller Art startberechtigt und darf auch wieder an Kaderlehrgängen teilnehmen. Ihre 18-monatige Dopingsperre ist beendet.

Als Person gereift

Der 18. April 2018 dürfte sich für Therese Johaug wie eine Erlösung anfühlen. Nach 18 Monaten Dopingsperre und zwei verpassten Weltcup-Saisonen sowie Großereignissen darf sie ab dem heutigen Tag wieder bei Rennen starten und mit den anderen Kaderathleten des norwegischen Verbandes mittrainieren. Auch wenn sie sich selbst bislang noch nicht zum Ablauf der Sperre geäußert hat, ihre engsten Vertrauten haben es getan. „Sie hat ihre Persönlichkeit nicht verändert, aber sie ist demütiger geworden. Sie ist offener geworden für die Meinungen anderer und wie die Dinge zusammenhängen, unabhängig davon ob es sich um Politik, Sport oder eine Diskussion innerhalb der Familie handelt“, so ihr Bruder Karstein Johaug, der sie in den vergangenen Monaten als Trainingspartner unterstützt hat. Ihr Lebensgefährte Nils Jakob Hoff ist ähnlicher Meinung: „Es hat andere Türen geöffnet, sie trainierte anders und organisierte ihr Leben anders. Sie hat gesehen, dass es ein Leben nach dem Sport gibt. Sie hat Selbstvertrauen gewonnen und ist als Person gewachsen.“

Lippencreme als Ursache

Ursache für die lange Sperre war die Anwendung der Lippencreme Trofodermin im September 2016 im Höhentrainingslager in Livigno. Nach eigenen Angaben besorgte Teamarzt Fredrik Bendiksen diese für Johaug zur Behandlung eines Sonnenbrands an der Lippe. Beide haben ausgesagt, dass sie das Doping-Warnsymbl auf der Verpackung nicht gesehen haben. Bei einem Dopingtest einige Tage später wurde der verbotene Wirkstoff Clostebol im Urin der Olympiasiegerin, Weltmeisterin und Gesamtweltcupsiegerin festgestellt. Der norwegische Verband sperrte sie daraufhin für 13 Monate. Dagegen legte der internationale Skiverband FIS beim Sportgerichtshof CAS Berufung ein. Im August 2017 verlängerte der CAS die Sperre auf 18 Monate, was für Johaug bedeutete, dass sie nach der WM in Lahti auch die Olympischen Spiele in Pyeongchang verpasste. Nun ist sie wieder startberechtigt und hat als nächstes Ziel die WM in Seefeld im Visier. Das erste Rennen auf Schnee wird sie allerdings erst im November bestreiten. Beim Skarverennet, dem traditionellen Saisonabschluss in Norwegen am kommenden Wochenende, ist sie nur als Hobbyläuferin ohne Zeitnahme unterwegs. 

Quelle: nrk.no