Biathlon Weltcup Östersund: Schweden gewinnt Single Mixed Staffel vor Norwegen und Frankreich

Sebastian Samuelsson (SWE), Hanna Oeberg (SWE), (l-r) © Manzoni/NordicFocus

Der erste Sieg in der neuen Biathlon Weltcup Saison geht an die Heimmannschaft aus Schweden. Hanna Oeberg und Sebastian Samuelsson gewinnen in der Single Mixed Staffel in Östersund vor Norwegen und Frankreich. Das deutsche Team vergibt den möglichen Podestplatz im entscheidenden Schießen und belegt am Ende Rang sieben, hinter Österreich und der Schweiz.

Schwedisches Top-Team gewinnt erstes Saisonrennen

Hanna Oeberg (SWE), Sebastian Samuelsson (SWE), (l-r) © Manzoni/NordicFocus

24 Zweier-Teams gingen zum Auftakt des Biathlon Weltcups im schwedischen Östersund auf die Jagd nach dem ersten Weltcupsieg der Saison 2023/24. Alle starten gemeinsam, in dem Fall die Männer als erste, nach einer Runde wird liegend geschossen, und nach einer weiteren stehend, bevor dann sofort der Wechsel auf die Damen erfolgt. Diese absolvieren dasselbe Programm, bevor wieder die Männer an der Reihe sind und zum Abschluss die Damen. Sie bringen nach den beiden Schießeinlagen in einer Schlussrunde die Staffel ins Ziel. Dies gelang eindrucksvoll der Schwedin Hanna Oeberg. Zu Beginn des Rennens waren sie nicht an der Spitze, aber Sebastian Samuelsson konnte nach seinem letzten fehlerfreien Liegendanschlag die Führung übernehmen, Hanna Oeberg machte es zwar im letzten Anschlag noch einmal spannend, verließ dennoch den Schießstand als Führende und brachte den Sieg ungefährdet und sicher ins Ziel. Nach insgesamt acht Nachladern gewann Schweden mit 13,8 Sek. Vorsprung auf Norwegen mit Sturla Holm Laegreid und Juni Arnekleiv. Die beiden benötigten insgesamt sechs Nachlader. Das Podest komplettierte Frankreich mit Fabien Claude und Julia Simon. Nach zwei Strafrunden und zwölf Nachlader eroberte Julia Simon im entscheidenden Schießen Rang drei und kam mit 42,2 Sek. Rückstand auf dem Bronzerang ins Ziel. Als Vierter platzierte sich Jakov Fak und Polona Klemencic für Slowenien vor Simon Eder und Lisa Hauser auf Rang fünf. „Ich glaube mit dem fünften Platz können wir heute schon zufrieden sein. Es sind so viele Nationen am Start und am Ende haben sich wieder die Besten durchgesetzt. Jetzt heißt es am Schießstand sauberer zu arbeiten, denn damit war ich heute ehrlich gesagt nicht zufrieden. Das muss ich morgen definitiv besser machen,“ so Lisa Hauser. „Der Auftakt war für mich eigentlich super. Ich war in den letzten zwei Tagen etwas verschnupft, von daher bin ich sehr zufrieden, wie das heute gelaufen ist. Zu Beginn lief es perfekt, aber wenn man dann ein wenig den Anschluss verliert, werden die Scheiben gefühlt noch einmal kleiner. In einem Single-Mixed-Rennen hat man eben acht Schießeinlagen, die man alle gut erledigen muss, damit man vorne mitmischen kann,“ sagt Simon Eder. (Quelle: PM ÖSV) Niklas Hartweg und Amy Baserga erreichten für die Schweiz Rang sechs.

  

Eder und Strelow kommen gut ins Rennen

Justus Strelow (GER) © Manzoni/NordicFocus

Beim ersten Schießen kam Strelow gleichzeitig mit dem Österreicher Simon Eder am Schnellsten durch; sie übernahmen die Führung mit einer kleinen Lücke zu den Verfolgern aus Finnland und der Ukraine. Zum zweiten Anschlag war der Norweger Laegreid an die beiden Führenden herangelaufen. Eder und Strelow trafen auch stehend ihre fünf Scheiben und wechselten zeitgleich auf ihre Partnerinnen Hauser und Kebinger. Norwegen lag 11,3 Sek. zurück auf siebter Position, gefolgt von der Schweiz und die schwedische Heimmannschaft hatte auf der 17. Position einen Rückstand von 35,4 Sek. beim Wechsel auf Hanna Oeberg. Der Norweger Laegreid schickte seine Partnerin Juni Arnekleiv als Neunte in die Spur. Neu ist, dass die Skier der Athletinnen und Athleten während der kurzen Pause vor dem nächsten Start entgegen früher nicht mehr präpariert werden dürfen. Wichtig bleibt aber weiterhin, dass sich der Athlet warm und in Bewegung hält, denn nach zwei kurzen Laufrunden zu jeweils 1,5 km steht der nächste Einsatz an. 

Zu viele Nachlader bei Hauser und Kebinger 

Hanna Kebinger (GER) © Manzoni/NordicFocus

Lisa Theresa Hauser und Hanna Kebinger kamen in Führung liegend zu ihrem ersten Schießen und wie bei den Herren, war die Norwegerin Arnekleiv an dritter Position. Dicht hinter ihr die letztjährige Gesamtweltcupsiegerin Julia Simon aus Frankreich. Hauser benötigte drei, Kebinger zwei Nachlader und schon wendete sich das Blatt an der Spitze, wo nun Julia Simon mit deutlichem Abstand lag. Die Schweizerin Amy Baserga ging als zweite vom Schießstand weg, Norwegen lag an sechster Position, während Kebinger mit 25,2 Sek. als Siebte kam und nur 0,6 Sek. dahinter Lisa Theresa Hauser. Zum stehenden Anschlag baute Julia Simon ihren Vorsprung aus, kam als erste an den Schießstand und verfehlte zwei Scheiben. Die Nachlader passten und sie wechselte trotzdem als erste, aber Norwegen war auf 5,8 Sek. herangekommen. Auch Hanna Oeberg traf ihre fünf Scheiben und hat sich damit auf die dritte Position nach vorne gearbeitet. Die Schweiz wechselte als vierte Staffel, gefolgt von Hanna Kebinger, die nach einem weiteren Nachlader ihren Partner Justus Strelow mit 16,9 Sek. Rückstand auf die Spitze an fünfter Position ins Rennen schickte. 

Fabien Claude kann Führung nicht halten

Swedish fans on the grandstand © Manzoni/NordicFocus

Auf der Strecke galt hohes Tempo und der führende Franzose Fabien Claude baute seine Führung zum Liegendanschlag aus, dahinter ging Niklas Hartweg an Justus Strelow vorbei. Claude begann mit drei Fehlern während Sebastian Samuelsson fünf Treffer setzte und die Führung übernahm, gefolgt vom ebenso fehlerfrei agierenden Schweizer Hartweg. Nach einem Nachlader kam an dritter Position der Norweger Laegreid, Justus Strelow lieferte erneut eine tadellose Fünferserie und lag mit 16,9 Sek. Rückstand auf dem vierten Rang. Fabien Claude fiel nach einer Strafrunde auf Rang neun zurück. Samuelsson machte auf seiner Heimstrecke Richtung Stehendanschlag mächtig Dampf, baute seinen Vorsprung auf die Verfolger aus der Schweiz und aus Norwegen, aber auch deutlich auf Justus Strelow aus. Unter dem Beifall der tobenden schwedischen Zuschauer traf er seine fünf Scheiben und schickte Hanna Oeberg als Erste ins Rennen. Hinter dem Schweden verfehlte Hartweg drei Scheiben, kam mit den drei Nachladern nicht aus und musste in die verkürzte Strafrunde einbiegen. Laegreid setzte fünf saubere Schüsse und wechselte mit 17,3 Sek. als Zweiter und auch bei Justus Strelow wurden die fünf Scheiben schnell schwarz. An dritter Position mit 27,1 Sek. Rückstand schickte er Hanna Kebinger in das entscheidende Leg. 

Hanna Kebinger vergibt Podestplatz im letzten Schießen

Julia Simon (FRA) © Manzoni/NordicFocus

Nun lag es an Hanna Oeberg den ersten Sieg in der neuen Saison nach Hause zu laufen. Auf der ihr gut bekannten Strecke hat sie ihren Vorsprung auf die Norwegerin Arnekleiv um wenige Sekunden ausgebaut und auch Hanna Kebinger verlor auf die führende Schwedin. Hanna Oeberg setzte im Liegendanschlag den letzten Schuss vorbei, benötigte zwei Nachlader während Arnekleiv neben ihr fehlerfrei blieb und  deshalb zeitgleich mit Oeberg zurück auf die Strecke kam. Kebinger benötigte ebenso einen Nachlader und setzte das Rennen mit 27,9 Sek. Rückstand weiterhin als Dritte fort. Hinter Kebinger liefen die Slowenin Polona Klemencic, Anastasiya Merkushyna aus der Ukraine und Lisa Theresa Hauser. Oeberg und Arnekleiv liefen ihre Runde zum Stehendanschlag gemeinsam, die Norwegerin hielt sich an den Skienden der Schwedin und Hanna Kebinger verlor auf der Runde deutlich auf die beiden, während ihre Verfolgerinnen näher an die Deutsche herankamen. Beim entscheidenden Schießen wurde es richtig spannend, denn Oeberg schoss einen Fehler und benötigte dafür zwei Nachlader. Arnekleiv neben ihr musste ebenso zwei Mal nachladen und kam schließlich nur 6,8 Sek. nach Oeberg in die Schlussrunde. Dahinter entbrannte ein heißer Kampf um den letzten Podestplatz. Julia Simon kam am Besten durch und verließ den Schießstand als Dritte, gefolgt von Hanna Kebinger, der Slowenin Polona Klemencic und Lisa Theresa Hauser. Kebinger konnte sich auf der Schlussrunde den Angriffen ihrer Verfolgerinnen nicht mehr erwehren und während erst die Slowenin und die Österreicherin Lisa Theresa Hauser an ihr vorbeizogen, verlor sie den sechsten Rang im Schlussprint an die Schweizerin Amy Baserga. „Ich war schon ordentlich nervös, es war das erste Rennen für mich in diesem Jahr,“ sagte Hanna Kebinger im ARD-Interview nach dem Rennen.“ „Ich glaube der erste Durchgang war vom Laufen noch ganz ok, beim Schießen habe ich ein paar dumme Fehler gemacht, beim zweiten Turn war liegend noch ok, dann habe ich stehend einen rausrepetiert, dann war der Wurm drin. Beim Laufen hinten raus bin ich auf den letzten Metern richtig gestorben und dann war mehr wie sense.“ Neben einer unzufriedenen Hanna Kebinger war Justus Strelow glücklich mit dem Start in die Saison. „Mein Rennen war perfekt, läuferisch in der ersten Runde mit den ganzen Guten mitgekommen, hat Spaß gemacht, am Schießstand heute fehlerfrei geblieben, zügig gearbeitet, so wie ich mir das vorgestellt habe. Jetzt kann ich mit großem Selbstbewusstsein in das Rennen morgen gehen. Ich freue mich, dass der Auftakt so gut geklappt hat, ich bin zufrieden.“ Ursprünglich war Philipp Nawrath als Teampartner von Hanna Kebinger vorgesehen. Er ersetzte den krankheitsbedingt ausgefallenen Benedikt Doll in der Mixed-Staffel und Justus Strelow erfuhr erst am frühen Morgen, dass er für Philipp Nawrath in die Single Mixed Staffel nachrückt. „Am Ende war der Tagesablauf vielleicht nicht optimal dadurch, aber es war jetzt kein großes Problem. Ich habe es früh nach dem Aufwachen direkt erfahren und konnte mich dann noch in Ruhe auf das Rennen vorbereiten,“ so Justus Strelow. 

Ergebnis Single Mixed Staffel

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