Biathlon Weltcup News

Eric Perrot gewinnt Einzel beim Biathlon Weltcup in Kontiolahti und sichert sich die kleine Kristallkugel

Eric Perrot gewinnt das Einzel der Herren beim Biathlon Weltcup in Kontiolahti (FIN) und sichert sich damit auch die kleine Kristallkugel in dieser Disziplin. Hinter ihm komplettieren die Norweger Sturla Holm Laegreid und Vetle Sjaastad Christiansen das Podest. Philipp Nawrath wird auf Rang fünf Bester aus dem DSV-Team.  

Letzter Einzelbewerb der Saison

Beim letzten Einzelbewerb der laufenden Saison gingen 97 Athleten ins Rennen. Bisher gab es in Östersund ein Einzel, das gewann Johan-Olav Botn, im anderen, in Nove Mesto na Morave, siegte der Franzose Eric Perrot, der mit zwei Punkten Vorsprung die Weltcupwertung in dieser Disziplin anführt. Perrot war als Gesamtweltcupführender daher im gelb-roten Trikot am Start. Botn wurde zuletzt Olympiasieger im Einzel, allerdings zählen die olympischen Erfolge nicht zur Weltcupwertung, dennoch konnte der Norweger dadurch beflügelt in Kontiolahti starten.  

Eric Perrot nicht zu schlagen

Eric Perrot (FRA) © Manzoni/NordicFocus

Mit zwanzig Treffern ließ der derzeit weltbeste Biathlet Eric Perrot aus Frankreich der Konkurrenz keine Chance. Noch dazu wenn er in der Spur die Zeiten bestimmt. Im Ziel hatte er einen Vorsprung von 29,9 Sekunden auf den Norweger Sturla Holm Laegreid und 47,9 Sekunden auf den drittplatzierten Vetle Sjaastad Christiansen. Auch die beiden Norweger brachten alle zwanzig Schüsse ins Ziel, kamen aber in der Spur nicht an den Franzosen heran. „20/20 das ist immer das Ziel. Im Zweikampf gegen Johan-Olav Botn musst du fehlerfrei bleiben,“ so Perrot nach dem Rennen im ZDF. „Ich war sehr fokussiert und habe alles gegeben auf der Strecke. Es sieht so einfach aus, ist es aber tatsächlich nicht,“ erklärte Perrot, „aber wenn du das Ziel vor Augen hast, kannst du dich nur noch fokussieren. Und wenn du einen guten Tag hast, dann klappt das auch und heute war so ein Tag.“ 

Lukas Hofer wird Vierter

Lukas Hofer (ITA) © Manzoni/NordicFocus

Ob er nach der Saison noch weitermacht, das lässt der Italiener noch offen. Mit zwanzig Treffern hat Hofer heute am Schießstand konzentriert gearbeitet und das Podest dennoch verpasst. Die läuferische Leistung reicht nicht mehr an die jungen Athleten an der Spitze heran und seinen Rückstand von 1:18,1 Minuten hat er sich hauptsächlich auf der Strecke eingehandelt. Auf der einen Seite hatte er damit schon Grund zu ärgern, wie er im ZDF berichtete. „Ich habe alles getroffen, das Laufen war relativ gut, aber es gab noch Schnellere. Logisch ärgert man sich, aber es freut auch, wenn man mit den Besten noch mitlaufen kann.“ 

Nawrath bester Deutscher

Lukas Hofer (ITA), Philipp Nawrath (GER), Martin Uldal (NOR), (l-r) © Manzoni/NordicFocus

Philipp Nawrath bot absolut schnellste Laufzeit und hatte auch noch genügend Kraft um die schnellste letzte Runde zu laufen, wo er noch zwei Plätze nach vorne gut machen konnte. „Wir haben mega-starke Ski heute gehabt,“ so der Nesselwanger im ZDF nach dem Rennen. Nach der Null im ersten Anschlag verfehlte er im zweiten eine Scheibe und räumte im dritten Schießen seine fünf Scheiben wieder ab. Im letzten Schießen kassierte er dann eine zweite Strafzeit. „Das ist ärgerlich, dass der letzte Schuss daneben geht. Ich habe abgesetzt und versucht zu treffen, den Fokus darauf gelegt.“ Mit einem Rückstand von 2:19,6 Minuten wurde Philipp Nawrath Fünfter, nur 0,5 Sekunden vor dem Norweger Martin Uldal, der lediglich mit einer Strafzeit belastet war. 

Die weiteren deutschen Ergebnisse

Leonhard Pfund (GER) © Manzoni/NordicFocus

Bei seinem vierten Weltcupstart kam der 22jährige Newcomer im DSV-Team , Leo Pfund, mit der Null gut ins Rennen. Dass ein verkorkstes Schießen mit drei Fehlern folgte, hat ein besseres Ergebnis zunichte gemacht, denn in der Folge traf er alle Scheiben. „Das eine Schießen war leider für die Katz, der Rest ist mir gut gelungen, da kann man darauf aufbauen.“ Läuferisch gelang Pfund vor allem eine gute letzte Runde, wo er nur 19 Sekunden hinter der schnellsten Schlussrunde lag. Im Ziel belegte er Platz 29 und sagte nach dem Rennen. „Es macht Spaß und ich bin froh, dass ich hier auf der großen Bühne starten darf.“ Pfund nimmt sich für die nächsten Weltcuprennen vor gute Rennen zu machen und konstant in die Punkte zu laufen. Ein guter Anfang ist gemacht. Lucas Fratzscher begann mit einem Fehler, brachte in der Folge zwei weitere Schüsse nicht ins Ziel und landete auf dem 26. Rang. Philipp Horn zeigte sich etwas enttäuscht nach dem Rennen. „Ich habe sehr gut angefangen, habe mich sehr gut und sehr sicher gefühlt. Stehend war ich extrem ruhig, da hat nichts gewackelt,“ so Horn. Nach zwei fehlerfreien Serien blieben in der Folge jeweils zwei Scheiben stehen und mit vier Strafzeiten reichte es nur zu Platz 32. „Im dritten Schießen war es einfach schlampig geschossen und im letzten Schießen habe ich die Dinger einfach nur reingewackelt. Wenn man mit zwei Mal Null startet, erwartet man sich mehr, als am Ende vier Fehler,“ resümierte Horn nach dem Rennen im ZDF. David Zobel begann mit einem Fehler und ließ nach zwei fehlerfreien Schießen im letzten erneut eine Scheibe schwarz. Er wurde mit deutlichem Rückstand von 5:20 Minuten 35.     

Die erste Kugel ist sicher

The Crystal Globe © Manzoni/NordicFocus

Mit 211 Punkten und damit einem Vorsprung von 70 Punkten auf Johan-Olav Botn ist Eric Perrot die kleine Kristallkugel in der Einzelwertung bereits sicher. Johan-Olav Botn konnte im Einzel von Kontiolahti sein Leistungsvermögen nicht abrufen. Mit drei Fehlern war er läuferisch auch nicht unter den Besten, als er schließlich mit einem Rückstand von 4:10 Minuten auf Perrot auf dem 19. Platz landete. Möglicherweise war aber auch das Material der Norweger an diesem Tag nicht optimal, da auch sein Teamkollege Johannes Dale-Skjevdal, als überaus laufstarker Athlet bekannt, mit zwei Strafzeiten im Ziel einen Rückstand von 3:11 Minuten hatte. Eric Perrot hat mit dem heutigen Sieg auch für die Weltcupgesamtwertung noch einmal gut gepunktet. Mit 924 Zählern führt er und sein ärgster Konkurrent Sebastian Samuelsson aus Schweden liegt 227 Punkte hinter ihm. Johan-Olav Botn hat in der Gesamtwertung 652 Punkte auf seinem Konto. Sechs Ergebnisse aus Einzelbewerben fließen noch in die Gesamtwertung ein und es bleibt spannend, ob Perrot weiterhin optimal punktet.  

Ergebnis

Der weitere Wettkampfplan von Kontiolahti

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