Weltcup im Langlauf und Nordischer Kombination zu Gast bei den 101. Lahti Ski Games - xc-ski.de Langlauf

Weltcup im Langlauf und Nordischer Kombination zu Gast bei den 101. Lahti Ski Games

Seit mehr als 100 Jahren finden fast alljährlich in Finnlands Winter-Hauptstadt die Lahti Ski Games – oder finnisch Salpausselän Kisat – statt. Im Langlauf und der Nordischen Kombination bedeuten sie diesmal aber noch nicht das Ende der Weltcup-Saison.

Neuntgrößte Stadt Finnlands ist grüne Stadt

Die Schanzen von Lahti © Sandra Volk

Lahti, die seit 2021 nur noch neuntgrößte Stadt Finnlands, hat etwa 120.000 Einwohner, liegt nur etwa 82 Meter über Meereshöhe und brachte viele berühmte Wintersportler wie die Skispringer Janne Ahonen oder Toni Nieminen hervor. „Lahti“ heißt übrigens übersetzt „Bucht“. Die Stadt liegt etwa 100 Kilometer nördlich der Hauptstadt Helsinki am Vesijärvi-See. 2020 ernannte die EU Lahti zur European Green Capital 2021, so dass sich Wahrzeichen der Stadt 2021 grün erleuchtet präsentierten, darunter auch der Turm der Großschanze. Als grüne Stadt hat Lahti einen Plan, um noch umweltfreundlicher zu werden: Während das gesamte Land Finnland bis 2035 CO²-neutral sein will, wollte Lahti das bis 2025 schaffen, die Nutzung von Kohle wurde bereits aufgegeben und 99% des Hausmülls wird recycelt. Trotz erheblicher Fortschritte war es nicht mehr möglich, das Ziel bis 2025 zu erreichen. Das soll nun bis 2028 geschehen. Bis 2050 will man abfallfrei sein. In Lahti hat der Besucher sowohl Stadtleben als auch Natur drumherum wie den See Vesijärvi, der seit Jahrzehnten unter Naturschutz steht, und die Finnische Seenplatte generell.

Achte Nordische Ski WM 2029 in Planung

Zuschauer blicken in Richtung der Schanzen in Lahti (FIN) © NordicFocus

Zum vierten Mal in diesem Winter treffen Langläufer und Nordische Kombinierer aufeinander, auch die Skispringer sind mit dabei, wenn im Süden Finnlands die 101. Salpausselkä-Skispiele ausgetragen werden. Wer beim Scrabble groß rauskommen will, legt diese Buchstabenkombination:

S-A-L-P-A-U-S-S-E-L-K-Ä

Mit diesem Wortungetüm, das mindestens 23 Punkte ohne Bonusfelder einbringen würde, sind gleich mehrere Dinge verbunden: Ein Stadtteil von Lahti, ein Naturpark, der von der UNESCO den Titel als Welt-Kulturerbe erhalten soll und geologisch eine Serie von Endmoränen, geformt zum Ende der letzten Eiszeit, die beim Rückzug der Gletscher ein paar Höhenzüge zurückließ, die sich von Süd- nach Ostfinnland ziehen. Der höchste Hügel, Tiirisma, knapp 223 Meter hoch, wird heutzutage durch einen auf seiner Kuppe stehenden Sendemast erkennbar. Die erste Austragung der Salpausselkä-Skispiele gab es 1923, also vor 103 Jahren, und damit sind die Lahti Ski Games älter als die Olympischen Winterspiele, die 1924 erstmals in damals noch kleiner Form stattfanden. 1923 hatten also zwei Holmenkollen-Sieger, die Finnen Anton Collin und Tapani Niku, die Idee und sagten sich, was in Norwegen funktioniert, müsste auch in Finnland passen und veranstalteten im Norden von Lahti Nordische Festspiele mit Springen, Langlauf und Nordischer Kombination. Drei Jahre später, 1926, erschienen Teilnehmer aus 15 Ländern, es war die Geburtsstunde der Nordischen Skiweltmeisterschaften, auch wenn die Statistik heute die Olympischen Spiele 1924 in Chamonix offiziell als erste WM führt. Die Salpausselkä-Skispiele mussten im Laufe der Jahre nur dreimal abgesagt werden: Wegen Schneemangel 1930, wegen des sowjetisch-finnischen Winterkrieges 1940 und wegen des Zweiten Weltkriegs 1942. Lange Zeit hielt sich das internationale Interesse wegen des späten Termins im März aber in Grenzen. Das änderte sich eigentlich erst zur Zeit der vierten Lahti-WM in den 1970ern. Inzwischen hatte man im Norden der Stadt ein hochmodernes Multifunktions-Sportzentrum (für Scrabble-Fans: Lahden Urheilukeskus) errichtet, eines mit Gleisanschluss, einem Schanzenkomplex, dessen Auslauf im Sommer als Schwimmbad fungierte und einem Stadion, das knapp 15.000 Besuchern Platz bietet, Heimat des Fußballvereins FC Lahti ist, als Leichtathletik-Stadion genutzt werden kann und das 1989, 2001 und 2017 Schauplatz der Nordischen Ski WM war. Und 2029 wieder sein wird! Biathlon-Weltmeisterschaften gab es in Lahti übrigens auch schon in den 1980ern und 90ern – außerdem sprang man 2000 mit Verfolgung und Massenstart, weil die Rennen in Oslo nicht ausgerichtet werden konnten. Trotz der südlichen Lage ist das nordische Zentrum Salpausselkä eines der bedeutendsten in Finnland. Lahti ist Rekordhalter im Austragen der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften, siebenmal fand das Großereignis bereits dort statt – zuletzt im Jahr 2017. Für die Nordische Ski-WM 2029 war Lahti der einzige Bewerber. Insgesamt erwarten die Veranstalter wie üblich etwa 300 Athleten aus 23 Nationen und etwa 55.000 Zuschauer. 

Sprint und Einzel im Langlauf, Teamsprint und Gundersen bei NoKo

LSG2026 Sprintkurs Karpalo © Lahti Ski Games

Die altbekannte Sprintstrecke von Lahti wird auch dieses Jahr wieder von den Langläufern für einen Einzelsprint in freier Technik genutzt und von den Kombinierern für einen Teamsprint. Die Strecke trägt den Namen Karpalo, was „Moosbeere“ bedeutet, die es im Bereich des ersten Anstiegs auch zahlreich zu finden gibt. Auf der Runde geht es zunächst nach rechts aus dem Stadion hinaus. Nach 500 Metern ist der Wendepunkt erreicht und anschließend geht es an der großen Anzeigetafel vorbei zwischen Langlaufstadion und Schanzen hinauf zur Lahti-Kurve und dann hinunter ins Stadion zum Zielsprint. Insgesamt sind vier kleine Anstiege zu bezwingen mit insgesamt 47 Höhenmetern.

 

LSG2026 5km Runde Nord/Süd © Lahti Ski Games

Am Sonntag wird für den Einzelstart in der klassischen Technik eine fünf Kilometer lange Runde genutzt, die zweimal zu laufen ist. Die Runde beginnt zunächst nördlich des Stadions auf der Karpalo-Runde, erreicht dann nach zwei Kilometern wieder das Stadion und anschließend geht es vorbei an der Lahti-Kurve in den südlich gelegenen Streckenteil. Zeit zur Erholung gibt es auf der Runde quasi nie, es geht ständig rauf oder runter. Auf den fünf Kilometer sind jeweils 193 Höhenmeter zu erklettern. Der längste Anstieg beginnt genau nach der Hälfte der Runde, befindet sich also auf dem südlichen Streckenabschnitt direkt nach der Stadionpassage. Der Anstieg ist rund 500 Meter lang mit 44 Höhenmetern.

 

LSG2026 Noko 2,5km Nord © Lahti Ski Games

 

Im Gundersen Wettkampf der Kombinierer kommt eine 2,5 Kilometer lange Runde zum Einsatz, die sich mit Ausnahme der Lahti-Kurve komplett nördlich des Stadions befindet. Auch hier geht es ständig bergauf und bergab. Insgesamt sind 103 Höhenmetern pro Runde zu bezwingen. Der längste Anstieg ist etwa 300 Meter lang und geht über 32 Höhenmeter.

 

Ausfälle und andere Pläne vor Lahti Weltcup

Wann ist das letzte Rennen von Krista Pärmäkoski? Das ist die große Frage – auch für die finnischen Journalisten. Zuerst hieß es, der olympischen 50er, für den sie extra wieder angereist war, weil so viele krank wurden, wäre ihr letztes Rennen. Das schien angesichts des Heimweltcups in Lahti aber direkt unwahrscheinlich. In Lahti will sie nun starten und möglicherweise ist das dann das Ende, denn ob sie sich Oslo und Lake Placid noch antut, ist unklar. Auch Jasmi Joensuu, Kerttu und Iivo Niskanen gehören zum Team und Iivo hat gerade erst mitgeteilt, dass er seine Karriere bis 2029 oder 2030 fortsetzen wird. Auch sonst gibt es keine wichtigen Ausfälle vor dem Heimweltcup, wo ein großes finnisches Team am Start ist. In Norwegen gibt es aber Ausfälle, nämlich Oskar Opstad Vike, der auf dem Weg zu U23-Gold stürzte. Als dann ein schwedischer Läufer, der völlig blau in die Abfahrt ging, ihn übersah, rammte er ihn und Vike zog sich eine Rippenverletzung zu. Ob es sich dabei wirklich um einen Bruch oder eine Prellung handelt, wurde bisher nicht kommuniziert. Für Lahti fällt er definitiv aus wie auch der erkältete Ansgar Evensen. Wer die beiden ersetzt, ist leicht zu merken: Skar und Skari. Der 34-jährige Sindre Bjørnestad Skar war sei 2023 nur noch zweimal im Weltcup zu sehen und Filip Skari wurde statt Vike gerade U23-Weltmeister. Einar Hedegart läuft in der Schweiz den Engadiner Skimarathon und Astrid Øyre Slind wird diese Saison wohl keinen Weltcup mehr laufen. Nach dem enttäuschend verlaufenen Olympischen Spielen wollte sie sich eigentlich auf die Ski Classics konzentrieren. Aber nachdem sie den Vasaloppet aufgeben musste, wurde bekannt, dass einige Tage vorher im Training eine Schulterverletzung aufgetreten war, die große Schmerzen verursacht. Ob und wann sie diesen Winter nochmal startet, ist unklar. In Schweden fehlt auch ein großer Name, was den Trainern gar nicht passt. Ebba Andersson hat sich entschieden, statt in Lahti lieber den Skimarathon Orsa Grönklitt in Schweden zu laufen – 50 Kilometer Klassik im Einzelstart. Außerdem fehlt Edvin Anger wegen seiner Mittelohrentzündung und Antibiotika-Einnahme. Sonst ist das Team so stark wie möglich aufgestellt. Federico Pellegrino hat sich entschlossen, das Ausklingen seiner Karriere noch auszukosten. Er nimmt die restlichen Weltcups noch mit und führt auch in Lahti das italienische Team an, in dem es keine Ausfälle gibt mit Ausnahme der Athleten, die in Lillehammer laufen.

ÖSV-Team mit sieben Sportlern

Auch im ÖSV-Team kommt es mannschaftlich im Vergleich zu den Rennen in Falun zu Veränderungen. Bei den Damen wird neben Magdalena Scherz auch Teresa Stadlober wieder mit von der Partie sein und nach kurzer, gesundheitsbedingter Pause in den Weltcup zurückkehren. Die 33-Jährige ist wieder fit, wird beide Wettkämpfe bestreiten und möchte in den restlichen Saisonrennen an ihre bisher starken Leistungen in diesem Winter anschließen. „Nach den Olympischen Spielen hat mich eine kleine Verkühlung erwischt und ich war dann einfach mehrere Tage sehr energielos. Das hat jetzt fast eine Woche gedauert, bis ich mich wieder richtig erholen konnte, aber jetzt habe ich schon wieder ein paar Einheiten auf der Loipe absolviert. In Lahti möchte ich beide Rennen laufen, wobei natürlich das Hauptaugenmerk auf dem Distanzrennen am Sonntag liegt. Die Strecke mag ich grundsätzlich sehr gerne und ich bin dort schon ein paar gute Wettkämpfe gelaufen. Natürlich muss man schauen, wie es mir körperlich im Rennen geht, aber grundsätzlich sind die Top-Ten über die 10 km auf jeden Fall das Ziel. Ich fühle mich wohl und freue mich schon auf die Rennen“, sagte sie. Bei den Herren sind wie bereits vergangenes Wochenende Mika Vermeulen, Benjamin Moser und Michael Föttinger am Start. Zudem rücken Lukas Mrkonjic und Erik Engel in das Weltcupteam auf. Alle Athleten werden voraussichtlich an beiden Rennen teilnehmen, wobei kurzfristige Änderungen vor Ort möglich sind. Benjamin Moser hat nach seinem Podium große Hoffnungen: „Mein großes Saisonziel war es heuer, einmal in ein Sprintfinale zu kommen und ich wusste, dass ich grundsätzlich das Zeug dazu habe. Dass es dann in Falun aber so gut funktioniert, damit habe ich ehrlicherweise nicht gerechnet. Ich glaube, man braucht für solche Ergebnisse neben den körperlichen Voraussetzungen auch die nötige Portion Glück und klarerweise auch hervorragendes Material. Ich bin relativ locker in das Rennen hineingestartet, denn die bisherige Saison war für mich schon richtig super. Vielleicht war es gerade diese Lockerheit, die mir dann auch den entscheidenden Vorteil verschafft hat. Jetzt merke ich aber, dass dieses Wochenende auch sehr anstrengend war, und im Moment bin ich ehrlicherweise ziemlich müde. Ich werde versuchen, mich bis Lahti gut zu erholen und dann wieder richtig anzugreifen. Das Ziel ist wieder das große Finale. Warum auch nicht? – Ich bin gut in Form und wenn ich körperlich fit bin, habe ich sicher das Zeug dazu.“

Zehn Schweizer in Lahti

Das Schweizer Team reist mit fünf Damen und fünf Herren nach Finnland. Wie gestern bekannt wurde, befindet sich Nadine Fähndrich auf einer Abschiedstour und wird ihre Karriere Ende März beenden. Sie tritt gemeinsam mit Lea Fischer, Nadja Kälin, Alina Meier und Anja Weber an. Die anderen beiden, die ihre Karriere definitiv ebenfalls beenden, bekommen in Lahti eine Pause. Stattdessen wollen Cyril Fähndrich, Valerio Grond, Janik Riebli, Antonin Savary und Nicola Wigger sich beweisen.

Nordische Kombination: Endlich mit den Frauen

In der Saison 2025-26 treten erstmals auch die Damen auf der Großschanze in Lahti an. (Archivbild Johannes Lamparter (AUT)) © Sandra Volk

Die Nordische Kombination hört nicht auf, Geschichte zu schreiben. Nach dem ersten Skifliegen der Männer am vergangenen Wochenende am Kulm (AUT) macht auch die Entwicklung bei den Frauen einen weiteren Schritt. Erstmals sind sie in Lahti – und damit generell in Finnland – ebenfalls am Start. Da am Weltcup-Wochenende in Lahti üblicherweise nur die Großschanze präpariert wird, war der Zugang für die Kombiniererinnen, die bislang hauptsächlich von der Normalschanze starten, bislang versperrt. Nachdem die Damen jedoch zu Ende der letzten Saison in Oslo (NOR) bereits den ersten Großschanzen-Weltcup bestreiten durften (im Sommer Grand Prix haben sie mittlerweile mehrere Wettkämpfe von den großen Schanzen bestritten), dürfen sie dieses Jahr erstmals auch in Lahti starten. Zum ersten Einzel-Weltcup, wie bei den Männern ein Gundersen, kommt außerdem der erste Mixed Team Sprint in der Geschichte der Nordischen Kombination. Hierbei treten je ein Mann und eine Frau einer Nation gemeinsam als Team an, wobei pro Nation maximal zwei Teams starten dürfen.

Rydzek vor 300. Weltcup

Johannes Rydzek (GER) konnte in Lahti zahlreiche Erfolge feiern. © NordicFocus

Aber nicht nur, was die Wettkampfformate angeht, steht Großes bevor. Auch einige Athleten jagen ihre ganz persönlichen Rekorde. So begeht Johannes Rydzek (GER) am Freitag seinen 300. Einzelweltcup. Ausgerechnet in Lahti, könnte man sagen. Schließlich war es hier, wo Rydzek vor 15 Jahren, am 12. März 2011, seinen ersten von insgesamt 18 Weltcupsiegen feierte. Zwei weitere Einzelsiege sowie drei Siege im Team folgten. Und hier gewann er bei der WM 2017 Gold in allen vier Wettbewerben. Doch das ist nicht das Einzige, was Lahti für Rydzek zu einem besonderen Ort macht: „Lahti – das ist auch unabhängig meiner WM-Erfolge dort schon immer ein ganz besonderer Ort für mich. Diese eng beieinander liegenden Wettkampfstätten strahlen schon ein besonderes Flair aus. Skispringen und Skilanglauf zusammen an einem Ort sind sowieso immer etwas Besonderes. Außerdem sind wir wieder zusammen mit den Kombinationsdamen unterwegs. Auf den allerersten Mixed Team Sprint freue ich mich besonders.“

Lamparter vor Gesamtsieg

Johannes Lamparter (AUT) © Auhamayou/NordicFocus

Auch Johannes Lamparter gewinnt gerne in Finnland. Saisonübergreifend konnte er die letzten vier Einzelweltcups in Finnland, in Lahti und Ruka, für sich entscheiden. Gewinnt er am Freitag erneut, sichert er sich nicht nur vorzeitig den Gewinn des Gesamtweltcups. Dazu würden ihm sogar 28 Punkte oder ein 17. Platz genügen. Mit einem Sieg könnte Lamparter auch mit Felix Gottwald (23 Siege) gleichziehen, der bisheriger österreichischer Rekordsieger ist. Sein engster Rivale im Kampf um den Gesamtweltcup, Jens Luraas Oftebro (NOR), ist zwar – die drei Goldmedaillen von den Olympischen Spielen beweisen es – ebenfalls in Topform und hat den Sieg in der Best Skier-Wertung bereits sicher. Um Lamparter noch abfangen zu können, bräuchte er allerdings Schützenhilfe des halben Teilnehmerfeldes.

Finnlands Hoffnung groß wie lange nicht

Ilkka Herola (FIN) würde gerne die finnische Durststrecke in Lahti beenden. © Modica/NordicFocus

Am Freitag, wenn in Lahti der Einzelweltcup über die Bühne geht, ist es auf den Tag genau 16 Jahre her, dass zuletzt ein Finne einen Einzelweltcup in Lahti gewinnen konnte. Damals siegte Kombinierer-Legende Hannu Manninen. Während Ilkka Herola und Eero Hirvonen beide in Lahti bereits auf dem Podium stehen und 2019 gemeinsam sogar den Team Sprint gewinnen konnten, steht für beide ein Einzelsieg auf finnischem Boden noch aus. Betrachtet man deren Ergebnisse der letzten Wochen, ist es nicht unwahrscheinlich, dass einer oder sogar beide ein Wörtchen um den Sieg mitreden könnten. Bei den Olympischen Spielen konnten beide je eine Bronzemedaille im Einzel gewinnen. Im Team Sprint gewannen sie Silber, und Hirvonen jagte Oftebro bis zur Ziellinie im Kampf um Gold. Am vergangenen Wochenende am Kulm gelang Herola schließlich sein zweiter Weltcup-Sieg überhaupt nach dem Premierensieg am Holmenkollen vor knapp einem Jahr. Nachdem sich die Gerüchte mehren, dass Herola ernsthaft über ein Karriereende nach Ablauf der Saison nachdenkt, könnte das der krönende Abschluss für den 30-Jährigen werden.

Hagen vor nächstem Rekord

Ida Marie Hagen (NOR) © Volk/NordicFocus

Ida Marie Hagen (NOR) ihrerseits hat in dieser Saison bereits – fast – alles gewonnen, was es zu gewinnen gab. Der Gesamtweltcup ist ihr bereits ebenso sicher wie die Compact-Wertung und die Best Skier-Trophy – übrigens bereits zum vierten Mal, was Rekord ist. Bei den Männern gewannen Ilkka Herola und Jens Luraas Oftebro jeweils dreimal. Auch Hagens bisherige Anzahl an Weltcup-Siegen im Einzel (27) ist Rekord bei den Frauen. Mit einem weiteren Sieg würde sie nicht nur zu Ronny Ackermann aufschließen, sondern geschlechterübergreifend auf Rang vier der meisten Siege insgesamt vorrücken. Was in der Sammlung noch fehlt, wäre ein elfter Saisonsieg. Den bisherigen Rekord von zehn Siegen in einer Saison bei den Frauen hält sie gemeinsam mit Landsfrau Gyda Westvold Hansen.

Weltcuppremiere für Lilly Großmann, Verletzung bei Laura Pletz

 

Naturschnee und Temperaturen um Null

Lahti präsentiert sich bei Anreise der Athleten in strahlendem Sonnenschein und leichten Plusgraden. In der Nacht sinken die Temperaturen aber klar unter Null, so dass die Läufer vor allem am Vormittag harte Bedingungen vorfinden werden. Es könnte aber windig werden und das ist in Lahti nie ein gutes Omen. Es ist mit Böen zwischen 6 und 30 km/h zu rechnen. Da die Schanzen in Lahti als windanfällig gelten, können Böen in dieser Stärke bereits zu Verzögerungen oder Absagen führen, wie Erfahrungen aus Vorjahren zeigen. In Lahti ist abseits der Straßen und Wege eine geschlossene Schneedecke von 29 Zentimeter vorzufinden, gemessen heute an der offiziellen Wetterstation Sopenkorpi direkt im Stadtgebiet.

Kaum TV-Zeiten

Zu sehen gibt es von den Wettkämpfen im Free TV aber nicht viel. Das liegt an den anderen Weltcups, die den Vorrang bekommen, Radsport und den Paralympics. Letztere beginnen aber erst Samstag, so dass die Kombinierer mit ihren Gundersen-Wettkämpfen davon profitieren können. Eurosport1 berichtet von beiden Wettkämpfen komplett live. Das ZDF fasst beide Springen zusammen und zeigte dann beide Läufe live. Auch ORF1 überträgt das Springen der Herren und beide Läufe. Samstag und Sonntag sieht es aber schlecht aus für beide Sportarten. Im ZDF gibt es gegen 12 eine Zusammenfassung des Mixed-Springens und später den Lauf live. ORF1 und SRF2 zeigen zumindest den Lauf, was bei Eurosport gar nicht der Fall ist. Vom Langlauf-Sprint hat Eurosport2 ein Zeitfenster für den Prolog mit deutschem Kommentar gefunden, die Heats findet man dann nur bei Discovery+. Das ZDF hat keinen Livestream angekündigt und plant im TV nur eine fünfminütige Zusammenfassung, vom Sonntag dann gar keine Übertragung. Eurosport2 überträgt beide Einzelstarts live, ORF Sport+ zeigt eine Zusammenfassung.

Zeitplan

Freitag, 06. März 2026

NK | 12:00 Uhr: HS130 Gundersen Damen
NK | 13:00 Uhr: HS130 Gundersen Herren
NK | 16:00 Uhr: 5 Kilometer Gundersen Damen
NK | 16:35 Uhr: 10 Kilometer Gundersen Herren

Samstag, 07. März 2026

LL | 09:00 Uhr: Sprint Prolog Freistil
NK | 10:15 Uhr: HS130 Mixed Team
LL | 11:30 Uhr: Sprint Finalläufe Freistil
NK | 14:30 Uhr: 12 Kilometer Mixed Team Sprint

Sonntag, 08. März 2026

LL | 10:30 Uhr: 10 Kilometer Einzelstart Klassik Damen
LL | 12:15 Uhr: 10 Kilometer Einzelstart Klassik Herren

 

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