Nordische Kombination: Favoritensieg für Lamparter

Johannes Lamparter krönt sich zum Junioren-Weltmeister 2021. © Pepe Korteniemi

Johannes Lamparter aus Österreich ist neuer Juniorenweltmeister in der Nordischen Kombination. Im finnischen Lahti siegte er vor dem Franzosen Matteo Baud. Mit Stefan Rettenegger gewann ein weiterer Österreicher Bronze. Christian Frank landete als bester Deutscher auf dem neunten Platz.

Lamparter auf der Schanze klar vorn

Christian Frank (GER) bei seinem Sprung bei der Junioren-WM in Lahti. © Jyrki Hämäläinen

Die Favoritenrolle war bereits vor dem Wettkampf klar vergeben. Johannes Lamparter, der derzeit im Weltcup als bester Österreicher auf dem siebten Rang liegt, präsentiert sich immer wieder gleichermaßen stark auf der Schanze wie in der Loipe. Dementsprechend wenig überraschend war sein Sprungsieg. Zwar zeigte er mit 95 Metern nicht den weitesten Sprung des Tages. Matteo Baud hatte bei seinem Versuch auf 96,5 Meter die besseren Windverhältnisse und bekam dementsprechend Punktabzug, so dass der Unterschied zwischen den beiden doch recht knapp war. Umgerechnet sieben Sekunden trennten die beiden nur beim Start in das Langlaufrennen über zehn Kilometer.

Österreicher insgesamt sprungstark

Johannes Lamparter (AUT) nach seinem Sprung bei der Junioren-WM in Lahti. © Miika Venäläinen

Doch nicht nur Lamparter zeigte sich in guter Sprungform. Hinter Jiri Konvalinka (CZE) und Marco Heinis (FRA) platzierte sich Junioren-Olympiasieger Stefan Rettenegger (92 m/ + 0:28 min) vor Manuel Einkemmer (90,5 m/ + 0:30 min). Auf Zwischenrang sieben sprang Finnlands Otto Niittykoski vor Eidar Johan Stroem aus Norwegen, bevor auf Rang neun der vierte Österreicher landete. Florian Kolb sprang 93 Meter und hatte einen Rückstand von 41 Sekunden auf Lamparter. Auf Rang zehn kam der Tscheche Petr Sablatura. Bester Deutscher auf der Schanze war Christian Frank auf Rang elf (89 m/+ 0:51 min), der damit aber immerhin noch vor dem Mitfavoriten Andreas Skoglund aus Norwegen landete, welcher mit seinem Sprung nicht zufrieden sein konnte. Jan Andersen wurde zwischenzeitlicher 14., der Schweizer Pascal Müller 22., Simon Mach 25. und Tristan Sommerfeldt landete abgeschlagen auf Rang 31 (82 m/ + 2:13 min).

Lamparter mit Start-Ziel-Sieg

Johannes Lamparter (AUT) auf dem Weg zum Junioren-WM-Titel. © Pepe Korteniemi

Nach seinem Sprungsieg legte Lamparter auch in der Loipe los wie die Feuerwehr. Hatte sein Vorsprung auf Baud beim Start noch sieben Sekunden betragen, verdoppelte er diesen in den ersten beiden Runden jeweils. Die dritte Runde liefen beide mit gleichbleibendem Abstand, bevor Lamparter auf der Schlussrunde seinen Vorsprung noch weiter ausbauen konnte. Die schnellste Laufzeit (26:24.3 min) ließ ihn 49 Sekunden vor Baud als verdienten Sieger seine Goldmedaille in Empfang nehmen. „Ich habe heute einen richtig coolen Tag gehabt. Dass ich in meinem letzten Wettkampf in der Junioren-Klasse die Goldmedaille geholt habe ist schon sehr cool. Auf der Schanze habe ich etwas Probleme gehabt, aber dann doch einen sehr guten Wettkampfsprung zeigen können. Das Rennen war dann einfach nur super und hat mir richtig getaugt, wir haben auch richtig schnelle Ski gehabt. Ich bin überglücklich, meine Junioren-Karriere so beenden zu dürfen und freue mich auf alles, was jetzt in Zukunft kommt,“ sagte der strahlende Sieger.

Baud behauptet sich, Rettenegger mit starker Schlussrunde

Matteo Baud (FRA) freut sich über Silber. © Pepe Korteniemi

Auch der Zweitplatzierte konnte sich freuen: „Ich bin sehr glücklich über meinen Wettbewerb. Alles in allem habe ich heute Morgen einen starken Sprung gezeigt, den besten seit ich nach Lahti gekommen bin. Das Rennen war gut, ich bin ziemlich schnell gestartet und habe meinen Rhythmus beibehalten. Ich bin sehr glücklich über die Silbermedaille. Es ist mein erstes Podium bei der Junioren-WM und ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung“, so Matteo Baud. Stefan Retteneggers Rennen entschied sich in der letzten Runde: „Ich habe heute auf der Schanze schon echt einen guten Job gemacht und den besten Sprung von der Woche zeigen können. Da hab ich gewusst, dass viel drin ist heut. Im Rennen habe ich versucht, mit Manuel (Einkemmer, Anm.) nach vorne zu kommen. Wir sind auch ein bisschen näher gekommen und ich habe zum Schluss alles probiert, dass ich auf Matteo Baud aufschließe. Das ist mir auch gelungen, leider hat es dann aber für Platz zwei nicht ganz gereicht. Mit Bronze bin ich trotzdem richtig zufrieden und glücklich.“

Frank bester Deutscher, starkes Rennen für die Finnen

Otto Niittykoski (FIN) kam auf den vierten Rang. © Pepe Korteniemi

Knapp am Podest vorbei und trotzdem ein starkes Ergebnis gab es für Finnlands Otto Niittykoski, der sich auf Rang vier verbesserte. Auch sein Landsmann Perttu Reponen verbesserte sich von Rang 17 nach dem Sprung auf den siebten Platz. Andreas Skoglund beendete das Rennen 1:48 Minuten hinter dem Sieger, nachdem er zur Halbzeit des Rennens beinahe den Anschluss an die Verfolgergruppe geschafft hatte, dann jedoch wieder abreißen lassen musste. Mit Manuel Einkemmer auf dem sechsten Platz sowie Florian Kolb auf Rang elf konnten die Österreicher insgesamt einen äußerst erfolgreichen Tag verbuchen. Christian Frank vom SK Berchtesgaden beendete das Rennen als bester DSV-Athlet auf dem neunten Platz. Tristan Sommerfeldt verbesserte sich dank starker Laufleistung vom 31. auf den 15. Platz. Jan Andersen wurde 20. und Simon Mach landete auf Rang 25. Der Schweizer Pascal Müller wurde 22.

Zwischenstand SprungEndergebnis

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