Perfekte Bedingungen und hochklassige Rennen beim 42. Gsiesertallauf - xc-ski.de Langlauf

Perfekte Bedingungen und hochklassige Rennen beim 42. Gsiesertallauf

Das Gsiesertal präsentierte sich bei der 42. Ausgabe des Gsiesertallauf in bester Verfassung. Schnelle Loipen und eine hochklassige Besetzung sorgten für packende Rennen und eine erfolgreiche Austragung.

Schmidhofer und Ferrari schnellste Langdistanzler

Christian Lorenzi (ITA), Francesco Ferrari (ITA), Johannes Kuchl (GER), l-r, Gsiesertallauf 2026 © Newspower.it

An einem perfekten Tag mit strahlendem Sonnenschein startete der Gsieser Tal Lauf pünktlich um 9:30 Uhr mit den Rennen in der klassischen Technik. Auch die Loipe präsentierte sich in ausgezeichnetem Zustand, die perfekt gezogenen Spuren sorgten für Tempo von St. Martin in Richtung Taisten. Nach den ersten Rennkilometern bildete sich eine rund fünfzehnköpfige Spitzengruppe, die mit hohem Tempo das Feld auseinanderzog. Den Alperia-Sprint in Taisten passierte Marco Gaudenzio (Under Up Ski Team) als Erster, dicht gefolgt von Francesco Ferrari und Christian Lorenzi (beide Team Internorm Trentino GSG). In Pichl führte Paolo Fanton (Team Futura) das Feld vor Thomas Rinner (Team Internorm Trentino GSG), Manuel Amhof (Team Futura) und einer etwa zehnköpfigen Verfolgergruppe an. Auf der Langdistanz ging es mit der drei Kilometer langen Bergwertung „King of the Mountain – by Hotel Quelle“ in die entscheidende Phase um den Sieg. Christian Lorenzi krönte sich dabei zum neuen „König“, direkt dahinter folgte Francesco Ferrari. Die beiden Italiener lieferten sich bis wenige Kilometer vor dem Ziel ein packendes Duell. Nach der Passage in St. Magdalena ging es zurück ins Ziel nach St. Martin, wo Francesco Ferrari seinen Vorjahressieg wiederholte und sehr zufrieden war: „Sich zu bestätigen ist nie einfach, ich bin wirklich glücklich. Die Gefühle waren sehr gut, auch dank hervorragenden Materials.“ Zweiter wurde Christian Lorenzi, mit etwas Rückstand kam der Deutsche Johannes Kuchl (Löffler-Skadi Loppet Team) als Dritter ins Ziel. Auch das Frauenrennen bot beste Unterhaltung und wurde auf der Langdistanz von Anna Schmidhofer (Team Internorm Trentino GSG) dominiert. Die Österreicherin setzte sich früh in den Windschatten der besten Männer und schlug ein für die Konkurrenz unhaltbares Tempo an. Nachdem sie den Sportful-Sprint in Pichl vor Franziska Müller und Lucjia Medja gewonnen hatte, setzte sie ihre Mission fort und entschied sich an der Streckenteilung für die Langdistanz. Im Ziel in St. Martin feierte die Athletin des Team Internorm Trentino GSG mit einem Vorsprung von 7:28 Minuten auf ihre zweitplatzierte Teamkollegin Anna Giordan einen klaren Sieg. „Es war ein besonderer Tag, die Atmosphäre war unglaublich, und nach dem 30-Kilometer-Sieg im letzten Jahr erneut zu gewinnen, ist wunderschön“, so die Österreicherin. Das Podium komplettierte Maria Eurosia Debertolis (Team Slavia Pojistovna Robinson Trentino), die wenige Kurven vor dem Ziel stürzte, als sie noch mit Giordan um Platz zwei kämpfte.

Müller und Rinner gewinnen über 30 Kilometer

Franziska Müller (GER), Thomas Rinner (ITA), Gsiesertallauf 2026 © Newspower.it

Wenige Kilometer vor der Streckenteilung zwischen 30 und 42 Kilometer setzten sich Paolo Fanton und Thomas Rinner mit einer Tempoverschärfung ab. Die beiden bogen Richtung 30-Kilometer-Ziel ein und lieferten sich einen Sprint, bei dem Rinner eine kleine Lücke reißen und das Rennen gewinnen konnte. Hinter ihm belegte Paolo Fanton Rang zwei, Ivo Nöckler wurde mit etwas Abstand Dritter. „Die Bedingungen waren perfekt und der Schnee unglaublich schnell. Seit acht Jahren versuche ich hier im Gsiesertal zu gewinnen – endlich habe ich es geschafft… niemals aufgeben!“, freute sich ein überglücklicher Thomas Rinner. Franziska Müller dominierte die Entscheidung bei den Damen über 30 Kilometer. Nach 1:21:40 Stunden setzte sich die Deutsche mit drei Minuten Vorsprung gegen die Österreicherin Anna Spuller und Cecil Kümpel (Cibes Lift Ski-Willy Marathonteam) auf Rang Drei durch.

Schnelle und hochklassige Rennen auch am Sonntag

Giovanni Ticco (ITA), Martina Di Centa (ITA), Gsiesertallauf 2026 © Newspower.it

Der Sonntag im Gsieser Tal bot ein weiteres großartiges Spektakel. Dank einer perfekt präparierten Loipe und eines hochklassigen Starterfeldes unter Beteiligung der Athletinnen und Athleten des Italienpokals war das Tempo von Beginn an sehr hoch. Beim fliegenden Sprint „by Südtirol“ nach 9,5 Kilometern präsentierte sich die Spitzengruppe noch mit zahlreichen Läufern. Als Erster passierte Giacomo Gabrielli vor dem Biathleten Lukas Hofer, Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Spielen Mailand–Cortina 2026, die Sprint-Ziellinie. Dahinter hielten Giandomenico Salvadori, Giovanni Ticcò, Lorenzo Romano und nach und nach alle weiteren Athleten engen Kontakt. Beim nächsten Sprint „by Hoku“ in Pichl bei Kilometer 24,5 sicherte sich erneut Giacomo Gabrielli die Wertung vor Lorenzo Romano und Martin Coradazzi. Für jene, die die längere Distanz in Angriff nahmen, ging es auch am Sonntag auf die Bergwertung „King of the Mountain by Hotel Quelle“. Gewonnen wurde diese von Giandomenico Salvadori. Nach der Passage in St. Magdalena setzten sich Giovanni Ticcò und Lorenzo Romano leicht von den Verfolgern ab. Ticcò konnte sich schließlich gegen den Athleten der Carabinieri-Sportgruppe sowie gegen Salvadori (3.) behaupten. Für den Sieger war es ein großer Erfolg, Ticcò gewann sowohl die 42 km als auch die Etappe des Italienpokals: „Ich habe mich sehr wohlgefühlt, die Atmosphäre war wunderschön. Am Ende waren wir im Sprint mit Lorenzo Romano und ich konnte mich durchsetzen. Ich bin sehr glücklich.“ Über 42 km lieferten sich Martina Di Centa und die Südtirolerin Julia Kuen (Team Futura) ein spannendes Duell. Beide holten Elisa Gallo ein, die auf den ersten Rennkilometern mit deutlichem Vorsprung geführt hatte. Nach der Passage in St. Magdalena erreichten Di Centa und Kuen das Ziel nur wenige Sekunden auseinander – mit Vorteil für Di Centa: „Das Rennen war sehr anspruchsvoll. Wir haben nach einem größeren Rückstand im ersten Teil stark aufgeholt. Wir haben alles gegeben, und im Finale konnte ich mich durchsetzen.“ Di Centa hatte sich zudem zuvor den „Queen of the Mountain by Hotel Quelle“ sowie den Sprint Mila bei Kilometer 29 gesichert.

Italienische Siege über die Skating Kurzdistanz

Emma Schwitzer (ITA), Edoardo Forneris (ITA), Gsiesertallauf 2026 © Newspower.it

Im Bereich der Streckengabelung zwischen 30 und 42 Kilometer setzte sich aus der großen Spitzengruppe ein Quartett in Richtung Ziel der kürzeren Distanz ab: Thomas Maestri, Alessio Romano, Giacomo Gabrielli und Edoardo Forneris. Die letzteren drei lieferten sich einen packenden Schlusssprint, in dem sich Edoardo Forneris aus Cuneo mit lediglich drei Hundertstelsekunden Vorsprung durchsetzte. Der Athlet der Heeressportgruppe feierte damit seinen ersten Sieg beim Gsieser Tal Lauf: „Der Start ist hier immer sehr turbulent. In den ersten 15 Kilometern hatte ich etwas zu kämpfen, dann konnte ich mich in die Vierergruppe einreihen. Im Sprint hatte ich schließlich die Nase vorn.“ Platz zwei ging an Giacomo Gabrielli vor Alessio Romano – alle innerhalb einer Sekunde. Bei den Frauen gewann Emma Schwitzer die 30 Kilometer Distanz. Die Athletin der Carabinieri-Sportgruppe setzte sich trotz einer bei der Verpflegung erlittenen Lippenverletzung durch. Im Fotofinish behauptete sie sich gegen Lucia Delfino. Das Podium komplettierte Lucia Isonni mit einem Rückstand von 1:27 Minuten. „Ich bin sehr glücklich, es war ein wunderschönes Rennen. Trotz der Verletzung konnte ich bis zum Schluss um den Sieg kämpfen und gewinnen“, erklärte eine sichtlich gezeichnete, aber zufriedene Emma Schwitzer.Große Zufriedenheit herrschte beim Organisationskomitee rund um den langjährigen Präsidenten Walter Felderer: „Es war eine fantastische Ausgabe. Wir haben großes Glück – Ende Februar solche Schneebedingungen vorzufinden, ist sehr positiv. Das Wetter hat mitgespielt, und so viele Menschen an diesen zwei Tagen zu sehen, macht uns sehr stolz.“

Ergebnisse Gsiesertallauf

Bildergalerie

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