Warum Training so empfehlenswert ist: „Leben ist Bewegung! Wer sich nicht bewegt, lebt gefĂ€hrlich!“ Dieser Slogan von Dr. MĂŒller-Wohlfahrt ist so einfach wie brilliant. Der positive Einfluss von Ausdauersport auf den Menschen ist sportmedizinisch lĂ€ngst belegt. In erster Linie bekĂ€mpft er die durch den chronischen Bewegunsmangel unserer Gesellschaft hervorgerufenen Krankheiten.
Von einigen Ărzten wird Ausdauertraining als Therapieform angewandt und zur Prophylaxe empfohlen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien beweisen: das Risiko aktiver Ausdauersportler an einem Herzleiden zu erkranken oder zu sterben ist nur halb so hoch wie beim DurchschnittsbĂŒrger. Die verbesserte Durchblutung und Versorgung mit Sauerstoff des Herzens fĂŒhrt zum Absinken der Herzfrequenz (Puls) und Reduzierung des Blutdrucks. Die AusschĂŒttung von Stresshormen und somit die Gefahr von GefĂ€Ăverengungen wird deutlich gemindert. Ausdauersport ökonomisiert die Herzarbeit, was nicht nur eine höhere LeistungsfĂ€higkeit, sondern auch eine höhere LebensqualitĂ€t nach sich zieht.
Ebenfalls hilft Ausdauertraining bei der sekundĂ€r erworbenen Zuckerkrankheit. Durch vermehrte Zuckeraufnahme in Muskel- und Leberzellen und natĂŒrlich die verstĂ€rkte Verbrennung wird der Blutzuckerabbau gefördert. So kann auf Zuckertabletten verzichtet und die Insulindosis gesenkt werden. Auch wird das „schlechte“ LDL-Cholesterin gesenkt und das „gute“ HDL-Cholesterin, das GefĂ€ĂschĂ€digungen zu vermeiden hilft, angehoben. So werden die Blutfette vorteilhaft reguliert. AuĂerdem greift uns moderater Ausdauersport bei der Fettleibigkeit (Adipositas), einer der gröĂten Krankheiten unserer Wohlstandsgesellschaft, unter die Arme. Durch vermehrte Fettverbrennung, die Anregung des Stoffwechsels und Einlagerung von Fett in den Muskel und nicht ins Unterhautgewebe kann Ăbergewicht erfolgreich abgebaut werden.
Doch die Reihe der positiven Wirkungen auf den Menschen reiĂt nicht ab. FĂŒr die Gelenke ist Sport das Ăl, fĂŒr BĂ€nder und Kapseln der Leim, fĂŒr Muskeln die Nahrung und fĂŒr die Knochen die Herausforderung, die sie brauchen. FĂŒr den Körper ist ein Ausdauertraining also das „Wellness-Programm“ schlechthin, doch was ist mit dem Geist, den Nerven? Durch den Abbau von Stresshormonen, dem Sport als Ventil und einer Erhöhung des Endorphinspiegels (euphorisierende Wirkung) kann der Ausdauersport als Stimmungsaufheller betrachtet werden.
Risiken?
Risiken und Gefahren des Ausdauersports liegen meist in der Einstellung und dem Unwissen des Sportlers begrĂŒndet. Auf den SkilanglaufanfĂ€nger mit einwandfreiem Gesundheitszustand, den man eventuell beim Arzt abklĂ€ren sollte, lauern kaum Gefahren – auĂer einem Sturz auf den Hintern. Schwerer haben es da schon der Nachwuchs und die Hochleistungssportler. Ăberzogener Ehrgeiz, Druck vom Umfeld, falsche Lebensweise und Krankheiten fĂŒhren oft zu einem Teufelskreis. Das Ergebnis kann von Depressionen und Magersucht bis zum gefeierten, aber gedopten und ausgebrannten Sportler reichen.
