Elvira Oeberg aus Schweden gewinnt das Einzel der Damen beim Biathlon Weltcup in Kontiolahti (FIN) vor ihrer Schwester Hanna. Im Kampf um die kleine Kristallkugel in der Einzelwertung setzte sich Lou Jeanmonnot mit zwei Pünktchen Vorsprung durch. Aus dem DSV-Team überzeugt Marlene Fichtner mit zwanzig Treffern und wird mit Blumen belohnt.
Letztes Einzel der Saison
In Kontiolahti in Finnland fand nach den Olympischen Winterspielen der Biathlon Weltcup seine Fortsetzung. 96 Damen starteten ins Rennen über 15 km, also fünf Runden zu jeweils drei Kilometer mit vier Schießeinlagen dazwischen und für jeden Fehlschuss wurde üblicherweise eine Zeitstrafe von einer Minute auf die Zeit addiert. Der Einzelwettkampf ist der dritte in dieser Saison und auch der letzte, was zugleich bedeutete, dass nach dem Rennen auch die Siegerin der kleinen Kristallkugel in dieser Disziplin feststand. Es wurde allgemein am Schießstand gut gearbeitet und mehr als einen Fehler durfte man sich auch bei guter Laufleistung nicht leisten, wenn man einen Podestplatz erreichen wollte.
Doppelerfolg der Oeberg-Schwestern
Das Einzel der Damen in Kontiolahti gewann die Schwedin Elvira Oeberg. Mit zwanzig Treffern in Kombination mit überzeugender Laufleistung setzte sie sich zur Hälfte des Rennens an die Spitze und musste nur kurz bangen, als ihre Schwester Hanna schneller als sie zum entscheidenden Schießen ansetzte. Mit der Null wäre Hanna Oeberg der Sieg sicher gewesen, aber eine Patrone fand nicht ins Ziel. Sie hätte damit sogar noch um die kleine Kristallkugel mitkämpfen können. Die Ziellinie überquerte sie mit der schnellsten Skizeit nur 43,6 Sekunden hinter ihrer Schwester Elvira. Ein Oeberg´sches Doppelpodest gab es schon öfter, „aber wir waren noch nie Eins und Zwei“, so Hanna Oeberg nach dem Rennen im ZDF. „Sie hat 20 Treffer, ich nur 19, damit hat sie den Sieg verdient.“ Für Elvira Oeberg war dies der dritte Weltcupsieg in dieser Saison nach den zwei Siegen in Sprint und Verfolgung in Oberhof, aber der erste Sieg in einem Einzelrennen in ihrer Karriere. „Es wäre schön gewesen, es früher zu schaffen, aber spät als nie,“ so Elvira Oeberg dazu, die auch anmerkte, dass sie Kontiolahti gerne mag. „Es ist wie nach Hause zu kommen. Es war von Anfang an ein gutes Gefühl.“ „Wenn du mit Tempo in die Wand rein kommst, dann geht es eigentlich, aber es ist insgesamt eine schöne, aber schwere Strecke. Das spürst du auch wenn du an den Schießstand kommst,“ sagte Hanna Oeberg.
Paulina Batovska Fialkova auf Rang 3
Die Slowakin Paulina Batovska Fialkova hat bereits bekannt gemacht, dass sie zum Ende der Saison ihre Karriere beendet. Die 33jährige pausierte in der Saison 2023/24 als sie Mutter wurde und kam zu Beginn der Saison 2024/25 in Kontiolahti zurück auf die Biathlon-Bühne. Derzeit rangiert sie in der Gesamtweltcupwertung auf dem 16. Platz und mit dem dritten Rang im heutigen Einzel hat sie die beste Platzierung in dieser Saison erreicht. Sie kassierte nur eine Strafzeit und kam mit der schnellsten Gesamtlaufzeit, 11,3 Sekunden schneller als die Siegerin Elvira Oeberg, mit einem Rückstand von 45 Sekunden auf dem dritten Platz ins Ziel. Einen Weltcupsieg hat Paulina Batovska Fialkova in ihrer bisherigen Karriere nicht erreicht. Nur 2,8 Sekunden dahinter sortierte sich die Tschechin Tereza Vobornikova mit lupenreiner Schießbilanz auf dem vierten Platz ein.
Beste Deutsche und bestes Karriereergebnis von Marlene Fichtner
Marlene Fichtner (22) ging als letzte der fünf deutschen Damen ins Rennen und erreichte die beste Platzierung. Am Schießstand lieferte sie nervenstark vier saubere Fünferserien, in der Spur noch nicht ganz so schnell wie die erfahrenen Läuferinnen, sicherte sie sich mit dem fünften Rang einen Platz bei der Blumenzeremonie. Insbesondere beim letzten Anschlag nahm sie sich die Zeit um jeden Schuss ins Ziel zu bringen. Für die geborene Münchnerin und Wahl-Ruhpoldingerin ist der fünfte Weltcuprang ihr bestes Karriereergebnis. „Ich kanns grad noch gar nicht fassen,“ so Marlene Fichtner nach dem Rennen im ZDF. „Ich bin mit dem Ziel vier Mal Null zu schießen ins Rennen gegangen. Ich habe versucht Schuss für Schuss abzuarbeiten. Ich glaube, ich habe es gut geschafft, bei mir zu bleiben, und jeden Schuss als Einzelnen anzusehen und es hat gut geklappt. Auf der Strecke habe ich mich gut gefühlt und versucht immer mit jemandem mitzulaufen.“ Marlene Fichtner war zuletzt im IBU Cup und bei der Biathlon Europameisterschaft in Sjusjoen am Start. Nun wurde sie erneut ins Weltcupteam berufen. „Ich freue mich enorm, dass ich nochmal die Chance bekomme mich hier zu zeigen und bin sehr motiviert.“ Auf dem sechsten Rang landete mit einem Fehlschuss die Schwedin Anna Magnusson.
Kampf um die kleine Kristallkugel
Lou Jeanmonnot ging mit dem gelb-roten Trikot als derzeit Führende in der Gesamtweltcupwertung und auch als Führende in der Einzelwertung ins Rennen. Justine Braisaz-Bouchet lag in der Einzelwertung 40 Punkte hinter ihr und auch Anna Magnusson mit 41 Punkten Rückstand konnte sich, wenn Jeanmonnot nicht gut punktet, noch Chancen auf die kleine Kugel ausrechnen. Braisaz-Bouchet hat sich mit insgesamt sechs Strafminuten deutlich ins Aus geschossen, aber Magnusson, die nur im zweiten Anschlag eine Scheibe verfehlte, lag noch gut im Rennen. Jeanmonnot verfehlte in jedem Anschlag eine Scheibe und musste im Ziel bangen, als sie Platz um Platz von den einkommenden Athletinnen weiter nach hinten geschoben wurde. Als sich das Rennen dem Ende näherte lag Anna Magnusson auf dem sechsten Platz, nachdem sie zuvor noch von Marlene Fichtner vom fünften Platz verdrängt wurde. Dies bedeutete das Jeanmonnot im Endergebnis mindestens auf dem 37. Platz landen musste, um die kleine Kugel zu gewinnen. Am Schluss reichte es für Platz 35 und mit zwei Punkten Vorsprung vor der Schwedin Anna Magnusson wird Lou Jeanmonnot mit der kleinen Kristallkugel für den Sieg in der Einzelwertung geehrt.
Kopfsache?
„Ich weiß auch nicht was da los war. Das verfolgt mich schon das ganze Jahr, dass ich es in einem stehend hinkriege, aber im zweiten nicht,“ so Janina Hettich-Walz nach dem Rennen. Nach drei fehlerfreien Schießen kam sie in aussichtsreicher Position zum alles entscheidenden Anschlag. Die zweite und die letzte Scheibe blieben schwarz und mit einer guten Schlussrunde belegte Janina Hettich-Walz im Ziel den neunten Platz. „Ich glaube langsam das ist eine Kopfsache. Ich hatte es den Winter schon mehrmals, das mir im letzten Schießen die Beine zitterten. Aber das war es heute nicht. Ich glaube, das hat sich jetzt so langsam im Kopf festgesetzt.“ Selina Grotian schaffte das dritte Schießen mit einer Null, in allen weiteren drei ließ sie eine Scheibe schwarz. Sie kam auf dem 20. Platz ins Ziel. Stehend hat sie die Schüsse zu schnell abgefeuert, erklärte sie nach dem Rennen und weiter: „Ich habe noch einmal gut daheim trainiert. Ich fühle mich viel besser, habe frische Beine und es macht wieder viel mehr Spaß, wie bei Olympia. Auch sie äußerte sich zur „Kontiolahti Wand“: „Ich hab hochgeschaut, der Berg ist so steil, das ist ja wirklich ein Gestapfe da hoch und oben den Schwung mitzunehmen bei dem so steilen Berg das ist wirklich schwer.“
Vanessa Voigt begann ganz ungewöhnlich mit zwei Fehlern im Liegen, ließ im nächsten Anschlag im Stehen nochmals eine Scheibe stehen und brachte dann zwei fehlerfreie Serien. Die Ziellinie überquerte sie als 25. und Julia Tannheimer (1:1:1:1) kam auf Platz 28. In der Spur bot Tannheimer die beste Laufleistung aus dem DSV-Team.
Schweizerin Lea Meier wieder in Top-10
Die Schweizerin Lea Meier überzeugte bereits mit guten Leistungen bei den Olympischen Winterspielen und erreichte wie im olympischen Einzel mit einem Fehlschuss auch in Kontiolahti den siebten Rang, mit ebenfalls einem Fehlschuss. Im Ziel fehlte ihr nur ein Wimpernschlag um erstmals in den Top-6 zu landen. 0,1 Sekunden war Anna Magnusson schneller über der Ziellinie. Sie brachte damit das deutlich bessere Ergebnis als ihre Teamkolleginnen Aita Gasparin (0:0:1:1) auf Platz 43 und Lena Häcki-Groß (0:2:0:1) auf Platz 52. Amy Baserga (0:2:0:1) kam als 72. ins Ziel. Vom österreichischen Team platzierte sich Anna Gandler (1:2:0:0) als Beste auf Rang 27, Tamara Steiner wurde nach zwei Fehlschüssen 33., Lea Rothschopf überquerte die Ziellinie mit drei Strafzeiten belastet als 60. und Anna Andexer, die in jedem Schießen eine Strafzeit kassierte, wurde 64.
Der weitere Wettkampfplan in Kontiolahti





















































