Schweizer Mixed Staffel auf Rang zwei beim Biathlon Weltcup Otepää - xc-ski.de Langlauf

Schweizer Mixed Staffel auf Rang zwei beim Biathlon Weltcup Otepää

Schweden gewinnt die Mixed-Staffel beim Biathlon Weltcup in Otepää und Lena Häcki-Groß sichert ihrem Team mit einem beeindrucken Schlussspurt den zweiten Platz. Die USA überrascht mit dem dritten Platz und erreicht damit erstmals in der Biathlongeschichte das Podest. Deutschland gerät zur Hälfte des Rennens ins Hintertreffen, Grotian bringt das Team zurück und Tannheimer sichert schließlich den fünften Rang. 

Die Ausgangssituation

Bisher gab es in der laufenden Saison zwei Mixed Staffeln. Die erste in Östersund, wo sich Frankreich den Sieg holte; bei der zweiten in Nove Mesto gewann Italien. Nach dem Sieg der norwegischen Single Mixed in Otepää hat Norwegen die Franzosen in der Mixed-Wertung abgelöst. Nach dem letzten Wettkampf in Otepää, der Mixed Staffel, steht heute endgültig fest, wer mit der kleinen Kristallkugel für den Gesamtsieg in dieser Disziplin geehrt wird. Mit der Mixed Staffel endet der Biathlon Weltcup in Otepää und das Saisonfinale in Oslo steht als Abschluss der Biathlon-Saison 2025/26 bevor.  

Nawrath bringt laufstark DSV-Mixed gut ins Rennen

Philipp Nawrath (GER) © Manzoni/NordicFocus

Bei frühlingshaften Temperaturen starteten 24 Staffeln ins Rennen und zuletzt führte nur noch ein breites weißes Band durch die estnischen Wälder von Otepää. Der böige Wind beherrschte das Geschehen am Schießstand. Nawrath setzte liegend den letzten Schuss vorbei, konnte erst mit dem dritten Nachlader die Strafrunde vermeiden. Tschechien schoss schnell und übernahm nach einer fehlerfreien Serie die Führung vor Finnland und der Schweiz. Oskar Lombardot für Frankreich kassierte eine Strafrunde und der Norweger Johannes Dale-Skjevdal lag nach zwei Nachladern hinter Deutschland. Richtung zweites Schießen übernahm erst der Startläufer der Schweiz die Spitzenposition, Philipp Nawrath hatte seinen Rückstand bis zum Schießstand aber aufgeholt und machte sich auf Schießstand eins bereit. Nawrath begann mit drei Fehlern, hatte viel Bewegung auf der Waffe und traf erst mit dem letzten Nachlader. Der Italiener Patrick Braunhofer war als Erster fertig, 2,5 Sekunden nach ihm folgte die USA, direkt dahinter die Schweiz und Tschechien. Zu den Finnen mit Olli Hiidensalo klaffte bereits eine Lücke und Nawraths Rückstand betrug 21 Sekunden, obwohl er am Schießstand 59 Sekunden verbrachte um seine fünf Scheiben weiß werden zu lassen. Der Norweger Dale-Skjevdal kassierte zwei Strafrunden und befand sich im hinteren Mittelfeld in Gesellschaft des Franzosen Lombardot. Philipp Nawrath lief eine beeindruckende Schlussrunde, lief schnellste Schlussrunde und überhaupt schnellste Zeit in seinem Leg. Er kämpfte sich mit starken Schüben und entschieden an den Anstiegen an die Läufer vor ihm heran. „Läuferisch schaut es ganz gut aus,“ sagte Nawrath im ARD-Interview, „danke an das Technikerteam. Da konnte ich richtig Gas geben, deshalb auch die gute Laufzeit.“ Zur Situation am Schießstand meinte Nawrath: „Es hat heute Vormittag gewindet wie wahnsinnig. Wir alle hatten unseren Respekt, haben das erste Rennen verfolgt und gesehen, dass die es sehr schwer hatten.“ Die USA wechselten zeitgleich mit der Schweiz und acht Sekunden danach Finnland und Deutschland.  

USA führt vor der Schweiz

Philipp Horn (GER) © Thibaut/NordicFocus

Nach dem Wechsel bildete sich schnell ein Quartett an der Spitze mit Campbell Wright, Philipp Horn, Arttu Heikkinen und Joscha Burkhalter. Sie konnten sich einen Vorsprung von etwa zehn Sekunden erarbeiten. Das Tempo war nicht allzu hoch und der Tscheche Karlik konnte zu diesem Quartett aufschließen. Zum Liegendanschlag kamen Horn, Heikkinen und Wright etwas früher und schossen parallel Fehler. Finnland und Deutschland kassierten eine Strafrunde und der Schweizer Burkhalter übernahm wieder die Führung 2,7 Sekunden vor Campbell Wright. Dann war eine große Lücke von 30 Sekunden entstanden und Philipp Horn kam mit einem Rückstand von 48,7 Sekunden als Elfter aus der Strafrunde. Norwegen, Schweden und Frankreich lagen nach Strafrunden über eine Minute zurück. Zum Stehendanschlag kam Campbell Wright mit 21,7 Sekunden Vorsprung vor dem Schweizer. Aber die Bedingungen waren nach wie vor extrem schwierig. Wrights Scheiben wurden nach zwei Nachladern weiß und Burkhalter war nach einer fehlerfreien Fünferserie wieder an den US-Amerikaner herangekommen. Die Bewegung auf der Waffe von Philipp Horn war deutlich erkennbar, er kassierte zwei Strafrunden. Das Feld hatte sich nun komplett neu sortiert, die Abstände waren groß und viele Athleten trafen sich in der Strafrunde wieder. Campbell Wright ließ Burkhalter in der Runde förmlich stehen und nahm ihm bis zum Wechsel 39,2 Sekunden ab. Campbell Wright lief schnellste Schlussrunde und Johan-Olav Botn war mit der schnellsten Gesamtlaufzeit im Rennen. Horn sprach nach dem Rennen von einer Krise. „Ich weiß es nicht so richtig, ich ärgere mich sehr über mich selbst, weil ich schon das Gefühl hatte, dass es irgendwie machbar war. Natürlich können Fehler passieren, aber nicht drei Strafrunden,“ so ein niedergeschlagener und auch ratloser Philipp Horn. „Ich versuche den Philipp wieder zu finden, der ich im Dezember war, der Spaß am Biathlon hatte und der selbstbewusst war.“ 

Norwegen und Schweden rücken vor hinter die USA

Deedra Irwin (USA) © Manzoni/NordicFocus

Nach der USA und der Schweiz wechselten mit einem Abstand von über einer Minute Belgien, Estland und Schweden. Frankreich folgte mit einem Rückstand von 1:28 Minuten, danach Norwegen (+ 1:43 Min.) und Philipp Horn übergab für Deutschland mit 2:24 Minuten Rückstand auf Selina Grotian. Liegend brachte die Amerikanerin Deedra Irwin jeden Schuss ins Ziel und behauptete die Führung. Auch Aita Gasparin räumte ab und folgte 39,5 Sekunden später als Zweite. Dahinter sortierte sich nach fünf sauberen Treffern die Slowakin Kuzmina ein mit sieben Sekunden Vorsprung vor der Schwedin Heijdenberg. Selina Grotian kam mit einem Nachlader durch und lief hinter der Französin Justine Braisaz-Bouchet in einem Abstand von zwei Minuten auf die Spitze. Stehend kam Irwin mit einem Nachlader durch und blieb an der Spitze und dahinter hagelte es wieder Strafrunden. Gasparin agierte langsam und blieb fehlerfrei. Zusammen mit der Schwedin bog sie in die Schlussrunde und zehn Sekunden dahinter folgte als Vierte die Norwegerin Tandrevold. Sie kam mit zwei Nachladern durch. Als Fünfte kam die Französin Braisaz-Bouchet in die Runde mit 20 Sekunden Rückstand auf die Norwegerin. Selina Grotian agierte verhältnismäßig und den Umständen entsprechend schnell am Schießstand, schaffte es mit einem Nachlader und war auf die achte Position vorgerückt. In der Spur lief sie zweitschnellste Schlussrunde hinter Ingrid Landmark Tandrevold. „Ich habe viel mehr gezittert als sonst,“ gestand Selina Grotian nach dem Wettkampf, „aber ich bin sehr froh über dieses Rennen. Nun kann ich wieder positiv nach vorne blicken, nach der doch sehr schwierigen Saison für mich.“ 

Was machen die Schlussläuferinnen?     

Maren Kirkeeide (NOR) © Thibaut/NordicFocus

Mit einem Vorsprung von 40 Sekunden übernahm die amerikanische Schlussläuferin Margie Freed vor der Norwegerin Maren Kirkeeide. 17 Sekunden später wechselte Schweden auf Elvira Oeberg, für die Schweiz kam mit 1:04 Minuten Rückstand Lena Häcki-Groß, dahinter für Frankreich Oceane Michelon. Julia Tannheimer übernahm als Sechste mit 1:34 Minuten Rückstand auf die Spitze für Deutschland ins Rennen. Freed behielt ihren Vorsprung bei und die Athletinnen dahinter mussten jedenfalls in der Loipe mehr investieren um an sie heranzukommen. Zwei Scheiben blieben bei Freed im Liegendanschlag erst einmal schwarz, während neben ihr die Norwegerin Platz nahm. Mit dem dritten Nachlader schaffte sie es, aber Maren Kirkeeide agierte schneller und nur 2,4 Sekunden dahinter nahm die Norwegerin die Verfolgung auf mit Elvira Oeberg an den Skienden. Lena Häcki-Groß bog als Vierte mit 24,7 Sekunden Abstand in die nächste Runde, als Fünfte kam die Slowakin Batovska-Fialkova und sieben Sekunden später sortierte sich Julia Tannheimer nach einem Nachlader ein und hatte guten Vorsprung zur Finnin Lehtonen. Elvira Oeberg, Margie Freed und Maren Kirkeeide liefen im Trio zum Stehendanschlag, Häcki-Groß als Vierte war weitgehend allein unterwegs, hinter ihr lief Tannheimer mit der Slowakin an den Skienden. 

Schweden, Norwegen oder die USA?

Elvira Oeberg (SWE) © Manzoni/NordicFocus

Zu dritt standen sie aufgereiht beim alles entscheidenden Schießen. Kirkeeide schoss den ersten Fehler, ein Fehler der Schwedin folgte. Elivra Oeberg kam mit einem Nachlader durch, bog in die Schlussrunde und Kirkeeide kassierte zwei Strafrunden. Inzwischen war auch Julia Tannheimer am Stand, hatte noch zwei Nachlader für zwei Scheiben. Die reichten nicht und Tannheimer verabschiedete sich ebenfalls in die Strafrunde. Lena Häcki-Groß benötigte zwar auch drei Nachlader aber sie bog als Zweite mit einem Rückstand von 39,2 Sekunden in die Schlussrunde. Die Amerikanerin Margie Freed holte ihren Rückstand von fünf Sekunden auf die Schweiz schnell auf und schob sich vor die Schweiz auf die zweite Position, aber Lena Häcki-Groß ließ nicht locker. Dahinter hat Tannheimer den Rückstand von fünf Sekunden auf Kirkeeide aufgeholt und war an Norwegen vorbeigezogen. Häcki-Groß und Freed kämpften um Silber und Bronze, einmal war die Schweiz vorne, dann wieder die USA. Vorne brachte Elvira Oeberg die schwedische Staffel als Siegesstaffel ins Ziel (1 Strafrunde/14 Nachlader) und in einem beeindruckenden Schlusssprint ließ Lena Häcki-Groß der Amerikanerin keine Chance und sicherte sich den zweiten Platz (sechs Nachlader). Die USA (14 Nachlader) schaffte einen historischen Podestplatz. Die Slowakei (zwei Strafrunden/10 Nachlader) überquerte die Ziellinie auf dem vierten Platz.

Podest für die Schweiz

Sebastian Stalder (SUI), Joscha Burkhalter (SUI), Aita Gasparin (SUI), Lena Haecki-Gross (SUI), (l-r) © Thibaut/NordicFocus

Erstmals in dieser Saison gelang der Schweiz mit der gemischten Staffel eine Podestplatzierung. Durch den beeindruckenden Schlusssprint von Lena Häcki-Groß wurde es der zweite Platz für sie und Sebastian Stalder, Joscha Burkhalter und Aita Gasparin. Als die Schlussläuferin Häcki-Groß übernahm, hatten die drei Läufer vor ihr zusammen nur einen Nachlader benötigt und sich deshalb immer im Podestbereich aufgehalten. Häcki-Groß riskierte bei ihren beiden Schießen, benötigte liegend zwei und stehend drei Nachlader, so dass das Team insgesamt mit den wenigsten Nachladern aller Staffeln auskam und mit 28,6 Sekunden Rückstand auf dem zweiten Platz ins Ziel fuhr. Philipp Nawrath, Philipp Horn, Selina Grotian und Julia Tannheimer erreichten mit der Mixed Staffel in Otepää nach vier Strafrunden und 18 Nachladern den fünften Platz. Norwegen (Johannes Dale-Skjevdal, Johan-Olav Botn, Ingrid Landmark Tandrevold und Maren Kirkeeide) landeten nach fünf Strafrunden und 19 Nachladern als Sechste vor Tschechien. Frankreich (Oscar Lombardot, Fabien Claude, Justine Braisaz-Bouchet und Oceane Michelon) belegten nach vier Strafrunden und 15 Nachladern den achten Platz. Dominic Unterweger, Patrick Jakob, Anna Gandler und Anna Andexer für Österreich benötigten 18 Nachlader und hatten vier Strafrunden im Gepäck als sie auf dem 15. Platz die Ziellinie überquerten. 

Norwegen gewinnt die Mixed-Wertung

Frankreich führte in der Mixed-Wertung vor den beiden gemischten Staffeln in Otepää. Die Führung büßte Frankreich ein, als die Single Mixed am Vormittag wegen zu viel abgegebener Nachlader durch Emilien Jacquelin disqualifiziert wurde. Mit dem Viererteam in der Mixedstaffel schafften es die Franzosen nur auf Rang acht während Norwegen Sechster wurde. Am Ende hat Frankreich die kleine Kristallkugel in Otepää aus der Hand gegeben. Mit neun Punkten Vorsprung gewinnt Norwegen die Mixed Wertung und wird mit dieser kleinen Kristallkugel ausgezeichnet. 

Wie stehen die DSV-Damen in der Nationenwertung

Wenngleich es weder in der Single Mixed noch in der Mixed Staffel zu einem Podestplatz für die DSV-Teams gereicht hat, konnte doch der Vorsprung in der Nationenwertung der Damen zu den Verfolgern ausgebaut werden. Der Vorsprung auf Finnland beträgt nunmehr 189 Punkte und der zu Tschechien ist auf 220 Punkte angewachsen. 

Ergebnis

Bildergalerie

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