Jonna Sundling konnte den Massenstart im freien Stil in Lake Placid für sich entscheiden, während Jessie Diggins sich mit zwei Kristallkugeln aus dem Profisport verabschiedet.
Karlsson bestimmt das Tempo – und stürzt
Eine sichtlich emotionale Jessie Diggins führte das Massenstartfeld vor dem Start ins Stadion und konnte die Tränen nicht unterdrücken. Auch im Rennen hörte man dann immer wieder ‚Jessie, Jessie‘-Rufe von den mehr als 10.000 Fans. Die 34-Jährige hatte sichtlich Spaß und lachte auch in den ersten Anstiegen noch übers ganze Gesicht, obwohl der Regen sich seit dem Herren-Rennen verstärkt hatte. Die einzige noch offene Wertung, die U23-Wertung, hatte sich schon vor dem Start entschieden zu Gunsten von Alison Mackie, als die zweitplatzierte Iris De Martin Pinter mit einem DNS markiert wurde. Das Tempo wurde wie erwartet von Frida Karlsson gemacht, aber nach zwei Runden waren noch fast 30 Athletinnen zusammen. Kurz vor dem Bonussprint bei Kilometer neun kam es dann zu einem Sturz von Frida Karlsson, die nach der Verpflegung etwas weiter hinten im Feld unterwegs war, und die sich im Flachen mit Astrid Øyre Slind verhakte, so dass beide stürzten und etwa auf Platz 20 zurückfielen. Währenddessen hatte Heidi Weng die Führungsposition übernommen und Karlsson und Slind brauchten den Rest der Runde, um sich auf der für einen Massenstart recht schmalen und kurvigen Strecke wieder nach vorne zu arbeiten. Mit Beginn der vierten Runde übernahm Jessie Diggins unter dem Jubel der zahlreichen Fans kurzzeitig die Führung, die sie dann wieder an Weng und Karlsson abgab.
Sundling profitiert von Stürzen in der Schlussphase
Auch mit Beginn der finalen vier Kilometer der Saison war Frida Karlsson wieder mit Heidi Weng in der Pole Position, aber Jessie Diggins war direkt hinter ihnen und lauerte auf ihren letzten Sieg. Die Schwedin hielt das Tempo in den letzten Anstiegen hoch und so verkleinerte sich die Spitzengruppe auf acht Athletinnen gefolgt von weiteren neun Läuferinnen mit geringem Abstand. In der Abfahrt 1,5 Kilometer vor dem Ziel setzte sich erstmals Karoline Grøtting an die erste Stelle. In einer schwierig zu fahrende Kurve kam dann Jessie Diggins an fünfter Stelle liegend aus dem Gleichgewicht und zu Fall, während Jonna Sundling angriff und sich den Sieg im letzten Saisonrennen sicherte. „Es war speziell wegen des Wetters. Beim Aufwärmen war es sehr kalt, aber auf der Strecke dann in Ordnung. Ich hatte gute Ski und es ist viel während des Rennens passiert“, schmunzelte sie und fügte: „Viele sind gestürzt und im letzten Anstieg dachte ich, nun muss ich noch zwei überholen. Es war ein richtig guter Tag für mich. Es bedeutet mir eine Menge, die Saison mit einem Sieg abzuschließen.“ Mit klarem Abstand lief Linn Svahn als Zweite ins Ziel ein und verpasste ihr persönliches Lake Placid Triple. Heidi Weng komplettierte das Podium als Dritte, was Karoline Grøtting als Vierte knapp nicht gelang.
Stadlober, Kälin und Hoffmann knapp hinter dem Podium
Um Platz vier sprinteten auch die ersten deutschsprachigen Athletinnen, die sich aber knapp der Norwegerin geschlagen geben mussten. Dennoch konnte sich Teresa Stadlober über einen sehr guten fünften Rang freuen, nachdem sie das ganze Rennen immer vorne dabei gewesen war. „Dieser fünfte Platz war heute ein super Abschluss dieser Saison und noch einmal bei der Flower Ceremony dabei zu sein, war einfach richtig cool. Das Rennen hat heute sehr viel Spaß gemacht, das Feld blieb lange zusammen und es ist richtig viel passiert. Ich hatte super Material, das Serviceteam hat hervorragende Arbeit geleistet und jetzt auch im Gesamtweltcup in den Top-Ten zu sein, ist einfach nur unglaublich schön“, freute sie sich. Auch Nadja Kälin konnte als Sechste noch an der Siegerehrung teilnehmen. Astrid Slind wurde Siebte vor der besten DSV-Läuferin Helen Hoffmann auf Rang acht gefolgt von Karoline Simpson-Larsen und Kristin Austgulen Fosnæs.
Zwei Kristallkugeln und besser als Klæbo
Trotz ihres Sturzes wurde Jessie Diggins hinter Liliane Gagnon noch gute Zwölfte und erreichte damit neben dem Gewinn zweier Kristallkugeln, darunter ihrem vierten Gesamtweltcup, auch ein Sieg über Klæbo: Diggins holte über die Saison ganze zwei Weltcuppunkte mehr als der sechsfache Olympiasieger von Mailand. Im Interview mit FIS-Pressesprecherin Synne Dyrhaug brach die 34-Jährige direkt in Tränen aus: „Darum sind Interviews so hart nach dem Rennen. Es war unglaublich und so viele Menschen haben mich angefeuert und es fühlt sich an, als würde die ganze Welt mit mir feiern. Das werde ich wirklich vermissen. Aber ich bin sehr dankbar, dass ich das machen konnte und für so viele Jahre Teil diesen wunderbaren Teams war. Ich bin so aufgeregt, das mit dem Team zu feiern, mit allen Technikern und Trainern.“ Was mit Frida Karlsson geschah, konnten TV-Bilder nicht auflösen. Bei der letzten Zwischenzeit vor Diggins‘ Sturz war sie noch vor der Amerikanerin unterwegs, kam dann aber erst mit 24 Sekunden Rückstand als 15. ins Ziel. Wie schwedische Medien berichten, ist die 26-Jährige in der letzten Abfahrt zu Fall gekommen. Möglicherweise entstand dadurch die große Lücke zwischen Sundling und den Verfolgerinnen Svahn und Weng. „Da war es dann vorbei. Das hat das Rennen leider entschieden“, sagte Frida Karlsson später.
Nur Hoffmann kann vorne mithalten
Für Helen Hoffmann reichte es nach einem starken Rennen knapp nicht zur Teilnahme an der Siegerehrung der besten Sechs, die Thüringerin war aber die einzige DSV-Läuferin, die mit der Spitze mithielt. Katherine Sauerbrey lag in Runde drei im Bereich von Coletta Rydzek und gab das Rennen dann auf. Wenig später verlor Pia Fink in Runde vier den Anschluss an die besten 22. Am Schluss belegte sie mit 1:49 Minuten Rückstand Rang 25 und Coletta Rydzek lief als 39. ins Ziel ein. Katharina Hennig Dotzler hatte auf dieses letzte Rennen verzichtet, wie sie schon nach dem Einzelstart andeutete.
Abschied von Fähndrich, Diggins und Brennan
Wie Pia Fink mussten sich auch die Schweizerinnen Nadine Fähndrich und Anja Weber in Runde vier nach hinten verabschieden und Fähndrich beendete ihr letztes Rennen als 24. Anja Weber kam als 29. ins Ziel und feierte ihre Freundin, die vom Team mit einem großen Plakat „Danke, Nadine!“ begrüßt wurde. Die übrigen Schweizerinnen Marina Kälin, Lea Fischer und Alina Meier belegten die Positionen 41, 45 und 48. Magdalena Scherz als zweite Österreicherin wurde 47. Ebenfalls jubelnd von ihrem Team empfangen wurde Rosie Brennan, die im Alter von 37 Jahren ebenfalls ihre Ski an den Nagel hängt wie auch die Kanadierin Olivia Bouffard-Nesbitt.
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