Der Nordische Kombinierer Johannes Rydzek (GER) hat am Holmenkollen in Oslo (NOR) seine aktive Karriere beendet. Bei den letzten Weltcups der Saison siegten Ida Marie Hagen (NOR) und Johannes Lamparter (AUT), die auch die Gesamtwertungen gewannen.
Hagen mit Rekordsieg
Die überragende Kombiniererin des Winters, Ida Marie Hagen, stellte beim Heim-Weltcup in Oslo einen neuen Rekord auf: Mit ihrem elften Erfolg im 14. und zugleich letzten Wettbewerb der Saison 2025-26 erzielte sie die meisten Einzelsiege in einer einzigen Saison des FIS-Weltcups der Nordischen Kombination der Damen. Die 25-Jährige, die sich damit bereits zum zweiten Mal den Gesamtweltcup sicherte, legte mit einem starken Sprung auf 126,0 Meter von der HS134-Großschanze den Grundstein für ihren insgesamt 28. Weltcupsieg. Nach dem Springen ging sie als Zweitplatzierte in das Gundersen-Langstreckenrennen. Die 1:07 Minuten Rückstand auf ihre Landsfrau Ingrid Laate (NOR) holte Hagen bereits auf den ersten 1,6-Kilometern auf und hatte am Ende der ersten 2,5-Kilometer-Runde bereits einen Vorsprung von 24,3 Sekunden herausgelaufen. In der zweiten Rennhälfte baute Hagen ihren Vorsprung weiter aus und gewann schließlich souverän in einer Zeit von 13:55 Minuten.
Hagen gleichauf mit Ackermann
Mit ihrem Erfolg übertraf Hagen die bisherige Bestmarke von zehn Siegen in einer Saison, die sie sich zuvor mit ihrer Landsfrau Gyda Westvold Hansen aus der Saison 2022/23 geteilt hatte. Gleichzeitig zog sie in der ewigen Liste der Weltcup-Siege – bei Männern und Frauen – mit dem Deutschen Ronny Ackermann gleich und belegt nun gemeinsam mit ihm den vierten Platz. Zudem wiederholte Hagen ihre beeindruckende Leistung aus ihrer Kristallkugel-Saison 2023/24: Auch in diesem Winter stand sie in jedem Einzel-Weltcuprennen auf dem Podium. „Es bedeutet mir so viel“, sagte sie. „Vor meinem Heimwettkampf habe ich immer größere Emotionen. Ich war heute beim Skifahren wie außer mir. Es fiel schwer, mich zu konzentrieren, aber ich bin glücklich über die Arbeit, die ich geleistet habe, und darüber, vor meinen Freunden und meiner Familie zu performen und dieses Jahr zu feiern.“
Geraghty-Moats mit der dritten Sportart am Holmenkollen
Hinter Hagen sicherte sich Tara Geraghty-Moats (USA) im Fotofinish den zweiten Platz, nachdem sie einem starken Schlusssprint von Minja Korhonen (FIN) knapp standhalten konnte. Geraghty-Moats, Siegerin des ersten Weltcup-Wettbewerbs der Nordischen Kombination der Frauen im Dezember 2020, erzielte mit Rang zwei ihr bestes Ergebnis seit ihrer Rückkehr in die Disziplin in dieser Saison. Zuvor war sie zeitweise im Skispringen und im Biathlon aktiv gewesen und in allen Sportarten wenigstens einmal am Holmenkollen angetreten. Die 32-jährige Amerikanerin arbeitete sich nach dem Skispringen dank der schnellsten Laufzeit von 12:38.8 Minuten für fünf Kilometer vom achten Platz nach vorne und feierte damit nach ihrem dritten Platz in Seefeld bereits ihr zweites Podium in diesem Winter. „Es ist eine erstaunliche Art, das Jahr mit meinem besten Ergebnis zu beenden“, sagte sie. „Als ich ein kleines Mädchen war, schickte mir eine der älteren Athletinnen eine Postkarte vom Holmenkollen mit der Skisprungschanze, und seitdem ist es ein Traum von mir, hier in einem Weltcup anzutreten. Ein Podium bei diesem historischen Veranstaltungsort zu erreichen, ist ein wahr gewordener Traum,“ sagte die Amerikanerin.
Korhonen mit unglaublichem Zielsprint
Korhonen musste sich im Zielsprint denkbar knapp mit Platz drei zufrieden geben. Zwar musste sie im Rennen Geraghty-Moats passieren lassen, heftete sich dann jedoch an die Skienden der Amerikanerin. Beim Einbiegen auf die Zielgeraden lag Korhonen noch mehrere Meter zurück, lieferte dann jedoch einen herausragenden Zielsprint und überquerte die Ziellinie zeitgleich mit Geraghty-Moats. Erst das Foto-Finish brachte schließlich Klarheit über Platz zwei und drei. Mit ihrem achten Podiumsplatz einer überaus erfolgreichen Saison, zu der auch ihr erster individueller Weltcupsieg in Lahti in der letzten Woche gehörte, sicherte sich Korhonen den dritten Platz in der Gesamtwertung. „Ich habe mich auf der Strecke nicht ganz wohl gefühlt“, sagte sie. „Es war der letzte Wettkampf und es war eine lange Saison, da ich parallel auch im Skispringen angetreten bin. Normalerweise tue ich mich hier etwas schwer, also war es im Vergleich zu anderen Jahren ziemlich gut. Natürlich muss man mit einem Podium zufrieden sein, aber der zweite Platz war nicht so weit entfernt.“ Alexa Brabec (USA), Zweitplatzierte hinter Hagen in der Gesamtwertung, behielt ebenfalls ihre Bilanz bei, in dieser Saison bei jedem Wettbewerb unter die besten vier zu kommen.
Laate gewinnt Springen und blaues Trikot
Früher am Tag, bei nebligen Bedingungen auf dem Holmenkollbakken, setzte Ingrid Laate (NOR) – die erfolgreichste Springerin der Saison – ein weiteres Ausrufezeichen. Auf der Schanze gewann sie zum achten Mal in den 14 Wettkämpfen dieses Winters die Sprungwertung. Die 18-Jährige segelte ruhig bis auf 132,0 Meter und erhielt für ihren Versuch 123,8 Punkte. Damit lag ihr Sprung ganze sechs Meter weiter als der jeder anderen Athletin. „Ich bin wirklich glücklich“, sagte sie. „Oben war ich ein bisschen nervös, aber es ist am Ende richtig gut gelaufen.“ Lisa Hirner (AUT) und Korhonen landeten jeweils bei 120,0 Metern. Hirner erhielt dafür 100,8 Punkte und ging mit 1:32 Minuten Rückstand ins Rennen, während Korhonen mit 102,5 Punkten und 1:25 Minuten Rückstand folgte. Doch auch die beiden dominierenden Athletinnen der Saison zeigten starke Sprünge: Brabec erreichte 124,0 Meter und kam auf 106,0 Punkte, was einem Rückstand von 1:11 Minuten entsprach. Hagen als letzte Starterin kam auf starke 126,0 m (107,1 Punkte). „Ich habe einen meiner besten Sprünge der Saison gemacht und es fühlt sich wirklich gut an, das mit ins nächste Jahr zu nehmen“, sagte Hagen.
Armbruster beste Deutsche
Die deutschen Starterinnen hatten mit den Podestplätzen im Finale nichts zu tun. Nachdem das ganze Team gesundheitlich angeschlagen nach Oslo gereist war – Trine Göpfert musste auf einen Start sogar verzichten, kam Armbruster mit einem Sprung auf 115 Meter nur auf Zwischenrang 13, 2:11 Minuten hinter Laate zurück. Dies war auf fünf Kilometern nicht mehr aufzuholen, auch wenn Armbruster als Viertschnellste des Rennens bis zum Ende noch auf Rang fünf nach vorne laufen konnte. Lisa Hirner verlor im Lauf zwei Plätze und wurde hinter Ema Volavsek Siebte. Lena Brocard (FRA), als einzige Athletin seit Bestehen des Frauen-Weltcups 2019 in allen 62 Weltcups gestartet, wurde Achte vor Yuna Kasai (JPN). Laate wurde Zehnte. Die Österreichischen Starterinnen Claudia Purker (13.), Katharina Gruber (15.) und Annalena Slamik (19.) landeten im Mittelfeld. Jenny Nowak (GER) wurde 21. vor Lilly Großmann (GER), Ronja Loh (GER) wurde 24.
Zwischenstand Sprung Damen
Endergebnis Damen
Gesamtweltcupstand Damen
Compact Damen
Massenstart Damen
Best Skier Damen
Best Jumper Damen
Nationenwertung Damen
Lamparter vor Oftebro
Johannes Lamparter (AUT) krönte seinen zweiten Gesamtweltcup-Titel mit seinem sechsten Saisonsieg im abschließenden Gundersen und sicherte sich damit seinen ersten King’s Cup in Oslo. Der 24-jährige Österreicher startete mit einem Vorsprung von 48 Sekunden auf Jens Luraas Oftebro (NOR) in das Langlaufen, nachdem er einen beeindruckenden Sprung von 136,0 Metern auf der Holmenkollbakken hingelegt hatte, 5,5 Meter weiter als sein stärkster Verfolger, dessen 130,5-Meter-Sprung dennoch einer seiner besten der Saison war. Dritter wurde Otto Niittykoski (FIN) mit einem starken Sprung auf 129,5 Meter. Der 25-Jährige hatte seit dem Skifliegen am Kulm (AUT) eine starke Sprungform entwickelt und stand mit Startnummer 20 den halben Wettkampf über in der Leadersbox, bevor die beiden Spitzenreiter an ihm vorbeizogen. Marco Heinis, französischer Rekordhalter, wurde Vierter vor Thomas Rettenegger (AUT), Ryota Yamamoto (JPN) und Ilkka Herola (FIN). Der trieb seinen persönlichen Zweikampf mit Einar Luraas Oftebro (NOR) um Platz drei in der Gesamtwertung auf die Spitze, indem er sich gerade eine Sekunde vor dem Norweger positionierte. David Mach war der beste Deutsche auf der Schanze, er wurde Zehnter hinter Espen Andersen (NOR).
Lamparter zu stark selbst für Oftebro
Jens Oftebro arbeitete sich auf der Strecke Stück für Stück an Lamparter heran und verkürzte seinen Rückstand auf der ersten Runde um sechs Sekunden und bis zur Halbzeit um weitere neun Sekunden. Nach drei Runden lag er aber immer noch 25,3 Sekunden zurück, und es wurde deutlich, dass Lamparter heute selbst für den stärksten Läufer der Saison nicht zu schlagen war. Im Ziel lag Oftebro, der austrudeln ließ, 31,9 Sekunden zurück. Sein Bruder Einar Oftebro dagegen musste bis zum Ende um den letzten Podiumsplatz mit Herola kämpfen. Die beiden, die sich während der gesamten Saison duelliert hatten, entschieden den Zweikampf erst auf der Zielgeraden, als Einar Oftebro Herola in Schach hielt und mit dem dritten Platz auch Platz drei in der Gesamtwertung erkämpfte. Hinter Herola kam Niittykoski als Fünfter ins Ziel, der damit eine weitere persönliche Bestleistung erzielte, nachdem er am vergangenen Wochenende in Lahti (FIN) bereits Sechster gewesen war.
Karriereende für Rydzek, Watabe, Pittin und Andersen
Sechster in seinem letzten Wettkampf der Karriere wurde Espen Andersen (NOR), der damit auf heimischem Boden einen starken Abschluss feiern konnte. Siebter wurde Thomas Rettenegger (AUT) vor Johannes Rydzek (GER). Der Allgäuer, 14. nach dem Springen, dachte nicht an ein gemütliches Austrudeln und kämpfte bis zur Ziellinie, wo er sich knapp gegen den schnellsten Läufer des Tages, Andreas Skoglund (NOR), durchsetzte. Damit war Rydzek einmal mehr in dieser Saison der Beste des deutschen Teams. Akito Watabe (JPN) und Alessandro Pittin (ITA), die ähnlich lange wie Rydzek im Weltcup unterwegs gewesen waren, beendeten ebenfalls am legendären Holmenkollen ihre langjährigen Karrieren.
Zwischenstand Sprung Herren
Endergebnis Herren
Gesamtweltcupstand Herren
Compact Herren
Massenstart Herren
Best Skier Herren
Best Jumper Herren
Nationenwertung Herren
Stimmen zum Wettkampf
Ida Marie Hagen (NOR)„Ich hatte wirklich eine großartige Saison und es fühlt sich richtig gut an. Heute war ich einfach voller Emotionen, deshalb fiel es mir schwer, mich zu konzentrieren, aber ich bin zufrieden mit der Arbeit, die ich geleistet habe. Ich glaube, ich habe einen meiner besten Sprünge dieser Saison gemacht und es fühlt sich wirklich gut an, das mit in das nächste Jahr zu nehmen.“
Tara Geraghty-Moats (USA)„Es ist eine erstaunliche Art, das Jahr mit meinem besten Ergebnis zu beenden und hier am Holmenkollen Zweite zu werden. Als ich ein kleines Mädchen war, schickte mir eine der älteren Athletinnen eine Postkarte von Holmenkollen mit der Skisprungschanze darauf, und seitdem war es immer mein Traum, im Weltcup anzutreten. Jetzt habe ich im Skispringen einen Weltcup, im Biathlon einen Weltcup und jetzt ein Podium hier in der Nordischen Kombination erreicht – es ist wie ein wahr gewordener Traum, bei diesem historischen Austragungsort auf das Podium zu kommen.“
Minja Korhonen (FIN)„Es war heute ziemlich gut. Ich habe mich in diesem Wettbewerb nicht am besten gefühlt, aber es war auch der letzte Wettkampf nach einer langen, langen, langen Saison, besonders da ich auch im Skispringen angetreten bin. Normalerweise habe ich hier ein bisschen Schwierigkeiten, also im Vergleich dazu war dieser Wettkampf in dieser Saison ziemlich okay. Natürlich muss man mit dem Podium zufrieden sein, aber auch der zweite Platz war nicht weit entfernt.“
Johannes Lamparter (AUT)„Die Emotionen sind wirklich hoch, es war ein unglaublicher Tag mit einem wirklich guten Sprung und einem guten Rennen, würde ich sagen. Oslo auf meiner Bucket-Liste zu haben, war einer meiner Träume, und ich bin wirklich glücklich, dass es heute geklappt hat. Ein perfektes Ende einer großartigen Saison, und jetzt genieße ich wirklich die wohlverdiente Pause.“
Jens Luraas Oftebro (NOR)„Heute war ein perfektes Ende. Es war ein wirklich guter Sprung für mich heute. Nicht oft starte ich als zweiter Mann, also war das wirklich schön. Johannes war heute einfach zu stark. Ich habe versucht, ihn einzuholen, aber er war zu stark. Zweiter Platz am Ende, das ist perfekt für mich. Ein weiteres Podium mit meinem Bruder. Perfekte Saison.“
Einar Luraas Oftebro (NOR)„Es ist ein wirklich gutes Gefühl, zum ersten Mal überhaupt in Norwegen auf dem Podium zu stehen. Es war ein wirklich gutes Rennen, und ich habe die ganze Saison über mit Ilkka gekämpft und heute auch mit ihm gekämpft. Ich bin wirklich glücklich, Dritter zu werden und ihn im Zielsprint zu schlagen.“
