Philipp Nawrath wurde Zweiter im Massenstart beim Saisonfinale des Biathlon Weltcups am Holmenkollen in Oslo. Das letzte Rennen in diesem Winter gewann Johan-Olav Botn aus Norwegen und der Gesamtweltcupsieger und Gewinner der Massenstartkugel Eric Perrot komplettierte das Podest auf Rang drei. Kristian Mehringer und Sverre Olsbu Roeiseland beenden ihre Trainertätigkeit beim DSV.
Die Ausgangssituation
Mit dem Massenstart der Herren endete der Biathlon Weltcup in Oslo am Holmenkollen. Unter den 30 Top-Athleten aus 11 Nationen waren sieben Norweger, sechs Franzosen, drei aus Schweden, aus Deutschland und aus Tschechien sowie zwei Schweizer. In den bisherigen drei Massenstarts siegte einmal Tommaso Giacomel, dann Eric Perrot und im letzten, in Kontiolahti, stand der Seriensieger Sturla Holm Laegreid ganz oben auf dem Podest. Bereits vor dem letzten Massenstart war dem Franzosen Eric Perrot, der im gelb-roten Trikot lief, die große Kristallkugel für den Gesamtweltcupsieg und auch mit einem uneinholbaren Vorsprung von 94 Punkten die kleine Kugel in der Massenstartwertung nicht mehr zu nehmen.
Zwei Franzosen in Führung
Die beiden Franzosen Emilien Jacquelin und Eric Perrot übernahmen nach dem ersten fehlerfreien Schießen die Führung im Massenstart der Herren beim Saisonfinale am Holmenkollen in Oslo. 16 Athleten hielten sich schadlos, darunter der Deutsche Philipp Nawrath. Er hatte bei Schießstandausgang 13,3 Sekunden Rückstand und war an dreizehnter Position. Martin Ponsiluoma und Sturla Holm Laegreid waren die ersten Verfolger der beiden Führenden, wobei der Schwede schnell zur Spitze aufschließen konnte und schließlich auch die Führungsarbeit übernahm. Perrot, Jacquelin und Ponsiluoma kamen als Führungstrio zum zweiten Anschlag.
Perrot übernimmt Spitzenposition
Es wurde beim zweiten Mal nochmals im Liegen geschossen und Eric Perrot kam als Erster durch, nachdem Jacquelin und Ponsiluoma in die Strafrunde einbogen. Hinter Perrot haben sich Sturla Holm Laegreid und Fabien Claude mit einem Rückstand von zehn Sekunden eingereiht. Nach der zweiten Null lag auch Philipp Nawrath auf der sechsten Position mit einem Rückstand von 16,5 Sekunden gut im Rennen. Vor ihm war mit Johan-Olav Botn ein starker Athlet als Zugpferd. An der Spitze war Eric Perrot alleine unterwegs, der Vorsprung auf seine Verfolger blieb unverändert, lediglich Jacquelin investierte viel, um wieder an die Spitzengruppe heranzulaufen, was ihm schließlich gelang.
Botn geht in Führung
Bevor die drei Verfolger von Perrot zum Schiestand kamen, hatte er eine Scheibe stehen lassen, auch Laegreid und Jacquelin kassierten eine Strafrunde. Johan-Olav Botn schaffte eine weitere Null und ging in Führung, nur 2,3 Sekunden nach ihm kam Perrot aus der Strafrunde zurück und weitere drei Sekunden später verließ Philipp Nawrath, der auch im dritten Schießen fehlerfrei blieb, an der dritten Position den Schießstand. Justus Strelow konnte sich durch fünf Treffer auf die zwölfte Position vorarbeiten, während Philipp Horn nach zwei Strafrunden auf Rang 19 zurückfiel. Eric Perrot war an den Skienden von Johan-Olav Botn und auch Philipp Nawrath hat die Lücke nach vorne halbiert. Zehn Sekunden hinter ihm war Emilien Jacquelin unterwegs und weitere zehn Sekunden danach lief Sturla Holm Laegreid, zusammen mit dem Schweden Martin Ponsiluoma.
Entscheidendes Schießen
Ein spannendes entscheidendes Schießen stand bevor. Botn und Perrot kamen bei relativ ruhigen Bedingungen an den Schießstand und auch Philipp Nawrath war bereit. Perrot begann mit Fehler, war aber schon in die Strafrunde eingebogen bevor die anderen zu Schießen begannen. Johan-Olav Botn mit der Null blieb in Führung und auch Philipp Nawrath schaffte zum vierten Mal die Null, hat damit seine zwanzig Scheiben abgeräumt und war als Zweiter mit Abstand von weniger als einer Sekunde zum Führenden in die Schlussrunde eingebogen. Nawrath hat sich die erforderliche Zeit genommen um seine fünf Scheiben kontrolliert abzuräumen. Das war Grundlage um sich die Podestchance zu wahren. Mit einem Rückstand von 7,9 Sekunden kam Eric Perrot als Dritter, dann folgte Sturla Holm Laegreid (+ 15,1 Sek.) als Vierter und Emilien Jacquelin (+17,1 Sek.) als Fünfter. Am so genannten „Gratishaugen“ sprang Botn an um von Nawrath wegzukommen, der war hellwach und ließ den Norweger nicht wegziehen. Am Anstieg um den Schießstand herum schaffte es Johan-Olav Botn auf der Kuppe mit starkem Willen sich einige Meter zu erarbeiten und den Sieg schließlich mit 3,7 Sekunden Vorsprung völlig verausgabt ins Ziel zu bringen. „Ich hatte keine Strategie,“ sagte der siegreiche Botn im ZDF-Interview „Vollgas von Anfang an. Ich habe versucht zu Philipp eine Lücke rauszulaufen und dachte, es würde auf einen Zielsprint herauslaufen. Dann habe ich mich umgedreht, dann war er nicht mehr da. Ich bin sehr glücklich über den Sieg.“ Auf Rang drei kam Eric Perrot (2 Fehler) ins Ziel vor Sturla Holm Laegreid (1 Fehler), Emilien Jacquelin (3 Fehler) und Martin Ponsiluoma (3 Fehler).
Drittes Podest der Saison
Zum Abschluss der Saison gelang Philipp Nawrath mit Rang zwei im Massenstart von Oslo der dritte Podestplatz in der nunmehr abgelaufenen Saison. Im Sprint von Oberhof wurde er Zweiter und im Sprint von Otepää gelang ihm Rang drei. Zwanzig Treffer gelangen heute nur dem Deutschen und dem Sieger Johan-Olav Botn. „Es waren immer wieder Attacken, aber ich konnte immer wieder kontern und dran bleiben. Zum Schluss hat er über den letzten Part über den Schießstand nochmals attackiert. Da war es tief und da tue ich mich schwer vom Fleck zu kommen,“ so Nawrath im ZDF zu seinem Kampf um das Podest in der Schlussrunde. „Man hat auch mit Blick auf die Gesamtwertung gehofft, dass es ein gutes Rennen wird. Das ist ein geniales Gefühl, schöner kann man es sich nicht wünschen.“ Philipp Nawrath schließt damit seine Saison, im letzten Rennen um zwei Plätze nach oben gestiegen, als bester Deutscher auf dem neunten Platz der Gesamtweltcupwertung.
Justus Strelow (1:0:0:0) erreichte das Ziel als 15. und Philipp Horn (1:0:2:1) als 21.
Kristian Mehringer und Sverre Olsbu Roeiseland gehen
Wie der scheidende Sportdirektor Biathlon beim Deutschen Skiverband, Felix Bitterling, nach dem Rennen im ZDF in seinem Resümee und zu seinem Abgang verlauten ließ, werden Kristian Mehringer, Cheftrainer der Biathlon Damen Nationalmannschaft, und auch Sverre Olsbu Roeiseland, Co-Trainer von Mehringer, ihre Posten verlassen. Bei Sverre Olsbu Roeiseland passt es derzeit nicht zusammen „derzeit passen das was wir benötigen und seine private Situation nicht so wirklich zusammen.“ Nach den Angaben von Bitterling wird Mehringer eine wichtige Position im Deutschen Skiverband übernehmen, welche blieb noch offen. Ihm selbst fällt der Abschied grundsätzlich schwer. „Ich habe das was ich gemacht habe gern gemacht: der Umgang mit den ganzen Leuten hat sehr viel Spaß gemacht und war sehr bereichernd.“ Bitterling wollte im Übrigen seinem Nachfolger, Bernd Eisenbichler nicht vorgreifen. „Die Analyse läuft, die läuft auch schon mit meinem Nachfolger Bernd Eisenbichler. Ich möchte ihm nicht vorgreifen, aber ich bin überzeugt, dass Bernd die Sachen, die bei uns nicht so gegriffen haben, weiter ausbauen wird.
Ergebnis
Weltcupstand Herren
Trophäen verliehen
Der Sieg in der U-23-Wertung bei den Herren ging mit deutlichem Vorsprung von 281 Punkten an den jungen Norweger Isak Frey. Danach wurde Eric Perrot erst mit der kleinen Kristallkugel für den Sieg in der Massenstartwertung ausgezeichnet und ihm schließlich die große Kristallkugel für den Gesamtweltcupsieg überreicht. Mit 279 Punkten Vorsprung vor Sturla Holm Laegreid war es ein deutlicher Gesamtsieg. Vier Weltcupsiege, 6 zweite Plätze und zwei dritte Plätze führen zu diesem Erfolg.
