Lenzerheide

Biathlon und Nordic Skills: Auf Langlaufski aktiv in Lenzerheide

Ich stehe neben Ex-Weltcup Biathletin Elisa Gasparin am Schießstand und versuche, meinen Puls unter Kontrolle zu bekommen. Mist, ein Fehler! Aber auch vier Treffer. Gar nicht so schlecht für den Anfang.

Biathlon und Nordic Skills Park in Lenzerheide © Marco Felgenhauer / woidlife photography

Ich bin mal wieder zu Gast in Lenzerheide und habe mir vorgenommen, zwei spezielle Aktivitäten auszuprobieren. Zum einen will ich mir einen der drei neuen Nordic Skills Parks ansehen, zum anderen mich wieder einmal im Biathlon versuchen. Dass Letzteres dann sogar in prominenter Begleitung erfolgt, weiß ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Ich erreiche meine Unterkunft am späten Nachmittag und die Sonne lacht so schön vom wolkenlosen Himmel, dass ich sofort noch eine Runde drehen muss. Kein Problem, denn meine Unterkunft, das Hotel Seehof liegt in Valbella direkt am Heidsee und an der Loipe.

 

Ich laufe am Seeufer entlang auf wie immer bestens präpariertem Untergrund und erreiche über die Luziuswiese schließlich das Zentrum von Lenzerheide. Langsam verschwindet die Sonne hinter den Bergen und es wird Zeit für mich, ins Hotel zurückzukehren. Dort werde ich mit einem leckeren 4-Gang Menü verwöhnt, mit dem ich mich für den nächsten Tag stärke.

Biathlon und Nordic Skills Park in Lenzerheide © Marco Felgenhauer / woidlife photography

 

Am nächsten Morgen lasse ich es erstmal ruhig angehen. Schließlich habe ich mir für den ganzen Tag nichts anderes vorgenommen als Langlaufen. Ich steige erneut am Hotel in die Loipe ein, laufe aber nun in die andere Richtung und verlasse kurz darauf das Ufer des Sees. Am Kassenhäuschen für das Loipenticket empfängt mich eine nette und gut gelaunte Mitarbeiterin, die mir alle meine Fragen informativ beantwortet und am Ende sogar noch ein Probepäckchen Tee mitgibt. Bei so viel Service zahle ich gerne Loipengebühr.

 

 

Biathlon und Nordic Skills Park in Lenzerheide © Marco Felgenhauer / woidlife photography

Leider ist der Nordic Skills Park, den ich mir für heute vorgenommen habe, aufgrund der Schneebedingungen noch nicht fertiggestellt. In wenigen Tagen soll es in Fastatsch, in Parpan und in der Roland Arena (dem Biathlonstadion von Lenzerheide) Hindernisse, Slalomstangen und Schanzen geben, mit denen man seine Fähigkeiten auf Langlaufski überprüfen und verbessern kann. Hier in Fastatsch, wohin ich über einen längeren Anstieg vom See aus gelange, finde ich trotzdem genug Übungsmöglichkeiten, um meine „Skills“ zu verbessern. Wie in einer Achterbahn führt die Loipe hier über Wellen und um Kurven, die mein Können fordern. Auch die Informationstafel steht schon. Dort kann man für das Absolvieren des Nordic Skills Parks Punkte sammeln, die wiederum für Urlaubserlebnisse eingelöst werden können.

Ich laufe derweil weiter bis nach Parpan und von dort wieder zurück zum Ausgangspunkt. Es ist bereits früher Nachmittag und ich gönne mir am Kiosk Canols Schoggi Melange sowie ein Stück Bündner Nusstorte. Damit lasse ich den Tag dann auch gemütlich ausklingen, denn das Highlight meines Tripps wartet ja noch auf mich.

Früh am nächsten Tag begebe ich mich in die Roland Arena in Lantsch, wo ich mich wieder einmal im Biathlon versuchen will. Ich habe mich mit Franco verabredet, den ich schon von meinem Besuch von vor drei Jahren kenne (Biathlon Shooting-Star Lenzerheide: Auf Ski und mit Gewehr unterwegs in der Schweiz). Damals habe ich bei ihm ein Biathlon-Training absolviert, heute soll es etwas kompetitiver zur Sache gehen. Im Stadion wartet dann auch noch eine Überraschung auf mich. Elisa Gasparin, ehemalige Schweizer Weltcup-Starterin und EM-Bronzemedaillengewinnerin, schließt sich uns an und wird sich mit uns batteln. Nach ihrem Karriereende bietet sie in Lenzerheide Kurse zum Erlernen der Sportart Biathlon an. Heute soll es aber eher um den Spaß im direkten Duell gehen.

 

Biathlon und Nordic Skills Park in Lenzerheide © Marco Felgenhauer / woidlife photography

Nach ein paar Schuss ohne Vorbelastung zum Testen der Gewehreinstellungen positionieren wir uns an der imaginären Startlinie. 3,2,1 und schon geht’s los. Zu dritt laufen wir eine kurze Runde um den Schießstand, originalgetreu mit der Waffe auf dem Rücken. Wieder zurück legen wir uns wie beim Massenstart nach Einlaufrangfolge auf die Stände eins bis drei. Ich ordne mich erstmal hinten ein und versuche meine Schüsse sicher ins Ziel zu bringen. Das gelingt fast perfekt und ich verlasse den Schießstand mit nur einem Fehler. Die Strafrunden schenken wir uns heute ausnahmsweise und gehen direkt auf die nächste Runde. Erneut bleibt eine Scheibe bei mir schwarz, aber Elisa und ich können uns leicht von Franco absetzen, der etwas mehr Zeit am Schießstand benötigt. Beim letzten Schießen bin ich dann aber zu übermütig und muss nach drei Fehlern die anderen beiden ziehen lassen.

Im Ziel wird natürlich gefachsimpelt und wir sind uns alle drei einig, dass wir wieder öfter mal zum Biathlongewehr greifen sollten. Es macht einfach zu viel Spaß, sich im Winterzweikampf zu matchen. Wer von euch sich ebenfalls mal im Biathlon versuchen will, in Lenzerheide habt ihr alle Möglichkeiten dazu.

Wenig später verabschiede ich mich von Franco und Elisa, drehe noch eine Runde auf den WM-Strecken im Stadion und mache mich dann auf den Heimweg. Auf der Rückreise lasse ich meinen Kurztrip noch einmal Revue passieren. So stelle ich mir einen Aktivurlaub auf Langlaufski vor!

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