Verletzungen im Sommertraining

Pflaster am Schienbein © Jutta Rotter/pixelio.de

Skilanglauf ist nur auf den ersten Blick eine Saisonsportart. Wer sie interessiert verfolgt oder selbst betreibt, der weiß: Der Wintersportler wird im Sommer gemacht! Verletzungen können deswegen auch beim Laufen, Radfahren, Skirollern oder Krafttraining in den Frühlings- und Sommermonaten auftreten. Wir stellen euch die Relevantesten vor.

Muskelzerrung, Muskelfaserriss

Ursache: Bei einer Muskelzerrung werden die kleinsten funktionellen Einheiten des Muskels überdehnt. Im Gegensatz dazu zerreißen beim Muskelfaserriss eine oder mehrere Muskelfasern.

Symptome: Im Unterschied zur Muskelzerrung tritt beim Muskelfaserriss neben der Schmerzsymptomatik, welche meist bei Belastung und in Ruhe auftritt, zusätzlich eine Funktionseinschränkung des betroffenen Muskels auf.

Diagnose: Neben dem ärztlichen Gespräch (Verletzungshergang, Art der Beschwerden, vorhandene Funktionseinschränkung) steht die Untersuchung der betroffenen Körperpartie im Vordergrund. Mithilfe einer Ultraschall-Untersuchung kann das Vorliegen eines Muskelfaserrisses diagnostiziert werden.

Therapie: Unmittelbar nach dem Auftreten der Verletzung PECH-Regel anwenden: Pause, Eiskühlung, Compression, Hochlagern. Zudem können Physiotherapie, Elektrotherapie, Massagen und entzündungshemmende Medikamente sinnvoll sein. Eine langanhaltende Schonhaltung verursacht Fehlbelastungen und sollte daher vermieden werden.

Offene Wunden

Ursache: Offene Wunden entstehen bei Stürzen (Radfahren, Skirollern, Inline-Skaten) auf Asphalt oder Kies. Im Winter können vereiste Loipen ursächlich sein.

Therapie: Die offene Wunde sollte unter fließendem Wasser gesäubert und desinfiziert werden (z. B. mit einer aseptischen Lösung). Anschließend die Wunde mit einem sterilen Verband abdecken, um das Eindringen von Fremdkörpern und somit die Entstehung einer Infektion zu vermeiden. Zudem sollte im Impfpass der Zeitpunkt der letzten Tetanus-Impfung überprüft werden. Ein vollständiger Impfschutz ist für etwa 10 Jahre wirksam. Bei Überschreitung dieses Zeitfensters ist eine aktive Auffrischung erforderlich. Nicht blutstillende oder tiefe Wunden, klaffende Verletzungen, Zeichen einer Infektion (Rötung, Schwellung, anhaltende Schmerzen, etc.) oder eine mögliche Funktionseinschränkung der betroffenen Körperpartie, erfordern eine Vorstellung beim Arzt.

Blasen

Ursache: Beim Skirollern und Skilanglaufen entstehen Blasen in der Regel durch Reibung oder Druck: durch ungewohnte Belastungen, rutschende Socken, zu enges oder zu lockeres Schuhwerk, drückende Nähte, Feuchtigkeit, etc. Am häufigsten sind dabei der Fersenbereich (Klassische Technik) sowie die Hände (Skirollern ohne Handschuhe) betroffen.

Symptome: Die flüssigkeitsgefüllte Blase verursacht Druck und Schmerz. Bei geöffneter Blase kann eine Infektion auftreten, die ggf. zudem mit Rötung, Schwellung und gelblichem Sekret einhergeht.

Therapie: Sofern die Blase klein ist und keine Beschwerden verursacht, wird zur Prävention einer möglichen Infektion vom Öffnen dieser abgeraten. Eine weitere mechanische Reizung sollte unbedingt vermieden werden (Salbenverband, Vaseline, spezielles Blasenpflaster). Bei vorhandener Symptomatik und/oder ungünstiger Lokalisation (Fußsohle, Ferse) kann die Blase mit einer sterilen Nadel vorsichtig geöffnet und desinfiziert werden. Die abgelöste Haut dient als Schutzbarriere vor dem Eindringen von Fremdkörpern und sollte daher nicht entfernt werden. Anschließend die Blase mit einem sterilen Verband oder einem speziellen Blasenpflaster abdecken. Bei Anzeichen einer möglichen Infektion (anhaltende Schmerzen, Rötung, Schwellung, u. a.) sollte ein Arzt aufgesucht werden.