Biathlon EM Lenzerheide: Vanessa Hinz und Philipp Nawrath gewinnen Bronze im Sprint

Philipp Nawrath (GER) © Manzoni/NordicFocus

Vanessa Hinz und Philipp Nawrath gewinnen jeweils Bronze im Sprint bei der Biathlon Europameisterschaft 2023 auf der Lenzerheide. Der Titel und die Goldmedaille geht bei den Damen in die Ukraine an Anastasiya Merkushyna vor der Schwedin Tilda Johansson. Selina Grotian und Hanna Kebinger erreichen die Top-10. Der Norweger Erlend Bjoentegaard verteidigt seinen Sprinttitel aus dem letzten Jahr und Dominic Schmuck und Lucas Fratzscher platzieren sich in den Top-7. 

Emotionaler Sieg für Anastasiya Merkushyna

Anastasiya Merkushyna (UKR) © Manzoni/NordicFocus

In einem denkbar knappen Sprint-Rennen über 7,5 km verdrängte die spät gestartete Anastasiya Merkushyna aus der Ukraine nach zehn Treffern und mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,5 Sek. die Schwedin Tilda Johansson auf den Silberrang (1 Fehler). Weitere 1,3 Sek. dahinter komplettierte Vanessa Hinz das Podest nach zwei fehlerfreien Schießeinlagen auf Platz drei. Im IBU-Interview sagte Vanessa Hinz: „Nachdem ich drei Wochen lang krank war, hat mir der Wettkampf heute wirklich Spaß gemacht. Ich hatte ein perfektes Schießen und ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal 0:0 geschossen habe.“ Stina Nilsson kam nach einer Strafrunde aus dem Liegendanschlag auf Rang vier, gefolgt von Selina Grotian und der Französin Gilonne Guigonnat. Merkushyna zeigte sich bei der Siegerehrung mit zur Fahne der Ukraine gerichteten Blick während ihrer Nationalhymne sehr emotional und sagte zuvor: „Ich fühle mich, als hätte ich etwas für mein Land gemacht. Die Hymne meines Landes und die Flagge werden sich im Stadion erheben.“ Sie war überglücklich über ihren Sieg und resümierte, dass die Strecken auf der Lenzerheide nicht einfach seien und sie glücklich ist, die künftigen WM-Strecken von 2025 jetzt schon erfolgreich getestet zu haben. Merkushyna holte sich bereits in der Saison 2014/15 bei den EM-Titelkämpfen in Otepää Gold im Sprint und später auch in der Verfolgung. 

  

Vanessa Hinz gewinnt Bronze – Grotian und Kebinger in Top-8

Vanessa Hinz (GER), Selina Grotian (GER), (l-r) © Manzoni/NordicFocus

Selina Grotian und Hanna Kebinger waren beide früh ins Rennen gestartet und während Kebinger mit zwei Strafrunden im liegenden Anschlag begann, verfehlte Selina Grotian stehend zwei Scheiben. Mit den besten Laufzeiten erreichte Selina Grotian nur 18,1 Sek. hinter der Siegerin Rang fünf und Hanna Kebinger platzierte sich nur 23,2 Sek. hinter Merkushyna auf dem achten Rang. Die weiteren drei Deutschen qualifizierten sich auch für die Verfolgung, allerdings mit beträchtlichem Rückstand. Die Europameisterin im Einzel, Lisa Maria Spark, verfehlte nur eine Scheibe im liegenden Anschlag, brachte stehend die Null und kam läuferisch, möglicherweise auch wegen dem zur Hälfte des Rennens einsetzenden Schneefall, nicht an die Spitzenzeiten heran. Am Ende kam belegte sie Rang 21. Juliane Frühwirt lag trotz einem fehlerfreien Schießen im Liegen bereits deutlich zurück, kassierte im Stehen noch zwei Extrarunden und musste sich im Ziel bei 1:42,7 Min. Rückstand mit Rang 34 begnügen. Marion Wiesensarter erreichte nach drei Schießfehlern das Ziel auf Platz 37. Beste Österreicherin wurde Anna Juppe nach drei Strafrunden auf Rang 20 und vom Heimteam platzierte sich Susi Meinen als Beste auf Rang 27.

Norwegischer Doppelerfolg bei den Herren – Nawrath gewinnt Bronze

Vebjoern Soerum (NOR), Erlend Bjoentegaard (NOR), Philipp Nawrath (GER), (l-r) © Manzoni/NordicFocus

Der Sprintwettkampf später am Nachmittag bei den Herren zog sich mit 129 Startern deutlich in die Länge. Bei auffrischendem Wind und wolkenverhangenem Himmel gewann der letztjährige IBU-Cup-Gesamtsieger aus Norwegen Erlend Bjoentegaard, der damit den letztjährigen Sprinttitel erfolgreich verteidigte. Bjoentegaard blieb in beiden Schießeinlagen fehlerfrei und verdrängte Philipp Nawrath erst auf den Silberrang, bis sich später noch der weitere Norweger Vebjoern Soerum dazwischen schob. Soerum wie auch Philipp Nawrath hatten zwei Extrarunden kassiert. Der Rückstand von Soerum auf den Sieger betrug 11,5 Sek., der von Philipp Nawrath 43 Sek. Andrejs Rastorgujevs hat das Podest als Vierter mit einem Fehler nur um 1 Sek. verpasst. Hinter ihm mit nur 0,9 Sek. Rückstand belegte Dominic Schmuck nach zwei fehlerfreien Schießen Rang fünf, gefolgt vom ebenfalls fehlerfrei gebliebenen Ambroise Meunier aus Frankreich, der Lucas Fratzscher noch aus den Top-6 schob. Wie schon im Sprint der Damen liegen die Abstände für die Verfolgung im machbaren Bereich. So auch für Philipp Horn, der nach nur einer Strafrunde insbesondere auf der Schlussrunde deutlich Zeit auf die Spitze einbüßte und mit 1:23,7 Min. auf den 13. Rang lief. Marco Gross kam gut ins Rennen und lag bis zum zweiten Anschlag im Spitzenbereich. Nach drei Strafrunden aus dem Stehendanschlag war nur mehr Rang 32 möglich. Johannes Donhauser kam mit ebenfalls drei Extrarunden belastet und mit 2:37 Min. Rückstand auf Rang 56. Philipp Nawrath, Lucas Fratzscher und Philipp Horn kämpfen um den noch vakanten sechsten WM-Startplatz und in der sich anschließenden Verfolgung liegt die letzte Chance mit einer guten Performance auf den WM-Zug aufspringen zu können. 

Österreicher und Schweizer verpassen Top-20

Felix Leitner (AUT) © Manzoni/NordicFocus

Für die Österreicher lief die EM in der Lenzerheide bisher zaghaft an. Nach Rang 22 im Einzel ist Felix Leitner auch im Sprint der Beste seines Teams. Mit einem Fehlschuss platzierte er sich als 21. und hat wie auch sein Teamkollege Harald Lemmerer (Platz 28) sich in der Verfolgung nach vorne zu arbeiten. Die Herren aus der Schweiz haben den Heimvorteil noch nicht entscheidenden genutzt. Dajan Danuser (47.), Sandro Bovisi (50.) und Joscha Burkhalter (54.) haben sich für die Verfolgung qualifiziert.

Ergebnis Sprint Damen

Ergebnis Sprint Herren

Medaillenspiegel

Das weitere Programm der Biathlon Europameisterschaft in der Lenzerheide hier 

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