Bjørgen, Marit (NOR) – Portrait

Marit Bjoergen (NOR) © NordicFocus

 

Name: Marit Bjørgen
Geburtstag: 21. März 1980
Geburtsort: Trondheim
Wohnort: Oslo
Größe: 168cm
Gewicht: 64kg
Skiclub: Rognes IL
Beruf: Langläuferin
Ski: Fischer
Schuhe: Fischer
Nationaltrainer: Egil Kristiansen
Persönlicher Trainer: Svein Tore Samdal
Sprachen: Norwegisch, Englisch
Hobbies: Freunde, Familie, Sport
Familienstand: Liiert mit Fred Børre Lundberg, Sohn Marius (*26.12.2015)
Webseite: Marit Bjørgen
Twitter: Marit Bjørgen
Karriereende: 2018

Sportliche Laufbahn

Wie alle Norweger lernte Marit schon sehr früh in ihrem Leben das Langlaufen. Ihre ersten Wettkämpfe bestritt sie als Siebenjährige, erst mit 13 wurde sie bei einem Rennen in Schweden erstmals bezwungen. 1999 trat sie erstmals bei internationalen Rennen in Erscheinung, wo sie bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Seefeld Fünfte über fünf Kilometer wurde. Ende 1999 debütierte sie mit 19 Jahren bereits im Weltcup. 2000 versuchte sie ihr Glück erneut bei der JWM, verpasste aber die besten Zehn.

Weniger als zwei Jahre später zeigte sich die Norwegerin jedoch deutlich verbessert. Ihren ersten Weltcupsieg feierte Marit Bjørgen bei der Düsseldorf-Premiere 2002 beim Weltcupauftakt. Bald darauf gewann sie bei den Weltmeisterschaften 2003 im Val di Fiemme ihre erste Goldmedaille – ebenfalls im Sprint. Die inzwischen 24-Jährige startete ihre Dominanz bei den Weltmeisterschaften 2005 in Oberstdorf, wo sie fünf Medaillen gewann, darunter drei Goldene. Nachdem sie vier Jahre zuvor bereits über olympisches Silber mit der Staffel gewonnen hatte, konnte sie 2006 in Turin über Silber im Klassikrennen jubeln. Die Jahre danach waren jedoch gekennzeichnet von wechselhaften Leistungen. Ein Schlag ins Gesicht waren die Weltmeisterschaften in Liberec 2009 – völlig ohne Medaille.

Sie änderte ihr Training völlig, begann sich auch auf die mentalen Aspekte ihrer Leistung zu konzentrieren und arbeitete außerdem mehr an ihrer Balance, der Technik und erhöhte das Krafttraining. Dieses Training zahlte sich aus: In Vancouver gewann sie bei jedem ihrer fünf Starts eine olympische Medaille: Dreimal Gold, einmal Silber und Bronze. Dem Erfolg bei Großereignissen ordnete sie alles unter, so dass sie die Tour de Ski oft ausließ – wenn sie antrat, reichte es nie zum Sieg. Auch bei ihrer Heim-WM in Oslo 2011 konnte sie viermal Gold und einmal Silber gewinnen und sich zum dritten Mal nach 2005 und 2006 den Gesamtweltcup sichern.

Nachdem sie die Tour de Ski im Dezember 2012 wegen Herzrhythmusstörungen absagen musste, meldete sie sich bald darauf gesund bei den Weltmeisterschaften im Fleimstal zurück. Zehn Jahre nach ihrem ersten WM-Titel nach gleicher Stelle triumphierte sie erneut mit viermal Gold und einmal Silber. In Sochi bei ihren vierten Olympischen Spielen trug sie sich endgültig in die Geschichtsbücher ein als erfolgreichste Winter-Olympionikin aller Zeiten mit drei weiteren Goldmedaillen, was ihre Gesamtzahl auf sechs erhöhte. Außerdem erreichte sie noch vor Saisonende eine weitere Rekordmarke mit 100 Weltcuppodien. In der Saison 2014/15 gelang es ihr endlich auch, sich bei der Tour de Ski in die Siegerlisten einzutragen.

Nach ihrer Babypause achtete sie inzwischen 36-Jährige auf die Signale ihres Körpers und machte Pausen, wenn sie notwendig waren. So ließ sie erwartungsgemäß auch wieder die Tour de Ski aus, wo ohnehin niemand mit ihrem Start gerechnet hatte. Sie gewann beide Mini-Touren zum Auftakt und beim Weltcupfinale und fokussierte sich völlig auf ihre wahrscheinlich letzten Weltmeisterschaften und gewann bei fünf Starts viermal Gold. Nach ihren fünften Olympischen Spielen mit zwei Goldmedaillen erklärte sie zugunsten der Familie ihren Rücktritt vom aktiven Sport. In ihrer Ausnahmekarriere stellte sie einen Rekord nach dem anderen auf: Insgesamt holte sie 15 Olympische Medaillen, davon acht Goldene, sowie 26 WM-Medaillen, darunter 18 Titelgewinne. Bei 303 Starts im Weltcup kam sie auf 184 Podestplätze und 114 Siege. 2015 gewann sie die Tour de Ski und sammelte zwölf Kristallkugeln, darunter vier große für den Gewinn des Gesamtweltcups. Ihr gewonnenes Preisgeld beläuft sich laut FIS-Statistiken auf 2,6 Millionen Schweizer Franken.

Persönliches

Marit wuchs gemeinsam mit ihren Eltern Kristin und Ola-Ivar sowie dem ein Jahr älteren Bruder Anders und der vier Jahre jüngeren Schwester Kari auf einem Bauernhof in Rognes auf, einem kleinen Dorf südlich von Trondheim. Sie war ein sehr aktives Kind und neben dem Langlauf spielte sie auch Fußball und Handball. Ihr Lebensgefährte ist der ehemalige Nordische Kombinierer Fred Børre Lundberg, elf Jahre älter als sie selbst. 2010 wurde ihr die Holmenkollen-Medaille verliehen, die größte Auszeichnung für eine Sportlerin in Norwegen. Im Sommer 2015 gab sie ihre erste Schwangerschaft bekannt und plante bereits frühzeitig ihre Rückkehr in den Weltcup. Sohn Marius erblickte am zweiten Weihnachtstag das Licht der Welt. Im Frühjahr 2018 erklärte sie mit 38 Jahren ihren Rücktritt vom Leistungssport wegen Motivationsproblemen.