Langlauf Kurznews: Hotel-Not in Planica, Klæbo in USA, Kritik an Sjusjøen und Langläufer beim Trailrunning

Johannes Hoesflot Klaebo (NOR) © Modica/NordicFocus

In der WM-Region Planica ist die Suche nach einem Hotel eine schwierige Sache, Johannes Høsflot Klæbo trainiert mit dem US Ski Team in Utah, in Sjusjøen ist trotz Kritik die Schneeproduktion angelaufen und DSV-Langläufer nahmen an den adidas INFINITE TRAILS in Bad Gastein teil.

Hotel-Probleme bei WM in Planica

Das „Tal der Schanzen“, wie das Planica-Tal auch genannt wird, steht vor organisatorischen Problemen. Alljährlich findet dort der Skiflug-Weltcup statt sowie in nur fünf Kilometer Entfernung vom Nordic Center der Weltcup im Ski Alpin in Kranjska Gora. Mit anreisenden Teams und Fans aus einer Sportart kommt die dünn besiedelte Region zurecht, aber zur Nordischen Ski-WM müssen allein hunderte Athletinnen und Athleten aus drei Sportarten untergebracht werden und dafür sind in Slowenien nicht genügend Hotels vorhanden. Rateče, der Ort zu dem das Planica-Tal gehört, hat nur 700 Einwohner, die gesamte Gemeinde Kranjska Gora etwa 5000 Einwohner. So müssen viele Nationen mit ihrer Unterkunft ins benachbarte Ausland ausweichen. Wie die Schweden nun berichten, mussten sie auf ein Hotel im österreichischen Villach ausweichen – die Norweger logieren in Italien. „Wir haben ein komplettes Hotel gemietet, wo wir dann von unserem eigenen Koch verpflegt werden“, sagte Team Manager Anders Byström zum Expressen. Normalerweise wären die 25 Kilometer zwischen Villach und Planica kein Problem, aber die Fahrt über den Wurzenpass dauert schon bei optimalen Bedingungen etwa 40 Minuten. Im Winter bei Schnee und Eis könnte es Probleme geben. „Es ist eine schwer zu fahrende Straße über den Pass und aus Sicherheitsgründen hätten wir eine andere Unterbringung bevorzugt“, so Byström, der weiter sagte, dass es durchaus auch Hotels in Slowenien gegeben hätte: „Das fühlt sich etwas verrückt an, denn es gäbe dort Hotels. Aber man bekommt dort keinen Platz, weil die FIS die Zimmer an ihre Mitarbeiter und andere verkauft hat.“ Aktuell befindet sich das schwedische Sprint-Team der Herren mit acht Athleten in Planica, um die Strecken kennenzulernen.

Klæbo trainiert mit US Team

Das Herren-Team der Amerikaner hat aktuell einen prominenten Gast: Johannes Høsflot Klæbo. Trotz seiner Verletzung verbringt der Norweger ein knapp vierwöchiges Höhentraining in den Rocky Mountains in Utah auf 2100 Meter über dem Meer. Dort trainiert er in Park City und Soldier Hollow bei etwa 30°C oft gemeinsam mit Luke Jager und seiner Gruppe. „Zu sehen, wie Johannes im Intervalltraining an die Grenze geht, ist beeindruckend. Ich bin im Weltcup und bei den Olympischen Spielen gegen ihn angetreten, aber es ist ganz anders, mit ihm gemeinsam zu trainieren. Ich bin begeistert, wie kontrolliert er läuft und wie schnell und mühelos er läuft, wenn er im Pulsbereich drei trainiert“, sagte der 22-Jährige zu langrenn.com. „Man muss Respekt dafür haben, wie gut er ist und dass es ein weiter Weg vom durchschnittlichen Weltcupläufer bis zum Kampf um das Podium ist. Ich habe ihn auch gefragt, was seiner Meinung nach der Schlüssel dazu ist, so gut zu werden. Er sagte, dass das einzig Wichtige für ihn ist, glücklich und zufrieden mit seinem Leben zu sein und daran zu glauben, was er tut.“ Obwohl Klæbo ursprünglich seine Trainingseinheiten allein durchziehen wollte, um auf die Beschwerden durch seine Hamstring-Verletzung eingehen zu können, trainiert er nun doch oft mit dem US Ski Team, wenn es passt. Dass es nun doch ein gemeinsames Training geworden ist, liegt daran, dass Walker Hall an der Toppidrettsveka teilnahm und auf dem Rückweg zusammen mit Klæbo im Flugzeug war. Beide kamen ins Gespräch, tauschten Nummern aus und so kam die Trainingsgemeinschaft mit den Amerikanern zustande. Luke Jager ist täglich mit Klæbo via Handy oder persönlich in Kontakt und hofft, gemeinsam zu mit dem Norweger ein American Football Match besuchen zu können: „Auch wenn er der weltbeste Langläufer ist, sehe ich ihn in erster Linie als einen Menschen etwa in meinem Alter, der dieselben Dinge wie ich mag. Er ist aus einem anderen Land und viel besser als ich, aber ich denke, dass sich da vielleicht eine Freundschaft entwickelt.“ Klæbo selbst berichtet auf Youtube von seiner USA-Reise: Klæbo Vlog. Dort sagt er unter anderem, dass er sich vorstellen könnte, ein Haus zu kaufen und ab 2026 dort zu leben, falls Park City den Zuschlag für die Olympischen Spiele 2030 bekommt.

Sjusjøen: Kritik an Schneeproduktion im September

Auch in Norwegen stöhnt man über hohe Strompreise – zumindest im Süden. Dort kostet die Kilowattstunde zu Spitzenzeiten inzwischen mehr als 10 NOK, also über einen Euro, während man im Norden für weniger als 1 Cent pro Kilowattstunde extrem günstigen Strom hat. Ein wichtiger Grund für diese nationalen Unterschiede ist der extrem trockene Sommer im Süden. Darum sorgt es in Norwegen für große Kritik, dass man in Sjusjøen bereits mit der Schneeproduktion begonnen hat. Der Grund dafür, dass man sich das überhaupt leisten kann, ist ein bereits im letzten Jahr abgeschlossener Vertrag über einen sehr niedrigen Festpreis, mit dem man bereits Anfang September trotz hoher Außentemperaturen die Schneekanonen anwerfen konnte, während Privatpersonen einen hohen Preis zahlen. „Natürlich haben viele Menschen dazu eine Meinung. Aber ich muss klarstellen, dass wir uns nicht in der Reihe vorgedrängelt haben oder jemandem den Strom gestohlen haben. Wir haben nur vorausgedacht und getan, was nötig war, damit Sjusjøen als Skidestination weiter bestehen kann“, sagte Mathias Neraasen, General Manager einer Firma (Ringsaker Almenning), die unter anderem für den Tourismus und das Skizentrum Sjusjøen verantwortlich ist. Kritik kommt allerdings auch von den Grünen, die es unverantwortlich finden, dass ich einer Zeit, wo die Winter immer kürzer werden und vor allem mitten in einer Energiekrise, so früh Schnee produziert wird. Man begründet diese Sonderregelung damit, dass der Tourismus der Region auf frühzeitig präparierte Loipen angewiesen ist. Und auch die Profis freuen sich ab Anfang November auf beste Trainingsbedingungen in Sjusjøen.

adidas INFINITE TRAILS mit DSV-Langläufern

Am letzten Wochenende fand im österreichischen Bad Gastein im Bundesland Salzburg der adidas INFINITE TRAIL statt, an dem auch deutsche Langläufer teilnahmen. Zu absolvieren waren 15, 45 oder 65 Kilometer mit unterschiedlich vielen Höhenmetern. Die deutschen Langläufer waren über die Kurzdistanz am Start und hinter dem amerikanischen Profiläufer Stephen Kersh belegte Friedrich Moch mit nur 23 Sekunden Rückstand den zweiten Platz, Janosch Brugger wurde 57 Sekunden hinter Kersh Dritter. Florian Notz kam mit sechs Minuten Rückstand als Sechster ins Ziel, Josef Fässler wurde Achter. 5:40 Minuten hinter der schnellsten Frau, der norwegischen Trailrunnerin Yngvild Kaspersen, kam Ex-Biathletin Laura Dahlmeier als Vierte ins Ziel.