Biathlon YJWCH 2020: Max Barchewitz ist Juniorenweltmeister

Max Barchewitz GER © Deubert/foto-deubert.de

Max Barchewitz gewinnt Gold im Einzel bei den Jugend- und Juniorenweltmeisterschaften (YJWCH) in der Lenzerheide. Juliane Frühwirt läuft auf Rang acht und wird beste deutsche Juniorin. Lea Meier, Sebastian Stalder und Amy Baserga holen Medaillen für die Schweiz, Anna Gandler Bronze für Österreich.

16 Medaillensätze zu vergeben

Vom 26.01. bis 02.02.2020 finden an sieben Wettkampftagen sechzehn Biathlonbewerbe statt. 448 Teilnehmer aus 43 Nationen werden um Titel und Medaillen kämpfen. Im Jugendbereich starten Athleten der Geburtsjahrgänge 2001 – 2004, bei den Junioren die Jahrgänge 1998, 1999 und 2000. In jedem Wettkampf dürfen pro Nation vier Athleten starten.

„Ich dachte, das wird heute nichts“

Vebjoern Soerum NOR, Max Barchewitz GER, Sebastian Stalder GER © Deubert/foto-deubert.de

Max Barchewitz ging ins Rennen, als die ersten Starter bereits ins Ziel liefen. Nach dem dritten Nuller lag er 12,2 Sek. hinter dem Schweizer Sebastian Stalder, der bis dahin ebenfalls fehlerfrei am Schießstand war. Auf der Runde zum entscheidenden Schießen fiel Barchewitz hinter den Norweger Vebjoern Soerum, der schon mit einer Strafminute belastet war, auf die dritte Position zurück. Als der Norweger und auch der Schweizer eine Scheibe verfehlten, nutzte Max Barchewitz seine Chance, schoss in einem guten Rhythmus und räumte alle Scheiben ab. Mit einem Vorsprung von 39,2 Sek. vor dem Schweizer ging Barchewitz auf die Schlussrunde, der Norweger lag nur 1,6 Sek. hinter dem Schweizer auf der dritten Position und lief schnell an Sebastian Stalder vorbei, kam an Barchewitz nicht mehr heran und holte sich Silber mit 18,7 Sek. Rückstand auf den Sieger. Sebastian Stalder erreichte Bronze, Vierter wurde der Franzose Sebastien Mahon vor dem Kasachen Vladislev Kireyev und dem Russen Kirill Bazhin. Nach dem Rennen sagte Max Barchewitz: „Es ist irgendwie unfassbar, ich hätte es nicht erwartet, deswegen ist es jetzt umso schöner. Ich habe in der dritten Runde gedacht, das wird heute nichts, in der dritten Runde war ich schon so fertig aber hinten raus ging es nochmal ganz gut mit dem sauberen Schießen. Ich habe mich ein bißchen schlapp gefühlt. Ein großes Danke an meine ganzen Betreuer auf der Strecke, die Ski waren wieder Top. Unterwegs war es ein wenig chaotisch, erst hieß es ich bin Erster, dann ich bin Zweiter und ich hab mir gedacht, komm, renn´ einfach so schnell wie möglich, und dann wird es sich schon ausgehen.“

Von den weiteren deutschen Startern wurde Tim Grotian mit vier Strafminuten 34. Nach einem Fehlschuss im ersten Anschlag hatte er beim zweiten Anschlag etwas Pech, da auch der Wind leicht auffrischte. Er verfehlte drei Scheiben und absolvierte die beiden folgenden Schießeinlagen fehlerfrei. Danilo Riethmüller kassierte insgesamt vier Strafminuten und belegte mit der zweitschnellsten Gesamtlaufzeit Rang 14 mit einem Rückstand von 1:49,2 Min. Rückstand. Julian Hollandt hatte zwei Fehlschüsse und belegte Rang 22. Bester Österreicher wurde Magnus Oberhauser auf Platz 35. 

Amy Baserga holt dritte Medaille für die Schweiz

Milena Todorova BUL, Anastasiia Khaliullina RUS, Amy Baserga SUI © Deubert/foto-deubert.de

Bei den Juniorinnen siegte Anastasiia Khaliullina (RUS) mit zwanzig Treffern vor Milena Todorova. Die Bulgarin war in der aktuellen Saison bereits mehrmals im Weltcup am Start, verfehlte drei Scheiben und lief mit einem Rückstand von 1:07,9 Min. auf den Silberrang. Die Schweizerin Amy Baserga kam nach zwei Fehlschüssen auf dem Bronzerang ins Ziel und bescherte den gastgebenden Schweizern damit die dritte Medaille am zweiten Wettkampftag. Amy Baserga führt derzeit auch die Gesamtwertung des IBU Junior Cups bei den Juniorinnen an. Vierte wurde Anastasia Shevchenko (RUS) vor Tereza Vinklarkova und Samuela Comola. Die Italienerin hat vier fehlerfreie Schießen absolviert, war aber läuferisch nicht unter den Schnellsten.

Juliane Frühwirt läuft auf Rang acht 

Juliane Frühwirt GER © Deubert/foto-deubert.de

Beste Deutsche wurde Juliane Frühwirt. Sie kassierte nur im zweiten Schießen zwei Strafminuten, brachte drei Mal die Null, machte auf der Schlussrunde noch Plätze gut und wurde am Ende Achte. Franziska Pfnür lag bis zum dritten Anschlag auf einem Podestplatz, traf zwei Scheiben nicht und fiel zurück. Beim letzten Schießen blieb sie nochmal fehlerfrei und belegte im Ziel Rang 31. Lisa Spark wurde 40. und Sabrina Braun 62. Kristina Oberthaler und Lisa Osl aus Österreich liefen auf die Plätze 41 und 53. 

Gold in den Jugend-Einzel an Norwegen und Schweiz

Rebecca Passler ITA, Lea Meier SUI, Anna Gandler AUT © Deubert/foto-deubert.de

Am ersten Wettkampftag ging die erste Medaille im Einzel der männlichen Jugend an Norwegen, an Martin Nevland, Silber an Damien Levet und Bronze an Eric Perrot, beide aus Frankreich. Bester Österreicher wurde der 16jährige Lukas Haslinger, bester Schweizer Yanis Keller auf Rang 46. Die Platzierungen der deutschen Jungs: Hendrik Rudolph 29., Florian Arsan 34., Oscar Barchewitz 43. und Fabian Kaskel 57. Letzterer hatte beim ersten Schießen Probleme mit der Waffe, die am Stand nicht gelöst werden konnten und bekam die Ersatzwaffe gereicht, was zu großem Zeitverlust führte. Für die folgenden drei Schießeinlagen wurde die Waffe wieder getauscht. Am Nachmittag waren die Mädels an der Reihe und die 18jährige Lea Meier holte die erste Goldmedaille für die gastgebenden Schweizer. Lea Meier verfehlte beim zweiten und dritten Schießen jeweils eine Scheibe, setzte sich nach einem fehlerfreien letzten Schießen an die Spitze und brachte den Sieg mit 12,7 Sek. Vorsprung ins Ziel. Rebecca Passler (18) aus Italien lag auf Goldkurs, verfehlte beim entscheidenden Schießen zwei Scheiben und kam dennoch auf dem Silberrang ins Ziel. Anna Gandler (AUT) kam ebenfalls auf Podestkurs zum vierten Schießen und  verfehlte eine Scheibe. In der Spur war die junge Österreicherin mit der zweitschnellsten Laufzeit unterwegs und behauptete Bronze, da nach ihr keiner mehr an die Laufzeit herankam. Beste Deutsche wurde Natalie Keller. Sie war letzte Starterin im Feld der 101 Biathletinnen, verfehlte nur eine Scheibe, kam aber mit ihrer Gesamtlaufzeit nicht an die Podestplatzierten heran. Neben N. Keller gelang es nur noch einer weiteren Läuferin mit nur einem Fehlschuss durchzukommen. Am Ende belegte sie mit 1:32,8 Min. Rückstand Rang 19, knapp vor Emilie Behringer, die nach drei Strafzeiten 20. wurde. Selina Maria Kastl (4 Fehler) wurde 26. und Charlotte Gallbronner (4 Fehler) 46.

Ergebnis Einzel Jugend männlich

Ergebnis Einzel Jugend weiblich

Ergebnis Einzel Junioren

Ergebnis Einzel Juniorinnen

Medaillenspiegel 27.01.2020

Das weitere Programm

28.01.2020  – 11.00 Uhr – Youth Men – Staffel – 3 x 7,5 km
28.01.2020 – 14.00 Uhr – Youth Women – Staffel – 3 x 6 km

29.01.2020 – 11.00 Uhr – Junioren – Staffel – 4 x 7,5 km
29.01.2020 – 14.00 Uhr – Juniorinnen – Staffel – 4 x 6 km

31.01.2020 – 11.00 Uhr – Youth Men – Sprint – 7,5 km
31.01.2020 – 14.00 Uhr – Youth Women – Sprint – 6 km

01.02.2020 – 11.00 Uhr – Junioren – Sprint – 10 km
01.02.2020 – 14.00 Uhr – Juniorinnen – Sprint 7,5 km

02.02.2020 – 11.00 Uhr – Youth Men – Verfolgung – 10 km
02.02.2020 – 12.00 Uhr – Youth Women – Verfolgung – 7,5 km
02.02.2020 – 14.15 Uhr – Junioren – Verfolgung – 12,5 km
02.02.2020 – 15.20 Uhr – Juniorinnen – Verfolgung – 10 km

Bildergalerie