Steigfläche wie behandeln?

Teilnehmer

Hallo ihr alle!
Ich laufe seit dieser Saison den Nordic cruising Ski Orbiter Crown von Fischer. Es ist ein Schuppenski und ich bin mir nicht sicher, wie ich die Steigzone optimal präparieren soll,damit ich nicht beim Abstoßen nach hinten weg rutsche. Steigwachs? Flüssigwachs? Anti- Ice- Spray? Womit präpariert ihr denn so?

Über eure Tipps würde ich mich sehr freuen!

LG Ina

Verwalter

Hallo Kristina,
bitte auf gar keinen Fall Steigwachs oder Heißwachs verwenden! Das bekommst du nur äußerst umständlich wieder aus den Schuppen raus (im schlechtesten Fall gar nicht mehr).
Die Schuppen sind ja die Steighilfe und ersetzen das Steigwachs. Deshalb musst du auch keine Angst haben, dass sie mit Flüssigwachs nach hinten durchrutschen. Flüssigwachs und Anti-Ice-Spray kannst du beides verwenden, mit Flüssigwachs lässt sich der Ski noch etwas besser auf die unterschiedlichen Bedingungen abstimmen.
Schöne Grüße
Mario

Teilnehmer

Hallo Marko!
Super,vielen Dank für deine Antwort!
Zählt zu Flüssigwachs auch Wachspaste z.b.von Holmenkol?
LG Kristina

Verwalter

Hmm, ich denke, da die Paste eher zähflüssig ist, wird das eher schwierig, die zwischen den Schuppen zu verteilen. Würde ich nicht machen.

Moderator

Hallo Kristina,

im Prinzip hat Mario schon die wichtigen Infos gegeben. Trotzdem möchte ich versuchen es noch etwas zu ergänzen oder grundsätzlicher erklären: Beim Skiwachsen müssen wir zwischen Steigzone (Bereich unter der Bindung) und Gleitzone (von der Spitze bis zur Steigzone bzw. von der Steigzone bis zum Skiende) unterscheiden.

Die Steigzone hilft uns vorwärts oder bergauf zu kommen. Dazu ist Reibung notwendig. Diese kann bei Wachs-Skiern durch Steigwachs oder Klister erzeugt werden. Alternativ kann ein Fell oder Kronenschliff („Schuppen“) zum Einsatz kommen.
Die Schuppen bzw. der Kronenschliff darf NICHT behandelt werden. Seine Aufgabe ist zu „bremsen“. Dazu bringt er ab Werk alles Notwendige mit. Ausnahme ist eine Anti-Vereisungs-Spray. Dies verhindert eine Stollenbildung, die insbesondere bei Neuschnee und feuchtem Schnee zu beobachten ist. Dann kommt man gar nicht mehr vom Fleck 🙁
Der Kronenschliff hat eine Schwäche: Bei eisigen Bedingungen findet man damit kaum Halt. Ein Kollege hat bei einer Tour von Hittisau nach Balderschwang in seiner Verzweiflung bei entsprechenden Bedingungen Trockenwachs in den Kronenschliff gerieben. Er hatte damit Stieg – aber größte Probleme das wieder zu entfernen. Das sollte man also nur in absoluten Notfällen machen!

Anders sieht es bei der Gleitzone aus. Die soll ein möglichst widerstandfreies Gleiten auf Schnee ermöglichen. Wenn ich es richtig sehe, handelt es sich bei Deinem Ski um einen Ski mit schwarzem Belag, der gewachst werden muss. Dieser Bereich muss unbedingt regelmäßig gereinigt und gewachst werden, um Dir ein gutes Skierlebnis zu ermöglichen und den Ski zu pflegen. Für Anfänger empfiehlt sich ein Flüssigwachs, das sehr einfach in der Anwendung ist. Wer über eine entsprechende Ausstattung verfügt, wird eher zum Heißwachs greifen, das eingebügelt wird. Ausführliche Tipps zur Anwendung der Wachse gibt es von den jeweiligen Herstellern.

Auf den Loipen sieht man immer wieder Leute mit älteren Nowax-Skiern (z.B. mit einem transparenten Belag). Diese braucht und kann man nicht wachsen, da es sich um einen anderen Belag handelt.

Und jetzt kommt noch etwas ganz Wichtiges: Das Zusammenspiel von „Bremsen“ und „Gleiten“ funktioniert nur dann einwandfrei, wenn der Ski optimal auf Dein Körpergewicht abgestimmt ist. Der Ski läuft z.B. dann nicht gut, wenn er zu weich ist. Dies führt dazu, dass die Steigzone auch dann bremst, wenn der Ski eigentlich gleiten sollte. Sollte dies der Fall sein, kann man die Bindung etwas nach hinten schieben, sofern man eine verschiebbare Bindung hat.

Grüße

Thomas

Teilnehmer

@ Marko: Alles klar, vielen Dank!

  • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Woche, 4 Tage von Kristina Maier.
Teilnehmer

Hallo Thomas!
Super, vielen Dank für deine ausführliche Antwort!
Ich war die letzten Tage tatsächlich auch etwas verzweifelt, weil ich mehr rückwärts als vorwärts gelaufen bin. Aber so wie du das erklärst, fühle ich mich darin bestätigt, dass es an den ungefähr -10°C lag…
LG Kristina

Teilnehmer

Auf den Loipen sieht man immer wieder Leute mit älteren Nowax-Skiern (z.B. mit einem transparenten Belag). Diese braucht und kann man nicht wachsen, da es sich um einen anderen Belag handelt.

Tatsächlich? Kannst Du das näher spezifizieren?

Ich hab zumindest meinen ersten Ski-Marathon mit einem hellen No-Wax Ski beim Skadi Loppet absolviert und da die Gleitstellen auch gewaxt. Das ging eigentlich recht gut zum laufen.

Moderator

Hallo Sven,
das hängt vom verwendeten Skibelag ab. Es gibt Beläge, die wenig Wachs aufnehmen und solche, die mehr Wachs aufnehmen können (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Skibelag). Beim Wachsen lässt sich dies direkt beobachten. Mein erster Langlaufski (ein NoWax-Ski von Fischer) hatte so einen transparenten Belag. Wenn man den versucht zu wachsen, dann lässt sich das Wachs nicht gut verteilen. Es bildet sich keine „Fläche“ – das Wachs perlt quasi ab. Bei einem solchen Belag hat das Wachsen keinen Sinn. Offensichtlich hattest Du einen anderen Belag, da er das Wachs gut aufgenommen hat, auch wenn er transparent war. Entscheidend ist also nicht die Farbe, sondern die Eigenschaft des Belags. Das war ein Stück weit wohl auch eine Modesache. Es gab zeitweise sogar transparente Beläge, in die bunte Flocken eingelassen worden sind 😉 Zur Zeit sind schwarze Beläge Standard, manche Hersteller haben für feuchte Bedingungen andersfarbige Beläge (z.B. Rossignol hat einen weißen Belag).
Grüße Thomas

Moderator

Hallo Kristina,
wenn Du zu wenig „Stieg“ (Abdruck) hast, dann könntest Du die Bindung etwas nach vorne schieben (wenn Du eine entsprechend Bindung hast). Dann sollte der Ski besser „steigen“. Begründung: Weiter vorne ist der Ski dünner und es gelingt Dir dann einfacher den Ski durchzudrücken und damit den Kronenschliff in die Loipe zu drücken und somit „Halt“ oder „Stieg“ zu erhalten.
Grüße Thomas

Teilnehmer

Euch allen vielen Dank für eure Tipps! Haben mir sehr geholfen!
LG Kristina

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