Biathlon EM: Drei Medaillen im Sprint für DSV-Skijäger

Franziska Hildebrand (GER), Janina Hettich (GER), (l-r) © Deubert/NordicFocus

DSV-Skijäger freuen sich über drei Medaillen im Sprint bei der Biathlon Europameisterschaft am Arber. Lucas Fratzscher gewinnt Bronze beim Sieg des Norwegers Erlend Bjoentegaard vor dem Russen Nikita Porshnev. Am Nachmittag verpasst Franziska Hildebrand den Titel nur um Haaresbreite und gewinnt Silber vor Janina Hettich. Europameisterin wird die Norwegerin Ragnhild Femsteinevik.  

Lucas Fratzscher gewinnt EM-Bronze

Nikita Porshnev (RUS), Erlend Bjoentegaard (NOR), Lucas Fratzscher (GER). (l-r) © Deubert/NordicFocus

Über Nacht hatte es im Arberland geschneit und auch während des Herrensprints über 10 km hielt der Schneefall an, was das Treffen erschwerte aber auch die Spur stumpf und langsam werden ließ. Dazu kam, dass auch immer wieder mal eine Windböe über das Hohenzollern Skistadion zog. Früh setzte sich der Russe Nikita Porshnev nach zehn Treffern an die Spitze. Er wurde vom Norweger Erlend Bjoentegaard nach zwei fehlerfreien Schießen mit 20,6 Sek. Vorsprung auf den Silberrang verdrängt. Bronze erreichte der Deutsche Lucas Fratzscher. Nach einer Strafrunde aus dem stehenden Anschlag blieb er nur 2,3 Sek. hinter Bjoentegaard. Mit ebenfalls einer Strafrunde aus dem stehenden Anschlag im Gepäck verpasste der weitere Russe Petr Pashchenko als Vierter um nur 0,5 Sek. das Podest. Justus Strelow traf liegend eine Scheibe nicht und brachte sich durch die Null im Stehendanschlag wieder in eine aussichtsreiche Position. Der Deutsche verlor erst auf der Schlussrunde, machte dann doch die entscheidenden Meter durch die bessere Laufleistung auf der Schlussrunde gut und sicherte sich den fünften Rang vor dem Franzosen Emilien Claude auf Platz sechs. 

Franziska Hildebrand und Janina Hettich auf Podest

Franziska Hildebrand (GER), Ragnhild Femsteinevik (NOR), Janina Hettich (GER), (l-r) © Deubert/NordicFocus

Denkbar knapp musste sich Franziska Hildebrand von der Norwegerin Ragnhild Femsteinevik geschlagen geben. Franziska Hildebrand kam nach zwei fehlerfreien Schießen und guter Laufleistung ins Ziel und übernahm die Führung, gefolgt von ihrer Teamkollegin Janina Hettich. Sie lag nach einer Strafrunde 22,2 Sek. hinter Hildebrand. Die später gestartete Norwegerin Femsteinevik ging nach zehn Treffern mit 0.7 Sek. Vorsprung vor Hildebrand auf die Schlussrunde, lag bei der nächsten Zwischenzeit hinter Hildebrand und bekam von den Betreuern die Zeiten auf der Strecke zugerufen. Insgesamt war Femsteinevik auf der Schlussrunde die entscheidenden 3 Sek. schneller, die sie vor Franziska Hildebrand an die Spitze brachten. Die Norwegerin übernahm die Führung vor den beiden Deutschen und ist Europameisterin im Sprint. Franziska Hildebrand wird Vize-Europameisterin und Janina Hettich sicherte sich nach einer Strafrunde und einer der schnellsten Laufzeiten am Ende Bronze. Die Silbermedaillengewinnerin aus Moldau, Alina Stremous, belegte Rang vier vor der Französin Lou Jeanmonnot. Irina Kruchinkina (BLR) war die bisherige Saison nur im Weltcup am Start, ist bereits für die Olympischen Winterspiele in Peking nominiert und kam nach einer Strafrunde als Sechstplatzierte ins Ziel. 

Die weiteren deutschen Platzierungen

Dominic Schmuck (GER) © Deubert/NordicFocus

Bei den Herren verpasste Dominic Schmuck nach einem Fehlschuss die Top-10 auf Rang 11 nur knapp und Philipp Horn musste zwei Extrarunden drehen. Er sortierte sich am Ende auf Rang 16 ein und Simon Kaiser (1:1) belegte Platz 22. Der Europameister im Einzel Matthias Dorfer kam nach zwei Strafrunden nur auf Platz 48. Bei den Damen kam Sophia Schneider (1:0) auf Rang 14 und Hanna Kebinger musste drei Mal kreiseln und überquerte die Ziellinie als 37. Auch Juliane Frühwirt verfehlte insgesamt drei Scheiben und wurde 48. Bei den Damen waren ohnehin sieben Starterinnen für die Europameisterschaft nominiert und erst nach dem Einzellauf wollten die Trainer die Einsatzkonzeption für die weiteren Rennen besprechen. Das hat sich durch das bittere Aus für Karolin Horchler erübrigt. Sie hatte schon im Einzel große gesundheitliche Probleme im rechten Fußgelenk und dachte zeitweise sogar an eine Aufgabe des Rennens. Sie muss wegen einer Überbelastung erneut eine Zwangspause einlegen. Für die morgen stattfindenden Verfolgungen haben sich alle Deutschen qualifiziert und bei den Herren haben sich Fratzscher, Strelow, Schmuck und auch Horn gute bis sehr gute Ausgangspositionen geschaffen. Ebenso die Damen mit Hildebrand und Hettich, aber auch der Rückstand von Sophia Schneider liegt nur innerhalb einer Minute.    

Österreich und Schweiz

Beste Österreicherin wurde die 24jährige Tamara Steiner auf Rang 15 (0:1). Beim IBU Cup am Arber im letzten Jahr holte sie sich im Super-Einzel den Sieg. Anna Gandler hat mit drei Extrarunden auf Rang 60 die Verfolgung gerade noch erreicht. Der erst 20jährigen Lea Meier gelang dies leider nicht. Nach einer fehlerfreien Serie im liegenden Anschlag hatte sie Pech im Stehendschießen und kam mit vier Fehlern nur auf Rang 63. Von den Herren aus Österreich erreichte keiner die Verfolgung. Aus der Schweiz platzierten sich Elisa Gasparin und Aita Gasparin jeweils nach zwei Strafrunden auf den Rängen 18 und 22, Flurina Volken auf 30 und Susi Meinen auf 47. Sie dürfen in der Verfolgung erneut auf Medaillenjagd gehen. Der Sprint-Europameister des letzten Jahres, Martin Jaeger, verpasste sowohl liegend als auch stehend zwei Scheiben und sortierte sich als bester Schweizer auf Rang 30. Eligius Tambornino hatte ebenso vier Strafrunden im Gepäck und hat sich als 58. noch für die Verfolgung qualifiziert. 

Ergebnis Sprint Herren

Ergebnis Sprint Damen

Medaillenspiegel

Das weitere Programm der EM hier

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