Biathlon Kurznews: Pichler in künstlichem Koma, Doping-Entscheidungen gegen Russen, Starykh operiert

Wolfgang Pichler © Manzoni/NordicFocus

Der Ruhpoldinger Biathlon-Trainer Wolfgang Pichler wurde nach einem Sturz mit dem Rad ins Krankenhaus eingeliefert, der CAS hebt die lebenslange Olympiasperre dreier russischer Biathletinnen auf und zwei weitere Athleten werden des Dopings bezichtigt. Dazu fällt Irina Starykh lange aus.

Wolfgang Pichler nach Herzinfarkt wiederbelebt

Wolfgang Pichler, langjähriger Nationaltrainer der schwedischen Biathlon-Nationalmannschaft sackte am Sonntagmittag in einem steilen Anstieg von Waging Richtung Otting plötzlich auf seinem Rennrad zusammen und zog sich nach einem Sturz auf die Straße schwere Verletzungen zu. Nach einer Twittermeldung von BILD erlitt er einen Herzinfarkt und musste vor Ort wiederbelebt werden. Im Krankenhaus in Traunstein wurde er ins künstliche Koma versetzt. Sein Bruder Claus Pichler, ehemaliger Bürgermeister von Ruhpolding, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Man kann vorsichtig optimistisch sein.“ Sein Bruder sei in besten Händen und die Erstversorgung am Unfallort sei hervorragend gewesen. Sein Bruder habe keine Schädelverletzungen erlitten, sei von den Ärzten aber ins künstliche Koma versetzt worden, so Claus Pichler. Der 65jährige Wolfgang Pichler hat nach 19 Jahren überaus erfolgreicher Arbeit mit den Schweden seine Trainerkarriere beendet und war seitdem in den schwedischen Farben blau und gelb als Talententwickler für das schwedische Olympische Komitee tätig. Die schwedische Biathlon Nationalmannschaft befindet sich zurzeit in der Heimat bei einem Vorbereitungslehrgang und möchte sich aus Respekt vor Wolfgang Pichler und seiner Familie nicht zu dem Unglück äußern. „Unsere Gedanken sind bei Wolfgang“, wird Peter Reinebo, CEO des schwedischen Olympischen Komitees in einer Pressemitteilung zitiert.

CAS hebt lebenslange Olympiasperre dreier Russinnen auf

Olga Zaitseva © Manzoni/NordicFocus

Der Internationale Sportgerichtshof in Lausanne (CAS) hat nach einer Anhörung der drei russischen Biathletinnen Olga Vilukhina, Yana Romanova und Olga Zaitseva im März dieses Jahres ihre jeweils lebenslange Olympiasperre aufgehoben. Nach einer Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees vom November/Dezember 2017 wurde nach dessen Ermittlungen nach den Spielen in Sotchi in Bezug auf organisiertes Doping ein Disziplinarverfahren gegen die drei Sportlerinnen eingeleitet, wogegen sie Einspruch beim CAS einlegten und beantragten, das Verfahren bis Mitte 2019 auszusetzen. Nun hat der CAS entschieden und die Sanktionen gegen Olga Vilukhina und Yana Romanova aufgehoben. Sie dürfen die in Sotchi gewonnenen Einzelmedaillen behalten, nicht aber die Medaille der 4×6 km Damen-Staffel, zu der auch Olga Zaitseva gehörte. Bei ihr sah man als erwiesen an, dass sie Kenntnis vom Austausch ihrer Urinprobe hatte und verbotene Substanzen zu sich nahm. Ihre in Sotchi erreichten Ergebnisse bleiben annulliert. Wie die kleinezeitung.at berichtete, kündigte der Schweizer Anwalt Yvan Henzer an, dass seine Mandantin Zaitseva Berufung gegen die Entscheidung des CAS beim Schweizer Bundesgerichtshof einlegen werde. Sowohl Vilukhina, als auch Romanova und Zaitseva haben ihre aktive Biathlonkarriere bereits beendet.

Zwei Suspendierungen wegen mutmaßlichem Dopingverstoß

Am selben Tag der Urteilsverkündung durch den CAS gab die Biathlon Integrity Unit (BIU) der Internationalen Biathlon Union bekannt, dass die Russin Ekaterina Glazyrina und der Russe Timofey Lapshin (startet seit 2017 für Korea) wegen mutmaßlicher Verstöße gegen die Anti-Doping-Regeln (ADRV) vorläufig suspendiert seien. Beide erhielten die schriftliche Mitteilung über ihre Suspendierung und haben nun die Möglichkeit sich dazu zu äußern. Ekaterina Glazyrina war gerade für einen Zeitraum von 2 Jahren (vom 10. Februar 2018 bis zum 9. Februar 2020) wegen Dopings gesperrt; Lapshin wird das erste Mal eines angeblichen Dopingverstoßes bezichtigt.   

Irina Starykh fällt lange aus

Irina Starykh (RUS) © NordicFocus

Die russische Biathletin Irina Starykh wird nach einer Operation am Rücken lange ausfallen und die gesamte Wintersaison verpassen. Ob sie danach zurückkehren wird, ist fraglich. „Die Saison wird sie definitiv verpassen, das steht außer Frage. Die Rehabilitation wird sich lange hinziehen“, sagte National-Trainer Maxim Kugaevsky gegenüber der TASS. „Ich bedanke mich bei Irina für diese zwei Jahre Zusammenarbeit, ich bin glücklich, dass sie an mich als Coach geglaubt hat und ihre Karriere fortgesetzt hat.“ Die 33-Jährige erreichte ihre besten Resultate mit zwei Podestplätzen im Weltcup zu Beginn der Saison 2013/14 und galt als große Hoffnung für die Olympischen Spiele in Sochi. Im Januar wurde sie jedoch positiv auf EPO getestet und bis Dezember 2016 gesperrt. Unmittelbar nach ihrer Rückkehr gewann sie dreimal Gold und einmal Bronze bei den Europameisterschaften, konnte aber ansonsten nicht mehr an die Leistungen vor der Sperre anknüpfen. Dennoch lobte ihr Trainer: „Während dieser Zeit hatte sie viele gute Wettkämpfe. Manchmal fehlte ihr bei wichtigen Rennen das Glück, manchmal machte der Rücken Probleme. Ich bin der Meinung, dass nun die Wiederherstellung ihrer Gesundheit an erster Stelle steht. Ob sie ihre Karriere fortsetzt oder zurücktritt, um sich um ihre Kinder zu kümmern, muss sie selbst entscheiden.“ Starykh hat zwei Söhne, die 2012 und 2015 geboren wurden.