Langlauf Weltcup Ruka: Emma Ribom und Erik Valnes gewinnen Klassiksprint – Hennig beim Auftakt Zehnte

Erik Valnes (NOR) © Modica/NordicFocus

Emma Ribom und Erik Valnes waren im ersten Rennen der Langlauf Weltcup Saison, dem Klassiksprint im finnischen Ruka, nicht zu schlagen. Jonna Sundling und Kristine Stavås Skistad komplettierten das Podium, Johannes Høsflot Klæbo wurde nur Dritter hinter Valnes und Richard Jouve. Katharina Hennig überzeugte als starke Zehnte.

Ribom in Ruka stärker als Sundling

Emma Ribom (SWE) © Modica/NordicFocus

Im Finale der Damen waren fast alle Favoriten vertreten, darunter die Schwedinnen Jonna Sundling und Emma Ribom und auch Kristine Stavås Skistad, die letzten Winter in der zweiten Saisonhälfte die Sprints in Serie gewann. Sowohl Sundling als auch Skistad konnte bei ihren nationalen Saisoneröffnungen schon einen Sieg in den Klassiksprints feiern, nun trafen sie erstmals aufeinander. Anders als in den Heats zuvor war das Tempo nach dem Start gering, es folgten Stehversuche vor der ersten Abfahrt, dann gingen doch Sundling und Ribom nach vorne. Beide konnten sich von Skistad, den anderen beiden Schweden und der Prolog-Gewinnerin Jasmi Joensuu leicht absetzen. Im entscheidenden Anstieg zum Stadion erwies sich Emma Ribom als stärker als Sundling und gab die Führung bis zur Ziellinie nicht wieder her. Damit wiederholte sie ihren Triumph aus dem Vorjahr, damals in Abwesenheit der verletzten Sundling, und feierte ihren dritten Weltcupsieg. „Es war ein guter Tag. Ich habe mich von Anfang an stark gefühlt und komme immer gut zurecht in Ruka. Es war wichtig, am Anstieg dann die richtige Position zu haben. Ich freue mich, Teil dieser Mannschaft zu sein“, freute sich die glückliche Siegerin. Jonna Sundling belegte in ihrem 100. Weltcuprennen den zweiten Rang und verpasste damit ihren achten Sieg. Die sprintstarke Norwegerin wirkte nicht ganz so stark wie in der letzten Saison, allerdings ist die schwere Strecke in der Kälte von Ruka auch Neuland für Skistad. Immerhin reichte es noch für das Podium vor Frida Karlsson, die sich aber dennoch sichtlich über ihr bestes Sprintresultat im Weltcup freute. Sonst hat sie immer Probleme gehabt mit der eisigen Kälte von Ruka, die auch heute mit -10°C, leichtem Schneefall und etwas Wind wieder zuschlug. Linn Svahn wurde Fünfte vor Jasmi Joensuu.

Valnes weiter in Topform – Klæbo Dritter

Richard Jouve (FRA), Erik Valnes (NOR), Johannes Hoesflot Klaebo (NOR), (l-r) © Modica/NordicFocus

Im Finale der Herren wartete der erste ernsthafte Schlagabtausch zwischen Johannes Høsflot Klæbo und Erik Valnes, nachdem beide zuvor gemeinsam ihre Läufe dominiert hatten. Im Entscheidungslauf zeigte sich aber doch, dass Klæbo 2,5 Wochen nach seinem positiven Coronatest und der Abreise aus dem Höhentraining noch nicht in Topform ist und ihm sicherlich auch die Rennhärte fehlt, die sich Valnes bei seinen Siegen in den FIS-Rennen in Muonio und Beitostølen besorgen konnte. Im ersten Anstieg liefen Jouve, Valnes und Klæbo Seite an Seite vorne und Klæbo reihte sich in der Abfahrt an dritter Stelle ein. Valnes und Jouve konnten sich zwar minimal absetzen, aber die Lücke war schnell wieder geschlossen am Fuße des entscheidenden Anstiegs. Dort attackierte dann Valnes und bewies, dass er zumindest diese Woche im ersten Rennen nach Klæbos Krankheit der weltbeste Sprinter ist. „Es war ein toller Tag. Ich habe im Viertelfinale leichte Probleme gehabt, im Halbfinale lief es dann schon besser. Ich bin sehr froh, dass mir der letzte Anstieg so gut gelungen ist. Die rechte Spur war viel besser, das hat gut funktioniert“, sagte Valnes. Richard Jouve ersprintete sich Rang zwei, Klæbo musste sich mit Platz drei begnügen. Federico Pellegrino wurde im Klassiksprint nach sehr überzeugenden Leistungen in seinen Heats Vierter vor Ansgar Evensen und dem 22-jährigen Matz William Jenssen, der in seinem vierten Weltcup-Sprint erstmals ins Finale kam. Große Ambitionen hatte auch Marcus Grate, der letzte Woche in Gällivare den FIS-Sprint gewann und heute aufs Podium wollte. Seine Hoffnungen musste er aber im Viertelfinale im Schnee begraben, nachdem er im Anstieg seine Ski überkreuzte, so dass er stürzte und fast alle anderen Läufer behinderte.

Hennig starke Sprint-Zehnte

Katharina Hennig (GER) © Modica/NordicFocus

Katharina Hennig braucht eigentlich immer einen „Durchputzer“, um richtig reinzukommen in die Rennen. Diesmal klappte es direkt im ersten Wettkampf viel besser als erwartet. Die Sächsin rückte nach der 20. Zeit im Prolog und einem Viertelfinale, in dem sie zeitgleich mit Moa Lundgren gewertet wurde, aber als Dritte eines Runde weiter kam, ins Halbfinale vor, wo sie als Fünfte ins Ziel kam und somit Zehnte wurde. „Der Sprint war viel besser als erwartet. Ich habe mich sehr gefreut. Achtes Jahr Weltcup und zum dritten Mal im Halbfinale. Ich freue mich sehr, für mich ist es einfach was Besonderes, so weit zu kommen und ich freue mich sehr darüber“, jubelte die Distanz-Spezialistin glücklich. Der entscheidende Unterschied könnte heute ihre Entspanntheit gewesen sein. „Ich war heute sehr ruhig, ich hatte mich selbst darüber überrascht, ich war die ganze Woche sehr tiefenentspannt, dafür dass es jetzt los geht und ich hoffe, das bleibt so“, meinte sie. „Ich mache es einfach gerne, es ist ein großer Teil meines Lebens. Man muss es immer mal ein bisschen relativieren und ich glaube, das ist so in meinem Kopf drin.“ Auch die Sprintstrecke in Ruka gefällt der 27-Jährigen sehr: „Hier in Ruka ist es ganz besonders, es beginnt mit einer Geraden und geht dann die Abfahrt runter. Das heißt, hier muss man Vollgas losgehen, da kann man sich nichts aufsparen und dann heißt es Zähne zusammenbeißen und durchhalten.“ Nun richtet sich der Blick der Wahl-Allgäuerin schon auf morgen, wo ihre Spezialstrecke über zehn Kilometer klassisch auf dem Programm steht: „Jetzt will ich mich gut holen, es war doch ein bisschen anstrengender, als ich es vermutet hatte. Und dann morgen technisch sauber laufen und dann richtet sich das andere von allein.“ Für Familie und Freunde zu Hause hatte sie auch noch einen Gedanken: „Liebe Grüße nach Hause, Danke für Anfeuern und wir hoffen, ihr sitzt wieder vorm Fernseher!“

Aus im Viertelfinale für Rydzek

Coletta Rydzek (GER) © Modica/NordicFocus

Als zweite DSV-Läuferin qualifizierte sich Coletta Rydzek knapp für die besten 30, hatte noch die Wahl zwischen Heats eins und drei und entschied sich für den starken ersten Lauf mit vielen großen Namen. Ziel war Platz vier, was ihr auch gelang, aber die Zeit reichte nicht. So belegte die Oberstdorferin Rang 20. Nach dem Rennen analysierte sie: „Der Prolog war noch ausbaufähig, ich hatte mir eigentlich vorgenommen, es nicht mehr ganz so knapp zu machen. Aber sonst bin ich zufrieden mit meiner Leistung im Heat. Ich war mit relativ Starken zusammen. Mein Ziel war es, Vierte und Lucky Loser zu werden. Dafür hat es leider nicht gereicht. Aber für den Einstieg ist es okay, die Saison ist noch lang.“ Zur Taktik im Sprint von Ruka sagte sie: „In den Finals muss man sich gut positionieren, man hat sehr steile Berge, so dass man kurz Vollgas geben muss und auch die Abfahrten muss man sehr gut nehmen. Dann zieht sich das Stadion nach dem letzten langen Berg noch sehr, sehr gut.“ Weiter freute sich 26-Jährige über das perfekte Winterwetter im hohen Norden: „Es ist so schön, den Start in Skandinavien zu machen, tief verschneiter Winter, so wie man sich Langlauf und Wintersport wünscht. Deswegen bin ich sehr froh, dass wir hier oben starten und dieses Winter Wonderland bis Weihnachten erleben.“ Immer wieder geht auch Coletta Rydzeks Blick hinüber zur Schanze, wo ihr Bruder Johannes seinen ersten Wettkampf der Saison absolviert. „Es ist so schön, mit meinem Bruder hier zu sein. Beim Einlaufen kam er mal kurz her, kurz drücken, weil wir wohnen ja nicht zusammen im selben Hotel. Nach meinem Prolog habe ich noch kurz von unserer Kabine zur Schanze rausgeschaut und ihn springen sehen. Mal sehen, was ich mit dem Lauf mache, ob ich dann noch hier bin. Die Daumen sind gedrückt.“ Erfolgreich – ihr Bruder ersprintete Rang vier!

Auch Fähndrich und Grond nur im Viertelfinale

Nadine Faehndrich (SUI) © Modica/NordicFocus

Überraschend war auch für Nadine Fähndrich schon im Viertelfinale Schluss. Im selben Lauf wie Rydzek belegte sie Platz drei und schied ebenfalls aus. Allerdings hatte sich auch schon in der Vergangenheit gezeigt, dass der lange Schlussanstieg der Innerschweizerin nicht liegt und sie dort noch nie vorne reinlaufen konnte. Diesmal kam sie als 15. in die Wertung. Valerio Grond hatte ich Prolog mit der fünftschnellsten zeit Hoffnungen geschürt, obwohl ihm eigentlich die freie Technik besser liegt. Im Viertelfinale schied er dann knapp als Dritter seines Laufes aus und wurde somit 13.

Frühes Aus im Prolog

Sofie Krehl (GER) © Modica/NordicFocus

Bis auf Hennig und Rydzek schieden alle DSV-Damen im Prolog aus. Laura Gimmler wurde 31. vor Pia Fink und Victoria Carl, Sofie Krehl wurde 35. Überraschend scheiterten aber auch Maja Dahlqvist als 34. und Lotta Udnes Weng als 36. Während die Schwedin im Oktober schwere Wochen hatte mit Erschöpfung und zu hohem Puls, klagte die Norwegerin nach dem Prolog über den Neuschnee, der die Spur so langsam machte. Gemeinsam mit Marcus Grate tritt Dahlqvist nun bereits vorzeitig die Heimreise an und sie lässt auch den kommenden Weltcup in Gällivare aus. Teresa Stadlober schied als 39. aus. Weltcuppunkte gab es für sie aber dennoch, denn nach einer Reform gibt es nun bis Platz 50 Punkte. Bei den Herren schieden beide deutschen Starter aus: Jan Stölben wurde 41. und Anian Sossau 62. – beiden liegt die freie Technik besser und mit der schweren Strecke taten sie sich schwer. Janosch Brugger musste seinen ursprünglich geplanten Start wegen einer leichten Adduktorenzerrung aus dem gestrigen Training verzichten. Über einen Start am Samstag ist noch nicht entschieden. Die Österreicher Benjamin Moser und Michael Föttinger schieden als 43. und 44. aus, Lukas Mrkonjic wurde 75. Bei den Schweizern scheiterten Cyril Fähndrich als 57., Janik Riebli als 60. und Erwan Käser als 66. vorzeitig. Von den internationalen Athleten schafften es unter anderem Wang Qiang und Calle Halfvarsson nicht unter die besten 30. Obwohl er angekündigt hatte, wegen seiner schmerzhaften und langwierigen Schambeinentzündung die Saison auszulassen, war Ristomatti Hakola am Start, qualifizierte sich aber nicht für die Finals.

=> Ergebnis Sprint KT Damen
=> Ergebnis Sprint KT Herren

 

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