Nordische Kombination und Langlauf Weltcup Auftakt in Ruka-Kuusamo

Ruka Stadion zum Schanzentisch © Modica/NordicFocus

Das Ruka Nordic ist diesmal kein großes Nordic Opening für alle drei Sportarten, da die Skispringer bereits vor einer Woche ihre Saison begannen – nun starten auch Langläufer und Nordische Kombinierer in ihren Weltcup.

Hoch im Norden Finnlands

Die Wintersport-Fans werden es wissen: Kuusamo liegt im hohen Norden Finnlands, am südlichen Ende Lapplands nahe des Polarkreises und 40 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Noch einmal 30 Kilometer nördlich der 15.000-Einwohner-Stadt befindet sich das Wintersport-Zentrum Ruka, wo an diesem Wochenende das inzwischen schon 17. Ruka Nordic mit Langläufern, Skispringern und Nordischen Kombinierern stattfindet. Ruka bietet Wintersportbegeisterten mit mehr als 200 Tagen zwischen Oktober und Mai die längste Skisaison in ganz Nordeuropa. Im Ruka Skistadion sind alle drei Sportarten beheimatet – optimal für die Fans vor Ort, denen den ganzen Tag etwas geboten wird. Für die Langläufer steht diesmal keine Mini-Tour auf dem Programm, sondern zwei Einzelrennen mit Sprint und 17 bzw. 15 Kilometer, beides in klassischer Technik. Bei den Kombinierern stehen ein Einzelwettkampf sowie eine Teamentscheidung an – ernst wird es aber bereits am Freitag mit dem Provisorischen Wertungssprung. Der Veranstalter erwartet insgesamt rund 20.000 Zuschauer.

Ungewöhnlich schwierige Schneeverhältnisse

Kein Schnee im Norden Finnlands? Das gab es auch noch nicht oft. In den letzten Jahren lagen in der Nähe des Polarkreises um diese Zeit immer mindestens wenige Zentimeter – diesmal ist alles anders: In den letzten Oktobertagen wurden die ersten Schneekanonen angeworfen, aber wegen der viel zu warmen Temperaturen und Regenwetters kam die Produktion lange Zeit ins Stocken. Inzwischen konnte aber grünes Licht für alle acht Wettkämpfe in drei Sportarten gegeben werden – lediglich die große Schanze ist für das Training am Freitag gesperrt, um sie zu schonen. Allerdings gab es auch in Finnland zu Wochenbeginn einen Wetterumschwung, so dass die kalten Temperaturen um null Grad ausreichten, um den restlichen Schnee zu produzieren. Für die Kombinierer konnte eine 3,3km-Runde präpariert werden, die Langläufer haben neben dem Sprint nur eine 3,75km-Runde zur Verfügung, so dass aufgrund der Schneelage auch das Wettkampfprogramm für Sonntag angepasst werden musste.“ Aufgrund der warmen Temperaturen konnte in Ruka nur eine 3,75-Kilometer-Runde mit Schnee belegt werden. Die für Sonntag geplanten Massenstarts wurden deshalb in Einzelstarts umgewandelt. Unsere Techniker reisen einen Tag vor uns an, denn Testläufe sind aufgrund der Strecke nur an diesem Tag möglich“, erklärte DSV-Bundestrainer Peter Schlickenrieder. Zu Wochenbeginn war es noch absolut windstill in Ruka, ab Mitte der Woche frischte der Wind aber wie angekündigt wieder auf, so dass die Athleten auf der Schanze wie gewohnte schwierige Windbedingungen erwarten. Die Temperaturen werden am Wochenende knapp unter Null liegen bei meist wolkigem Himmel und Wind, zeitweise kann es zu leichtem Schneefall kommen.

Gesundheitliche Probleme bei den Langläufern

Im Lager der Langläufer werden einige bekannte Namen fehlen, weil sie – meist aus gesundheitlichen Gründen – noch nicht einsatzfähig sind. Bei Dario Cologna ist das aber nicht die Ursache: Dem Schweiz lagen die Strecken in Ruka noch nie, er wird in der kommenden Woche in den Weltcup einsteigen. Sein Fokus liegt aber ohnehin auf den Weltmeisterschaften. Längerfristig fällt dagegen im deutschen Lager wohl Nicole Fessel aus, die immer noch an ihren Fersenproblemen aus dem letzten Winter laboriert. Laut Bundestrainer Schlickenrieder ist die Ursache nicht bekannt. Wann sie wieder eingesetzt werden kann, ist unklar. Nur eine Woche pausieren müssen ihre Teamkollegen Steffi Böhler und Jonas Dobler, beide wegen akuter Infekte. Aus dem russischen Team wird Sergey Ustiugov wohl schneller wieder starten können, als zwischenzeitlich angenommen. Am Mittwoch fand eine weitere Untersuchung statt, wenn es dann keine Probleme gibt, reist er zum Training nach Tjumen. Seine Rückkehr in den Weltcup ist in naher Zukunft geplant, allerspätestens zur Tour de Ski. Sein Teamkollege Denis Spitsov fehlt in den Nominierungslisten seiner Mannschaft. Der Freistilspezialist rechnet sich in Ruka keine Chancen aus und steigt nächste Woche in den Weltcup ein. Anastasia Sedova ist dagegen noch nicht fit. Wegen gesundheitlicher Probleme soll noch ein Langzeit-EKG gemacht werden, sie wird möglicherweise beim dritten Weltcup in Beitostølen einsteigen. Maurice Manificat fehlt wegen Formschwäche, was ein großer Verlust für sein Team ist. Er hatte im Sommer viele Trainingsausfälle wegen Rückenschmerzen durch Probleme mit einer Bandscheibe. Eventuell wird er in Davos wieder am Start stehen, sicher ist es aber nicht.

Sechs deutsche Kombinierer am Start

Keine Überraschungen gibt es im Aufgebot der deutschen Nordischen Kombinierer. Mit Manuel Faißt, Eric Frenzel, Vinzenz Geiger, Fabian Rießle, Johannes Rydzek und Terence Weber gehen die etablierten sechs Athleten des letzten Winters ins Rennen. Auch die Vorbereitung der Kombinierer geriet bedingt durch die Wetterverhältnisse etwas anders als geplant. „Entscheidend ist das für unsere unmittelbare Wettkampfvorbereitung aber nicht. Wir freuen uns, dass es jetzt losgeht. Wir haben gut und genug trainiert, es herrscht Wettkampfvorfreude“, äußerte sich Bundestrainer Hermann Weinbuch zur Situation. Insgesamt lag beim deutschen Team der Schwerpunkt der Vorbereitung auf dem Springen: „Wir gehen davon aus, dass die Wettkämpfe tendenziell eher über das Springen entschieden werden. Das wird immer selektiver, mit immer weniger Anlauf muss man mit den besten Springern mithalten, um Lauflücken schließen zu können“, so der Bundestrainer. Die Athleten sind fit, auch Eric Frenzel, der im Sommer einige kleinere krankheitsbedingte Pausen einlegen musste, hat seinen Trainingsrückstand aufgeholt.

TV-Programm

Für den Wintersportfan gibt es zu Saisonbeginn ungewöhnlich viel Livesport – sogar beim ZDF gibt es viel Langlauf zu sehen (solange die Biathlonsaison noch nicht begonnen hat). Am Samstag vor den Sprints geht Eurosport mit einer halben Stunde Vorlauf auf Sendung und wird sicherlich einen Bericht über die Saisonvorbereitung mit dem neuen Bundestrainer Peter Schlickenrieder zeigen, bevor sie live die Viertelfinals zeigen. Das ZDF steigt etwas verspätet mit einer Zusammenfassung der Viertelfinals ein, bevor die Entscheidungen dann live übertragen werden. Auch die Distanzrennen beginnen beim ZDF etwas verspätet, bevor das Ende live gezeigt wird. Eurosport zeigt die Damen komplett live, die Herren nur bis 13:15 Uhr – dann vermutlich nur noch im Eurosport Player.
Von der Nordischen Kombination gibt es weniger Livesport zu sehen als sonst üblich. Sowohl ZDF als auch Eurosport übertragen das Springen am Samstag erst mit etwas Verspätung, während es das Rennen auf beiden Sendern komplett live zu sehen gibt. Am Sonntag beim Teamwettkampf ist Eurosport komplett live dabei bei Springen und Laufen, das ZDF steigt wieder später in das Springen ein und zeigt den Lauf nur im Livestream.

 

Das Programm beim Weltcupauftakt (LL & NK)

Freitag, 23. November 2018:
15.00 Uhr: Provisional Competition Round Nordische Kombination HS 142

Samstag, 24. November 2018:
10.00 Uhr: Langlauf Sprint Qualifikation KT
11.00 Uhr: Nordische Kombination Skisprung HS 142 WC
12.30 Uhr: Langlauf Sprint Finale KT
15.00 Uhr: Nordische Kombination Gundersen 10 km

Sonntag, 25. November 2018:
09.45 Uhr: Nordische Kombination Skisprung HS 142 Teamwettkampf
10.45 Uhr: Langlauf 10km KT Damen
12.30 Uhr: Langlauf 15km KT Herren
15.00 Uhr: Nordische Kombination 4x5km Langlauf Teamwettkampf