Stimmen aus Oberstdorf: „Langlauf und ich – das ist wie eine Ehe, eine Liebe, Leidenschaft….“

Nicole Fessel (GER) © Felgenhauer/NordicFocus

Nicole Fessel gibt nicht auf. Wie es ihr mit ihrer langen Verletzungspause geht und wie der Bundestrainer das Rennen analysiert, lest ihr hier…

Johannes Høsflot Klæbo (NOR):

Es war ein sehr hartes Rennen, weil Sergey scheinbar in sehr guter Form ist. Er hat die ganze Zeit ein sehr hohes Tempo vorgelegt!

 

Teresa Stadlober (AUT)

Heute hatte ich schon müde Beine von den vielen Skating Rennen. Anfangs bin ich mit Sadie mitgelaufen, die war aber dann auch nicht mehr so frisch und ist dann abgerissen. Danach bin ich alles alleine gelaufen, was auch viel Kraft gekostet hat. Dafür, dass ich schon müde Beine hatte und eben viel alleine laufen musste, war das Rennen okay. Jetzt bin ich froh, dass morgen ein Ruhetag ist und freue mich auf die Rennen in Val die Fiemme, die mir sehr liegen.

 

Peter Schlickenrieder (GER)

…über die Sturzserie im DSV-Team:
Es ist wie verhext, ich habe hier schon ein paar Lifttickets bei den Bergbahnen gekauft, vor der WM in Oberstdorf wird Skifahren geübt. [lacht] Nein, Spaß beiseite… Es ist dramatisch, weil wir dadurch wirklich gute Platzierungen verlieren. Das Material ist gut, sie gehen engagiert ran. Aber das ist wahrscheinlich das Problem, dass man dann Vollgas rangeht, vollfokussiert gerade in den Abfahrten, wo man sich erholen will und dann sowas passiert.

…über die Leistung von Pia und Vici:
Bei den Mädels hatten wir heute einen sehr guten Ski. Pia hat es gut gemacht, sich versteckt und ein gutes Rennen gelaufen. Vici wollte zu viel. Sie wollte das Rennen von gestern auf Biegen und Brechen wettmachen und hat ein bisschen zu viel riskiert. Dann ist sie gestürzt und es ist natürlich schwer, dann diesen Abstand, diese 10-20 Sekunden, wieder rauszulaufen. Beide sind engagiert angegangen und das ist richtig, hier Risiko zu gehen und versucht, etwas zu reißen. Darum hat es auch Vici toll gemacht, aber leider verloren. Das Risiko ist nicht belohnt worden. Aber Einstellung passt, so sollte es weitergehen.

…über das, was sich ändern muss:
Es sind viele kleine Schräubchen, an denen man drehen muss. Man muss jeden Stein umdrehen, auch den, den man immer für einen Erfolgsgaranten gehalten hat. Man muss sich überlegen, wie ist vielleicht die Beziehung zwischen Trainer – Athlet – Wachsler – Physiotherapeut. Dieses Netzwerk muss eng werden, muss man sich beschäftigen, um auch diese kleinen Schräubchen erstmal zu entdecken, um dann daran drehen zu können. Das ist eine wichtige Geschichte, da gibt es Technik, Trainingsthemen, Materialthemen, da gibt aber auch Regenerationsthemen, Vorbereitungsthemen. Das ist ein breites Feld, an dem man arbeiten kann. Man muss sich jetzt im ersten Jahr auf drei Schwerpunkte festlegen und bearbeiten und entsprechend analysieren: Sind wir weitergekommen? Sind wir stehengeblieben oder haben wir sogar Rückschritte gemacht? In diesem ersten halben Jahr haben wir schon ein paar Schräubchen gefunden, an denen wir drehen können. Die haben wir noch nicht für alle gleich entdeckt, aber wir sind auf dem Weg, auch für die anderen die kleinen Stellschrauben zu finden.

Nicole Fessel (GER)

…darüber, bei den Heimrennen zuschauen zu müssen:
Es tut sehr weh, hier zuschauen zu müssen. Ich habe lange Zeit gebraucht, um damit klarzukommen, dass ich so viele Rennen nicht laufen konnte. Aber nun stehe ich hier und bin froh, alle noch einmal zu sehen. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung.

…über ihre Schmerzen durch ihre langwierige Plantarfasziitis und einen Start bei den Weltmeisterschaften:
Im Moment im Stehen tut es nicht weh, aber ich spüre es bei jedem Schritt. Es wird jetzt langsam besser. Es ist nicht nur so, dass ich nicht die Form habe oder mir viel Training fehlt. Es wird nun immer leicht besser, aber es ist eine zähe Geschichte. Die WM in Seefeld schaffe ich wohl nicht mehr. Das ist schon gestrichen in meinem Kopf. Es war auch schwer für mich, weil ich immer gesagt habe, dieses Jahr gehst du es an und Seefeld ist ein großes Ziel für mich gewesen und danach schaun wir mal, was kommt. Und dann musste ich erstmal umdenken. Das war dann auch erstmal schwer, es zu akzeptieren und zu sagen, ich muss auf meinen Körper hören. Letztes Jahr habe ich versucht, Olympia zu machen und hinzukommen, es war aber dann leider auch da nicht geklappt, wo es klappen sollte. Und da wollte ich dieses Jahr nicht reinkommen, sondern dem Körper Zeit geben, das er sich erholt, dass es mir gut geht und dann macht es mir auch Spaß und dann nochmal einen Angriff.

…über ein mögliches Karriereende:
Ich denke nicht an das Karriereende. Langlauf und ich, das ist wie so eine Ehe, eine Liebe, Leidenschaft, die von klein auf in mir gewachsen ist. Da kämpft man in guten wie in schlechten Zeiten miteinander oder gegeneinander und so ein bisschen kann man das vergleichen. Ich mache das nun seit 20 Jahren und es fällt mir sehr schwer, aufzuhören. Ich möchte einen schönen Abschluss haben und ich hoffe, wenn mein Körper mitmacht, dass ich das dann noch haben kann.

…über die Stimmung im Team:
Seit August kämpfe ich mit meinem Fuß und war nicht beim Team dabei, aber ich merke schon, dass die motiviert sind und es Spaß macht. Es sind viele junge Mädels da, sie orientieren sich auch an uns oder mir und es macht Spaß, denen zu zeigen, wie ich trainiert habe und so. Sie fragen auch immer, wie ich es machen würde oder gemacht habe und das ist ein total schöner Austauch. Aber sie können mir auch bei irgendwelchen Sachen Tipps geben.

…darüber, wie die nähere Zukunft aussieht:
Im Moment muss ich schauen, dass mein Fuß wieder wird. Es wäre natürlich schön, wenn ich endlich mal wieder auf Ski stehen könnte, das fehlt mir total und dann glaube ich, kann ich den anderen Schritt angehen. Im Moment bin ich nur damit beschäftigt, dass ich wieder gesund werde.

 

No word's needed🌨❄🤗! Thank's to all who came out to cheer for Team Germany at the tracks in Oberstdorf yesterday😉👌!#9th…

Gepostet von Katharina Hennig am Donnerstag, 3. Januar 2019