Nordische Kombination: Das Triple kehrt zurück nach Seefeld

Eric Frenzel in seinem "Wohnzimmer": Keiner dominierte hier in den letzten Jahren so wie er. © Sandra Volk

Für die nordischen Kombinierer steht am Wochenende das Saisonhighlight auf dem Programm: Nach der letztjährigen Verlegung nach Frankreich aufgrund der Nordischen Ski-WM in Seefeld kehrt der Wettbewerb damit in seine Heimat zurück.

Das Nordic Combined Triple

Akito Watabe gewann das letzte Nordic Combined Triple in Seefeld. © Sandra Volk

Das Besondere am Triple ist, dass an drei Wettkampftagen drei verschiedene Wettkampfformate praktiziert werden, dass die Ergebnisse des Vortags jeweils mitgenommen werden, und dass sich alles auf das Finale am Sonntag zuspitzt, wo es einen Gesamtsieger und eine besondere Trophäe geben wird. Das Reglement des Nordic Combined Triples hat sich im Vergleich zu den vergangenen Jahren leicht geändert. Freitags stehen ein Sprung und fünf Kilometer auf der Loipe auf dem Programm, startberechtigt sind alle gemeldeten Athleten. Samstags wird das Startfeld auf die besten 50 des Vortages reduziert, zu absolvieren sind ein Sprung und zehn Kilometer. Die Zeitrückstände vom Freitag werden dabei in den nächsten Wettkampf am Samstag, umgerechnet in Punkterückstände beim Springen, mitgenommen. Am Sonntag sind dann die besten 40 in der Triple-Gesamtwertung startberechtigt und müssen einen Sprung und 15 Kilometer auf der Loipe bewältigen, wobei die Zeitrückstände von Samstag ebenso in den Finaltag mitgenommen werden.

Frenzels Wohnzimmer

Eric Frenzel bei seinem letzten Sieg 2017. © Sandra Volk

Fast alle Athleten mögen Seefeld, doch einer kommt immer ganz besonders gerne hierher zurück: Eric Frenzel. Der „Kaiser von Seefeld“, wie er nach seinen diversen Triumphen in der Casino Arena mitunter auch genannt wird, hat hier Erfolge gefeiert wie kein anderer. Bereits vor Erfindung des Triples gewann er hier mehrere Weltcups. Er dominierte die ersten vier Ausgaben des Triples (2014-2017). Lediglich 2018 war er chancenlos, als sein langjähriger Verfolger Akito Watabe sich die begehrte Trophäe sicherte. Doch welch besondere Rolle Seefeld für Frenzel spielt, zeigte sich erneut im letzten Jahr bei der Weltmeisterschaft. Trotz eher schwacher Leistungen im Vorfeld der WM, gewann Frenzel quasi aus dem Nichts den Einzelwettkampf von der Großschanze und holte sich den dritten Einzel-WM-Titel seiner Karriere. Außerdem konnte er gemeinsam mit Fabian Rießle auch den Teamsprint für sich entscheiden. Auch wenn die Zeichen derzeit eher nicht darauf hindeuten – in Seefeld sollte man Frenzel nie abschreiben.

Österreicher ohne Gruber

Das Weltcupwochenende in Otepää (Estland) wurde wegen Schneemangels abgesagt. © FIS Nordic Combined

Einer, der ebenfalls gute Erinnerungen an die WM in Seefeld hat, ist Österreichs Franz-Josef Rehrl. Bei der WM ging sein Stern auf, er gewann nicht nur Bronze im Einzel, sondern auch zwei weitere Bronzemedaillen in den beiden Teamwettkämpfen. Mit seinem dritten Platz am letzten Sonntag in Oberstdorf, meldet sich Rehrl gerade rechtzeitig zum Heimspiel in toller Form zurück. Ein weiterer österreichischer Medaillengewinner wird am Wochenende allerdings fehlen: Bernhard Gruber wird die Wettkämpfe von zuhause aus verfolgen. „Nachdem es mir in Oberstdorf läuferisch sehr schlecht gegangen ist, habe ich nach Rücksprache mit den Trainern entschieden, eine Pause einzulegen. Ich dachte, ich habe den viralen Infekt zu Beginn der Saison gut weggesteckt, anscheinend steckt aber doch noch was in meinem Körper, das mich an Top Leistungen hindert. Es ist natürlich bitter, das Highlight der Saison zu verpassen, aber die Gesundheit geht vor und das Ziel ist jetzt, wieder richtig fit und regeneriert in den Weltcup zurück zu kommen “, so der Routinier.

Otepää wegen Schneemangels abgesagt

Während Athleten und Fans den Wettkämpfen in Seefeld entgegenfiebern, wurde der Weltcup im estnischen Otepää (8.-9.02.20) wegen Schneemangels abgesagt. Derzeit laufen Versuche, einen Ersatz zu finden. Weitere Informationen folgen.

Das Programm für Seefeld

Donnerstag, 30.1.2020
10.00 Uhr: Offizielles Training HS 109
12.30 Uhr: provisorischer Wertungsdurchgang HS 109
14.30 – 16.30 Uhr: offizielles Langlauftraining

Freitag, 31.1.2020
12.30 Uhr: Probedurchgang HS 109
14.00 Uhr: Wertungsdurchgang HS 109
16.00 Uhr: Langlauf 5km

Samstag, 1.2.2020
11.45 Uhr: Probedurchgang HS 109
13.00 Uhr: Wertungsdurchgang HS 109
15.00 Uhr: Langlauf 10km

Sonntag, 2.2.2020
11.15 Uhr: Probedurchgang HS 109
12.00 Uhr: Wertungsdurchgang HS 109
14.40 Uhr: Langlauf 15km