Nordische Kombination: Geiger Zweiter in Ramsau

Das Podium: Vinzenz Geiger (GER), Jarl Magnus Riiber (NOR), Ilkka Herola (FIN), (l-r).
Das Podium: Vinzenz Geiger (GER), Jarl Magnus Riiber (NOR), Ilkka Herola (FIN), (l-r). © Volk/NordicFocus

Vinzenz Geiger belegt in der Nordischen Kombination in Ramsau am Dachstein den zweiten Platz. Jarl Magnus Riiber aus Norwegen gewinnt, Dritter wird der Finne Ilkka Herola.

Überflieger Riiber

Jarl Riiber sprang 102 Meter weit.
Jarl Riiber sprang 102 Meter weit. © Volk/NordicFocus

Vinzenz Geiger und Ramsau, das passt zusammen. Bereits zum sechsten Mal steht er hier auf dem Podium; im Vorjahr konnte er beide Wettbewerbe gewinnen. Dass er dies heute nicht wiederholen konnte, lag an seinem Sprung. Zwar waren 90 Meter auf der Normalschanze von Ramsau (HS98) nicht schlecht. Doch Riiber zeigte mit einer Machtdemonstration seine ganze Stärke. 102 Meter standen für ihn zu Buche. Da bei dieser Weite keine Telemarklandung mehr möglich war, büßte er aufgrund der Haltungsnoten noch einiges an Punkten ein. Dennoch betrug sein Vorsprung auf den Zweitplatzierten des Springens ganze 48 Sekunden.

Schmid und Weber stark im Sprung

Terence Weber beim Sprung über Ramsau.
Terence Weber beim Sprung über Ramsau. © Volk/NordicFocus

Erfreulich aus deutscher Sicht: Dieser Zweitplatzierte war Julian Schmid. Der Oberstdorfer kam mit starken 93,5 Metern auf die gleiche Punktzahl wie der Norweger Simen Tiller. Dieser hatte seine 97 Meter allerdings noch mit mehr Anlauf gesprungen. Hinter Tomas Portyk (CZE) und Yoshito Watabe (JPN) platzierte sich Terence Weber, 52 Sekunden hinter Riiber. Weniger gut lief es für die weiteren DSV-Athleten: Manuel Faißt kam auf den für ihn recht schwachen 18. Zwischenrang, Johannes Rydzek war 22. Am schlimmsten erwischte es Fabian Rießle, der auf dem 44. und letzten Platz nach dem Springen landete. Er verzichtete daraufhin auf den Lauf. So weit kam Eric Frenzel gar nicht erst, der Sachse wurde bei der Materialkontrolle bereits vor dem Sprung disqualifiziert und durfte gar nicht erst starten.

Langsames Renntempo

Verschnaufpause: Terence Weber und Julian Schmid führten die Verfolger an.
Verschnaufpause: Terence Weber und Julian Schmid führten die Verfolger an. © Volk/NordicFocus

Nimmt man Riiber einmal heraus, hatte der Lauf beinahe den Charakter eines Massenstarts. Bereits auf den ersten Metern schob sich eine zehnköpfige Gruppe zusammen, die über weite Teile von Weber und Schmid angeführt wurde. Wenige Sekunden dahinter formierte sich eine zweite Gruppe, in der neben Geiger auch Faißt und Herola liefen. Zur Halbzeit des Rennens hatten sich beide Gruppen lose zusammengeschlossen. Der schwere Kurs forderte einige Tribute. Johannes Lamparter hatte bei seinem Sturz in der dritten Runde Glück, dass das gesamte Renntempo zu diesem Zeitpunkt eher langsam war, so dass er nicht viel Zeit verlor. Auch Akito Watabe stürzte in der letzten Runde, ohne jedoch viel zu verlieren.

Geiger setzt sich ab

Vinzenz Geiger führte die zweite Verfolgergruppe an.
Vinzenz Geiger führte die zweite Verfolgergruppe an. © Volk/NordicFocus

Geiger war es schließlich, der zu Beginn der letzten Runde das Tempo forcierte. Es gelang ihm, sich um einige Sekunden vom Verfolgerfeld abzusetzen. Während Riiber vorne bereits ungefährdet ins Ziel lief, kam Geiger mit einigen Metern Vorsprung auf Rang zwei ins Ziel. „Der zweite Platz fühlt sich an wie ein Sieg, insbesondere da die letzten Wettkämpfe nicht wie erhofft verlaufen waren“, so ein glücklicher Geiger. Dahinter entbrannte ein enger Zweikampf zwischen Johannes Lamparter und Ilkka Herola, der erst mithilfe des Zielfotos entschieden wurde. Und zwar zugunsten von Herola, der damit seinen ersten Podestplatz der Saison feiern konnte. „Das kam sicherlich eher überraschend. Nach dem Sprung hatte ich gedacht, mit einem guten Lauf vielleicht in die Top 10 zu kommen. Insofern ist das das perfekte Ende für diesen Tag“, sagte der Finne zu seinem Erfolg. Nebenbei baute er mit der erneut schnellsten Laufzeit seine Führung in der Best Skier-Wertung aus.

Weber und Schmid in den Top 10

Fast wie beim Massenstart: Ramsau ist immer für ein enges Rennen gut.
Fast wie beim Massenstart: Ramsau ist immer für ein enges Rennen gut. © Volk/NordicFocus

Direkt hinter Lamparter kam Weber auf Rang 5 ins Ziel. Espen Bjoernstad (NOR) verbesserte sich von Rang 11 auf sechs, und Akito Watabe kam trotz Sturz noch auf Rang sieben ins Ziel. Julian Schmid wurde guter Achter vor Mario Seidl (AUT) und Joergen Graabak (NOR). Rydzek verbesserte sich ebenfalls auf Rang 16, während Faißt auf Platz 25 zurückfiel. Am Sonntag folgt mit einem weiteren Gundersen-Wettkampf der letzte Weltcup des Kalenderjahres.

Zwischenstand SprungEndergebnis

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