Langlauf News: Svahn und Razýmová verpassen olympische Saison

Linn Svahn (SWE) © Modica/NordicFocus

Zwei Athletinnen aus der absoluten und erweiterten Weltspitze werden nicht an den Olympischen Spielen in Peking teilnehmen und die gesamte Saison auslassen. Bei Linn Svahn ist ihre Schulterverletzung der Grund, bei Kateřina Razýmová eine Schwangerschaft.

„Habe nie geglaubt, dass es so schlimm ist!“

Linn Svahn (SWE) © Modica/NordicFocus

Wie schon seit längerer Zeit befürchtet wurde, wird Linn Svahn wegen ihrer Schulterverletzung, die sie sich Anfang Februar beim Langlauf Weltcup in Ulricehamn zuzog, die Olympischen Spiele in Peking verpassen. Für sie steht nun stattdessen Regeneration und Neuaufbau auf dem Programm. Wie im August bekannt wurde, handelt es sich bei der Verletzung nach dem eigentlich harmlosen Strauchler im Teamsprint von Ulricehamn um ein Hämatom in einer geschlossenen Muskelfaszie in Folge einer Muskelzerrung, so dass das Blut nicht abfließen kann und der intramuskuläre Druck steigt. Durch die Wiederaufnahme des Trainings im Frühjahr konnte die Verletzung nie richtig ausheilen. Im September entschloss sie sich schließlich zur Operation und hoffte bis zum Schluss, doch noch bis zu den Olympischen Spielen in Form zu kommen. Diese Hoffnung ist nun geplatzt. „Gestern lag ich nur auf dem Boden, knuddelte meinen Hund und habe einfach nur geweint“, beschreibt Linn Svahn ihre Enttäuschung im Expressen. „Ich habe nie daran geglaubt, dass es so schlimm ist – nicht nach meinem Sturz, nicht nach den Weltmeisterschaften, als ich wieder ins Training startete und auch nach der Operation noch nicht“, sagte die 21-Jährige im norwegischen Podcast „Skisporet“, der vor zwei Wochen aufgezeichnet, aber erst gestern gesendet wurde. „Wir dachten, in der Schulter müsste nur etwas gesäubert werden.“ Dem ist offenbar nicht so. Zum Expressen sagte sie: „Direkt nach dem Aufwachen nach der OP sagten sie mir: Du wirst dieses Jahr nicht bei den Olympischen Spielen laufen. Ich konnte es zuerst gar nicht glauben, dass das schon feststeht. Dafür habe ich eine Weile gebraucht.“ Zwei Monate lang hielten Linn Svahn und ihr Team die Nachricht geheim, um der Athletin die nötige Zeit zu geben, es zu verkraften. „Nur mein engstes Umfeld wusste es – nicht mal meine Teamkolleginnen.“ Genauere Informationen, was bei der Operation entdeckt wurde, geben Linn Svahn und das schwedische Team nicht bekannt. 

Babypause für Kateřina Razýmová

Katerina Razymova (CZE) © Modica/NordicFocus

Seit Jahren läuft Kateřina Razýmová immer wieder in einzelnen Rennen unter die besten Zehn im Weltcup, vor allem im letzten Winter. Das war auch bei den Olympischen Spielen das Ziel, dass sie nun nicht verwirklichen kann. Die 30-jährige Tschechin, die mit ihrem Trainer Vladislav Razým verheiratet ist, erwartet im Frühjahr/Frühsommer ihr erstes Kind. „Im September fühlte ich mich sehr müde und merkte Ende des Monats, dass ich schwanger bin“, sagte sie auf der Seite des tschechischen Skiverbandes. „Ich bin immer noch recht früh in meiner Schwangerschaft, aber es ist klar, dass ich diese Saison nicht antreten kann. Ihr Ehemann Vladislav Razým sagte dazu: „Wir haben ein Baby geplant, aber wegen der olympischen Saison ist das ein sehr unglücklicher Zeitpunkt. Aber natürlich freuen wir uns über die Neuigkeiten.“ Als beste tschechische Athletin wird sie von ihrem Team sehr vermisst werden – gerade wegen der Olympischen Spiele. „Aus sportlicher Sicht ist das natürlich ein Verlust für uns, besonders wegen der Olympischen Spiele. Sie hat zuletzt tolle Erfolge erzielt und sie wäre eine unserer größten Hoffnungen für Peking gewesen“, sagte Verbandspräsident Lukas Hermansky. „Aber natürlich gibt es auch Wichtigeres als den Sport. Und sie erwartet nun die schönste Sache, die ihr passieren könnte.“ Beenden will sie aber ihre Karriere definitiv noch nicht. „Ich werde meine sportlichen Ziele in dieser Saison nicht erreichen. Aber ich komme nächste Saison zurück und werde sie dann erreichen“, so Razýmová.