Stimmen zum WM-Sprint: „Ich kann den anderen Nationen jetzt Angst machen!“

Victoria Carl (GER) © Modica/NordicFocus

Das deutsche Team ist mit dem Abschneiden natürlich durchweg zufrieden nach dem Erfolg von Victoria Carl. Lest hier, was die Athleten nach dem Rennen sagten und wie die Weltmeister sich über ihren Erfolg freuten….

 

 

Maiken Caspersen Falla (NOR)

Ich denke, das ist sehr schwierig zu verstehen – für mich lief heute alles perfekt. Es ist einfach großartig, wieder bei den Weltmeisterschaften auf dem Podium zu stehen. Vielen Dank an unser Wachsteam, sie sind ein großer Teil unseres Erfolgs.

Stina Nilsson (SWE)

Das bedeutet mir so viel! Ich bin so froh, hier zu sein und bei der Pressekonferenz zu sitzen. Es ist kein Geheimnis, dass ich einige sehr schwierige Wochen hatte. Ich bin einfach so glücklich – aber ich fühle auch mit meinen schwedischen Kolleginnen…

Mari Eide (NOR)

Ich bin sehr glücklich, aber auch ei bisschen traurig. Jeder weiß, dass ich in Gedanken bei meiner verstorbenen Schwester bin. So bin ich umso glücklicher, wie es hier für mich gelaufen ist. Ich werde Seefeld noch ein bisschen zusammen mit der Familie genießen, bevor ich nach Hause fahre.

Johannes Høsflot Klæbo (NOR)

Ich glaube nicht, dass ich etwas Besonderes mache…. Ich trainiere einfach ganz normal wie alle anderen auch. Das Finale heute verlief etwas ungewöhnlich, es sah so aus, als wolle niemand zuerst in die Abfahrt gehen – aber natürlich war ich froh, dass ich zusammen mit den anderen blieb und dann im Stadion die Führung übernahm.

Federico Pellegrino (ITA)

Ich habe versucht, die Führung bis zum Schluss zu halten… nun bin ich so stolz über diese Silbermedaille. Sprints sind immer schwierige Rennen. Ich bekam heute Silber, weil ich nicht der Beste war. Trotzdem bin ich glücklich.

Gleb Retivykh (RUS)

Das war heute ein toller Tag für mich. Ich habe meine erste Medaille bei Weltmeisterschaften gewonnen. Ich hatte heute die richtige Taktik. Das ist großartig, ich bin sehr glücklich.

 

Peter Schlickenrieder (GER)

…über Victoria Carls Viertelfinale:
Das war geil, genauso wie wir das vorbereitet haben. Energie sparen und dann volle Attacke im letzen Berg. Und unser deutsches Team feuert hier an genau an der richtigen Stelle an!

…über die Viertelfinals aller DSV-Sprinterinnen:
Es freut mich, dass sie umsetzen, was wir taktisch besprochen haben und taktisch erarbeitet haben. Auch Sofie Krehl und Laura Gimmler haben sich sehr gut geschlagen. Das ist immer schön, wenn man das mitnehmen und zeigen kann, was man erarbeitet hat.

…die Taktik für die nächsten Runden?
Es gilt nun, sich gegen die Besten der Welt um die Finalplätze durchzusetzen. Man darf sich nicht vom Publikum ablenken lassen und muss fokussiert bleiben. Wir sind Außenseiter, vielleicht einen Überraschungsangriff starten, mit dem die anderen nicht rechnen. Im Flachen in den Anstieg hinein zu attackieren, damit werden die anderen rechnen, weil sie das auch vorhaben. Also vielleicht da attackieren, wo keiner mit rechnet.

…über den fünften Platz von Vici Carl:
Das ist tatsächlich ein freudiges Ereignis. Dass wir die Top8 Platzierung tatsächlich im ersten Rennen schon schaffen und vor allem dass es Victoria Carl schafft, die beste Leistung ihrer Saison hier bei der Weltmeisterschaft zu machen. Punktgenau, das ist natürlich parademäßig. Besser kann es nicht gehen, von daher freuen wir uns da schon riesig.

…ob das mit einer Medaille gleichzusetzen ist:
Das fühlt sich schon fast wie eine Medaille an, aber man hat gesehen, auch mit dem risikovollen Herangehen von Sandra Ringwald, dass wir defintiv fähig sind, in nicht allzu langer Zeit Medaillen zu gewinnen. Wir müssen nun nur die nächsten, deutlich großen Schritte, die wir machen müssen im gesamten Langlauf auch tun, weil sonst werden wir es nie systematisch hinbekommen.

…über die Auswirkungen auf DSV Nordisch:
Dieser Erfolg ist immer wichtig: Einer legt vor, egal ob Langläufer, Skispringer oder Nordischer Kombinierer und der Nächste legt nach und dann entsteht ein toller Spirit. Wir sind hier gut untergebracht in Seefeld, wir fühlen uns wohl und haben traumhafte Bedingungen. Man kann hier links oder rechts rauslaufen, man kann hier hunderte Kilometer langlaufen. Man muss sich eher einbremsen, dass man sich hier nicht von Emotionen hinreißen lässt und sein Langläuferherz sozusagen mit zu vielen Kilometern verwöhnt. Also hier lieber eher bremsen, die Lust in die Wettkämpfe fokussieren und ich glaube, dann kommen Ergebnisse raus, wie wir sie hier erlebt haben.

… ob die deutschen Langläufer den entscheidenden Schritt vorwärts gemacht haben:
Das nimmt jetzt nicht den Druck vom gesamten Team. Wir wissen alle, wo der deutsche Langlauf steht. Wir haben die Talsohle knapp durchschritten. Hier sind es einzelne Leute, die sehr, sehr gut arbeiten. Wir haben eigentlich noch einen Riesenberg vor uns, den wir aufräumen müssen, wir müssen hier schon noch deutlich die Dinge ändern und auf rechts drehen, damit das nicht so Einzelergebnisse sind, sondern damit man wirklich systematisch die nächsten zehn Jahre angeht und wieder die Erfolge produziert, die es mal vor vielen, vielen Jahren gegeben hat.

Victoria Carl (GER)

…nach dem Finale: 

Es war ein unglaublicher Tag. Am Ende hat mir die Erfahrung gefehlt. Ich war extrem nervös, ich zittere immer noch. Ich könnte alle Wettkämpfe laufen und hoffe auf das Teamevent.

…deutsches Team nun Weltspitze?
Man merkt natürlich, dass wir noch ein bisschen Lücke nach vorn haben, dass wir da einfach weiter arbeiten müssen. Aber ich glaube, wir sind jetzt ein richtig gutes Sprint Team. Die Weltspitze, in der wir uns jetzt eigentlich auch schon befinden, ist nicht mehr weit weg.

…ob sie diesen Erfolg erwartet hat?
Wenn man mich heute Morgen gefragt hätte, hätte ich sagen müssen, dass ich erstmal sehen muss, dass ich den Prolog überstehe, weil das immer mein Problem ist. Aber hintenraus werde ich dann immer schneller und das funktioniert dann auch besser Frau gegen Frau. Ich habe durch die ganzen Heats, die ich laufen durfte, an Erfahrung dazu gewonnen und dass es genau heute aufgeht, ist… ganz gut und unbeschreiblich. Ich bin bei der Junioren-Weltmeisterschaft auch schon im Sprint gut gewesen, aber so extrem, dass ich da dann auch gegenhalten kann und denen auch so ein bisschen Angst machen kann sozusagen, ist was ganz Neues.

…wie sich ihr Ergebnis auf das Team auswirkt:
Ich glaube, dieser fünfte Platz ist auch für das gesamte Team wichtig, weil unsere Jungs es ja heute leider nicht geschafft haben. Die waren schon ganz schön geknickt, vor allem der Sebi. Und ich glaube, wir müssen jetzt einfach daran denken und uns daran hochziehen. Ich freue mich jetzte auf jedes weitere Rennen und freue mich drauf, dass der Einstieg so gut geklappt hat und wir gucken, was kommt.

Sandra Ringwald (GER)

…vor dem Wettkampf:
Es war schön zu sehen, dass es in den letzten Wochen immer besser wurde. Bei den letzten WMs hatte ich nie Druck, aber das fühlt sich nun schon etwas anders an. Natürlich will ich an die letzten Wochen anknüpfen, aber wie es dann ausgeht, wird man sehen.

… nach dem Halbfinale:
Ich weiß nicht, warum ich so voll überrumpelt wurde. Ich bin als 6 rein ins Ziel und hab nicht schlecht gestaunt. Ich kann es mir nicht erklären. Ich bin enttäuscht, dass ich da so überrumpelt und durchgereicht worden bin auf der Zielgeraden von 2 auf 6, weil eigentlich hat alles gut gepasst. Ich habe mich sehr stark gefühlt hinter der Maja Dahlqvist. Dann gingen mir wahrscheinlich ein bisschen die Körner aus und die anderen sind wahrscheinlich mit mehr Speed in die Abfahrt reingekommen und dann war es auch schon vorbei. Damit rechnen muss man immer, aber ich habe gedacht ‚Jetzt ziehste durch, dann reicht es‘, aber demnach hat es dann gar nicht gereicht und so kann es auch schnell vorbei sein. Aber die Vici hat es geschafft und ich freue mich, dass sie im Finale ist und jetzt feuern wir sie an. Schön, dass es Top12 für mich geworden ist, natürlich wäre es cool gewesen, wenn mehr drin gewesen wäre, aber die anderen schlafen ja auch nicht und jetzt hat die WM begonnen und es kommen noch weitere Wettkämpfe.

Laura Gimmler (GER)

Das hat total viel Spaß gemacht. Man muss die Kulisse ausblenden. Ich war schon nervös genug, aber nun kann ich auch mal hinschauen und mich über die Leute freuen.

Sergey Ustiugov (RUS)

Das Rennen war nicht sehr schnell, keiner wollte arbeiten. Ich war ja mit den Besten vorne und habe in der Abfahrt beschleunigt. Klæbo und ich haben uns unterwegs schon einmal berührt und natürlich wollte ich ins Finale. Ich war sehr wütend und natürlich enttäuscht. Ich musste mich im Ziel sehr zusammenreißen. ich wolle ihn ausknocken, aber ich habe es nicht getan.

Elena Välbe, Verbandschefin (RUS)

Die Jury scheint immer wieder zu zögern, Norwegen zu bestrafen, besonders den Gott aller Skilangläufer. Sie haben zu uns gesagt, dass er alles richtig gemacht hat. Das heißt, wer vorne ist, kann sich alles erlauben. Stoppen und langsamer werden, so dass alle stürzen. Klæbo macht das immer so.

Vidar Løfshus, Nationaltrainer (NOR)

Das muss sie [=Elena Välbe] natürlich so sehen. Ich denke, die meisten erleben Johannes als sauber und fair in allen Situationen. Man kann sich auch mal bei den anderen Athleten umhören, wie sie Ustiugov erleben. Vor allem bei der letzten Tour de Ski war ich selbst im Juryraum und habe mich über Ustiugov beschwert. Da gab es mehrere Vorfälle und er ist immer davongekommen. Einmal musste er nun bestraft werden.

 

Federico Pellegrino (ITA)

Ich wusste, mit dem Rückenwind auf der Zielgeraden habe ich keine Chance gegen Klæbo. Ich musste alles versuchen, aber mehr als Silber war nicht möglich. Wir kannten die Strecke ja nun schon ein Jahr und wussten, was uns erwartet, dass keiner nach vorne gehen will. Ich wusste, es gibt nur eine geringe Chance, von vorne zu gewinnen. Aber insgesamt bin ich doch sehr zufrieden.

Mari Eide (NOR)

Es fühlt sich toll an, auf dem Podium zu stehen und eine Medaille zu gewinnen. Ich hatte gute Ski und wir haben uns das verdient.

Stina Nilsson (SWE)

…vor Beginn der Weltmeisterschaften:
Es war nicht so leicht. Ich hatte in den ersten Tagen nach Otepää viele Schmerzen. Als ich hier mit dem Training angefangen habe, ging das einigermaßen und es wurde immer besser. Ich bin optimistisch und habe immer gehofft. Mein Umfeld hat mir immer Mut gemacht und irgendwann sagten die Ärzte, dass es klappen kann und das hat mich dann weiter angespornt. Ich bin damit ganz gut umgegangen, aber es war immer die Frage, was im Training möglich war in den letzten vier Wochen. Ich bin so stolz auf mich, dass ich es doch noch hierher geschafft habe.

…nach ihrer Silbermedaille:
Ich kann es kaum glauben, dass ich heute starten konnte. Hier jetzt zu stehen, ist einfach großartig. Am Anfang war ich etwas traurig über den Rennverlauf mit den Stürzen von Maja und Jonna. Aber wenn man an meine Vorgeschichte denkt, werde ich in ein paar Jahren sicher sagen, dass diese Silbermedaillle einer meiner größten Erfolge ist.

 


Stimmen nach dem Prolog

 

Janosch Brugger (GER)

Tragisch ist das nicht, aber sauärgerlich. Zwei Sekunden sind nicht viel, die könnte man jetzt überall auf der Strecke suchen.

Sebastian Eisenlauer (GER)

Im Skating ist diese Saison bei mir der Wurm drin. Ein guter Einstieg wäre schön gewesen, aber die anderen sind auch keine Haubentaucher.

Maiken Caspersen Falla (NOR)

Ich war heute sehr nervös, so dass ich nun froh bin, dass der Prolog erstmal vorbei ist und die Heats beginnen.

Nadine Fähndrich (SUI)

Ich hatte in letzter Zeit immer mentale Probleme und mit der Taktik, aber ich denke, das wird nun besser.

Federico Pellegrino (ITA)

Es war eine harte Qualifikation und jetzt werden wir sehen, wie es weitergeht. Ich bin nicht überrascht, das Ustiugov der Schnellste war.

Finn Hågen Krogh (NOR)

In der Hälfte des Anstiegs begannen schon die Oberschenkel zu schmerzen.

Gleb Retivykh (RUS)

Wir haben sehr schönes Wetter und auch der Ski war wieder sehr gut. Es war ein sehr schwieriges Rennen, gut dass Ustiugov die Quali gewonnen hat. Das ist gut für ihn und kann auch für das ganze Team gut sein.

James Clugnet (GBR)

Ich bin sehr zufrieden. Es ist eine sehr harte Strecke. Der schlimmste Teil? Überall! Der Anstieg ist so hart, man muss vom Start schnell sein und die ganze Zeit Gas geben. Ich möchte ins Semifinale. Ich war im Weltcup nah dran und heute möchte ich es schaffen!

Alex Harvey (CAN)

Ich habe mich schon beim Warmup sehr gut gefühlt. Das wird eine schnelle Angelegenheit, die Temperatur, die Strecke… Es sit sehr schnell und die Strecke ist hart.

Andrew Young (GBR)

Es ist eine harte Strecke. Bei einem schlechten Tag ist das nicht gut, aber das war bei mir nicht der Fall. Die Strecke ist sehr technisch, man kann sich nicht ausruhen.

Logan Hanneman (USA)

Das ist verrückt, wieder im Viertelfinale. Letzte Woche war ich das erste Mal unter den besten 30. und ich wusste nicht, was ich hier erreichen kann.

Viktor Thorn (SWE)

Im Ziel war ich sehr müde. Ich dachte nicht, dass ich den Prolog gewinne, das ist mein erster Sieg und bedeutet, dass ich in guter Form bin. Ich hoffe heute, eine persönliche Bestleistung abrufen zu können.

Johannes Høsflot Klæbo (NOR)

Diese Strecke mit dieser langen Abfahrt kommt Leuten entgegen mit einer guten Abfahrtstechnik.

Arild Monsen, Trainer (NOR)

Klæbo kann schon im Anstieg vorne sein. In der Abfahrt ist er auch sehr stark. Ich habe da keine Bedenken. Es könnte höchstens sein, dass er mal in einem Sturz verwickelt wird.

 

 

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Gepostet von Victoria Carl am Donnerstag, 21. Februar 2019