Garmin Fenix 6 Pro Solar: GPS-Uhr mit Watt-Berechnung für Skilanglauf im Test

Garmin Fenix 6 Pro Solar © Stefanie Felgenhauer / woidlife photography

Im Radsport ist die Wattmessung für ambitionierte Sportler nicht mehr wegzudenken. Im Skilanglauf fehlt diese Möglichkeit der direkten Messung bislang. Garmin bietet aber seit vergangenem Winter für seine Top-Modelle eine Watt-Berechnung, die auf Daten verschiedenster Sensoren beruht. Wir haben die Garmin Fenix 6 Pro Solar für euch diesbezüglich getestet.

Das sagt der Hersteller

Garmin Fenix 6 Pro Solar © Garmin

Mit dieser GPS-Multisport-Smartwatch erreichst du völlig neue Ziele. Modernste Garmin Solartechnologie verlängert die Akkulaufzeit im GPS-Modus auf bis zu 40 Stunden, im Smartwatch-Modus auf bis zu 16 Tage. Genug Extrapower also für deine längsten Abenteuer – ohne ständig ans Aufladen denken zu müssen. Innovative Trainings- und Auswertungsfunktionen sowie eine Herzfrequenzmessung mit Pulse Ox-Sensor helfen dir, das Beste aus dir herauszuholen und dabei deine Reserven im Blick zu behalten. Dank MultiSatellitenempfang, vorinstallierten TOPO- und Skigebiets-Karten sowie ABC-Sensoren behältst du überall die Orientierung. Dazu tolle Smartwatch-Funktionen, die auch im Alltag Laune machen: vom kontaktlosen Bezahlen bis zum Musikgenuss. Das alles vollendet in einem exklusiven, robusten Design. Diese Garmin bringt dich weit. Sehr weit.

Wie wird die Leistung für XC Ski Dynamics berechnet?

Der HRM-Pro (Brustgurt) verwendet Informationen von internen Sensoren zusammen mit Geschwindigkeits- und Höhendaten von der gekoppelten Uhr, um die Gleitphase des Skilanglaufs zu bestimmen. Wenn Sie sich in einer Gleitphase befinden, wird ein fester Reibungskoeffizient basierend auf der Geschwindigkeit und den Höhenänderungen berechnet. Befindet man sich in einer längeren Gleitphase, wird der Reibungskoeffizient angepasst. Diese Werte werden zur Berechnung der Leistung verwendet.

Das sagt die xc-ski.de Redaktion

Out of the box

Die Garmin Fenix 6 Pro Solar erreicht unsere Redaktion in der Farbvariante Steinweiss/Blau mit Titan-Lünette, die einen edlen Farbtupfer in den Sport bringt. Im Lieferumfang befinden sich die Sportuhr selbst, ein USB-Ladekabel und eine Kurzanleitung. Da die meisten Garmin-Modelle inzwischen mit optischer Herzfrequenzmessung am Handgelenk ausgestattet sind, fehlt ein Brustgurt im Standardlieferumfang. Um Pulswerte trotz Winterbekleidung zu messen, ist dieser aber unabdingbar. Und auch die Berechnung der Wattwerte im Skilanglauf wird erst durch die Kombination aus Sportuhren Top-Modell wie  Forerunner 945 oder eben Fenix 6 mit dem Brustgurt Top-Modell möglich. Die dafür nötigen Sensoren sitzen nämlich zum Teil im Garmin HRM Pro Brustgurt, der als optionales Zubehör erhältlich ist.  

Im Praxiseinsatz

Garmin Fenix 6 Pro Solar © Stefanie Felgenhauer / woidlife photography

Wer schon mal ein Garmin-Modell sein Eigen nennen durfte, der kann ohne größere Umstellung auf die Fenix 6 wechseln. Habt ihr bislang nur Sportuhren anderer Hersteller genutzt, solltet ihr euch vor der ersten Trainingseinheit etwas Eingewöhnungszeit gönnen. Dann ist die Bedienung mithilfe der fünf links und rechts angebrachten Druckknöpfe/Tasten aber intuitiv einfach und vor allem mittels zwei Fingern (Daumen links und Zeigefinger rechts, bei Nutzung am rechten Arm natürlich spiegelverkehrt) möglich. So gelangt man nach der Eingewöhnung blitzschnell zu jedem Menüpunkt. Zur Einrichtung empfiehlt Garmin die Installation der Garmin Connect App auf dem Smartphone und nach der Kopplung der beiden Geräte mittels Bluetooth ist man schnell startklar. Jetzt noch den externen Pulssensor (Brustgurt) verbinden und schon kann es losgehen.

Diverse Einstellungen wie Pulsbereiche, Kartendarstellungen und Ansichten der Trainingsdaten während dem Training sind nun möglich, können aber auch als bereits voreingestellter Standard genutzt werden. Mit der rechten oberen Taste gelangt ihr direkt zur Auswahl der Sportart. Es sind zahlreiche Profile hinterlegt, unter anderem auch eines für Skilanglauf (klassisch) und eines für XC Skate Ski (Skating). Leider gibt es (noch) keine separaten Profile für das Skiroller-Training. Hat man die Sportart gewählt, werden die Sensoren gestartet. Bei unserem Test hatten wir in absoluter Rekordzeit Satelliten-(GPS-) Empfang und die Verbindung zum Brustgurt.

Garmin Fenix 6 Pro Solar © Stefanie Felgenhauer / woidlife photography

Mit einem weiteren Tastendruck startet dann die Aufzeichnung. Ich bin auf den letzten Schneeresten mit Langlaufski unterwegs, um das neue Feature, Wattberechnung für Skilanglauf, zu testen. Nach zehn bis 15 Sekunden wird mir der erste Wert angezeigt. Ab diesem Zeitpunkt wird kontinuierlich berechnet. Einen Referenzwert gibt es nicht, beziehungsweise könnte man diesen nur mit wissenschaftlichem Gerät messen, das erst noch entwickelt werden müsste. Aber die Werte erscheinen durchaus plausibel. So liegen sie verständlicherweise über den Werten, die ich vom Rennradfahren gewohnt bin. Im Anstieg werden höhere Werte, im Flachen bei normalem Tempo Niedrigere angezeigt. Im Sprint schnellen sie nach oben und in Abfahrten sinken sie auf null. Viel wichtiger als der absolute Wert ist aber die Vergleichbarkeit. Hierzu sind sicher längere Tests notwendig, aber bei gefühlt gleicher Belastung am selben Anstieg liefert die Fenix 6 auch identische Werte. Ein Watt-gesteuertes Training sollte also mit ihr absolut möglich sein, wofür im Vorfeld auch Watt-Bereiche festgelegt werden können.  

Neben der Watt-Berechnung bietet die Garmin Fenix 6 Pro Solar noch viele weitere interessante Werte und Funktionen. So wird alles Wichtige gesammelt, was mit Puls, Distanz, Zeit und Höhe zu tun hat. Berechnet wird auch, wie sich die Aktivität auf die aerobe und die anaerobe Leistungsfähigkeit ausgewirkt hat. Weniger für das Skilanglaufen aber dafür umso mehr fürs Laufen, Skitourengehen und Radfahren interessant sein dürfte die Kartenansicht und -navigation mit Abbiegehinweisen. So findet man sich jederzeit auch auf fremdem Terrain zurecht. Die Pro Solar Modelle verfügen zudem über eine Solarfunktion, mit deren Hilfe der Akku länger durchhält. Der ist aber auch ohne diese Funktion schon spitze und hält jeder noch so langen Trainingseinheit stand. Im Smartwatch-Modus könnt ihr die Uhr sogar mehr als zwei Wochen ohne Nachladen nutzen. Wer übrigens während des Trainings nicht auf Nachrichten vom Handy verzichten will, bekommt diese über Bluetooth auf der Uhr angezeigt und kann dann entscheiden, ob er weiterläuft oder kurz zum Smartphone greift. Wollt ihr das Handy lieber zuhause lassen, lässt sich Musik auf die Uhr laden, die ihr dann über Bluetooth Kopfhörer anhören könnt.

Garmin Connect

Garmin Connect © Garmin

Jede Sportuhr ist nur so gut wie die Software, die hinter ihr steht. Und Garmin leistet sich mit Connect ein vollwertiges Trainingsdokumentations- und Auswertungsportal. Dorthin könnt ihr eure Daten sofort nach der Einheit per WLAN oder Garmin Connect App übertragen. Die Auswertung der Trainingseinheit am Desktop-Computer ist deutlich angenehmer als am Handy oder Tablet. Zudem findet ihr dort nicht nur Trainingspläne sondern auch Gesundheitsstatistiken und Strecken. Letztere stammen von anderen Usern und können nach Sportart und weiteren Kriterien gefiltert werden. Wer seine Strecke lieber selbst definiert, kann sie hier erstellen und dann auf die Uhr übertragen. Wie die Desktop Version ist auch die Connect App sehr umfangreich ausgestattet. Benutzerfreundlich und vielseitig anpassbar ist zum Beispiel die Grafik zum Teilen der einzelnen Aktivität in den sozialen Netzwerken. Mit einem Foto im Hintergrund sowie den interessantesten Daten im Vordergrund könnt ihr bei euren Followern und Fans glänzen!

Fazit

Die Garmin Fenix 6 Pro Solar lässt wenig Zweifel daran: Besser kann man eine Multisportuhr kaum bauen. Die Funktionen sind sehr durchdacht und liefern alles, was man zur Planung und Dokumentation des Trainings oder Wettkampfs braucht. Die neue Watt-Berechnung für Skilanglauf funktioniert einwandfrei und bietet neue Möglichkeiten der Trainingssteuerung. Wer am Gewicht sparen will und auf einzelne Outdoor-Funktionen sowie Design-Optionen verzichten kann, der greift auf die ansonsten nahezu baugleiche Forerunner 945 zurück. Mit der Fenix 6 darf man sich aber sicher sein, dass in Sachen Design und Funktion das Non-Plus-Ultra am Handgelenk sitzt.

Fakten

Gewicht: 72 Gramm (Uhr), 59 Gramm (Brustgurt)
Empf. VK-Preis:
899,99 Euro (getestetes Modell, ansonsten je nach Ausführung zwischen 549,99 und 1049,99 Euro), 129,99 Euro (Brustgurt)
Weitere Infos: garmin.com

2 Kommentare

  1. Thomas Oestreich

    Hallo Mario,
    vielen Dank – spannend! Allerdings frage ich mich, wo dann die Referenz-Werte herkommen. Wenn ich die Trainingsbereiche nicht einem bestimmten Leistungsbereich zuordnen kann, dann bringt die Wattmessung wenig bzw. ist nur ein nettes, aber sehr teures Feature.
    Grüße Thomas

    Antworten
    1. Mario Felgenhauer

      Naja grundsätzlich kannst du dir die Referenzwerte dann natürlich genauso austesten, wie auf dem Radergometer beim Laktat-Test. Entweder du gehst auf das Skiroller-Laufband (Laborbedingungen) oder du machst einen Feldtest.

      Antworten